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Wegfall der EEG-Umlage lässt Strompreis sinken

Pressemitteilung der Stadtwerke Remscheid

Durch den Ukraine-Krieg steigen in etlichen Bereichen des täglichen
Lebens die Kosten merklich. Auch kommen nicht alle von der Bundesregierung beschlossenen Entlastungspakte bei der Bevölkerung vollständig an. Umso erfreulicher ist es, dass die Stadtwerketochter EWR die Kostenentlastung durch Wegfall der EEG-Umlage zum 1. Juli zu 100 Prozent an seine Kunden weitergibt und dadurch den Strompreis senkt.

Der Wegfall der EEG-Umlage ist bis zum 31.12.2022 festgelegt. Aktuell liegt diese bei 4,430 ct/kWh brutto bzw. 3,723 ct/kWh netto. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.200 kWh beläuft sich die Entlastung für die zweite Jahreshälfte in Summe auf mehr als 70 Euro. Die EEG-Umlage gibt es seit dem Jahr 2000. Auch „Ökostromumlage“ genannt, diente sie bisher dazu, die Förderung des Ausbaus von Solar-, Wind-, Biomasse- und Wasserkraftwerken zu finanzieren. Sie fand beim Strompreis Berücksichtigung und wurde vom Endkunden über die Stromrechnung bezahlt. Langfristig soll diese Finanzierung auf eine neue Grundlage gestellt werden. (Klaus Günther-Blombach)

Stadt Remscheid nimmt an „Wattbewerb“ teil

 Wie passt dazu das Folgende?
Wolfgang Luge als potenzieller Investor und Architekt Michael Wehrmann, auf Photovoltaik-Anlagen spezialisiert, hatten für den vergangenen Dienstag die lokale Presse in die Denkerschmette eingeladen, um den Bau von Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Dächern zu propagieren. Ebenfalls eingeladen waren dazu von Seiten der Stadt Vertreter des Gebäudemanagements (als Verpächter geeigneter Dächer) und der EWR als künftiger Anbieter von Invest-Modellen sowie die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Grünen und FDP.  Und erschienen ist – niemand von diesen! Offenbar hätten sie nichts Neues zu berichten gehabt… (Waterbölles)

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die Stadt Remscheid möchte den Anteil erneuerbarer Energien im Stadtgebiet erhöhen und organisiert deshalb Veranstaltungen und Aktionen zum Thema Photovoltaik. Dabei geht es nicht nur um die Information der Bürgerinnen und Bürger, sondern auch um die finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung konkreter Projekte. Seit dem 22. Juni nimmt die Stadt nun auch beim sogenannten Wattbewerb teil.

Der „Wattbewerb“, im Februar 2021 ins Leben gerufen, ist ein Wettbewerb verschiedener Städte und Gemeinden Deutschlands. Es gewinnt die Stadt beziehungsweise die Gemeinde, in der pro Kopf am meisten Solarstrom erzeugt wird. Die Kommunen können sich durch den Vergleich mit anderen Kommunen besser einordnen und erkennen, wie groß das ungefähre Potenzial für Photovoltaik ist. Gleichzeitig ist der „Wattbewerb“ eine Motivation für den Ausbau solarer Energie.

Die Stadt Remscheid freut sich über alle Bürgerinnen und Bürger, die Photovoltaikanlagen oder Stecker-Solargeräte installiert haben oder installieren möchten und die Stadt im „Wattbewerb“ so voranbringen. Nach aktuellem Stand belegt Remscheid den 23. Platz aller deutschen Großstädte – die ersten drei Plätze belegen die Städte Krefeld, Paderborn und Ulm.

Interessenten für die Nutzung von Solarenergie sollten das Solardachkataster der Stadt Remscheid unter www.solare-stadt.de/remscheid beachten. Hier können sie prüfen, ob das eigene Dach für eine Photovoltaikanlage geeignet ist und ob sich die Anlage über einen längeren Zeitraum wirtschaftlich betreiben lässt. Die Stadt Remscheid vergibt weiterhin Fördermittel für die Neuinstallation von Photovoltaikanlagen und Stecker-Solargeräten. Informationen zum städtischen Förderprogramm gibt es unter www.remscheid.de/klimaschutz im Bereich „Energieeffizienz & Klimaschutz im Alltag“. Weitere Informationen zum Wattbewerb finden Interessierte unter www.wattbewerb.de.

Neues Video über Lebensgefahr beim Sprayen

„Kein Graffiti ist Dein Leben wert"

Pressemitteilung der Bahn AG

Mit einem eindringlichen  Viderospot warnen DB und Bundespolizei vor den Gefahren, denen Graffiti-Sprayer:innen an Bahnanlagen ausgesetzt sind. Der neue Clip ist jetzt auf Social Media-Kanälen der DB zu sehen und soll gerade vor den Sommerferien Heranwachsende davor warnen, Bahnanlagen zu betreten. Dilara Ceviz und Jeff Dahlke, Präventionsbeauftragte der DB in NRW: „Graffiti ist nicht der Weg zum Ruhm, sondern kann tödlich enden. Denn wer Bahnanlagen betritt, bringt sich in Lebensgefahr. Wir als DB setzen daher auf Prävention - vor Ort, persönlich und über die Medien. Oft sind Unaufmerksamkeit und Unkenntnis Ursachen für selbstgefährdendes Verhalten. Jeder dieser Unfälle ist einer zu viel!“

Gerade Jugendliche unterschätzen aus Lichtsinn, Unwissenheit oder Übermut die Gefahren an Gleisanlagen oder Orten, wo Züge abgestellt werden. Das Sprühen von Graffiti, Abkürzen über die Gleise, Umgehen von Bahnschranken oder Klettern auf Güterzüge sind vermeidbare Gründe für Unfälle. Um auf diese Themen aufmerksam zu machen, informiert die DB gemeinsam mit der Bundespolizei online, per Social Media und durch ihre Präventionsteams über das richtige Verhalten an Bahnlagen. Das Motto: "Wir wollen, dass Du sicher ankommst". Jörg Ackmann, Polizeihauptkommissar und Präventionsbeamter der Bundespolizei in NRW: „Im Bereich der Gleisanlagen bestehen immer und grundsätzlich Gefahren, die von fahrenden oder auch stehenden Zügen und Waggons ausgehen. Bahnunfälle zu vermeiden ist nicht schwer: Bitte bleibt den Bahngleisen und den Abstellanlagen fern!"DB und Bundespolizei sorgen gemeinsam für mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung. Aber auch Eltern, Lehrer:innen an Schulen und Mitarbeitende in weiteren Bildungseinrichtungen können helfen, falschem Verhalten vorzubeugen. Gerade jetzt vor den Sommerferien ist es wichtig, dass die Großen die Heranwachsenden bei diesem Thema sensibilisieren.

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Kein Geld in Sicht für ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie

Seit dem Grundsatzbeschluss des Rates der Stadt vom 26. September 2019 arbeiteten Vertreter/innen von Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Ratsfraktionen und -gruppen gemeinsam mit der Verwaltung sehr engagiert an einer umfassenden „Nachhaltigkeitsstrategie für den Konzern Stadt Remscheid“. In der Ratssitzung am vergangenen Montag wurde sie mit großer Mehrheit beschlossen. Die Verwaltung spricht von einem ambitionierten und zielführenden Handlungsprogramm, einem „Leitbild für die künftige Entwicklung der Stadt Remscheid zu einer nachhaltig lebenswerten Stadt für alle Remscheiderinnen und Remscheider“. Man habe darin insgesamt fünf Leitlinien, 23 strategische Ziele, 60 operative Ziele sowie 122 konkrete Einzelmaßnahmen erarbeitet und abgestimmt. Das Handlungsprogramm stelle „den Beginn eines dauerhaften Prozesses dar, um die Stadt Remscheid für die kommenden Generationen nachhaltig zukunftsfähig zu gestalten“. Die Verwaltung werde diesen Prozess „als Impulsgeberin beständig begleiten, verstetigen, bewerten und falls notwendig neu ausrichten“. Er könne aber nur gelingen „als Gemeinschaftsaufgabe von Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und den Bürgerinnen und Bürgern“.

Von den Fachdiensten, die für die einzelnen Maßnahmen verantwortlich sind, werden halbjährlich Berichte erwartet (Controlling). Für 2025 ist eine erste Gesamtbilanzierung vorgesehen, die die Grundlage für die erste Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2026 bilden soll. Mit Hilfe der Nachhaltigkeitsstrategie und eines Handlungsprogrammes sei die Stadt Remscheid in der Lage, „die Umsetzung der Agenda 2030 vor Ort systematisch zu unterstützen und eine ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltige Entwicklung voranzutreiben, die auch die Bedürfnisse künftiger Generationen berücksichtigt“.

Das Handlungsprogramm nennt insgesamt 123 Maßnahmen. Nicht alle sind neu, ihre Umsetzung sei jedoch ohne zusätzliches Personal bis zum Jahr 2030 nicht darstellbar, so die Verwaltung. Zitat: „Für die Einrichtung von zusätzlichen Stellen stehen aufgrund der aktuell dramatischen und
risikobehafteten Entwicklung der Haushaltslage der Stadt Remscheid keine Mittel zur Verfügung. Ebenso können keine zusätzlichen Sach-/Transfermittel im Haushalt zur Verfügung gestellt werden. (…) Auch im Sinne einer ökonomischen Nachhaltigkeit ist es daher notwendig, die Einrichtung von Stellen zunächst aufzuschieben.“

Das klingt, als ob der Traum von einer auch für künftigen Generationen noch lebenswerten Stadt so schnell nicht Realität werden könnte. Die neue Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt – nur eine Utopie? Wohl auch, um diesem Eindruck entgegenzutreten, verwies die Verwaltung in der Ratssitzung auf jene im Konzept beschriebenen Maßnahmen, die sie auch ohne zusätzliches Personal und ohne zusätzliche Sach-/Transfermittel umsetzen könne und werde. Nur ein kleiner Trost!?
Die Lenkungsgruppe hat in den Ferien die Aufgabe, die am Donnerstag noch nicht behandelten Ergänzungsanträge der Ratsgruppen und -fraktionen zu bewerten und zur Beschlussfassung synoptisch darzustellen. Wird also die Ratssitzung nach der Sommerpause, am 8. September, einen Silberstreif der Hoffnung bringen? Was Stadtkämmerer Sven Wiertz am Donnerstag zur Finanzmisere der Stadt darlegte, sprach dafür leider nicht, von einer Sanierung des Stadtparkteichs für 1,2 Millionen Euro ganz zu schweigen.

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Start-up-Firma will digitale Kompetenzen vermitteln

Die Stadtverwaltung begrüße das Engagement der SoIn Smarte Zukunft GmbH Co. KG, die am 1. Juni an den Start gegangen ist, betonte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz in der gestrigen Ratssitzung. Zur „Gestaltung der Zusammenarbeit“ soll ein Steuerungsgremium aus Vertretern des Unternehmens und der Stadt Remscheid eingerichtet werden, dem auf städtischer Seite der Oberbürgermeister, der Technische Beigeordnete Peter Heinze sowie die Leitung des Fachdienstes Digitalisierung und Informationstechnologie angehören werden. So könne die Stadt an den Arbeits- und Entscheidungsprozessen des Unternehmens teilhaben, ohne als Mitgesellschafter eine finanzielle Verpflichtung oder ein entsprechendes Risiko für die Stadt Remscheid in wirtschaftlicher Hinsicht einzugehen.

Schon in der Gründungsphase habe die Stadtsparkasse das Start-up-Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten unterstützt. Und auch die Stadtwerke Remscheid wollten ebenfalls eng mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, so der OB. Die „SoIn Smarte Zukunft“ will in zentraler Lage Räumlichkeiten für einen sogenannten (Digital-) Salon oder eine (Digital-) Werkstatt beziehen, um die Möglichkeiten, Chancen aber auch Herausforderungen der Digitalisierung für die Stadtgesellschaft und Wirtschaft erlebbar bzw. begreifbar zu machen und dort digitale Kompetenzen zu vermitteln.

Gegründet wurde die neue Gesellschaft von dem Remscheider Rechtsanwalt Uwe Erdmann (früher Sachkundiger Bürger) und Professor Martin Wortmann, ehemals Präsident der Rheinischen Fachhochschule, Köln, zwecks „Entwicklung, Steuerung und Betreuung von Projekten der sozialen Innovation und Digitalisierung, insbesondere für die öffentliche Hand.“ Dazu die Stadt in ihre gestrigen Mitteilungsvorlage zuversichtlich: „Die … umgesetzten Projekte werden wegweisende Impulse für die Nutzung digitaler Technologien bei der Lösung der Herausforderungen in der Stadtentwicklung und der Remscheider Wirtschaft geben.“ Die beiden Gesellschafter hätten erklärt, die Finanzierung der Startphase des Unternehmens sei durch ein auskömmliches Startkapital gesichert. Perspektivisch etwa im Geschäftsjahr 2023 strebe das Unternehmen an, Fördermittel aus den diversen Förderprogrammen in Sachen Digitale Transformation von Land, Bund und/oder EU zu generieren. Es bestehe Einvernehmen, in der Startphase nachfolgende Projekte in Remscheid zu bearbeiten:

  • Ladeinfrastruktur für Elektromobilität
  • Intelligente Beleuchtungen im öffentlichen Raum
  • ÖPNV on demand.

Zwei zusätzliche Hallen sollen im August fertig werden

Der Erste, der das ehemalige Gelände der Brauerei C.W. Kipper bezog, war Stefan Grote mit seiner Firma „elektro-technik-grote“, einem Ersatzteilservice für Maschinen, Motoren & Anlagen. Gerade mal zwei Jahre nach dem Umzug stellte er am 26. Juni vorigen Jahres seine Erweiterungspläne vor: Das große Lager auf den 6.000 Quadratmetern im hinteren Teil des Geländes war schon zu klein geworden; zwei neue Lagerhallen sollten angebaut werden. Und das ist inzwischen auch geschehen, eine Halle mit 500 qm² und eine mit 200 qm²(auf zwei zwei Etagen). Die größere soll als zusätzliches Lager dienen, die kleinere ist für Reparaturen, Prüfplätze und weitere Büros bestimmt. Fertigstellungstermin: Anfang August. Insbesondere der neue Servicebereich „Schaltschrankbau, Projektierung und Programmierung”, inzwischen personell weiter aufgestockt, hatte nach mehr Raum verlangt.

Gesellenstücke der Tischler im Werkzeugmuseum

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Es ist eine sehr schöne Symbiose: Gesellenstücke des Tischlerhandwerks Remscheid/Solingen/Wuppertal werden im Deutschen Werkzeugmuseum, dem Ort, wo Werkzeuge und aktuell in der Sonderausstellung sogar Beitel die zentrale Rolle spielen, präsentiert. Wir freuen uns über diese Win-Win-Situation und die gegenseitig inspirierende Kooperation (insbesondere mit der Schreinerei Oliver Möller).

Ab heute werden alle 25 Gesellenstücke – vorausgesetzt sie werden fertig – im Museum angeliefert und im gesamten Haus verteilt aufgebaut. Die Bandbreite reicht von Tischen über Sideboards bis zu Haustüren. Der 15. Juni ist der Begutachtung durch die Prüfungskommission vorbehalten. Sie kontrolliert, ob alle Vorgaben eingehalten wurden. Vom Feiertag (Fronleichnam), 16. Juni, bis inklusive Montag, 20. Juni, können die tollen Objekte in unseren Ausstellungen besichtigt werden. Der Montag ist ausnahmsweise auch geöffnet, damit ein Tag mehr für die Besichtigung zur Verfügung steht. Nutzen Sie die Chance und schauen Sie sich Handwerkskunst par Excellence im Deutschen Werkzeugmuseum an! Wir würden uns über Ihren Besuch freuen.

Am Samstag, 18. Juni, findet dann für alle, die bestanden haben, im Werkzeugmuseum die Lossprechung mit Übergabe der Gesellenbriefe statt. Die Prüflinge haben die Aufgabe, ein eigenständiges Möbel oder anderes Objekt zu entwickeln und in einem Zeitraum von 120 Stunden zu realisieren. Hinsichtlich Gestaltung und Form gibt es dabei keine Vorgaben. Die Stücke werden in den jeweiligen Ausbildungsbetrieben gebaut. Technische Vorgaben sind: ein bewegliches Teil in Form einer klassisch geführten Schublade, ein Schloss und eingelassene klassische Möbelbändern. Auch in diesem Jahr sind wieder wunderschöne Handwerksstücke dabei herausgekommen, so dass sich ein Besuch sehr lohnt. Solche besonderen und hervorragend gearbeiteten Stücke bekommt man nicht alle Tage zu sehen.

Darüber hinaus werden alle Objekte an dem „Wettbewerb der guten Form“ teilnehmen. Dieser findet zuerst auf Innungs-, dann Landes- und dann sogar auf Bundesebene statt. Eine externe Jury (keine Tischler, sondern Gutachter aus Werbung, Innenarchitektur o.ä.) prämiert also für jede Stadt den Gewinner oder die Gewinnerin der Guten Form, der oder die an den anderen Ausscheidungen teilnehmen kann. Hierbei geht es nicht vorrangig um die handwerkliche Ausführung, sondern vielmehr die Idee oder die Gestaltung steht im Vordergrund.

Gelegenheits­lader sind für Remscheid die beste Lösung

Ab 2024 wollen die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Remscheid ihre Busflotte auf geräuscharmen und abgasfreien Batteriebetrieb umzustellen. Hierzu begann Ende Oktober 2021 ein umfangreicher Testbetrieb mit Elektrischen Bussen unterschiedlicher Anbieter. Dafür wurde an der Haltestelle am Bahnhof Lennep temporär eine an der Haltestelle Remscheid Lennep Bahnhof eine-Schnellladestation errichtet („Stadtwerke vor ersten Tests mit Elektro-Bussen“, titelte der Waterbölles am 7. Oktober 2021). Nunmehr melden die Stadtwerke Remscheid den Abschluss der sechsmonatigen Elektrobus-Testphase mit zehn Elektrobussen von acht Herstellern im Realbetrieb auf den Linien 664, 669 und 240.

Eines der Ziele des Testbetriebes war es, Erfahrungen mit den Betriebs­strategien Depot- und Gelegenheits-Ladung zu sammeln. Auch sollten möglichst viele Fahr­zeuge unterschiedlicher Hersteller und Konfigurationen auf ihre Eignung für die Remscheider Topografie untersucht und bewertet werden. In Sum­me wurden im Testbetrieb zehn verschiedene Fahrzeuge der Hersteller Daimler Evobus, MAN, Solaris, VDL, Ebusco, Iveco, Irizar und Volvo im Re­albetrieb mit Fahrgästen eingesetzt.

„Ein positives Ergebnis des Testbetriebes ist die Gewissheit, dass alle ge­testeten Fahrzeuge generell in Remscheid funktionieren“, erläuterte gestern Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Remscheid GmbH. Neben subjektiven Aspekten wie Gesamteindruck, Wartungsfreundlichkeit oder Fahrkomfort wurden bei der Fahrzeugtechnik auch betriebliche Kom­ponenten wie Reichweite im Linienbetrieb, Ersatzteilverfügbarkeit oder Hersteller-Service betrachtet. Schließlich habe die Einführung von Elektro­bussen auch einen signifikanten Umbau der Infrastruktur in der Werkstatt, den Abstellhallen und die Qualifikation der Mitarbeiter zur Folge.

Unter Berücksichtigung aller technischen, betrieblichen und wirtschaftli­chen Aspekte soll der am besten geeignete Hersteller in einem europaweiten Vergabeverfahrens ermittelt werden. DS SOLL ZU Beginn des kommenden Jahres starten. Zuvor wollen die Stadtwerke in einem so genannten Pflichtenheft auf Basis der Erfahrungen aus dem Testbetrieb die Anforderungen festlegen, die die neuen E-Busse auf Remscheids Straßen künftig erfüllen müssen. Bis 2034 wollen die Stadtwerke sämtliche Diesel-Fahrzeuge ausgemustert und durch batteriebetriebene Fahrzeuge, darunter auch dreiachsige Gelenkbusse, ersetzt haben.

„Eine wichtige Erkenntnis des in den Wintermonaten durchgeführten Test­betriebes war auch, dass die Energieverbräuche der Fahrzeuge im Betrieb zum Teil signifikant über den durchschnittlichen Herstellerangaben lagen. Das bedeutet in diesen Fällen eine deutlich geringere Reichweite als ange­geben. Die Gründe lagen einerseits in der abgerufenen Leistung zur Bewäl­tigung der topographischen Herausforderungen in Remscheid, aber auch in dem Leistungsbedarf zur Heizung bzw. Klimatisierung des Fahrgastraumes“, sagte Hoffmann. „Es zeigte sich letztlich, dass der E-Bus-Betrieb in Form von sogenannten Gelegenheits­ladern in Remscheid recht gut funktioniert und im Vergleich zum Depotla­der die bessere Lösung für den Remscheider Verkehrsbetrieb ist.“ Das Fahrpersonal sei nach kurzer Einweisung schnell mit der neuen Technologie zurecht gekommen.

Die als Depotlader im Linienbetrieb eingesetzten Fahrzeuge benötigten deutlich mehr Aufmerksamkeit durch die Leitstelle beim Monitoring der Ladestände und der Restreichweiten. In verschiede­nen Situationen war es erforderlich, diese Fahrzeuge noch vor Betriebsen­de gegen Dieselbusse auszuwechseln, oder es wurden vor­beugend Ladepausen an der Lenneper Ladestation z. B. per CCS-Steckerladung eingelegt.

Fahrzeuge, die den ganzen Tag über als Gelegenheitslader eingesetzt wur­den und die ohnehin vorgesehenen Wendepausen zum Nachladen nutzten, liefen sehr zuverlässig durch und zeigten keinerlei nennenswerte Ein­schränkungen im Vergleich zum Dieselbus. Kältere Temperaturen (im Winter) oder Ladeabbrüche in der Nacht hatten bei Depotladern einen direkten negativen Einfluss auf die Reichweite am nächsten Tag. Bei den Gelegenheitsladern waren diese Einflüsse zu vernachlässigen.

In nächster Zeit wollen die Stadtwerke Kontakt aufnehmen mit den Fördergebern von Bund- und Landes, um herauszufinden, welches Förderprogramm-für die angestrebten Gelegenheitslader die für die Stadtwerke Remscheid attraktivsten Konditionen bieten können.