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Interne Arbeitsgruppe zur Zukunft der Alleestraße

In den vergangenen zehn Jahren erlebte die Remscheider – wie andere Städten in ähnlicher Weise – einen Bedeutungsverlust. Der lässt sich  an der zunehmenden Zahl leerstehender Handelsimmobilien messen. Die Ursachen dieser Entwicklung sind vielfältig:

  • Der einschneidende demographische Wandel seit den 1980er Jahren hat zur Stagnation bzw. temporär zum Rückgang einzelhandelsrelevanter Kaufkraft und im weiteren zu einer entsprechenden Umsatzentwicklung im Einzelhandel geführt.
  • Der zunehmende Anteil des Online-/Versandhandels geht u.a. zu Lasten des stationären Einzelhandels in den Innenstädten.
  • Die Veränderung der Kaufgewohnheiten der Kundschaft (Online, Erlebniskauf, Verlagerung der Gewichte der Sortimente) trifft vor allem die Zentren von Klein- und Mittelstädten ohne einen größeren Einzugsbereich.
  • Infolge des Niedergangs großer Handelsketten wurden auch in Remscheid größere Einzelhandelsmagnete aufgegeben. 

In der Innenstadt von Remscheid erreicht der Leerstand – insbesondere gemessen an der Verkaufsfläche – sowohl in der absoluten als auch der relativen Dimension ein „städtebaulich relevantes Maß“. Diese Formulierung beschreibt u.a. die von der Konzentration von leerstehenden Ladenlokalen in der mittleren und östlichen Alleestraße ausgehenden negativen Wirkungen auf das direkte Umfeld. Neben einer Vielzahl von kleinteiligen Leeständen in den erdgeschossigen Einzelhandelslokalen fallen vor allem die Alleestraße 21-25 (ehem. SinnLeffers) und die Ladenlokale Alleestraße 39-43 (u.a. Betten Gebers), die inzwischen komplett leer stehen, ins Auge.

Parallel zu den Aktivitäten der Immobilien- und Standortgemeinschaft Alleestraße hat die Stadt Remscheid verschiedene Bausteine zur Gegensteuerung erarbeitet und eingesetzt. Im beschlossenen „Konzept zur Revitalisierung der Innenstadt“ wurde die Maßnahme Nr. 3.1 „Nachnutzungskonzepte für leerstehende Einzelhandelsimmobilien“ entwickelt.  Zurzeit finden mit einigen Eigentümern leerstehender Immobilien Gespräche statt, um deren Investitions- und Kooperationsbereitschaft auszuloten. Zur allgemeine Aufwertung der unteren Alleestraße sollen für die Leerstände Nachnutzungskonzepte erarbeitet werden.

  • Das Signet des neuen Innenstadtmanagements. U.a. mit Hilfe des ebenfalls auf der Grundlage des Konzeptes zur Revitalisierung der Innenstadt eingerichteten Innenstadtmanagements (IM) sollen verschiedene Teilprojekte umgesetzt werden:
  • Das Innenstadtmanagement ist grundsätzlich Ansprechpartner für Immobilieneigentümer, die eine Beratung bzgl. einer Nachfolgenutzung wünschen.
  •  Eine der Aufgaben des IM ist die Moderation der Zwischennutzungsagentur, einer Gesprächsrunde potenzieller Anbieter von Einzelhandel, Kultur, Gastronomie und Dienstleistungen einerseits und an einer Zwischennutzung interessierter Immobilieneigentümer andererseits.
  • Darüber hinaus bietet das/der Innenstadtmanagement/-architekt im Auftrag der Stadt Remscheid weitere Leistungen an, die mittelbar über attraktivitätssteigernde Maßnahmen und Beratungsangebote der Leerstandsproblematik entgegenwirken sollen.

Zur Unterstützung der bereits laufenden Tätigkeiten und zur Weiterentwicklung der Ansätze zur Leerstandsvermeidung wird die Stadtverwaltung eine interne Arbeitsgruppe einsetzen. Diese soll das Innenstadtmanagement und die Immobilien- und Standortgemeinschaft bei deren Aktivitäten zur Leerstandsbeseitigung unterstützen. Daran werden die Fachbereiche Wirtschaftsförderung (Einzelhandel), Liegenschaften, Bauleitplanung und Bauaufsicht beteiligt sein. Ziel sind intensivere Kontakte und Gespräche mit den Immobilieneigentümern sowie – bescheiden formuliert – die „ Entwicklung von Ansätzen einer Strategie für die Zukunft der Alleestraße“. (aus einer Mitteilungsvorlage der Verwaltung zur Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid am 12. Juni)

Spritzwasserfreie „Sonnenbank“ wird gerne angenommen

Obwohl ohne Wasser oder gerade weil ohne Wasser – an sonnigen Tagen ist die kleine Mauer rund um den trockenen Brunnen vor dem Allee-Center jedenfalls für viele Passanten eine willkommene, spritzwasserfreie „Sonnenbank“. Wie schrieb WDR-Chefreporter Horst Kläuser am 7. Mai im Waterbölles in einem Leserbrief: „Ich denke, es wäre an der Zeit, kühl den Rest-Metallwert des Monstrums beim Schrotthändler unseres Vertrauens zu realisieren. Unter ästhetischen Gesichtspunkten war der Brunnen eigentlich immer nur furchtbar.“

Einig über das neue Gewerbegebiet „Gleisdreieck“

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (Remscheid), Bürgermeister Rainer Bleek (Wermelskirchen) und Bürgermeister Dietmar Persian (Hückeswagen“ haben sich für ein interkommunales Gewerbegebiet in Bergisch Born ausgesprochen. Das neue Gewerbegebiet „Gleisdreieck“ soll sich über Gesamtfläche von rund 35 Hektar erstrecken - 18 ha auf Remscheider, zwölf auf Wermelskirchener und fünf auf Hückeswagener Stadtgebiet. Dazu unterzeichneten die drei „Stadtspitzen“ heute Nachmittag im Clubheim des SSV Bergisch Born eine gemeinsame „Absichtserklärung zur partnerschaftlichen Flächenentwicklung“. Im Gespräch war das „Gleisdreieck“ schon seit etlichen Jahren. Doch Wermelskirchen, ohne das die Erschließung des Geländes unmöglich ist, zierte sich, wollte auch gerne mit einem Flächenanteil beteiligt sein. Das soll nun gelingen. Und weil „schöne Kinder“ viele Väter haben, brachten die (Ober-)Bürgermeister ihre Planungsstäbe gestern zum Pressetermin auf der derzeitigen landwirtschaftlichen Nutzfläche gleich mit.

Luftbild des geplanten intermonnunalen Gewerbegebietes.Die Erschließung ist im Westen über Wermelskirchener Gebiet und im Osten über Remscheider und Hückeswagener Stadtgebiet geplant. Umgesetzt werden soll das neue Gewerbegebiet zum Jahr 2023. Ein gewichtiges Wort werden bei der Planung die Regionalräte der Regierungspräsidentinnen Gisela Walsken (Köln) und Birgitta Radermacher (Düsseldorf) mitsprechen, denn Remscheid gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf, die beiden Nachbarkommunen aber zum Regierungsbezirk Köln.

Gewerbeflächen sind im Bergischen Land knapp. Durch die gemeinsame Zusammenarbeit direkt an der Stadtgrenze zwischen Remscheid, Wermelskirchen und Hückeswagen ergibt sich für alle drei Städte die Chance, weitere zusätzliche Gewerbeflächen zu gewinnen. Oberbürgermeister Mast-Weisz: „Wir stehen in der Verantwortung, der Bergischen Wirtschaft ausreichende und geeignete Gewerbeflächen anbieten zu können. Ich möchte unseren hiesigen Unternehmen und Interessenten attraktive Angebote unterbreiten können. Durch die Zusammenarbeit mit Wermelskirchen und Hückeswagen eröffnet sich dazu am Gleisdreieck die Möglichkeit. Die Stadt Remscheid wird darüber hinaus weitere Flächen, so zum Beispiel die Erdbeerfelder, für die gewerbliche Nutzung entwickeln. Das alles dient der Stärkung des Wirtschaftsraums und der Arbeitsplatzsicherung.“

Kurzes Statement nach der Unterschrift

Bürgermeister Persian begrüßt die Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg so: „Wichtig ist, dass wir gemeinsam attraktive Angebote für die Wirtschaft und damit für die Menschen in unserer Region schaffen. Da nur auf das eigene Stadtgebiet zu schauen, ist nicht mehr zeitgemäß. Die Zusammenarbeit mit Partnern bringt Vorteile für alle Beteiligten. Ich bin mir sicher, dass das Gleisdreieck ein guter Wirtschaftsstandort werden wird.“ Und auch Bürgermeister Bleek setzt große Hoffnung in das gemeinsame Projekt: „Wir müssen die Stärke unseres Wirtschaftsstandortes erhalten. Dies gelingt uns am besten, wenn wir unsere Kräfte über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus bündeln, denn die Nachfrage nach neuen Gewerbeflächen ist sehr groß. Selbstverständlich ist dabei, dass alle drei Partner von der Entwicklung profitieren und es keine Verlierer gibt.“ (Frage dazu an Dietmar Persian, Burkhard Mast-Weisz und Rainer Bleek nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung im nebenstehenden Video)

Nachfolgend die Absichtserklärung im Wortlaut:

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Seltsame Privataudienz für Beschwerdeführer

Waterbölles-Kommentar

Ratsmitglieder sollten wissen, was in der „Geschäftsordnung für den Rat der Stadt, die Bezirksvertretungen und die Ausschüsse“ steht, die sie sich selbst gegeben haben. Notfalls lässt sich darin per Internet nachschlagen: http://www.remscheid.de/rathaus-und-politik/medienpool/ortsrecht/0.03_101_Geschaeftsordnung.pdf. Da steht unter Absatz 8.10: „Zuhörer dürfen sich an der Verhandlung nicht beteiligen.“ Und sie dürfen erst recht nicht gleich hinter den Ausschussmitgliedern und neben Mitarbeitern der Verwaltung Platz nehmen, als seien sie Sachverständige. Das geht indirekt aus Absatz 4.4. hervor: „Mitglieder der Bezirksvertretungen und der Ausschüsse können an den nichtöffentlichen Sitzungen als Zuhörer teilnehmen. Sie haben dabei in dem für Zuhörer bestimmten Teil des Sitzungsraumes Platz zu nehmen.“

Natürlich kennen die Ausschussvorsitzenden die Geschäftsordnung. Wenn sie sich dennoch nicht daran halten, glauben sie offenbar: „Das macht doch nichts, das merkt doch keiner“. Beides ist falsch. Anderen voran merken es die an den Sitzungen teilnehmenden Verwaltungsmitarbeiter. Und es macht ihnen sicherlich auch etwas aus. Denn eigentlich müssten sie den Sitzungsleiter auf die Geschäftsordnung hinweisen, gegen die er gerade verstößt, halten sich aber zurück, aus welchem Grund auch immer. Das macht verlegen, nehme ich an. Weil es peinlich ist. Erst recht, wenn der „Gast“, dem das Wort erteilt wurde, die Gelegenheit zu massiven Vorwürfen gegen die Verwaltung nutzt.

So geschehen gestern im Bauausschuss unter Vorsitz des politischen Urgesteins Otto Mähler (SPD). Da durfte der Architekt Adolf Böker gegen eine geplante Wohnbebauung an der Königstraße wettern. Über die Pläne hatte der Waterbölles am 4. November 2016 berichtet: „Vier Mehrfamilienhäuser statt alter Fabrikhallen“. Zur frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit lagen die Pläne zum neuen Bebauungsplan 667 – Gebiet: nördlich Königstraße, südlich Stadtpark – vom 29. Mai bis 30. Juni im Fachdienst Bauen, Vermessung und Kataster an der Ludwigstraße 14 aus. Und wenn die Politik über die in dieser Zeit eingegangenen Anregungen und Bedenken aus der Bürgerschaft entschieden hat, wird ein weiteres Offenlegungsverfahren beginnen, zu dem die Bürger/innen dann Eingaben machen können. Fühlen sie sich auch danach noch nicht gebührend erhört, bleibt die „Einwohner-Fragestunde“ in einer Ratssitzung oder eine Klage vor dem Verwaltungsgericht.

Es kann also alles seinen demokratischen Gang gehen, ohne dass jemandem (den man womöglich besser kennt als Otto Normalbürger) gleich ein persönliches Gastspiel in einer Ausschusssitzung gewährt werden muss. Denn sonst könnte der gesamte Ausschuss nebst Verwaltung leicht in den Verdacht des Klüngels geraten. Auch deshalb war es gut und richtig, dass Jörg Schubert, Leiter des Fachdienstes Bauen, Vermessung, Kataster und Untere Denkmalbehörde, auf das ordentliche Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplanes verwies, von dem die Mitarbeiter der Baubehörde nicht abzuweichen gedächten. Dass Architekten dazu neigten, Bebauungspläne, zum Beispiel bei der zulässigen Geschosshöhe, bis zur Schmerzgrenze auszureizen, sei ja nichts Neues, so Schubert. „Damit können wir umgehen!“

In diesem speziellen Fall ging es aber nicht um einen Architekten als Planer, sondern um einen als Anwohner. Und Anwohner, denen ihr Umfeld liebgeworden ist, wehren sich halt gerne gegen Neubauprojekte. Ob berechtigt oder nicht, spielt hier keine Rolle. Da fällt mir eine ganze Reihe von Beispielen aus der Vergangenheit ein. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass diese Fälle in einer öffentlichen Bauausschusssitzung mit den Beschwerdeführern erörtert worden wären.

Nachbar sagt Nein zu Wohnungen über Woolworth

Zwei neue Etagen mit Wohnungen an der Allee“, titelte der Waterbölles am 13. Dezember 2017 und berichtete über Pläne des Remscheider Immobilien-Unternehmers Leo Schönhals, die Woolworth-Filiale Alleestraße 51-55 gegenüber von „Foto Kaiser“ um zwei Etagen mit Mietwohnungen aufzustocken. In der damaligen  Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid versprach sich Jörg Schubert, Leiter des Fachdienstes Bauen, Vermessung, Kataster und Untere Denkmalbehörde, von dem Wohnungsbau an der oberen Alleestraße eine Aufwertung. Da hatte sich die Baubehörde anscheinend die Pläne von Leo Schönhals noch nicht genau angesehen und/oder übersehen, dass die geplante Aufstockung mit Wohnungen den Baulasten widerspricht, die für das Grundstück eingetragen sind. Dem Besitzer des Nachbargrundstücks, einem stadtbekannten Bauunternehmer, scheint das allerdings alsbald eingefallen zu sein. Und der denkt gar nicht daran, sich mit Leo Schönhals wie auch immer auf Baulasten zu einigen, die den Neubau ermöglichen würden. Dabei ginge es um eine Erlaubnis zur Bebauung bis an die Grundstücksgrenze und die Zufahrt zu einer neuen Tiefgarage für die Mieter der Wohnungen. Baudezernent Peter Heinze gestern im Bauausschuss: „Um den Plan doch noch realisieren zu können, müssten sich die Grundstückebesitzer zusammenraufen!“ Und Rosemarie Stippekohl (CDU) bestätigte ihm: „Das ist nicht das Problem der Stadtverwaltung. Vielleicht hätte der Investor sich erst einmal sachkundig machen sollen, bevor er in die Planung ging!“

Heinze betonte, dass Wohnungsbau an dieser Stelle grundsätzlich gut sei. Aber in der eingereichten Form sei der Plan nun einmal nicht realisierbar. Und die Bauverwaltung, die alle Beteiligten gerne berate, habe dabei die Rechte a l l e r Beteiligten zu berücksichtigen.

Wie Bezirksbürgermeister Otto Mähler berichtete, will Schönhals das Neubauprojekt nunmehr unter dem Vorzeichen von gewerblicher Nutzung (Anwaltskanzleien, Arztpraxen) fortführen – falls möglich. Auch das wird die städtische Bauaufsicht zu prüfen haben.

Mehr von solchen Events in Remscheid

„Fühle, rieche, schmecke, höre, sehe, liebe das Viertel“, luden Gastwirte, Gewerbetreibende und Anwohner der Alten Bismarckstraße am vergangenen Samstag zu einem „MyViertelFest“ ein. Es war eine von mehr als 20 Aktionen zum „Tag der Städtebauförderung“, die in der Innenstadt und in den Stadtteilen Stachelhausen und Honsberg zeigen sollten, wie vielfältig der Stadtumbau diese Gebiete verändert hat oder noch verändern wird. Als der Waterbölles am Mittag mit der Videokamera unterwegs war, kam er zum (kürzer ausgefallenen) Boule-Wettstreit zwischen Kremenholl und Honsberg auf dem neuen Richard-Heinrich-Platz fast zu spät, ansonsten war es im Stadtteilpark an der Halskestraße und beiden den Künstlern von „Ins Blaue“ eher ruhig. Ob ein Stadtfest viele Besucher anlockt, ist eben auch eine Frage der Öffentlichkeitsarbeit und der Ankündigungen in den Medien. Jedenfalls muss sich erst noch herausstellen, ob im Verlauf des Tages das angesagte Picknick am „Langen Tisch“ und die Schnitzeljagd mit neun Stationen zwischen Innenstadt und Honsberg tatsächlich stattgefunden haben. Und auch die Zahl der Teilnehmer an der Stadtteilführung mit Klaus R. Schmidt gilt es nachzutragen. Dafür hatten Kinder-Tanzgruppen am Markt viele Zuschauer, darunter Väter und Mütter mit ihren Handys. Und auf der Alten Bismarckstraße „brummte“ es schon um 16 Uhr. Der Waterbölles fing in seinem knapp zehnminütigen Video Stimmen und Stimmungen ein. Bei allen Verbesserungsmöglichkeiten: Remscheid braucht mehr von solchen Events. Das Titel-Foto zeigt die Showskating-Mädels aus Wuppertal in der „Kraftstation“.

"Ges(ch)ichtslose Scheußlichkeit bitte beenden!"

Horst Kläuser. von Horst Kläuser

Ob der "Brunnen" auf der oberen Alleestraße zu mehr taugt als Woche für Woche ein Thema für die KollegInnen beim "armen Tüpitter" (der ja den Anblick täglich zu ertragen hat) abzugeben, sei dahingestellt. Ich denke, es wäre an der Zeit, kühl den Rest-Metallwert des Monstrums beim Schrotthändler unseres Vertrauens zu realisieren. Unter ästhetischen Gesichtspunkten war der Brunnen eigentlich immer nur furchtbar. Natürlich wäre es schön, zwischen Alleecenter und RGA-Redaktion einen Treffpunkt zu haben, ein paar Bänke, plätscherndes Wasser. Punkt.
Wie wäre es, einfach einen dicken bergischen Knubben, also einen robusten Felsbrocken, da hinaufzuwuchten: Loch bohren, Rohr rein, leichtes Wasser Marsch! Kein Firlefanz, keine Pseudo-Kunst der 80er. Wenn es tatsächlich einen Notausgang dort geben muss, dann, bitteschön, eine Metallplatte, von innen zu öffnen tut es wohl auch. 
Auf jeden Fall sagen der jüngst abgebildete Löwe und die Ente an Lenneper Brunnen mehr über den wohltuend bodenständigen Geschmack unserer Vorfahren aus als die nicht enden wollende Diskussion um den Erhalt einer ges(ch)ichtslosen Scheußlichkeit (siehe Waterbölles: "Statt Wasser lieber Sitzplätze und Blumen".)

Kampagne für mehr sozialen Wohnungsbau

Gemeinsam mit Schülerinnen der Sophie-Scholl-Gesamtschule stellten Mitarbeiterinnen des Caritas-Verbandes Remscheid heute vor dem Brunnen am Alleecenter Passanten die Jahreskampagne der Caritas gegen Wohnungslosigkeit vor („Jeder Mensch braucht ein Zuhause“). Und Caritas-Vorstand Sandra Engelberg setzte sich vor der Waterbölles-Kamera für mehr sozialen Wohnungsbau ein, während der Remscheider Sozialdezernent Thomas Neuhaus von den Schülerinnen interviewt wurde.

Heute „Tag der Städtebauförderung“ & "MyViertel Fest"

„Alt-Remscheid, Stachelhausen und Honsberg neu erleben! Das geht am morgigen „Tag der Städtebauförderung“. Die Stadt Remscheid nimmt diesen Tag zum Anlass, um auf die Erfolge des Stadtumbaus hinzuweisen. Mehr als 20 Aktionen in der Innenstadt und in den Stadtteilen Stachelhausen und Honsberg sollen zeigen, wie vielfältig der Stadtumbau diese Gebiete verändert hat oder noch verändern wird. Interessierte sind dazu eingeladen, sich von 14 bis 19 Uhr vor und im Innenstadtbüro über die im nächsten Jahr geplante bauliche Umgestaltung von fünf Zugängen zur Innenstadt (Alleestraße) zu informieren: Scharffstraße, Fastenrathstraße, Wiedenhofstraße, Mandtstraße und Alte Bismarckstraße. Und gerne können sie dann neben Horst Kläuser auf dem Sofa Platz nehmen und ihre eigenen Ideen und Vorschläge nennen, festgehalten auf Video für eine spätere Dokumentation, die auch das beauftragte Planungsbüro zu sehen bekommen wird. Vielleicht fließt die eine oder andere Bürgeranregung ja in den Planungsprozess ein...

Kostenloser Shuttle-Bus Innenstadt – Honsberg
Friedrich-Ebert-Platz Bstg. D1 10:25 10:55 alle 15:25
Markt 10:26 10:56 30 Min. 15:26
Stachelhausen Bstg. D (Blumenstr.) 10:27 10:57 bis 15:27
Honsberger Str. 10:28 10:58   15:28
Parallelstr. 10:29 10:59   15:29
Lobachstr. 10:30 11:00   15:30
Thomasstr. 10:31 11:01   15:31
Honsberg Sportplatz 10:33 11:03   15:33
Kostenloser Shuttle-Bus Honsberg – Innenstadt
Honsberg Sportplatz 10:39 11:09 alle 15:39
Thomasstr. 10:39 11:09 30 Min. 15:39
Lobachstr. 10:40 11:10 bis 15:40
Parallelstr. 10:41 11:11   15:41
Honsberger Str. 10:43 11:13   15:43
Kremenholler Str. 10:44 11:14   15:44
Stachelhausen Bstg. A (Freiheitsstr.) 10:45 11:15   15:45
Papenberger Str. 10:46 11:16   15:46
Remscheid Hbf Bstg. A 10:49 11:19   15:49
Markt 10:50 11:20   15:50
Friedrich-Ebert-Platz Bstg. E 10:53 11:23   15:53

Der Aktionstag beginnt nicht am Markt, sondern bereits um 10 Uhr auf dem Honsberg mit kreativen (Mitmach-) Aktionen im Innenhof der Kraftstation, auf dem Richard-Heinrich-Platz, im Neuen Lindenhof und im Stadtteilpark an der Halskestraße. Schließlich bilden Stadtteile Stachelhausen und Honsberg seit 2007 einen Teil des Stadtumbaugebietes auf Grundlage eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Getreu dem Motto „Alt-Remscheid neu erleben“ verdeutlichen mehrere Projekte, was sich dort seitdem getan hat. Dazu gehört u. a. neben einer öffentlichen Grünfläche mit Bouleplatz, dem Richard-Heinrich-Platz. Auch die Neuanlage von drei Aussichtspunkten und der Ausbau von zwei Wegeverbindungen im Landschaftsraum rund um Honsberg.

Das lässt sich morgen näher kennenlernen. Ein Picknick am „Langen Tisch“ gefällig, wo man die mitgebrachten Speisen mit anderen teilen kann? Möglich zwischen 11 bis 15 Uhr im Stadtteilpark an der Halskestraße! Oder Lust auf eine Schnitzeljagd mit neun Stationen zwischen Innenstadt und Honsberg, auf der Fragen richtig beantwortet werden müssen, um vielleicht ein Gemälde, eine besondere Spirituose oder Kino-Karten zu gewinnen.

„Fühle, rieche, schmecke, höre, sehe, liebe, liebe das Viertel“ bewerben Gastwirte, Gewerbetreibende und Anwohner der Alten Bismarckstraße das „MyViertelFest“, das morgen von 14 bis 22 Uhr auf der Alten Bismarckstraße und im Umfeld der Stadtkirche „Livemusik, köstliche Speisen, kühle Getränke, Kinderspiele, geschichtliche Zeitreisen, Workshops und vieles mehr“ verspricht, kurz: einen schönen Rahmen zum Austausch und zur Inspiration für die Umgestaltung der Alten Bismarckstraße. Sie ist der steilste Zugang zur Innenstadt Remscheids. Und die Anrainer  möchten die Vielfalt der Straße mit Gastronomie und Geschäften, der aktiven Stadtkirchengemeinde, den breiten Angeboten der Diakonie Remscheid, des Seniorenbüros und des Kaufhaus Remscheids sowie privaten Aktionen neu in Szene setzen.

Das komplette Programm auf der nächsten Seite:

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CDU Lennep will Pläne für Knusthöhe erörtern

Mal sollte die Knusthöhe in Lennep Platz bieten für 193 Familien, mal war sie Teil des Regionalen Gewerbeflächenkonzepts im Regierungsbezirk Düsseldorf. Doch im  einen wie im anderen Fall ist das Neubaugebiet jahrelang über erste Planungen nicht hinausgekommen. Das will die Lenneper CDU offenbar nun ändern. In der Sitzung der Bezirksvertretung Lennep am Dienstag forderte Bezirksbürgermeister Markus Kötter die Verwaltung zu einem aktuellen Sachstandsbericht auf. Doch Jörg Schubert, Leiter des Fachdienstes Bauen, Vermessung, Kataster und Untere Denkmalbehörde, verwies auf das neue Kommunale Gewerbeflächenentwicklungskonzept, das Baudezernent Peter Heinze zunächst im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr generell erläutern wolle und dann erst – stadtteilbezogen – in den vier Bezirksvertretungen. Nur so viel: Es treffe zu, dass für die Knusthöhe noch kein Baurecht bestehe. Und es gebe auch noch keine Vorplanung für einen Bebauungsplan, so Schubert. Rolf Haumann (Grüne) wunderte das, schließlich sei das frühere Gelände der evangelischen Kirchengemeinde Lennep schon vor 34 Jahren, bei seinem Umzug nach Lennep, als neues Wohngebiet im Gespräch gewesen.

Gestern tagte der Entwicklungsausschuss und erörterte das neue Gewerbeflächenentwicklungskonzept der Stadt Remscheid.  Darin wird daran erinnert, dass der mehr als 20.000 Quadratmeter große Bereich Ringstr./Knusthöhe, vom Rat der Stadt im Juni 2012 als Gewerbegebiet vorgesehen, inzwischen wieder mit Wohnungen bebaut werden soll. Zitat: „Während eines Kommunalgespräches vor der Fortschreibung des Regionalplanes hat die Regionalplanungsbehörde am 7.11.2013 klargestellt, dass sie dort einen Allgemeinen Siedlungsbereich mit einem wohnbaulichen Schwerpunkt auszuweisen beabsichtigt. Als solcher ist die Fläche nun ausgewiesen.“ Das gilt übrigens auch für den Flächennutzungsplan der Stadt Remscheid.

„Eine wohnbauliche Entwicklung  (...) bietet hier – nahe der Altstadt Lennep, angrenzend an einen landschaftlichen Erholungsraum sowie in unmittelbarer Nähe zur Autobahn 1 – den Vorteil, dass ein neues Quartier auch als eine regionale Komplementierung verstanden werden kann. Es ist zwar eine stadträumliche Integration per se vorhanden, allerdings sind auch Pendlerbeziehungen gut möglich“, heißt es im Gewerbeflächenentwicklungskonzept weiter. Es bestehe die Chance, „hier nicht nur ein stadt- und dennoch landschaftsnahes attraktives Wohnquartier zu entwickeln, sondern auch, was für Remscheider Verhältnisse bislang eher untypisch ist, unter Einbezug der angrenzenden Wohnsiedlungen eine zusammenhängende Wohngegend ohne eingesiedelte prägende Gemengelagen.“

„Schützenfeld“ heißt das Plangebiet, das derzeit zum überwiegenden Teil landwirtschaftlich genutzt wird und etwa zur Hälfte bebaut werden soll. Es liegt nördlich der Lenneper Altstadt und wird im Norden von der Ringstraße (B 51) begrenzt, im Westen von der Heinrich-Hertz-Straße bzw. Platanenallee,  im Süden von der Albert-Schmidt-Allee und  im Osten von der Schwelmer Straße.

Tatsächlich hat es schon 2006 Vorplanungen gegeben für einen Bebauungsplan. Der trug (trägt?) die Nummer 475. Den wollte die Bauverwaltung damals gerne zur Grundlage ihrer weiteren Planungen machen: „Bei dieser Planung können 54 freistehende Einfamilienhäuser mit einer durchschnittlichen Grundstücksgröße von ca. 800 bis 1.000 Quadratmetern, 101 Doppelhäuser mit einer durchschnittlichen Grundstücksgröße von ca. 450 bis 500 Quadratmetern, 20 Reihenhäuser mit einer durchschnittlichen Grundstücksgröße von 300 bis 350 Quadratmetern und drei Mehrfamilienwohnhäuser mit ca. 18 Wohneinheiten realisiert werden. Zu jeder Wohneinheit gibt es einen Stellplatz und einen Garagenstellplatz.“ Für diese 193 Wohneinheiten wurde damals eine Gesamt-Wohnbaufläche von ca. 12,25 Hektar errechnet.

Planentwurf zur Knusthöhe.Zahlreiche Bürger fanden sich Ende 2006 auf Einladung der Stadt dreimal zusammen, um ihre Vorstellungen zur Entwicklung des Plangebietes einzubringen und mit anderen zu diskutieren. Was bei den „gelungenen Werkstattgesprächen“ heraus komme, werde die Bauverwaltung auf einer CD zusammenfassen, hatte Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein im Dezember 2006 angekündigt. Ursprünglich hatte es geheißen, auf dem „Schützenfeld“ werde nach dem Beispiel des alten Flugplatzes auf dem Hohenhagen gebaut. Als das Neubeugebiet „Knusthöhe“ in November 2006 ins Blickfeld der Öffentlichkeit geriet, konnte sich der Waterbölles die Bemerkung nicht verkneifen, dass die im einem Bebauungsplan festgelegten Baugrenzen, Freiflächen, Geschosszahl sich durchaus noch ändern können, wie das Beispiel Hohenhagen beweise. Merke: Auf der CD fand sich im Januar 2007 als ein Ergebnis der Bürgerbeteiligung der folgende Absatz: „Als negatives Beispiel wurde von vielen Anwesenden das Neubaugebiet Hohenhagen herausgehoben, das nicht als städtebauliches Vorbild für den zu beplanenden Bereich Ringstraße/Albert-Schmidt-Allee dienen sollte. (…) Die Festsetzungen im Bebauungsplan sollten hinsichtlich der Geschossigkeit und Gebäudehöhe präzise definiert werden und keine Spielräume nach oben eröffnen.“

Im Sommer 2008 sollte der Bebauungsplan beschlossene Sache sein. Am 20. Mai 2008 mahnte Sven Wolf (SPD) im Bauausschuss an, – der Ausschuss stimmte nach dem Beispiel der Bezirksvertretung Lennep der Planvariante 2 zu –, die im Bebauungsplan „Knusthöhe“ vorgesehene „aufgelockerte Bauweise“ unbedingt einzuhalten. Zugleich sollten Gestaltungskonzepte entwickelt, der Lärmschutz beachtet und Ausgleichsflächen für abgeholzte Bäume in voller Höhe geschaffen werden. Und Wolf warnte: „In anderen Baugebieten wurde von den Ursprungsplänen teilweise erheblich abgewichen!“

„Der Hohenhagen war vor 15 Jahren das letzte große Wohngebiet. Letztlich hat man dort die Erfahrung machen können, dass nicht etwa Hunderte von Familien nach Remscheid ziehen, sondern dass Familien innerhalb Remscheids umziehen. Mit dem Effekt, dass wir jetzt viel Geld für den Stadtumbau West ausgeben, da der Honsberg entvölkert ist. Bei der Bebauung der Knusthöhe stellt sich folglich nicht die Frage, wie viele Wuppertaler, Radevormwalder oder Wermelskirchener Familien nach Remscheid ziehen, sondern welcher Remscheider Stadtteil als nächstes entvölkert wird“ sagte am 19. Juni 2008 Beatrice Schlieper, die Fraktionssprecherin von B90/Die Grünen, in ihrer Rede  zum Haushalt 2008.

In der Folgezeit blieben die ehrgeizigen Pläne von Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein in der Schublade. „Die Planungen an der Knusthöhe werden zurückgestellt“, berichtet der Waterbölles schließlich  im Oktober 2009. Er bezog sich dabei auf das Kapitel Wohnen“ im Koalitionspapier der „Gestaltungsmehrheit für Remscheid“ von SPD, FDP und Grünen. Angekündigt wurde darin ein „Wohnungsmarktpolitische Handlungskonzept“. Zitat: „Auf die Ergebnisse wird bedarfsgerecht zu reagieren sein. Die Planungen an der Knusthöhe sollen zurückgestellt werden. Wir werden darauf hinarbeiten, aufgelockerte Wohnbebauung zu fördern und im Sinne eines Freiraumkonzeptes Flächen zu entsiegeln.“ Schon in der Bauausschu8sssitzung von Mai 2008hatte Günter Bender im Namen der Grünen das Neubauprojekt insgesamt abgelehnt. Der Bedarf an gehobener Wohnbebauung sei in Remscheid bereits durch andere Projekte (Sonnenhof, Düppelstraße, Bergstraße) gedeckt. Und nun ein Neuanfang??