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Revitalisierung (2): Typische Gemengelage

Jahr

Ereignis

12. Jhd.

Erwähnung eines Hofes (RS-Rath) bei Haddenbach in Besitz des  Stiftes Essen

1363

Remscheid und Lüttringhausen erscheinen als Kirchspiele im Amt Bornefeld, Lennep als eine der Fünf Städte des Landes Berg

um 1400

Beginn der Nutzung der Wasserkraft zum Betrieb von Eisenhütten, Hammerwerken, Schleifkotten und Walkmühlen in Remscheid, Lüttringhausen und Lennep

1723

Das obere Dorf Remscheid mit Kirche und Schule wird durch einen Brand zerstört

1805

Wirtschaftlicher Tiefstand. Übergang des Landes Berg an Napoleon und Errichtung des Großherzogtums Berg

1813/15

das Großherzogtum Berg fällt dann an das Land Preußen und wird Bestandteil der preußischen Rheinprovinz

1848

Inbetriebnahme der ersten Remscheider Dampfmaschine in einem Hammerwerk

1868

Eröffnung der Eisenbahnlinie Rittershausen Oberbarmen-Ronsdorf-Lüttringhausen-Lennep-Remscheid

1888

Remscheid scheidet aus dem Landkreis Lennep aus und wird selbständiger Stadtkreis

1919

Eröffnung eines städtischen Schauspielhauses in Remscheid

1929

Eingemeindung Lenneps und Teile von Lüttringhausen nach Remscheid

1943

Zerstörung des Stadtkegels durch Luftangriff

1975

Eröffnung der Alleestraße als Fußgängerzone

1986

Eröffnung des Allee-Centers

1996

Eröffnung der "Allee-Center"-Erweiterung

1990/95

Umgestaltung der Alleestraße als Allee, Fußläufigkeit des Marktes, Errichtung der „Stadthof“-Bebauung

2008

Erneute Erweiterung des Alleecenters

2009

Fertigstellung des neue Hauptbahnhof und des Brückencenters

2012

Der Verein ISG Allestraße e.V. gründet sich mit dem Ziel der Bildung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft zur Aufwertung der Alleestraße

Die Remscheider Innenstadt entstand durch Erweiterung des Siedlungskerns Alt-Remscheid östlich des jetzigen Marktes auf dem Osthang einer  Geländekuppe im Wesentlichen beginnend im 19. Jahrhundert. Die Entwicklung der funktionalen Bedeutung der Innenstadt korrespondierte mit dem Stadtwachstum Remscheids bis in die 1970er Jahre. In Folge des wirtschaftlichen Strukturwandels und durch den ausgeprägten demographischen Übergang in der Stadt Remscheid haben sich die Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung der Innenstadt deutlich verschlechtert.

Die historische Entwicklung des Siedlungsraumes Remscheid lässt sich im Wesentlichen wie folgt charakterisieren: Remscheid wird 1173 und 1189 erstmalig in Urkunden als Kirchort erwähnt. Die spätere Stadt erwuchs aus vielen einzelnen, im weiten Abstand zum Kirchhof gelegenen Höfen. In den Tälern siedelten sich seit dem 15. Jahrhundert Wasserhämmer und Schleifkotten an. 200 Jahre später bestand dort schon eine dichte Folge von Wasserkraftanlagen zur Bearbeitung von Werkzeugprodukten. Die starke industrielle Entwicklung ging bereits in dieser Zeit einher mit erfolgreichen Handelsbeziehungen der Remscheider Wirtschaft mit Übersee. Den Mittelpunkt der Höfe bildeten im 18. Jahrhundert prächtige bergische Bürgerhäuser der ansässigen Kaufleute. Erst 1808 wurde das Kirchspiel unter französischer Verwaltung zur „Munizipalität“, zur Stadt erhoben. Im 19. Jahrhundert wuchsen dann im Zuge der sich verdichtenden Besiedlung des Raumes die Einzelhöfe mit dem Kirchort zu bandartig bebauten Straßenzügen zusammen.

Seit 1850 verlagerten sich die Standorte der Industrie wegen ihres Flächenbedarfes aus den engen Tälern auf die Hochebene. Der Remscheider Kegel, der Holscheidsberg wurde erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besiedelt. In dieser Zeit setzte im Gebiet der heutigen Stadt Remscheid ein einschneidender Strukturwandel ein, der von einer Bevölkerungszuwanderung zu den neuen gewerblichen Standorten sowie dem Ausbau des Verkehrsnetzes begleitet war. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die Siedlungsflächen der alten Ortskerne im Wesentlichen durch bandartige Strukturen, in Alt-Remscheid durch Straßenrandbebauung auf den Höhenrücken zwischen dem ehemaligen Kirchhof und den näher gelegenen Höfen.

Die weitere Auffüllung und Ergänzung der vorhandenen bandartigen Strukturen und Arrondierung von Flächen auf den Höhenrücken kennzeichnet die Siedlungsentwicklung in Alt-Remscheid bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Standorte der gewerblichen Betriebe blieben in dieser Zeit stadtnah, die typische Gemengelagensituation in der Stadt verfestigte sich. (Flächennutzungsplan der Stadt Remscheid, Begründung)

(Aus der Beschlussvorlage 15/1294 („Entwicklungskonzept zur Revitalisierung der Innenstadt Remscheid“) vom 21.5.2015, beschlossen vom Rat am 18. Juni 2015.)

 

Entwürfe zur Neugestaltung der Innenstadt

Auf der Tagesordnung der Ratssitzung am 27. September steht auch der Gestaltungsleitfaden Innenstadt. Dass er beschlossene Sache ist, ist so gut wie sicher. Denn für die Umsetzung des Konzepts zur Revitalisierung der Innenstadt ist die Vorgabe von Gestaltungsregeln für den öffentlichen Raum ein zentraler Baustein. „Die Stadt Remscheid und die städtischen Töchter sind in diesem Zusammenhang in mehrfacher Hinsicht gefordert“, heißt es im Beschlussentwurf der Verwaltung. „Sie die Aufgabe,  die innerstädtischen Straßen, Wege und Plätze unter Berücksichtigung ihrer besonderen Funktionen so zu gestalten, dass sie einerseits ihre rahmensetzende Funktion als Gestaltungselement gerecht werden und sich andererseits in das äußere Erscheinungsbild der Innenstadt einfügen.“ Der Gestaltungsleitfaden (Konzeption, Gestaltung, Bearbeitung: stadtraum Architektengruppe, Bernd Strey, Sylvia Winkel, Christopher Dierkes, Jens Hoppstädter) soll mit einer umfassenden Bestandsaufnahme des öffentlichen Raums dabei helfen, die Gestaltqualitäten der Innenstadt zu erhalten bzw. weiterzuentwickeln. Dabei gehen die Autoren auch auf Bodenbeläge, Stadtmöbelsystem (Bänke, Abfalleimer, Fahrradbügel und Poller) und Straßenbeleuchtung ein und präsentieren beispielhafte Entwürfe die Gestaltung des öffentlichen Raums – als Vorentwürfe für die einzelnen Planungen.

Die Verwaltung: „Der Gestaltungsleitfaden wird in Zukunft einen Standard für die Gestaltung der Innenstadt festlegen. Die Verwaltung beabsichtigt, die Maßnahmen aus dem Konzept und den Masterplan vorbehaltlich der entsprechenden Beschlüsse der Ratsgremien schrittweise umzusetzen. Hierbei sollen die interessierte Öffentlichkeit und die Politik über den Fortschritt der Planungen informiert werden und die Gelegenheit erhalten, Anregungen und Hinweise zu geben.“ Noch in diesem Jahr sollen – entsprechend dem Konzept zur Revitalisierung der Innenstadt – der Entwurf und die bauliche Umgestaltung von fünf Umgebungsstraßen (Zugänge) zur Innenstadt (Alleestraße) und eine Straße im südlichen Programmgebiet vergeben werden. Dabei handelt es sich um die

  • Scharffstraße,
  • Fastenrathstraße,
  • Wiedenhofstraße,
  • Mandtstraße,
  • Erholungstraße,
  • Fußwegeachse Alte Bismarckstraße und
  • Alte Bismarckstraße.

Der Gestaltungsleiutfaden finden sich im Ratsonformationssystem der Stadt Remscheid unter http://ratsinfo.remscheid.de/sessionnet/bi/getfile.php?id=146219&type=do&

 

Revitalisierung (1): Stadt im Schrumpfungsprozess

Wie in anderen Städten ist auch in Remscheid die Innenstadt der Identifikationsort für die Gesamtstadt. Erster und wichtigster Schwerpunkt  einer auf die Zukunft gerichteten Stadtentwicklungsstrategie ist daher zwingend die Stärkung und Weiterentwicklung der Innenstadt. Aufgrund ihrer Bedeutung als Lebensort und Imageträger steht und fällt mit ihr die gesamte Stadtentwicklung in Remscheid. An keinem anderen Ort innerhalb eines Stadtgebiets konzentrieren sich so viele verschiedene Nutzungen wie in dessen Zentrum. Die Innenstadt ist zugleich ein Ort des Handels, Wohn- und Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum, Verwaltungssitz, Ort der Kultur, der besonderen Architektur und des Stadtlebens.

Das Verbraucherverhalten, die Veränderung der Angebotsformen und Investorenwünsche sind jedoch Auslöser eines fortdauernden Strukturwandels im Einzelhandel und damit der Innenstädte. Aktuell wirft vor allem der demographisch bedingte Schrumpfungsprozess in der Stadt Remscheid einen Schatten auf die Entwicklung des Einzelhandelsstandortes Innenstadt. So führten die durch den Bevölkerungsrückgang ausgelösten Schrumpfungsprozesse mittelbar zu Qualitätsverlusten in der Innenstadt. Insbesondere in der unteren Alleestraße gaben in den letzten beiden Jahrzehnten inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte und Fachgeschäfte auf. Das Nachrücken von Filialbetrieben und einigen Billiganbietern sowie wiederkehrende Leerstände sind Ausdruck anhaltender Trading-Down-Prozesse, die durch die Schließung von Magnetbetrieben in den letzten Jahren beschleunigt wurden. Neben den genannten Rahmenbedingungen haben Konzernentscheidungen in den letzten Jahren zu einer augenfälligen Fluktuation und zu Einzelhandelsleerständen beigetragen.

Im Jahr 2011 leiteten verschiedene Eigentümer von Grundstücken der unteren Alleestraße die Gründung eines „Vereins der Immobilien- und Standortgemeinschaft Alleestraße“ ein. Auf der Grundlage gemeinsamer Ziele will der Verein private Maßnahmen und Aktionen zur Steigerung der Attraktivität der Alleestraße aufeinander abstimmen.

In seiner Sitzung am 29.03.2012 beauftragte der Haupt- und Finanzausschuss die Aufstellung einer Konzeption, die folgenden Ziele berücksichtigen soll:

  1. Entwicklung / Art der Nutzung der Alleestraße in den nächsten Jahren bis 2020, vorrangig im unteren Bereich bis einschl. Markt; Verteilung von Einkaufen (aufgegebene Geschäftsflächen) und Wohnen; Optimierung der Qualität öffentlicher Aufenthaltsräume;
  2. Optimierung der Verkehrsanbindung und die Organisation / Angebote für den ruhenden Verkehr;
  3. Angebot und Entwicklung von Grünflächen, Chancen für Aufenthalt und Freizeitnutzung verbessern, Ausblicke - Fernsicht verbessern;
  4. Wohnen in der Innenstadt / Qualitätsverbesserung Gestaltung / Ruhezonen / Möglichkeiten der Entwicklung von stadträumlichen Plätzen;
  5. Möglichkeiten für das Flächenmanagement für den Einzelhandel aufzeigen.

Die direkte Umgebung der Alleestraße mit Rathaus, Konrad-Adenauer-Straße, Friedrich-Ebert-Platz, Markt mit Anbindung zum Bahnhof / Südstadt und Daniel-Schürmann-Straße sollten in die Konzeption einbezogen werden.

Im Sinne der Ziele des Auftrages, die insgesamt darauf abzielen, die wahrgenommene Abwärtsspirale der Innenstadtentwicklung zu durchbrechen, lässt sich die Aufgabenstellung des Planverfahrens, das von zwei Werkstattgesprächen begleitet wurde, wie folgt beschreiben:

Aus der Sicht der Beteiligten sollen die Stärken, Schwächen und Chancen und Risiken der Entwicklung des Einzelhandels- / Versorgungsstandortes Innenstadt Remscheid herausgearbeitet werden. Dabei soll die Ermittlung der gegenwärtigen Funktion der Innenstadt bzw. der Alleestraße und einzelner Abschnitte und künftiger Entwicklungspotenziale im Vordergrund stehen. Es sollen auf der Grundlage dieser Analyse inhaltliche und räumliche Handlungsschwerpunkte definiert werden. Diesen zugeordnete Einzelmaßnahmen sollten vorrangig die funktionale und gestalterische Qualität des Gebäudebestandes, den Zustand der Öffentlichen Räume, die verkehrliche Anbindung und interne Wegebeziehungen, das kulturelle Angebot, die Eignung als Wohnstandort und die soziale Lage der Bewohner zum Gegenstand haben.

Die Mitwirkung und Teilhabe der Immobilieneigentümer, der Einzelhändler und sonstigen Gewerbetreibenden und der Bewohner soll dazu beitragen, dass die vorgeschlagenen Einzelprojekte und Maßnahmen künftig als gemeinsame Strategie angesehen werden und zur Umsetzung gelangen können. Da die Stadt Remscheid aufgrund der derzeitigen Haushaltssituation nicht in der Lage ist, die innerhalb des Konzeptes zur Revitalisierung der Innenstadt herausgearbeiteten Maßnahmen zur Behebung der analysierten Defizite und zu einer Attraktivitätssteigerung finanziell allein zu bewältigen, sollen zur Umsetzung Städtebauförderungsmittel beantragt werden. (Aus der Beschlussvorlage 15/1294 („Entwicklungskonzept zur Revitalisierung der Innenstadt Remscheid“) vom 21.5.2015, beschlossen vom Rat am 18. Juni 2015.)

Neue P&R-Plätze in Lennep frühestens in zwei Jahren

Mehr P&R-Parkplätze in Lennep statt Gewerbeflächen?“, fragte der Waterbölles am, 27. Juni. Zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr am 28. Juni und der Sitzung der Bezirksvertretung Lennep nach den Sommerferien hatte die CDU-Fraktion den Antrag gestellt, die Verwaltung möge die Vermarktung der Gewerbeflächen (Grundstück 9 und 10) im Gewerbegebiet am Lenneper Bahnhof stoppen und die Einrichtung von P&R-Parkplätzen prüfen einschließlich der Frage nach Fördermitteln. Nach längerer Diskussion beschloss die BV Lennep am 5. September, die Verwaltung möge „neue P&R-Parkplätzen im Umfeld des Bahnhofs Lennep prüfen“.

Mit diesem Beschluss befasste sich am Donnerstag noch einmal der Entwicklungsausschuss am Donnerstag dahingehend, dass die Vermarktung der beiden noch freien Gewerbegrundstücke gestoppt und der für die nächste Bauausschusssitzung am 18. September geplante Verkauf eines Grundstücks zurückgestellt werden solle (Ursprungsantrag). Der Technische Beigeordnete sagte das in der Sitzung nicht zu, sondern verwies auf das Recht des Bauausschusses, die Beschlüsse von BV Lennep und Entwicklungsausschuss zu bewerten, also auch am Verkauf eines Grundstücks festzuhalten. Allerdings kündigte er auch eine erklärende Vorlage an zu einem Grundstück westlich der Bahngleise Richtung Lüttringhausen, das von der Schlachthofstraße hinter der Unterführung nach rechts über eine Privatstraße zu erreichen sei und der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft der Bahn AG gehöre. Dazu müsse allerdings eine Privatstraße öffentlich gewidmet werden.

Ob die Stadt denn mit dem Eigentümer dieser Straße inzwischen gesprochen habe, wollte der CDU-Fraktionsvorsitzender Jens Peter Nettekoven wissen. Immerhin liege der Antrag der CDU-Fraktion ja schon seit Juni vor. Das sei bisher nicht geschehen, räumte Peter Heinze ein. Die CDU bestand daraufhin auf einer Abstimmung über ihren Antrag und setzte sich bei der Zurückstellung des Grundstücksverkaufs mit sieben zu fünf Stimmen bei drei Enthaltungen durch. Der Beschluss über die „Prüfung des Umfelds“ zwecks neuer P&R-Parkplätze fiel danach einstimmig aus. Auf dem anvisierten Bahngelände könnten ca. 80 P&R-Plätze entstehen, beim Bau einer Parkpalette noch mehr. Vorausgesetzt, die Verhandlungen mit dem Straßenbesitzer verliefen erfolgreich. Danach wäre dann ein Bebauungsplan aufzustellen. Laufzeit bis zur Rechtskraft: ca. zwei Jahre.

B-Plan sollte an fünf Quadratmetern nicht scheitern

Vielleicht hat sich die SPD-Fraktion an das Sprichwort erinnert „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbar nicht gefällt“. Mit der Tatsache, dass gegenwärtig ein einzelner Grundstücksbesitzer den blockiert, will sie sich jedenfalls nicht abfinden und hat zur Sitzung des Ausschusses für Bauen, Gebäudemanagement, Liegenschaften und Denkmalpflege am 18. September zum Bebauungsplan 641 / Adam-Stegerwald-Straße  den Antrag gestellt, die Verwaltung möge prüfen, ob die im Besitz der Stadt befindliche Fläche, die bebaut werden soll, nicht auch über eine andere als die bisher vorgesehene Zuwegung erreicht werden könne, konkret: über ein angrenzendes Grundstück . Denn dann könnten auch die übrigen Bauherren ihre Pläne umsetzen. Begründung: „Seit Jahren werden mit Privateigentümern Gespräche geführt, um die im BP 641 vorhandenen Grundstücke zu bebauen. Der größte Teil der Eigentümer ist hierzu bereit, jedoch verhindert ein Einzelner die ungehinderte Zuwegung der dieser Grundstücke.“ Es handele sich hierbei um fünf Quadratmeter, die der Besitzer nicht zur Verfügung stellen wolle.

Was wird gewünscht und was davon ist finanzierbar?

Förderantrag muss Ende November fertig sein“, titelte der Waterbölles am 23. August. Der gilt dem neuen Quartiersplatz an der Honsberger Straße. Er soll unterhalb des Jugendzentrums „Kraftstation“ entstehen. Mit dem Abriss der ehemaligen städtischen Zulassungsstelle wurde inzwischen begonnen. Und auch die frühere Trafostation der Stadtwerke wird dem neuen Treffpunkt für Jung und Alt aus den Stadtteilen Honsberg und Stachelhausen noch weichen. Ein „begrünter Platz mit Erholungs- und Aufenthaltsqualität“ soll es werden, so die Stadtverwaltung und die Planer vom Fachbüro „Stadtkinder“ aus Dortmund.

Aber wir genau soll er aussehen? Was wird gewünscht und was davon ist finanzierbar? Das waren die Fragen, mit denen sich in der ersten „Planungswerkstatt“ in der Kraftstation am 5.September Vertreter von Trägern und Institutionen sowie „Stadtteilakteure/“ beschäftigten. Und zur zweiten konnten der Technische Beigeordnete Peter Heinze und Andreas Huth (Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft und Liegenschaften) gestern etwa 15 Anwohner begrüßen, zumeist Frauen. Sie nahmen den Nachmittag über im Wechsel an vier Arbeitsgruppen teil. Da wurde lebhaft diskutiert und farbige Karten für die Stellwände (Flipsharts) ausgefüllt – und abschließend mit Punkten bewertet. Ein Verfahren, das auch angewendet werden soll, wenn am 12. September Kinder- und Jugendliche nach ihren Vorschlägen zum neuen Quartiersplatz befragt werden.

Einige Anregungen werden sich dann sicherlich wiederholen: Fahrradständer, Wasserpumpe zum Spielen, Matsch-Spielplatz und Kiosk vielleicht. Den Erwachsenen fielen darüber hinaus gestern auch Windschutz, Bäume (Schatten), Sonnenwiese, Tische, Bänke, Veranstaltungsfläche, Garten der Sinne; Open Air Kino, Mülltonnen, getrennte Hundewiese, Urban Gardening, kontrollierter Grillplatz, Platzpaten, Sommerfeste und Kleinkunst und vieles mehr ein (Siehe das untere Fotos von den Flipsharts). Vor allem aber sollte der neue Platz naturnah, gemütlich, einsehbar, sicher, barrierefrei, attraktiv und hochwertig sein.
Sobald die Entwurfsplanung der Planergemeinschaft ARGE B.A.S Kopperschmidt + Moczala GmbH vorliegt, soll sie der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Gut besucht: Der gestrige "Tag der Vereine" auf der Alleestraße. Foto: Lothar Kaiser

Am Bahnhofsvorplatz tut sich einiges

Im neuen Filmpalast am Hauptbahnhof („Cinestar") brummt es. Dafür sorgen die Mitarbeiter mehrerer Firmen, die sich um den Innenausbau und die Dämmung der Betonfassade kümmern. Die Zeit drängt, denn im Dezember soll das Multiplex-Kino mit seinen zwei größeren und vier kleineren Sälen mit insgesamt 1.300 Sitzplätzen eingeweiht werden. Davon ist Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz überzeugt und hat darauf um einen Kasten Bier gewettet.

Dass der Nordsteg, der vom Bahnhofsvorplatz zur oberen Bismarckstraße führt, seit September 2016 Else-Treichel-Steg heißt, ist dort seit kurzem auch mit einem Straßenschild dokumentiert. Dafür bedankte sich gestern Bezirksbürgermeister Otto Mähler bei den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) herzlich. Bereits am 29. Mai 2012 hatte die BV beschlossen, den Nordsteg am Willy-Brandt-Platz/Hauptbahnhof nach Else Treichel zu benennen, um an ihr Lebenswerk zu erinnern.  Else Treichel (geboren am 29. Juni 1912, verstorben am 31. Juli 1987)  entstammte einer Remscheider Arbeiterfamilie. Ihre Tochter Doris Elke wurde 1944 im Alter von acht Jahren Opfer eines Bombenangriffes. Die Umstände dieses schmerzhaften Verlustes bewogen sie nach Ende des Krieges, sich politisch zu engagieren, um daran mitzuwirken, dass sich eine rechte Diktatur nicht wiederholt. Ihr Engagement galt dem Wiederaufbau demokratischer Strukturen in ihrer Heimatstadt. Else Treichel gehörte 1945 zu den Gründungsmitgliedern der SPD in Remscheid. Dem Rat der Stadt Remscheid gehörte sie vom November 1952 bis zum Januar 1973 an. Als erste Frau wurde sie 1969 zur Vorsitzenden einer Ratsfraktion gewählt, nachdem sie bereits 1955 Mitglied des Fraktionsvorstandes der SPD geworden war. Schwer erkrankt, schied sie  1973 aus dem Rat der Stadt aus.

Dem neuen, zwölf Millionen Euro teuren Kino muss die Stadt bis Jahresende den heruntergekommenen Fußgängertunnel zwischen Rathausvorplatz und Bushaltestelle „Willy-Brandt-Platz“ erst noch anpassen. Den Tunnel "schmücken" zurzeit noch hässliche Graffiti. Sie sollen durch andere, künstlerische ersetzt werden. Den Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid wird die Verwaltung dazu am 11. September im Rathaus in öffentlicher Sitzung ab 17 Uhr Entwürfe von zwei Remscheider Graffiti-Künstlern vorstellen zur Auswahl vorstellen.. Von Marko Leckzut stammen historische Motive aus dem 19.Jahrhundert, kombiniert mit einem modernen Hintergrund, von "Unikat" (Rene Schneider) Motive aus der Kinowelt (u.a. mit Marilyn Monroe).

Drei Gewerbegebiete erfordern 30 Millionen Euro

Auf rund 30 Millionen Euro schätzt die Stadt Remscheid die Investitionskosten für die drei Gewerbegebiete, die derzeit in der Planung sind. Die kurz- und langfristigen Erlöse sowie mögliche Förderungen sind in der Kalkulation bis dato nicht berücksichtigt Das geht aus einer Mitteilungsvorlage zur Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschusses am 6. September hervor. Gemäß der aktuellen Kostenschätzung entfallen folgende auf die konkreten Projekte:

  • Borner Straße (Erdbeerfelder), Gesamtsumme ca. 15 Millionen  €
  • Gleisdreieck, Gesamtsumme ca. 14.2 Millionen €
  • Lenneper Straße, Gesamtsumme ca. 800.000 €.

„Die Kostenschätzung basiert auf einem „worst-case“ Szenario und ist in diesem frühen Planungsstadium in keinem Fall belastbar. In dem „worst-case“ Szenario wird für die Gewerbegebiete Gleisdreieck und Erdbeerfelder mit der maximal möglichen Fläche kalkuliert, und es wird davon ausgegangen, dass das Gelände im ungünstigsten Fall jeweils bis auf das Straßenniveau angehoben wird“, heißt es in der Vorlage. Eine interne Berechnung habe ergeben, dass im Bereich Erdbeerfelder in diesem Fall mehr als ca. 300.000 m³ Bodenmaterial eingekauft und eingebaut werden müssten. Wenn jedoch dieser Boden nicht gekauft, sondern als überschüssige Erde von anderen Baustellen käme, könnten die Kosten erheblich sinken, „Ob das entsprechende Bodenmaterial zu dem Zeitpunkt, wenn die Geländemodellierung durchgeführt werden soll, frei auf dem Markt zur Verfügung steht kann heute nicht abgeschätzt werden.“ 

Auf die Geländemodellierung entfällt ca. die Hälfte aller Kosten. „Sollte man sich im Planungsprozess für eine terrassenförmige Geländemodellierung entscheiden, sinkt der Bedarf an Bodenmaterial erheblich. Entsprechend sinken die Kosten“, so die Verwaltung.

846.000 Euro extra für funktionsfähige Gebäude

Zur Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschuss am 6. September hat die Verwaltung die überplanmäßige Bereitstellung von 846.000 Euro beantragt Begründung: „Die Verwaltung ist ambitioniert alle städtischen Gebäude zu unterhalten und ihre Funktionsfähigkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Eine ordnungsgemäße und kontinuierliche Bauunterhaltung ist für den Werterhalt eines jeden Gebäudes unerlässlich. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass sich progressiv ein Instandhaltungsstau aufbaut, dessen Abbau unverhältnismäßig hohe Investitionen auslöst. Die Unterhaltung der Grundstücke und baulichen Anlagen ist eine der wesentlichen Aufgaben der staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung. Oberstes Ziel muss sein, bei der Erhaltung und Pflege der uns anvertrauten Gebäude mit wirtschaftlichem und sparsamem Mitteleinsatz den besten Nutzen zu erzielen und die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Dies ist mit dem äußerst knapp bemessenen Ansatz in diesem Jahr nicht mehr möglich. Um die bauliche und technische Unterhaltung einschl. der Wartung und Prüfung sicherzustellen und Gebäudeschließungen zu vermeiden, werden  zusätzliche Mittel in Höhe von 434.000 Euro benötigt.“

Hinzu kommen zwei Einzelmaßnahmen, die „keinen Aufschub mehr dulden“, wie die Verwaltung betont. Am Verwaltungsgebäude Martin-Luther-Straße 28 ist das Flach-, Kegel- und Walmdach mit ca. 476 qm Fläche sanierungsbedürftig, da dort Regenwasser eindringt und sich im Dachgeschoss und 2. Obergeschoss an Wänden und Decken schon Schimmel gebildet hat. In der Sporthalle Hackenberg muss die gesetzlich vorgeschriebene Trinkwasserhygiene sichergestellt werden. Dort waren bei den regelmäßig durchzuführenden Trinkwasseruntersuchungen in letzter Zeit in unregelmäßigen Abständen und in unterschiedlichen Teilbereichen Kontaminationen mit Legionellen festgestellt worden. Die Verwaltung: „Hier besteht akuter Handlungsbedarf dahingehend, das komplette Trinkwassernetz auszutauschen und gemäß den aktuellen technischen Regeln neu aufzubauen. Die Sanierung erfolgt aus zeitlichen Gründen schrittweise. Als erster Abschnitt werden die Umkleide- und Duschbereiche der Halle 4 saniert. Im Einzelnen sind folgende baulichen und technischen Arbeiten erforderlich:

  • Demontage der Beleuchtung
  • Rückbau der schadstoffbelasteten Deckenpaneele (künstliche Mineralfasern im Dämmmaterial)
  • Schließen von Wanddurchdringungen in notwendigen Fluren.
  • Rückbau der alten Trinkwasserinstallation
  • Demontage vorhandener Sanitäranlagen.
  • Neuinstallation Elektroleitungen.
  • Neuinstallation Wasserleitungen.
  • Montage von Vorwandinstallationen
  • · Wand Fliesenbelag erneuern
  • Montage einer neuen Abhangdecke

Für diese Arbeiten wurde ein Kostenrahmen von 155.000 Euro ermittelt. Die Kosten für die Sanierung der Dusch- und Umkleidebereiche der Halle 1 bis 3 werden zurzeit noch ermittelt. Die Trinkwasserhygieneanforderungen werden in der Übergangszeit bis zur endgültigen Sanierung der Trinkwasseranlage durch sogenannte endständige Filter auf allen Duschen sichergestellt. Dabei handelt es sich um eine wirksame Maßnahme, die jedoch nur zur Überbrückung einer zeitnah anstehenden Sanierung zum Einsatz kommen darf.

Mehrkosten von 150.000 Euro ergeben sich des Weiteren bei den Hausmeister- und Sicherheitsdiensten. Im Bereich des Schulhausmeisterpersonals seien aktuell noch drei Stellen unbesetzt, so dass externe Unternehmen beauftragt werden mussten, zusätzlich auch mit Krankheitsvertretungen. Die drei freien Stellen sollen bis zu den Herbstferien wiederbesetzt werden. Die extern vergebenen Sicherheitsleistungen betreffen nicht nur das Ämterhaus, sondern – im Hinblick auf das neue Kino am Bahnhof – auch das Parkhaus an der Presover Straße.

Meinung zum Friedrich-Ebert-Platz ist gefragt

„Hat Herr Nettekoven die letzten Monate verpennt?“, fragte am 4. August Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) im Video-Interview des Waterbölles. Mit diesen Worten lehnte der Mähler energisch den Vorschlag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Peter Nettekoven ab, nach Architektenwettbewerb und Planungsauftrag an den Preisträger noch einmal über eine teilweise Bebauung des Friedrich-Ebert-Platzes nachzudenken. Merke. Den Beschlüsse im Rat der Stadt zu den Umbauplänen hatte die CDU bislang zugestimmt.

Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend. Für den Herbst ist eine Bürgeranhörung vorgesehen. Und um die Meinung der Bürger zu erfahren, hat die SPD einen Fragebogen entworfen. Der lag am vergangenen Samstag vor dem Ämterhaus aus. Aber bei gerade mal zwei Bürgern und eine Bürgerin am Info-Stand liegt ein „repräsentatives Umfrageergebnis“ noch in weiter Ferne.

Deshalb möchte der Waterbölles heute behilflich sein. Er hat den Fragebogen eingescannt und veröffentlich ihn nebenstehend mit der Bitte an alle Bürger/innen, die an Remscheider Kommunalpolitik im Allgemeinen und der Alleestraße und dem Friedrich-Ebert-Platz im Besonderen interessiert sind, in auszudrucken, auszufüllen und der Remscheider SPD zwecks parteiinterner Meinungsbildung zukommen zu lassen. Aber bitte nicht anonym,!!
Die Adresse der SPD Remscheid: Elberfelder Str. 39, 42853 Remscheid. Der Waterbölles hofft auf eine rege Beteiligung.