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Bus per App und ein Pendelbus Bahnhof – Rathaus?

In einigen deutschen Städten und Regionen kommen so genannte „On-Demand-Busverkehre“ (z. B. Duisburg und Krefeld) zum Einsatz. Fahrgäste können über eine Smartphone-App einen Kleinbus bestellen, der sie und weitere Fahrgäste zum gewünschten Zielort bringt. So kann man in Krefeld per App ein E-Fahrzeug rufen und bezahlt anschließend mit Kreditkarte. In Duisburg wird ein Kleinbus auf Abruf eingesetzt und ist eine Alternative zu den Linienbussen, die gerade in den Abendstunden oder auf bestimmten Routen nur spärlich besetzt sind.

In Remscheid gibt es seit 2004 das vom Land NRW geförderte Bürgerbusprojekt. Die Stadtwerke Remscheid hatten zuvor in einigen Randbezirken den Linienbusverkehr wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt. Ziel des Bürgerbus-Vereins ist es, gerade älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowie unmotorisierten Menschen in den abgelegenen Außenbereichen die Möglichkeit zu eröffnen, mobiler zu werden. Auch in Wermelskirchen besteht ein Bürgerbusverein, der im öffentlichen Personennahverkehr eine feststehende Linie von der Innenstadt in einzelne Hofschaften betreibt.

„Eine zusätzliche Alternative zu den Bürgerbussen wäre der ‚Bus auf Bestellung, meint nun die Remscheider SPD. Denn: „Große Busse können Wohngebiete nicht bis in die letzte Straße erschließen. Gelenkbusse sind häufig fast leer, da die letzten Haltestellen – gemessen an den über 100 Plätzen im Bus – nur geringe Nachfrage haben.“ Daher würde ein Konzept, die Wohngebiete durch Kleinbusse zu erschließen, die ganz einfach per App gerufen werden, eine mögliche Alternative sein: „Sie kommen zum passenden Zeitpunkt zur nächsten Straßenecke. Die Kleinbusse fahren so, dass möglichst viele Fahrtwünsche gebündelt werden. Innerhalb des Stadtteils – oder vielleicht auch bis in den Nachbar-Stadtteil – und somit direkt zum Ziel. Bei der Diskussion über ein mögliches Konzept „Bus auf Bestellung“ sollte in Remscheid aber auch ein barrierefreies Angebot über eine telefonische Hotline bedacht werden, denn häufig haben ältere Nutzerinnen und Nutzer kein Smartphone oder kämen mit der Bedienung der App nicht zurecht.

Für die Sitzungen des Entwicklungs- und des Hauptausschusses hat die SPD die Verwaltung um Antwort auf folgende Fragen gebeten:

  • Wie bewertet die Verwaltung das Thema Bus auf Bestellung via Smartphone-App?
  • Welche Fördermittel des Landes werden Kommunen für die Umsetzung dieses Projekts durch das Land bereitgestellt und wie sind die Förderbedingungen?
  • Gibt es bereits erste Gespräche und Planungen mit den Stadtwerken, dass Fahrgäste individuell Busse bestellen?
  • Wäre eine Umsetzung des Konzepts in Remscheid auch mit einem Angebot einer Bestellung über eine telefonische Hotline denkbar?

In der Sitzung des Entwicklungsausschusses am vergangenen Donnerstag wurde das noch um die Frage nach einem Pendelbus zwischen Bahnhof und Rathaus ergänzt, der ohne festen Fahrplan fahren sollte.

Gespräche mit den Hausbesitzern beginnen im Februar

Seit 2018 sind in Bochum die Stadtplaner und Architekten Yasemin Utku und Stephan Gudewer die Gesellschafter des Büros „STADTGUUT“. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte liegen, wie es auf ihrer Homepage heißt, „in den Bereichen Städtebau und Stadtentwicklung, Städtebauliche Denkmalpflege und Stadtgestaltung, Stadterneuerung und in der Stadtforschung (...) bei Aufgabenstellungen an der Schnittstelle von Architektur und Stadtplanung.“ Das gewährleiste eine bedarfsgerechte fachübergreifende Bearbeitung für öffentliche und private Auftraggeber gewährleistet „eine bedarfsgerechte fachübergreifende Bearbeitung für öffentliche und private Auftraggeber“. Dazu gehört jetzt auch die Stadt Remscheid.  „STADTGUUT“ wurde mit „vorbereitenden Untersuchungen und dem Rahmenplan Innenstadt“ beauftragt, soll sich – im Zusammenhang mit dem vom Rat beschlossenen „Sanierungsgebiet Alleestraße“ – beispielsweise die Häuser entlang der Fußgängerzone näher ansehen – die Leerstände, die Nutzungsarten, ihre Erschließung, mögliche künftige Verwendungswecke und den baulichen Zustand. Bei der Bürgeranhörung am 14. September im früheren Schuhhaus Deichmann, Alleestraße 34,hatte frühere Schuhhaus Deichmann, Alleestraße 34, hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an die Hausbesitzer appellierte, die Chancen des Sanierungsgebietes zu nutzen, „hier etwas Schönes zu gestalten!“ Und er hatte eingeräumt: „Ja, dem einen oder anderen Gebäude sieht man die letzten 18 Jahren des Niedergangs an; da schlägt man die Augen nieder!“

Aus der Sicht der Städteplaner wäre es ein Idealfall, wenn sich bei der Untersuchung des Sanierungsgebietes herausstellen würden , dass gerade an den Stellen zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Alleestraße Häuser stehen, die einen so hohen Sanierungsbedarf haben, dass ein Ankauf durch die Stadt und der anschließende Abriss zugunsten einer oder mehrerer neuer Querverbindungen für Fußgänger die wirtschaftlichere Lösung wäre. Auf die Suche danach werden sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Büros „STADTGUUT“ in nächster Zeit begeben – und dabei auch Gespräche mit den Hausbesitzern führen.

Inzwischen kann man bereits von einem Netzwerk aus Architekten und Stadtplanern reden, das sich um Remscheid Zukunft kümmert. Seit Jahren in Remscheid unterwegs ist das Planungsbüro Stadt+Handel Beckmann und Föhrer Stadtplaner PartGmbH (Stadt+Handel) mit Sitz in Dortmund. Es verfasste für die Stadt Remscheid vor einigen Jahren ein neues Einzelhandelskonzept und legte später zum geplanten DOC eine Verträglichkeitsanalyse vor. Hinzu kommen die SAL Landschaftsarchitektur GmbH und das Ingenieurbüro Lindschulte, beide aus Münster. Diese haben von der Stadt den Auftrag erhalten, insgesamt sechs Remscheider Innenstadtstraßen zu überplanen, alles Maßnahmen aus dem vom Rat der Stadt beschlossenen Revitalisierungskonzept für die Remscheider Innenstadt (von dem das künftige Sanierungsgebiet nur ein Teil ist).

Kurios fand es am Donnerstag im Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr Jens Peter Nettekoven (CDU), dass sich der Landschaftsarchitekt Stefan Bracht von der SAL mit der Neugestaltung des Fastenrathstraße (Foto) in dem dortigen Taxistand befasst, er die „Zange“ wenige Meter unterhalb auf der Alleestraße aber nicht unter die Lupe nehmen darf. Nettekoven: „Das kommt mir vor wie ein Patient, um den sich gleich drei verschiedene Ärzte kümmern!“ Für den Technischen Beigeordneten Peter Heinze nichts Verwunderliches: „Spezialisten in unterschiedlichen Fachgebieten gibt es nicht nur in der Medizin, sondern auch im Bauwesen!“ Dazu passt der folgende Satz auf der Internetseite von „STADTGUUT“, man bewege sich „in einem interdisziplinären Netzwerk“.

Die „Zange“ gehört zum Sanierungsgebiet, um das sich die „STADTGUUT“ GmbH kümmert. Die Ausgangslage: „Städtebauliche, immobilienwirtschaftliche und soziale Herausforderungen in der Remscheider Innenstadt. Zunehmende Leerstände, Defizite in der Bausubstanz, weiterhin zunehmende Funktionsverluste entlang der Alleestraße“, wie es Stephan Gudewer am Donnerstag im Entwicklungsausschuss darstellte. Ziel sei ein „Gesamtkonzept zur dauerhaften Stabilisierung und zukunftsfähigen Weiterentwicklung der Remscheider Innenstadt“.

Folgende Schritte sind vorgesehen:

  1. Datenerhebung
  2. Analyse und Auswertung
  3. Strukturkonzept
  4. Rahmenplan
  5. Maßnahmenplanung
  6. Kosten- und Finanzierungsübersicht
  7. Umsetzungsstrategie
  8. Beteiligung und Kommunikation
  9. Beratung

Zur inzwischen angelaufenen Datenerhebung gehört die Auswertung und Aufbereitung städtischer Studien, Untersuchungen und Materialien (Revitalisierungskonzept, Einzelhandelskonzept, Mobilitätsstrategie, ISG Alleestraße) sowie die Festlegung der erforderlichen ergänzenden Erhebungen und Aktualisierungen im Abgleich mit §141 BauGB. Der Entwurf des Rahmenplan soll der Öffentlichkeit in einer „Öffentlichen Werkstatt“ im Juni vorgestellt werden, ebenso später (im November?) der Entwurf der Sanierungssatzung. Zur fortlaufenden Einbindung der Öffentlichkeit soll (im März) auch ein halbtägiger Workshop mit Verwaltung und lokalen Akteuren gehören. Ab Februar sind eine schriftliche Eigentümerbefragung und Einzelgespräche mit „Schlüsselakteuren“ vorgesehen.

 

Vereinbarung mit McArthurGlen notariell beurkundet

Pressemitteilung der Städte Remscheid und Wuppertal

Nachdem der Rat der Stadt Wuppertal am 18. November die Rücknahme der Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan Nr. 657 der Stadt Remscheid, der Klage gegen die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes und der in diesem Zusammenhang weiter anhängigen Klagen der Stadt Wuppertal gegen die Stadt Remscheid beschlossen hatte, haben die Oberbürgermeister beider Städte sowie ein Vertreter des Investors McArthurGlen heute Morgen die dazu zwischen den Städten Remscheid und Wuppertal und dem Investor McArthurGlen getroffene Vereinbarung notariell beurkunden lassen. Darin wird der mit dem Investor McArthurGlen ausgehandelte Kompromiss zur Verkaufsflächenreduzierung im DOC Remscheid durch Eintragung entsprechender Dienstbarkeiten ins Grundbuch rechtlich zugunsten der Stadt Wuppertal gesichert. Gleichzeitig haben sich beide Städte darin verpflichtet, ihre gegenseitigen Klagen bis Mitte Januar 2020 zurückzunehmen.

Oberbürgermeister Andreas Mucke und Oberbürgermeister Burkhard Mast‐Weisz freuen sich, dass die lange zwischen Remscheid und Wuppertal bestehenden Diskrepanzen nun endlich überwunden sind. „Die heute unterschriebene Vereinbarung mit den gegenseitigen Klagerücknahmen lässt uns nun zuversichtlich ins neue Jahr schauen. Und wir sind guter Dinge, dass unsere beiden Städte sich jetzt wieder gemeinsam regionalen Themen widmen können, ohne dass anhängige gegenseitige Klagen die vertrauensvolle Zusammenarbeit behindern.“

Zur heutigen notariellen Beurkundung erklärt Henning Balzer, McArthurGlen: „Wir freuen uns, dass mit dem Abschluss der Vereinbarung eine weitere wichtige Hürde auf dem Weg zur Realisierung des Designer Outlet Remscheid aus dem Weg geräumt ist. Wir sind weiterhin zuversichtlich, 2020 mit den Bauarbeiten beginnen zu können.“

Kreisverkehr Eisernstein: Planung soll 2020 starten

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz vermutete in der gestrigen Ratssitzung, dass die Forderung nach einem Umbau der Kreuzung Eisernstein in einen Kreisverkehr inzwischen 20 Jahre als sei. Doch es gibt Hoffnung, und die gute Nachricht überließ der OB dem Technischen Beigeordneten Peter Heinze: „Im kommenden Jahr werden wir die Maßnahme planen und die Vermessung in Auftrag geben!“ Daras folgte der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Petzer Nettekoven, dass mit dem Bau des Kreisverkehrs dann 2024/2025 begonnen werden könne. Dazu gab von Seiten der Verwaltung keine Reaktion, weshalb Nettekoven darum bat, die Fachausschüsse über den weiteren Zweitplan frühzeitig zu informieren.

Auch der Hauptausschuss stimmte für grüne Dächer

Knapp zwei Drittel der Dächer sind zu begrünen“, berichtete der Waterbölles am 8. November. Der Bebauungsplan Nr. 668 für das Gebiet „Am Schützenplatz“ in Lüttringhausen, ein Schulstandort, schreibt für die Hauptbaukörper, Garage, Carports und die Gemeinschaftsgaragen „ extensive Gründächer“ vor mit einer Substratschicht von mindestens acht Zentimetern für Gräser, bodendeckenden Gehölze, Wildkräuter und Stauden oder – ersatzweise - Photovoltaikanlagen. Die Mehrheit der Mitglieder des Bauausschusses begrüßte diese Auflage. Dagegen kritisierte in einem im RGA-Kommentar Axel Richter, damit mache die Verwaltung (jungen) Bauwilligen das Leben schwer. Das wiederum rief Peter Maar auf den Plan, den Ehrenvorsitzenden des Lüttringhauser Heimatbundes. In seinem Leserbrief an den Waterbölles heißt es: „Ich bin überzeugt davon, dass die Stadt bei der Vermarktung der Baugrundstücke mit einer großen Nachfrage rechnen kann, gerade auch von jungen Familien, zumal ökologisch ausgerichtetes Bauen auch gefördert wird.“ Von einer ‚Gängelung junger Menschen‘ könne folglich keine Rede sein. Man sollte meinen, damit seien die Positionen hinreichend dargestellt. Doch der Haupt- und Finanzausschuss hatte gestern Lust aufs Debattieren; vielleicht, weil die Tagesordnung so mager war.

Waltraud Bodenstedt von der Wählergemeinschaft W.i.R. stieß das Thema an: Gerade für die jungen Familien seien die Kosten für ein begrüntes Dach eine zusätzliche Hürde. Das könne im Bebauungsplan zwar als wünschenswert erwähnt, aber keinesfalls vorgeschrieben werden. Zustimmung Alexander Schmidt (CDU): „Ökologisch ist das sinnvoll, aber es ist nicht sozial!“ Weil es das Bauen einfach teurer mache. Und da müsse die Stadt Remscheid, wie Karl Heinz Humpert (CDU)anmerkte, auch die Konkurrenzsituation mit den Nachbarkommunen berücksichtigen.

Jürgen Kucharczyk (SPD) verstand die Aufregung nicht. Auflagen seien in Bebauungsplänen doch an der Tagesordnung, zum Beispiel was die Dachform angehe. Und eine ökologische Dachbegrünung als unsozial zu bezeichnen, sei einfach unverschämt. Grüne Dächer seien für den Naturschutz und den Klimaschutz gleichermaßen gut, ergänzte Philipp Wallutat (FDP). Zustimmung von Fritz Beinersdorf (Linke): „Bauen heißt in die Zukunft investieren!“ Gerade junge Leute wissen das und legen Wert auf Nachhaltigkeit“, betonte Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD).

„Was kostet ein begrüntes Dach überhaupt?“ stellte schließlich Bernd Quinting die Frage, mit der die Diskussion sinnvoll hätte beginnen können. Der Technische Beigeordnete Peter Heinze war gestern auf einer Dienstreise, also fragte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz den Architekten York Edelhoff (SPD). Seine Antwort: „Etwa 5.000 bis 10.000 Euro für 150 Quadratmeter!“

Einem Beschluss des Ausschusses stand danach keine weitere Wortmeldung mehr im Wege. Dafür: SPD, FDP, Grüne und Linke. Dagegen: CDU und W.i.R. Kurz gesagt: 11: 9! Der Bebauungsplan in der Fassung der Verwaltung war damit beschlossene Sache.

Preiswerteres Dach für Ebertplatz nicht angefragt

In ihrer Eingabe an den Beschwerdeausschuss bezüglich der in der Ratssitzung vom 26. September beschlossenen Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes  moniert Bettina Stamm, durch diesen Beschluss seien Investitionen generiert worden, „deren Folge- und Betriebskosten nicht dargestellt werden können. Dies entspricht nicht GemHVO NRW §13 (1) (2).“ Zitat daraus:,, Bevor Investitionen oberhalb der vom Vertretungsorgan festgelegten Wertgrenzen beschlossen und im Haushaltsplan ausgewiesen werden, sollen unter mehreren in Betracht kommenden Möglichkeiten durch einen Wirtschaftlichkeitsvergleich, mindestens durch einen Vergleich der Anschaffungs- oder Herstellungskosten ... und der Folgekosten die für die Kommune wirtschaftlichste Lösung ermittelt werden." Ein ähnliches in Leverkusen habe gezeigt, dass die Folge- und Betriebskosten nicht unerheblich sein könnten.

Bei der Auslobung des Wettbewerbes sei keine Vorgabe hinsichtlich der Art und Größe der Überdachung formuliert worden, kritisiert Bettina Stamm ferner. „Erst nach der Preisvergabe des Ausschreibungswettbewerbs wurden die Kosten für das Dach ermittelt, die bekanntlich weit über den ursprünglich veranschlagten Kosten liegen. Alternative Dachentwürfe zwecks Reduzierung der Kosten oder der Möglichkeit eines Wirtschaftlichkeitsvergleichs gibt es keine. Weiter fehlt in der Beschlussvorlage die Angabe der jährlichen Folgekosten für die Pflege (Bäume, Grünflächen) die Instandsetzung, Dacherneuerung und der laufenden Betriebskosten.“

Das Revitalisierungskonzept für die Alleestraße sei seinerzeit von der Bezirksregierung mit deren Zustimmung zum geplanten Designer Outlet Center verknüpft worden. Dabei habe ursprünglich die Beseitigung großer und städtebaulich relevanter Einzelhandelsleerstände insbesondere im Bereich der unteren Alleestraße Priorität gehabt. Bettina Stamm:  Auf der Grundlage des am 18. Juni 2015 einstimmig vom Rat beschlossenen Konzeptes zur Revitalisierung der Innenstadt, (2015-2020) beabsichtigte die Stadt mit finanzieller Unterstützung des Landes mit ca. 15 Mio. € die gesamte Remscheider Innenstadt mit ca. 46 ha zwischen Hauptbahnhof und Rathaus aufzuwerten.  Durch den Einsatz von Städtebauförderungsmitteln ... sollte ein Vielfaches an Folgeinvestitionen angestoßen werden. (...) Damit wurde bei den Akteuren Begehrlichkeiten geweckt und Erwartungen geschürt, aber fast alle dahingehenden Planungen wurden nicht weiter verfolgt. Impulse sowie Nachnutzungskonzepte fehlen, und Folgeinvestitionen gibt es folglich auch keine.“

Vor diesem Hintergrund ist auch die geplante Ausweisung der Alleestraße als Sanierungsgebiet zu hinterfragen. Denn damit werde den Immobilieneigentümern die Modernisierung und Sanierung ihrer Immobilie unter Restriktionen auferlegt, ohne zu wissen, welche Strategie die Stadt künftig bei der Weiterentwicklung der Alleestraße verfolgen werde. (...) Bis auf den Nordsteg und einem Beschluss zum Beleuchtungskonzept, wurde seit dem Ratsbeschluss in den letzten vier Jahren nicht viel umgesetzt.“ Zu fragen sei, inwiefern die Planungen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität auf dem Friedrich-Ebert Platz die Bemühungen zur Attraktivierung der Alleestraße konterkarieren. Auch sei die Entscheidung, den Busbahnhof zu verkleinern, in Anbetracht des Klimaschutzkonzeptes (höhere ÖPNV-Nutzung bis 2022) verkehrspolitisch rückwärtsgewandt. Ein Fernbusterminal für Fernverbindungen, wie sie von Unternehmen wie Flixbus angeboten werden, und für deren Gäste Aufenthaltsqualität von Bedeutung wäre, sei im Übrigen nicht geplant.

Die Verwaltung hat auf diese Eingabe an den Beschwerdeausschuss ausführlich geantwortet, nachzulesen im Ratsinformationssystem der Stadt unter http://ratsinfo.remscheid.de/sessionnet/bi/vo0050.php?__kvonr=13717&voselect=2837.

Viel Platz für Unternehmen im neuen Gewerbepark

Auf dem Keiper-Gelände an der Büchelstraße tut sich was: Wo von den 1920er Jahren bis 2017 Auto-Zulieferteile produziert wurden, ist ein Gewerbepark geplant, der sich zu einem attraktiven Standort für Produktion, Forschung, Dienstleistung, Kleingewerbe und Lagerkapazitäten entwickeln soll. Dafür bieten sich auf dem rund 20.000 Quadratmeter großen Grundstück drei Bürogebäuden, einer Bürovilla mit großem Garten (geeignet für Events, Ausstellungen oder als kreativer Standort für ein Start-up-Unternehmen), drei Produktions- und Lagerhallen sowie mehrere Nebengebäuden (Kesselhaus, IT-Bau, etc.) aus unterschiedlichen Baujahren (1920 bis 1965) mit einer Gesamtnutzfläche von ca. 11.000 Quadratmetern an, verteilt auf 3.306 Quadratmeter Bürofläche,  6.640 Quadratmeter Hallenfläche (mit Kränen und z.T. mit Schwerlastböden für Maschinenanlagen) und 811 Quadratmeter Mischfläche (Büro/Werkstatt/Archiv). Die eingeschossigen Hallen sind großzügig dimensioniert und bieten Kleingewerbe wie Handwerksbetrieben, Werkstätten, Transport und Logistik ausreichend Platz sich zu entfalten (ab 200 Quadratmeter Mietfläche). Die Gestaltung von Einzel-, Kombi- und Großraumbüros ist möglich. Umlaufende Fensterreihen und Dachlichtkuppeln sorgen für lichtdurchflutete Innenräume.

„Wir haben Platz für Ihre Ideen“, betonten gestern betonten gestern auf einer Pressekonferenz vor Ort Tobias Eisenreich, Nobert Mang und Massimo Salmeri von der Putsch Immobilien GmbH. „Die Mietflächen können flexibel den Bedürfnissen des Nutzers angepasst und kurzfristig zur Verfügung gestellt werden!“ Für den größten Teil der Büroflächen fand sich bereits ein Mieter: Die Remscheider Vaillant Group. Der Heiz- und Klimatechnikspezialist begann bereits Ende 2018 sukzessive, Büroflächen anzumieten. In dem Großraumbüro, in dem gestern die Pressekonferenz stattfand, standen die PC-Bildschirme bereits auf den Tischen; es fehlten nur noch die Bürostühle.  In wenigen Tagen soll es losgehen. Ein rund 200-köpfiges interdisziplinäres Projektteam von Vaillant soll künftig vom Hasten aus die IT-Infrastruktur des Unternehmens ausbauen.

„Mit anderen Firmen sind wir in Gesprächen“, so Geschäftsführer Eisenreich. „Da sind wir sehr zuversichtlich!“ Schreinerei-Betriebe, Installateure, Fahrradwerkstätten, Seniorenhilfe, Paketversand, Mobilfunkladen, Ateliers – die Liste an Ideen, die sich im neuen Keiper-Gewerbepark verwirklichen lassen, lasse sich beliebig verlängern. Möglich wäre sogar die Ansiedlung eines industriellen Fertigungsbetriebes, wie der Technische Beigeordnete Peter Heinze bestätigte, der zusammen mit dem städtischen Wirtschaftsförderer Thomas Hildebrand-Effelberg an der Pressekonferenz teilnahm. Beide freuen sich über die Neubelebung des Areals. Denn freie Industrie- und Gewerbeflächen sind bekanntlich in Remscheid seit Jahren Mangelware.

An der Büchelstraße schaffte Firmengründer Fritz Keiper 1937 mit seinem „Patent-Keiper-Schlafsitzbeschlag" den Durchbruch: Dank der Nachrüst-Lösung ließ sich erstmals die Lehne eines Fahrzeugsitzes individuell einstellen. Mit dieser Erfindung wurde „Keiper“ der Inbegriff für standardisierte Sitzlehnen-Einstellung in Fahrzeugen. Die Keiper GmbH & Co. KG beschäftigte 2008 weltweit rund 6.150 Mitarbeiter an 19 Standorten in Nord- und Südamerika, Europa und Asien (auf Hasten bis zu 600). 2010 wurde Keiper dann eine Tochterfirma von Johnson Controls. Und 2015 folgte der nächste Besitzerwechsel, die Adient Metal Forming Technologies GmbH aus Solingen übernahm das Gelände auf Hasten, blieb dort aber nur bis 2017.

„Der historische Gründungscharakter der Firma Keiper bleibt ... erhalten, wird mit modernen Elementen ergänzt und durch zielgerichtete Umbaumaßnahmen zu einem zeitgemäßen und nutzerfreundlichen Gewerbepark entwickelt“, bewirbt die Putsch Immobilien GmbH aus Stuttgart ihr neues Projekt, für das es inzwischen auch eine eigene Internetseite gibt: https://www.keiper-gewerbepark.de/. Tobias Eisenreich: „Wir stehen bereit, in den Standort, in die Ideen und die Menschen, die dahinterstehen, zu investieren. Wir freuen uns auf alteingesessene ebenso wie auf neue Unternehmer/innen und Unternehmen, mit denen wir gemeinsam etwas aufbauen und erreichen können."

Befestigte Parkplätze hat der neue Gewerbepark übrigens ausreichender Anzahl zu bieten - ganz im Gegensatz zur Büchelstraße mit ihren zahlreichen Parkverbotszonen. Es gibt einen Außenparkplatz  mit 110 und ein Parkdeck  mit 60 Stellplätzen.

ISG Alleestraße wird sich im Mai entscheiden müssen

Ralf Wieber, Geschäftsführer der ISG Alleestraße, hatte es schon in der Einladung zur Mitgliederversammlung klar gemacht: „Wir sind inzwischen an einem entscheidenden Punkt angekommen: „Zukunft der ISG"!? Wo soll es hingehen?“ Das fanden die Mitglieder der ISG, darunter auch eine Reihe von Immobilienbesitzern, gestern Abend im Konferenzraum der  Stadtsparkasse Remscheid wieder, per Laptop und Beamer auf eine Leinwand projetziert. Die ISG nähert sich ihrem vierten Jahr. Auf fünf Jahre ist sie angelegt - auch ihre öffentliche Förderung. Und dann: Weitermachen als eingetragener Verein, der sich mit der „Kosmetik“ der Alleestraße befasst, oder (wie bisher) quasi öffentlich-rechtlich mit Mitspracherecht etwa beim geplanten Sanierungsgebiet? Im Mai nächsten Jahres müsse die Entscheidung fallen, so der gestern Abend wiedergewählte ISG-Vorsitzende Nelson Vlijt. Wie er wünscht sich auch Ralf Wieber eine Zusammenarbeit mit der Stadt „auf Augenhöhe“, wie sie vom Gesetzgeber auch vorgesehen, in der Praxis gegenwärtig aber noch häufig zu vermissen sei. Der Technische Beigeordnete Peter Heinze machte Mut: „Wir müssen das weiterstricken. Die Fortführung der ISG ist alternativlos. Um die Zukunft der Alleestraße können wir uns nur gemeinsam kümmern, Stadt, ISG und Immobilienbesitzer. Vielleicht sollten wir die Zusammenarbeit künftig etwas weniger formal gestalten.“ 

Wichtig sei von allem das Engagement der Hausbesitzer an der Allee, so Heinze. Resignation sei fehl am Platze. Der ISG stellte er ein gutes Zeugnis aus. Mit dem vielen Herrnhuter Sternen als adventliche Beleuchtung gebe die Fußgängerzone zurzeit ein gutes Bild ab.

Zuvor hatte Ralf Wieber aufgezählt, um was sich die ISG in den vier Jahren ihres Bestehens gekümmert habe: Um bunte Blumenampeln, die Bepflanzung des Alleecenter-Brunnen und zahlreicher Baumscheiben, das Biathlon-Schießen 2018 (wird nächste Woche wiederholt), eine Spielmeile für Kinder, ein Seifenkistenrennen, die Image-Aktion „Gute Geschäfte - Was kommt nach dem Einkaufen?“ und eine grundlegende Pflasterreinigung, aber auch zusammen mit Edgar Neufeld, dem Stadt- und Immobilienentwickler aus Bochum, um Zukunftspläne für die Allee, zuletzt am 22. Mai in der „Schatzkiste“ am Markt, allerdings nicht ohne Widerspruch von Peter Heinze und Stadtplanerin Christina Kutschaty. Hinter den damaligen sehr konkreten Gestaltungsideen blieb die ISG gestern deutlich zurück. Da war nur noch von „neue Ideen entwickelt“ und verstärkter Öffentlichkeitsarbeit die Rede. Auch wolle man den Bürgern Gelegenheit geben, zur der Alleestraße eben dort an einer Art „Kummerkasten“ ihre Meinung sagen zu können, wie Oliver Haarmann (oh! Design- und Beratungsagentur) vorstellte. Ein Vorschlag, der meiner Meinung nach vier Jahre zu spät kommt.

Die Stadtverwaltung steuert derweil inzwischen die Vergabe des Planungsauftrages für das neue Sanierungsgebiet an der Allee an. Peter Heinze zeigte sich das zuversichtlich: „Ende 2020 werden wir wissen, wie es weitergehen soll!“ Damit waren auch und gerade neue Nutzungsmöglichkeiten für leerstehende Ladenlokale gemeint. Daraus könnten Arztpraxen und Anwaltskanzleien werden. Denkbar seien auch öffentliche Dienstleistungen. Aber auch Wohnungen? Hier gingen gestern die Meinungen auseinander. Und auch Peter Heinze räumte ein, dass dies mangels ausreichend Licht und Luft in den Hanglagen mancher Räume in Parterre schwierig werden könnte. Den Hausbesitzern im künftigen Sanierungsgebiet  empfahl er, auch einmal über die Zusammenlegung von Grundstücken, Abriss und Neubau nachzudenken angesichts des grundlegenden und unumkehrbaren Wanden im Einzelhandel mit einem rapiden Rückgang von Nachfrage und Passantenfrequenz.

Zur Sprache kamen gestern auch wieder die leidigen Pavillons in der Fußgängerzone. Der Unternehmer Leo Schönhals (nach eigenen Angaben Besitzer von 19 Immobilien in der Innenstadt) berichtete, er habe die Pavillons von der GEWAG kaufen wollen, sei aber abgeblitzt. Die Tochtergesellschaft halte gegenwärtig erst einmal die Füße still, wurde ihm entgegengehalten. Man wolle zunächst wissen, wie das „schlüssige Rundumpaket“ für die Alleestraße aussehen werde. Dafür zeigte Peter Heinze ausdrücklich Verständnis.

OB erleichtert über Klagerücknahme gegen DOC

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Auf Antrag der Fraktionen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Freie Wähler hat der Wuppertaler Stadtrat am gestrigen Abend mit außerordentlicher Mehrheit die Klagerücknahme gegen die DOC-Planungen in Remscheid beschlossen. Die Verwaltung erhält damit den Auftrag, die Normenkontrollklage der Stadt Wuppertal gegen den Bebauungsplan Nr. 657 der Stadt Remscheid sowie die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes und die in diesem Zusammenhang weiter anhängigen Klagen unverzüglich zurückzunehmen.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ist sichtlich erleichtert über den Beschluss, mit dem der Wuppertaler Stadtrat einen Schlussstrich zieht unter die seit Jahren schwelende Auseinandersetzung zwischen den beiden bergischen Städten: „Ich habe gehofft, dass der Wuppertaler Stadtrat auf der Grundlage der zwischen McArthurGlen und der IG1 ausgehandelten Reduzierung der Sortiment-Flächen und dem Befragungsergebnis der Wuppertaler Einzelhändler seinem politischen Auftrag nachkommt und den Klageverzicht erklärt. Damit ist das politisch relevanteste Hemmnis für unser Großprojekt DOC vom Tisch. Der Klageverzicht unserer Nachbarstadt ist ein gewichtiges Signal für die Akzeptanz unserer DOC-Planungen im Bergischen – auch für den Investor McArthurGlen – und die Einsicht, dass dieses Projekt nicht unseren Innenstädten schadet. Selbstverständlich werden wir Wort halten und, wie auch vom Wuppertaler Stadtrat zur Bedingung gemacht, im Gegenzug unsere Klagen gegen Bauvorhaben der Stadt Wuppertal zurücknehmen und auf weitergehende Forderungen verzichten.“ Und weiter: „Auch wenn unter anderem ein Normenkontrollverfahren in Münster noch gerichtlich entschieden werden muss – der Klageverzicht unserer Nachbarstadt macht uns zuversichtlich, dass wir auch in diesem Fall in gemeinsamen Gesprächen zu einer einvernehmlichen und außergerichtlichen Lösung kommen können.“

Für Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz steht fest: „Mit dem DOC Remscheid ist eine große Chance für unsere Region verbunden. Es wird Magnetwirkung für den bergischen Tourismus entfalten, schafft Hunderte neue Arbeitsplätze und führt zu regelmäßigen Auftragsvergaben an unsere mittelständischen Betriebe“.

SPD: Ende eines quälenden Prozesses

Pressemitteilung der Remscheider SPD-Fraktion

Zum gestrigen Ausgang der Ratssitzung in Wuppertal mit dem Verzicht auf eine Klage der Stadt Wuppertal gegen die DOC-Pläne in Remscheid-Lennep erklärt der Fraktionsvorsitzende der Remscheider SPD, Sven Wolf: „Endlich kann der Streit im Bergischen Städtedreieck beigelegt werden. Der Wuppertaler Rat hat mit seiner mutigen Entscheidung das Zepter in die Hand genommen. Es musste eine politische Entscheidung getroffen werden, dies ist nun erfolgt! Der Wuppertaler Rat sich auch von der juristischen Stellungnahme nicht einschüchtern lassen. Nach der Klagerücknahme steht nun einer weiteren, erfolgreichen Zusammenarbeit im Bergischen Nichts mehr im Wege. Die vielen Gespräche, die es in den vergangenen Wochen zwischen den Beteiligten - auch direkt zwischen den SPD-Fraktionen – gab, haben sich ausgezahlt. Ein besonderer Dank gilt dem Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der in diesem Streit einen kühlen Kopf bewahrt hat. Respekt auch gegenüber dem Investor, der bereit war seinen Teil zu einem Kompromiss beizutragen.“

Zeitplan hängt von Museumskonzept ab

Die Handwerkerarbeiten an der Fassade des Hauses Cleff im Historischen Zentrum in Hasten sollen in den nächsten Tagen ausgeschrieben werden; hier sind echte „Künstler“ gefragt. Spätestens in zwei Jahren will Architekt Bramlage das Haus von außen wiederhergestellt haben - – vom Dach, wo man beginnen will, bis zum Kellersockel, Parallel will sich die Stadt Remscheid um weitere Fördergelder bemühen, um den Innenausbau vorantreiben zu können. Hiermit bis Ende 2023 fertig sein zu wollen, erscheint überaus ambitioniert und dürfte, wenn überhaupt, nur bei großzügigem Geldzufluss (auch mit Hilfe von Sponsoren?) und der baldigen Vorlage eines neuen Museumskonzeptes gelingen. Bleibt das erforderliche Geld aus, träfe der Satz von Volker Leitzbach, kulturpolitischer Sprecher der SPD, aus der Juni-Sitzung des Kulturausschusses zu: „Eine neue Fassade mit nichts dahinter!" Der Waterbölles sprach mit Architekt Bernhard Bramlage und Stadtdirektor Sven Wiertz.

Geld reicht nur aus für die Sanierung der Fassade

Haus Cleff: Rückfall auf den harten Boden der Realität“, titelte der Waterbölles am 13. Juni. Im Kulturausschuss hatte sich herausgestellt, dass das vorhandene Geld für die Sanierung des in den Jahren 1778 und 1779 im Stil des bergischen Rokoko von den Gebrüdern Hilger erbauten Patrizierhauses „Haus Cleff“ bislang lediglich ausreicht, um die äußere Hülle des Hauses – bestehend aus vielen Holzbalken, diversen Holzarbeiten (an den Fenstern), Ziegeln und Schiefer – vom Mansardendach bis zum steinernen Sockel instand zu setzen. Mehr aber auch nicht.

Mit der äußere Restaurierung des Hauses wird jetzt begonnen. Ein Teil des Gebäudes ist bereits eingerüstet; die noch fehlenden Gerüste sollen in der kommenden Woche folgen. Ein  Bauzaun verhindert das Betreten der Baustelle durch Unbefugte. Mit Pressevertretern begaben sich der Düsseldorfer Architekt Bernhard Bramlage, anerkannter Fachmann für Denkmalsanierungen, und die städtische Architektin Anja Klein gestern auf das Gerüst, um sich die Die Ruine gegenüber von Haus Cleff. Dass die gelbe Ruine einem größeren Parkplatz im Wege ist, stört gewaltig. Foto: Lothar Kaiserverwitterten Holzteile der Fenster aus der Nähe anzusehen. Für die Sanierung des Denkmals stehen derzeit insgesamt 3.545.551 Euro  zur Verfügung:

  • Eingeplante Haushaltsmittel der Stadt Remscheid (Investitionsplan): 1.200.000 Euro
  • Wert der Instandhaltungsrückstellungen zum 31.12.2018: 1.715.551 Euro
  • Förderung aus dem Denkmalschutzsonderprogramm der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages: 490.000 Euro
  • Fördergelder der Stiftung Deutsche Denkmalpflege: 120.000 Euro

Die Handwerkerarbeiten an der Fassade sollen in den nächsten Tagen ausgeschrieben werden; hier sind echte „Künstler“ gefragt. Spätestens in zwei Jahren will Architekt Bramlage das Haus von außen wiederhergestellt haben - – vom Dach, wo man beginnen will, bis zum Kellersockel, Parallel will sich die Stadt Remscheid um weitere Fördergelder bemühen, um den Innenausbau vorantreiben zu können. Hiermit bis Ende 2023 fertig zu sein, erscheint überaus ambitioniert und dürfte, wenn überhaupt, nur bei großzügigem Geldzufluss (auch mit Hilfe von Sponsoren?) und der baldigen Vorlage eines neuen Museumskonzeptes gelingen. Bleibt das erforderliche Geld aus, träfe der Satz von Volker Leitzbach, kulturpolitischer Sprecher der SPD, aus der Juni-Sitzung des Kulturausschusses zu: „Eine neue Fassade mit nichts dahinter!"

Bisher sind seit 2015 für vorbereitende Sanierungsuntersuchungen und Sicherungsmaßnahmen 383.505,07 Euro verausgabt worden. Auf Grundlage der aktuellen Kostenschätzung ergibt sich ein Gesamtaufwand in Höhe von 2.217.000 Euro (brutto) für die Sanierung der Gebäudehülle (erster Bauabschnitt). Auf dieser Grundlage wurde zwischenzeitlich ein Antrag auf Gewährung einer Landeszuwendung aus der Denkmalförderung gestellt, der folgende Maßnahmen umfasst:

  • statische Ertüchtigung der Außenwände und der flankierenden Bauteile innen
  • Austausch bzw. Ergänzung von nicht mehr tragfähigem Holzwerk und Fachwerkverbindungen, Ertüchtigung der Sparren und Pfetten der Dachkonstruktion;
  • Wiederherstellung der Auflager Decke / Außenwand;
  • Instandsetzung der Fassaden und der Dachhaut
  • Abbruch und Erneuerung der Schieferflächen unter Berücksichtigung des historischen Schieferbildes;
  • Abbruch und Erneuerung der Bedachungen und der alten Bleianschlüsse an den Übergängen zum Gesims, den
  • Restaurierung bzw. Rekonstruktion des Holzwerks Fassade
  • Restauratorische Bearbeitung der historischen Fensterelemente, Gesimse, Lisenen, Läden und Gauben;
  • Rekonstruktion von vier fehlenden Fensterelementen;
  • Anstrich des gesamten Holzwerks in den Außenwänden mittels Leinöl.

An dem gestrigen Ortstermin nahmen auch  Bezirksbürgermeister Otto Mähler, Karl Heinz Humpert, der Vorsitzende des Kulturausschusses, und natürlich auch Museumsleiter Dr. Andreas Walbrecht  teil.