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Zur Schulentlassung ein Broschüre der Stadt

Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland durch den Präsidenten des Parlamentarischen Rates ausgefertigt und verkündet. 2019 jährt sich zum 70. Mal der Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Und: Am 14. August 2019 wird es 100 Jahre her sein, dass die Weimarer Reichsverfassung verkündet wurde. Zugleich jährt sich am 28. März 2019 zum 170. Mal die Beschlussfassung über die Paulskirchenverfassung. Drei Zeitmarken, die die Fraktion der SPD und die Ratsgruppe der W.i.R. veranlasst haben, zur Sitzung des Rates am 5. Juli die Einführung einer „Schulentlassgabe“ für die Remscheider Schülerinnen und Schüler zu beantragen: „Über lange Zeit war es üblich, dass die Stadt Remscheid den Absolventinnen und Absolventen der allgemeinbildenden Remscheider Schulen eine Schulentlassgabe überreicht. Diese Tradition wurde in den 1990er Jahre im Zuge der Haushaltskonsolidierung beendet. Wir würden es begrüßen, wenn diese Tradition wieder auflebt und zu einem festen Bestandteil im Programmablauf der allgemeinbildenden Remscheider Schulen wird!“

Die „Schulentlassgabe“ als Zeichen der Anerkennung für die erbrachten schulischen Leistungen „soll durch den Oberbürgermeister, den stellv. Bürgermeistern, den Bezirksbürgermeistern und den Vorsitzenden des Schulausschusses im Rahmen der Entlassfeier überreicht werden“, heißt es im Antrag. „Die Schulentlassgabe soll den Wortlaut des Grundgesetzes und der Landesverfassung Nordrhein-Westfalen beinhalten. Den regionalen Bezug soll eine Darstellung der Geschichte des Bergischen Landes und der Stadt Remscheid herstellen.“ Zugleich wünschen sich die Antragsteller darin ein Vorwort des Bundespräsidenten.  Die Finanzierung der soll durch Sponsoren und durch einen Eigenanteil der Stadt Remscheid erfolgen. Aufgabe der Verwaltung wird es sein, die Kosten zu ermitteln und nach einem Sponsor zu suchen.

Schülergruppe aus Asnières-sur-Seine zu Gast

Noch bis morgen sind wieder 34 französische Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse einer Mittelschule (Collège) aus Asnières-sur-Seine in der Nähe von Paris  zu Gast bei Familien in Lennep. Sie nehmen an 10. Schüleraustausch der 8. und 9. Jahrgangsstufen des Röntgen-Gymnasiums und der Albert-Schweitzer-Realschule teil. Zu dem vielfältigen (Kultur-)Programm, das ihnen geboten wird, um das Bergische Land und das Rheinland kennenzulernen, gehörte gestern Nachmittag in der Mensa des RöGy ein gemeinsames Kaffeetrinken (oder "goûter" im Französischen) gemeinsam mit Eltern, Patenschüler/innen, Französischlehrerinnen und den beiden Schulleitern Jörg Bergmann und Matthias Lippert. Doch zuvor gab es am Portal des Rögy ein großes Gruppenfoto. Einer der Gastschüler, der 14 Jahre alte Felix Becu, berichtete dem Waterbölles begeistert, dass sie den Vormittag im Wuppertal mit Zoo-Besuch und Schwebebahnfahrt verbracht hätten. Am Sontag war Kirmes angesagt, am Samstag Schloß Burg und ein Barbecue, am Freitag der Besuch des Hauses der Geschichte in Bonn („Und ein Shopping!“), und am Donnerstag besichtigte die Schülergruppe den Kölner Dom und das Wallraf-Richartz-Museum neben. Köln aber war für Felix Becu fast schon so etwas wie ein Heimspiel: Dort hatte er mit seinem Eltern vier Jahre lang gelebt. Die deutschen Schülerinnen und Schüler freuen sich jetzt schon auf dem Gegenbesuch in Asnières-sur-Seine.

Dank für Spende zur neuen Gedenk- und Bildungsstätte

„Ich frage mich, was kann uns Besseres passieren in einer Zeit, in der Menschen, die sich als Juden zu erkennen geben, auf offener Straße geschlagen werden, in der sich die Bundesregierung genötigt sieht, einen Antisemitismusbeauftragten zu bestellen, in der durch Anbringung von Symbolen in öffentlichen Gebäuden Menschen klargemacht werden soll, dass sie nicht erwünscht sind, nicht dazugehören, in der die größte Oppositionspartei im Bundestag von Rechtsextremen gestellt wird? Was kann uns in dieser Zeit Besseres passieren als dass es junge Menschen gibt, die sich für die Vergangenheit interessieren und dabei herausfinden, welche Gräueltaten vor rund 80 Jahren in den 12 Jahren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland und eben auch hier in Remscheid begangen wurden?

Sie fanden heraus, dass auch in Remscheid Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit, ihrer Herkunft, ihrer Behinderung, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer politische Überzeugungen und eben auch ihrer Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft in den Jahren 1933 bis 1945 inhaftiert, gefoltert, deportiert und letztlich umgebracht wurden.

In Remscheid waren die Gefängniszellen des Polizeipräsidiums am Quimperplatz sowie die Kellerräume durch diese Menschen zeitweise überfüllt, sodass sie auch im Pferdestall des Präsidiums eingepfercht wurden. Und eben diese jungen Menschen, wovon einer, Francesco Lo Pinto, heute neben mir steht, fragen sich, warum es in Köln, in Düsseldorf oder Münster, aber nicht in Remscheid eine Stätte gibt, an der dieser Menschen und deren Verfolgung gedacht werden kann. Seit zwei Jahren verfolgen diese jungen Menschen gemeinsam mit anderen Interessierten die Idee, den gut erhaltenen Pferdestall als authentischen Gedenkort herzurichten.

Im November konnten wir im Pferdestall schon eine erste Ausstellung zur Verfolgung von Menschen im 3. Reich mit lokalen Bezügen zeigen. Dabei hat uns u.a. auch die Gewerkschaft IG Metall sowie die „Gesellschaft Gemeinnützige Respekt! Kein Platz für Rassismus“ bereits ideell als auch finanziell unterstützt.

Die Idee, den Pferdestall zu einer permanenten Gedenk- und Bildungsstätte umzugestalten, trifft noch auf viele Hindernisse. Wir kämpfen weiter für diese Idee und bedanken uns ganz herzlich bei euch allen, dass ihr uns auch heute wieder unterstützt. Nur eine Gesellschaft, die ihre Vergangenheit kennt, kann aus früheren Fehlern lernen und hoffentlich verhindern, dass es wieder zur Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen auch hier in Remscheid kommt! Vielen Dank!!!“

(Hans Heinz Schumacher, Rektor a.D. des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, gestern zu Beginn der Mai-Kundgebung auf dem Rathausplatz, nachdem der DGB-Stadtverband Remscheid bekannt gemacht hatte, dass er die Spenden-Einnahmen dieses Kulturfests dem Projekt des EMA-Gymnasiums zur Schaffung einer dauerhaften Gedenkstätte im früheren Pferdestall der Polizeiwache widmen werde.)

Neue Turnhalle - schneller als bisher geplant!

Gemeinsam drücken die Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNE sowie die Ratsgruppen von FDP und W.i.R. auf die Tube, um den Schulsport in der Remscheider Innenstadt dauerhaft sichern. Sie wollen, dass die Turnhalle an der Brüderstraße durch einen modernen Sporthallenbau ersetzt wird. Diesen Antrag haben sie heute für die Sitzung des Rates am 3. Mai angekündigt. Zitat: „Die bisher vorgesehene vergleichende Untersuchung dreier möglicher Standorte für den Bau einer Dreifachsporthalle wird ausgesetzt. Stattdessen wird die Verwaltung beauftragt – analog zum Projekt „Erweiterung Rathaus“ – die Wirtschaftlichkeit eines Ersatzbaus für die abgängige Schulsporthalle Brüderstraße in Absprache mit der Kommunalaufsicht zu prüfen, um die Maßnahme ohne Belastung des städtischen Kreditrahmens im Investitionsprogramm abbilden zu können.“

„Die Schulsporthalle Brüderstraße ist dringend erneuerungsbedürftig. Eine Sanierung des Gebäudes ist wegen der schlechten Bausubstanz unwirtschaftlich“, heißt es in der Begründung. „Im Rahmen der Bewerbung der Stadt Remscheid im Jahre 2015 um Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung von kommunalen Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend, Kultur“ wurden verwaltungsseitig folgende erhebliche Mängel beschrieben:

  • keine ausreichende Kapazität für den Schulsport (sowohl der angegliederten Gesamtschule wie für die Schulen im innerstädtischen Umfeld);
  • erhebliche Schäden im Innenbereich der Halle;
  • defekte Fenster mitsamt defektem Sonnenschutz;
  • keine Wärmedämmung, d.h. erhebliche energetische Mängel;
  • fehlende Barrierefreiheit.

In der Schlussfolgerung sprach sich die Verwaltung für einen vollständigen Ersatzbau an gleicher Stelle aus, der unter Nutzung der topographischen Lage der Schule und der ehemaligen Hausmeisterwohnung die Schaffung einer Gesamtsportfläche von 3.600 m² in Form einer 3-fach-Sporthalle, einer Turnhalle und zweier Gymnastikhallen vorsah. Das Investitionsvolumen wurde zum damaligen Zeitpunkt auf 8,3 Mio. Euro beziffert.

Dem gegenüber bietet die bestehende Halle heute eine Gesamtfläche von knapp 1.000 m² in Form einer Turnhalle, einer Gymnastikhalle und eines Bewegungsraumes. Eine Förderung aus dem Bundesprogramm kam leider nicht zustande. Im Zuge der Standortsuche für eine Dreifachsporthalle im Bereich der Remscheider Innenstadt wurde die Verwaltung beauftragt, die in der Diskussion befindlichen Standorte

  • Stadtpark Remscheid (ehem. Rollschuhlaufbahn)
  • Freifläche am Städt. Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Elberfelder Straße
  • Sporthalle und Teilfreifläche an der Städt. Albert-Einstein-Gesamtschule, Brüderstraße

vergleichend zu untersuchen, um eine Standortentscheidung zu ermöglichen. Hierfür stellte der Rat mit dem Beschluss über den Doppelhaushalt 2017/2018 für das Jahr 2017 einen Betrag in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung. Die für den Bau – ausschließlich – einer Dreifachsporthalle erforderlichen Mittel in Höhe von 6,0 Mio. Euro wurden für spätere Jahre, d.h. nach 2021, eingestellt. Eine frühere Einplanung war wegen der Auslastung des städtischen Kreditrahmens nicht möglich.

Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Sportbundes Remscheid wurde die Anregung diskutiert, analog zum Vorgehen beim Projekt der Erweiterung des Rathauses die Wirtschaftlichkeit eines Ersatzbaus an der Brüderstraße zu prüfen, um in Absprache mit der Kommunalaufsicht den Bau ohne Belastung des städtischen Kreditrahmens im Investitionsprogramm abbilden zu können. In diesem Fall könnte die Maßnahme schneller als bisher geplant verwirklicht werden.“

Waterbölles: Eine glänzende Idee! Aber mit Verlaub: Warum ist denn darauf keiner der Fachleute aus Rat und Verwaltung gekommen?

Schweiß floss für den neuen Nutzgarten

Am Samstag um 9 Uhr nahmen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bank und der Hilda-Heinemann-Schule gemeinsam eine Neubepflanzung der Außenanlage der Schule vor. Mit professioneller Unterstützung durch den Gartenlandschaftsbauer Frank Lipphard-Hahn und dank einer Pflanzenspende (Obstgehölz und Kräuter) der Deutschen Bank gelang es innerhalb eines Tages (zu dem auch ein gemeinsames Frühstück und Grillen gehörte), am Hang neben der Schule einen großen und ansehnlichen Nutzgarten anzulegen. Die Schülerinnen und Schüler können demnächst die neugestaltete Außenfläche in ihren Unterricht mit einbinden und Wachstum bzw. Ernte von Obst und Kräutern hautnah miterleben. Gleichzeitig wird die Fläche mit dem Bau und Anbringen von Insektenhotels auch zur Nutzfläche für Insekten und nützliche „Helfer“ im Garten.

Yakub Arslan führt den 8. Remscheider Jugendrat

Der 17 Jahre alte Yakub Arslan, Schüler der Albert-Einstein-Gesamtschule, der bei der Wahl des 8. Remscheider Jugendrates mit 406 die meisten Stimmen bekommen hatte, wurde gestern auf der konstituierenden Sitzung im Großen Sitzungssaal des Rathauses zum  Vorsitzende des Jugendrates gewählt. In einer Stichwahl erhielt er von den abgegebenen 15 Stimmen - alle Jugendratsmitglieder waren anwesend und gaben ihr Votum ab - acht Stimmen; auf die beiden übrigen Kandidaten Daniel Pilz und Sophie Flüß entfielen vier b zw. drei Stimmen. Auch bei den Wahlen der beiden Stellvertreter bedurfte es Stichwahlen. Die eine entschied Francesco Lo Pinto (16, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium) mit zehn Stimmen für sich; auf seinen Gegenkandidaten Bengi Aslan entfielen fünf Stimmen: In der anderen Stichwahl – für den zweiten Stellvertreter – brachte es der 17 Jahre alte EMA-Schüler dann auf acht Stimmen, eine mehr als sein Gegenkandidat Elias El Ghorchi. Damit war das neue Führungstrio des neuen Jugendrates komplett: Vorsitzender Yakub Arslan, 1. Stellvertreter Francesco Lo Pinto, 2.Stellvertreter Bengi Aslan. Gerd Dietrich-Wingender, der Geschäftsführer des Jugendrates, staunte: Fünf Kandidaten bei der Wahl des Vorsitzenden und je zehn bei der seiner Stellvertreter - das hatte es zuvor noch nie gegeben!“ Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz verpflichtete sodann die fünf Jugendratsmitglieder und wünschte ihnen eine spannende Zeit. Für die Mitglieder des 7. Jugendrates hatte er herzliche Worte des Dankes und Urkunden.

Vor Ausstellung betroffen über Amokfahrt

In der Stadtbibliothek Remscheid wurde gestern Nachmittag von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die Ausstellung „verschieden | gleich | zusammen“ eröffnet, ein Foto-Projekt des Jugendzentrums „Die Kraftstation“, Freie Jugendarbeit Remscheid-Mitte e.V., der Albert-Einstein-Gesamtschule (AES) und des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Remscheid, das Befindlichkeiten und Sichtweisen einer Gruppe junger Menschen in dieser Stadt sichtbar und greifbar machen will. Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 der AES zeigen in unterschiedlichen Arbeiten, inszenierten Fotos und Porträts mit eigenen Textzeilen Reflexionen über sich selbst in dieser Stadt mit Menschen aus rund 140 Nationen. Und die Internationale Flüchtlingsklasse des Berufskollegs verknüpfte farbige Fotos aus der Heimat der Schüler*innen mit aktuellen Fotos von ihnen. Bei den Betrachtern sollen die Fotos eigene Reflexionen auslösen über Verschiedenheit, Gleichheit und Zusammengehörigkeit. Die künstlerische Leitung hatte der bekannte Remscheider Fotograf Thomas E. Wunsch. Das Projekt wurde vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend und Sport des Landes NRW durch die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NW gefördert. Bevor der Oberbürgermeister auf die Ausstellung zu sprechen kam, äußerte er seine Betroffenheit über den gestrigen Anschlag im kanadischen Toronto, die Amokfahrt eines 25-Jährigen mit bislang zehn Toten und mehreren Schwerverletzten.

Bilder aus einer Stadt mit vielen Nationen

Pressemitteilung der Kraftstation, Freie Jugendarbeit Remscheid-Mitte e.V.

Die Kraftstation, Freie Jugendarbeit Remscheid-Mitte e.V., hat nach längerer Vorarbeit zusammen mit der Albert Einstein Schule (AES) Remscheid und dem Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung Remscheid, das Fotoprojekt „„verschieden | gleich | zusammen“ durchgeführt, das Befindlichkeiten und Sichtweisen einer Gruppe junger Menschen in dieser Stadt sichtbar und greifbar macht. Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 der AES zeigen in unterschiedlichen Arbeiten, inszenierten Fotos und Porträts mit eigenen Textzeilen Reflexionen über sich selbst. Dabei geht es um das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung in einer Stadt mit vielen Nationen.

Die Internationale Flüchtlingsklasse des Berufskollegs arbeitete mit Aufprojektionen: Fotos, die aus der Heimat der Schüler*innen stammen, verschmelzen dabei mit aktuellen Fotos. So verbindet sich die Vergangenheit und Herkunft der Schüler*innen mit ihrem gegenwärtigen Leben hier und jetzt. Im Idealfall löst die Ausstellung in der Zentralbibliothek Remscheid bei den Betrachtern eigene Reflexionen aus über Verschiedenheit, Gleichheit und Zusammengehörigkeit. Das Projekt wurde vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend und Sport des Landes NRW durch die LAG Soziolkultureller Zentren NW gefördert. Geleitet wurde es von Christian Beltz (Kraftstation), Thomas E. Wunsch (Fotokompositionen) und Ute-Anne Stillert-Loreng mit der Jahrgangsstufe 12, GK Kunst, der Albert Einstein Schule.

Die Fotoausstellung wird am Dienstag, 24. April, um 15 Uhr durch den Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz eröffnet. Bis zum 17. Mai kann die Ausstellung dann zu den regulären Öffnungszeiten (Dienstag und Freitag 11 - 19 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 11 – 18 Uhr, Samstag 11 – 13 Uhr) in der Stadtbücherei besichtigt werden.

BV stimmte überraschend gegen neuen Überweg

Die im Rahmen des Wettbewerbs zur Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes eingereichten Entwürfe der Preisträger sehen als Fußgängerquerung der Elberfelder Straße am Ämterhaus einen höhengleichen Überweg vor. Folgerichtig geht die Verwaltung davon aus, dass der bestehende Fußgängertunnel („Angstraum“) und die zuführenden Treppen und Rampen künftig entfallen sollen. Doch nach dem Wettbewerb wurden in der öffentlichen Diskussion auch andere Querungsvarianten diskutiert, die politische Anträge und Anfragen mündeten. In einer Beschlussvorlage zur Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid  am Dienstag im Lindenhof waren sie alternativ aufgeführt:

  • Antrag der SPD-Fraktion vom 17. Oktober 2017 (beschlossen im Haushalts-, Finanz- und Beteiligungsausschuss  am 16.11.2017): Für die beiden Hauptwegbeziehungen zum Ämterhaus und zum Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium ist die Lage über die Elberfelder Straße für ggf. eine zusätzliche Überführung/Brücke für mobile BürgerInnen und SchülerInnen zu prüfen.
  • Anfrage der CDU-Fraktion vom 28.11.2017 (beraten in der BV 1 am 12. Dezember 2017): 1. Inwiefern kann der Fußgängertunnel am Friedrich-Ebert-Platz aus Sicht der Verwaltung im Sinne des „Wohlfühlfaktors“ aufgewertet und im Sinne vor allem des subjektiven Sicherheitsempfindens ertüchtigt werden? Wie teuer wären diese Maßnahmen (Bitte um eine Kostenschätzung)? Welche Lösung wäre aus Sicht der Verwaltung voraussichtlich sicherer für Fußgänger und Autofahrer: Die bisherige Tunnellösung oder eine weitere Fußgängerampel?
  • Antrag der CDU-Fraktion vom 31.1.2018 (eingebracht in die BV 1 am 13.2.2018): Die Verwaltung wird beauftragt, den Tunnel am Friedrich-Ebert-Platz mit einem zerstörungsfreien Lichtkonzept sowie einer Videoüberwachung zu ertüchtigen.
  • Antrag der Ratsgruppe der W.i.R. vom 30. 1.2018 (eingebracht in die BV 1 am 13.2.2018): Prüfung, ob der das Ämterhaus mit dem Friedrich-Ebert-Platz verbindende Tunnel im Rahmen der Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes durch bauliche Veränderungen zweitweise (nachts) geschlossen werden kann. Dabei soll dargestellt werden, wie hoch der finanzielle Aufwand der Veränderung ist und ob die entstehende Schlüsselgewalt samt Pflegeverantwortung auf das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium übertragen werden kann.

Dazu gab die Verwaltung die folgende Stellungnahme ab: Da ... die Verwaltung gehalten ist, die verbindlichen Vorgaben der RASt 06, Abschnitt 6.1.8.8 (s.o.) nicht zuletzt im Hinblick auf die Förderfähigkeit der Maßnahme einzuhalten, wird die folgende Vorgehensweise zur Beschlussfassung gestellt. Die höhengleiche Fußgängerquerung der Elberfelder Straße ist prioritärer Gegenstand der Ausführungsplanung, der bestehende Tunnel wird für den Fußgängerverkehr geschlossen. Nur sofern sich dieses Ziel im Zuge der Ausführungsplanung als in hohem Maße konfliktträchtig oder undurchführbar erweisen sollte, werden die Beibehaltung des Fußgängertunnels und/oder die Errichtung einer Fußgängerbrücke quasi als Notmaßnahme  in die Planung einbezogen. Um diese Planungsoptionen offenzuhalten, werden sie bei den vorgeschalteten Verkehrserhebungen und Modellrechnungen in geeigneter Weise als Alternativen berücksichtigt.“

Die Variante der Verwaltung hätte Bezirksbürgermeister Otto Mähler gerne als Beschluss der BV gesehen. Doch die stimmte mit Mehrheit für den Antrag der CDU und den Prüfauftrag der W.i.R. Möglich wurde das durch das Fehlen von drei  BV-Mitgliedern der SPD. Merke: Bei Gorbatschow weiß man: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. In diesem Fall aber kann die Panne wieder behoben werden: Wenn die Planung im Rat der Stadt zur Abstimmung steht. Dann dürfte die SPD ihre Reihen wohl wieder fest geschlossen haben...

Für Lebensraum von Insekten können viele sorgen

Mehrere Faktoren beeinflussen grundsätzlich den Bestand und die Artenvielfalt von Insekten. So wirkt sich insbesondere die Intensivierung der Landwirtschaft auf die Vielfalt der Insekten aus, da diese zu einer Strukturverarmung der Landschaft sowie zu einem Rückgang des Blütenangebots für Bestäuber führt und viele Insekten dadurch ihre Nahrungsgrundlagen und Lebensräume verlieren. Das Nährstoffüberangebot, die Einengung der Feldfruchtwahl, die Homogenisierung und Vergrößerung der Schläge und der damit verbundene Rückgang von Randstrukturen und Blühstreifen, sowie die gestiegene Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind einige wesentliche Einflussfaktoren. Studien belegen, dass Insektizide aus der Gruppe der Neonikotinoide einen negativen Einfluss auf Wildbienen und Hummelarten haben. So beginnt die Mitteilungsvorlage 15/4787 der Stadt Remscheid (unter Quellenhinweis auf das Bundesamt für Naturschutz 2018), die eine Anfrage der CDU-Fraktion vom 7. November 2017 beantwortet. Demnach waren nach Roten Liste in NRW (Stand 2011) 37,6 Prozent der Wildbienen und Wespen ungefährdet, bei den Tagfaltern sogar nur noch 22,5 Prozent.

„Die bundesweit festgestellte Entwicklung (etwa 80 Prozent weniger Insekten-Biomasse innerhalb eines Zeitraums von 20 Jahren) hat vor dem Bergischen Land nicht halt gemacht“, teilt die Stadtverwaltung weiter mit. „Die Vergleichsuntersuchungen von Dr. Martin Sorg zur Biomasse von Insekten wurden auch im südlichen Bergischen Land durchgeführt mit demselben Ergebnis. Es ist davon auszugehen, dass die Untersuchungsergebnisse auf Remscheid mit seiner vergleichbaren Landschafts- und Nutzungsstruktur übertragbar sind. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auf ein Fachgespräch mit der Vorsitzenden des Naturschutzbeirats, der Naturschule Grund, der Biologischen Station Mittlere Wupper und der unteren Naturschutzbehörde vom 9. Januar 2018.

Die Insekten-Vorrangflächen konzentrieren sich auf fünf Remscheider Landschaftsräume. Folgende Konzeptionen und Pläne haben in Remscheid u.a. den Insektenschutz als Ziel:

  • Drei Landschaftspläne inkl. 23 Naturschutzgebiete (untere Naturschutzbehörde)
  • Zehn Pflege- und Entwicklungspläne für die Naturschutzgebiete (Biologische Station)
  • Die Untersuchung von 29 Reptilienhabitaten und trockenwarmen Biotopen (Biostation)
  • Floristische und faunistische Untersuchungen von 47 Biotopkomplexen (Biostation)

Die große Masse der Insekten ist auf Sonne, Wärme und eine arten- und blütenreiche Pflanzenwelt (Gräser, Kräuter, Sträucher) angewiesen. Wichtige Voraussetzung für Arten- und Blütenreichtum sind magere Böden und ungedüngte oder wenig gedüngte Wiesen. Von besonderer Bedeutung sind Kleinbiotope (Steinbrüche, Böschungen, Säume), Heideflächen, Feuchtgebiete, Magerwiesen, artenreiche Waldmäntel, Hecken und Felsbiotope. Einzelne Naturschutzgebiete wurden auch zum Schutz der dort lebenden Insekten (Heuschrecken, Libellen, Tagfalter) ausgewiesen (Dörpetal und Seitentäler, Feldbachtal, Schneppendahler Siepen, Steinbruchgelände Hohenhagen). Auch seien die Lage und der Zustand aller bedeutsamen trockenwarmen Biotope in Remscheid bekannt, so die Verwaltung. „Die wertvollsten Flächen werden jährlich gepflegt und begutachtet.“ Zur Pflege der für den Arten- und Insektenschutz bedeutsamsten Offenlandflächen setzt die untere Naturschutzbehörde seit 2004 jährlich rund 30.000 Euro an Naturschutz-Fördermittel des Landes ein. In den vergangenen 14 Jahren waren dies insgesamt 440.000 €.

Nach Flächenrecherche der unteren Naturschutzbehörde gibt es aktuell in Remscheid rund 100 Vorrangflächen für Insekten (trocken-warme Sonderstandorte und extensiv-mageres Offenland): zehn Heideflächen, 25 Standorte mit Magerzeigern und 60 bis 70 entwickelbare Standorte mit „Ausmagerungstendenz“ der Böden. 95 Prozent dieser Flächen werden extensiv bzw. mäßig intensiv genutzt (überwiegend von Hobby-Landwirten bzw. im Nebenerwerb), die übrigen von landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben bewirtschaftet. Rund 25 Prozent der Vorrangflächen befindet sich in öffentlichem Besitz, 75 Prozent in Privatbesitz. Gut vernetzte Landschaftsräume mit Vorrangflächen der Insektenvielfalt sind

  • Magerwiesen/Heiden (Panzertal, Feldbachtal, Dörperhöhe, Böschungen der Wuppertalsperre)
  • Südhänge und Wiesen/Heiden (Bökerhöhe, Struck, Falkenberg, Bliedinghausen)
  • Magerwiesen (um Reinshagen und Westhausen)
  • Steinbruchgelände und Magerwiesen auf dem Hohenhagen
  • Heiden und Extensivgrünlandkomplex (Westen, Grund, Grüne, Oelingrath)

Ein kontinuierliches Angebots heimischer Wildkräuterblüten, z.B. durch Ansaaten an Ackerrandstreifen, führt nach Ansicht der Naturschützer zu einem deutlichen besseren Nahrungsangebot für Wildbienen. Ungefähr ein Viertel der heimischen Wildbienenarten könne auch durch künstliche Nisthilfen relativ einfach gefördert werden, etwa auf freiwilliger Basis an Schulen und Kindergärten sowie auf innerstädtischen Grünflächen und in Parks. Empfohlen wird, das Projekt der TBR zum Straßenbegleitgrün mit blütenreichen Saatgutmischungen fortzusetzen. Aber auch private Grundstückseigentümer sollten und könnten ihr Gelände „insektenfreundlich pflegen und auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichten“. Bei Bauvorhaben im Außenbereich bzw. bei Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen verlangt die Baubehörde im Übrigen die Verwendung arten- und blütenreicher heimischer Gehölzpflanzungen. Andere Aktivitäten (z.B. Landschaftspflege, Bürgerberatung, Blumenwiesen) laufen bereits seit vielen Jahren. Und mit seinem Beschluss vom 22. Februar 2018 brach der Rat der Stadt ganz aktuell eine Lanze für Insektenhotels. Eine Arbeitsgemeinschaft aus Akteuren der Verwaltung, Naturschutzorganisatoren, Schulen, Werkstätten sowie Kitas will vor Ort Blumenwiesen und Insektenhotels als Nahrungs- sowie Brutangebote initiieren und koordinieren. Mit Merkblättern, Baukästen und Empfehlungen eigener Projekte will sich die AG an Eltern- und Schülerinitiativen, aber auch Privatpersonen und Firmen wenden.