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Suche nach Baufirmen für Quartiersplatz beginnt bald

Hätte die Natur weiterhin freies Spiel auf dem Gelände zwischen „Kraftstation“ und „Trasse des Werkzeugs“ an der Honsberger Straße, wo früher die alte Trafo-Station der Stadtwerke und die ehemalige Kfz-Zulassungsstelle der Stadt Remscheid standen, in drei Jahren wüchse dort ein „Urwald“ aus feinblättrigen Robinien, Birken und Schmetterlingsflieder (Buddleja). Schon jetzt wachsen die Bäume und Büsche dort so dicht nebeneinander, dass ein Durchkommen kaum möglich ist. Doch was der Wind gesät hat, soll in einem Jahr abgeholzt sein, um anderen Bäumen Platz zu machen, aber auch Spielflächen, Sitzgelegenheiten, einer Sonnenwiese und vielem mehr, was sportlicher Betätigung, Naherholung und kindlichem Spiel dienen kann.

  Erste Skizzen zum "Grünes Wohnzimmer Stachelhausen" stellte der Waterbölles bereits am 12. Oktober 2018 vor. Das war damals und ist auch heute noch der Arbeitstitel der Planer für den neuen Quartiersplatz im Stadtteil Stachelhausen, dessen Lage selbst alteingesessene Remscheider:innen nicht genau umschreiben können. Da hat es Sinn, dass in einer digitalen Umfrage des Stadtumbaumanagements Honsberg als neuer Name „Stachelhausen-Platz“ genannt wurde. Das berichtete gestern auf dem Gelände, umringt von viel Grün, Dr.-Ing. Peter Apel, Nicole Lohrmann und Daniela Gaspar. Sie werden demnächst mit ihrem Büro in die Kraftstation umziehen, um „dichter am Geschehen zu sein. Denn die Planung des Platzes steht kurz vor dem Abschluss. Und weil die Finanzierung schon seit Juni vorigen Jahres steht – damals übergab Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher auf dem künftigen Quartiersplatz dem Oberbürgermeister den Städtebauförderbescheid „Qualifizierung und Ertüchtigung des soziokulturellen Zentrums Kraftstation/Stadtumbau West“ – Ist der nächste Schritt ist die Ausschreibung der Arbeiten. „In einem Jahr der der Platz also ganz anders aussehen. Darauf freue ich mich sehr“, zeigte sich gestern Bezirksbürgermeister Otto Mähler zuversichtlich. Doch Andreas Huth vom Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft und Liegenschaften gab zu bedenken: „Alle Fachfirmen haben gegenwärtig gut zu tun. Das macht eine Zeitplanung ziemlich schwierig!“ Der Technische Beigeordnete Peter Heinze sah das nicht anders.

Eine klasse Idee, die Aufwertung der Kraftstation. Mit Hilfe von 400.000 Euro aus der Landeskasse, zu denen die Stadt nichts beisteuern muss! Mit neuen Räumen, die von ansässigen Vereinen angemietet werden können, wird das Jugendzentrum „Kraftstation“ ein Teil des neuen Freizeitangebots – mit neuem Eingang vom Quartiersplatz aus (besonders für Senioren sehr bequem, die von dort den Aufzug im vorderen Hauptgebäude erreichen können). Geschäftsführer Wolfgang Zöller geht davon aus, dass der Umbau der Räume im Souterrain, die Anlage einer Terrasse für Veranstaltungen  aller Art und der Anbau von öffentlichen Toiletten noch in diesem Jahr beginnen wird. Auch ebenerdige Fenster mit Blick auf die Trasse solle es geben.

Was auf dem eigentlichen Quartiersplatz für 840.000 Euro Landesmittel und 180.000 Euro aus dem Stadtsäckel entstehen wird, steht schon lange fest. „Was wird gewünscht und was davon ist finanzierbar?“, hatten sich Erwachsene, Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil in der „Kraftstation“ schon im September 2018 gefragt. Natürlich könne nicht alles aus der Wunschliste realisiert werden, betonte Andreas Huth gestern. Aber: Am unteren Ende des Geländes, in der Nähe der Trasse des Werkzeugs, sind fünf Fitnessgeräte (auch für Ältere) vorgesehen. „Die Bürger werden ihr Lieblingsgerät noch vorschlagen können“, so Huth. Auch ein „Sonnendeck“  wird es geben (auf der früheren Laderampe der Bahn), weiter oberhalb eine Grünfläche (gut für Picknicks) mit Bäumen (die Regenwasser zugeleitet bekommen sollen) als natürlichem Sonnenschutz, in der Nähe Spielgeräte für Kinder (Klettergerüst, Hangrutsche, ein Trampolin), weiter oberhalb höhere Treppenstufen, auf denen sich auch gut sitzen lässt (bei Freiluftveranstaltungen). Darüber folgt dann der eigentliche Quartiersplatz mit einem separaten „Senioren-Treffpunkt“.

Die örtlichen Vereine erinnerte Peter Apel gestern an den Verfügungsfonds des Landes. Dieser ermöglicht Privatpersonen und Institutionen neue Projekte oder Ideen für die Quartiere Stachelhausen und Honsberg zu realisieren, sollten hierfür ansonsten keine Mittel zur Verfügung stehen. Aber auch Schulen können sich schon mal Gedanken machen, ob und wie sie den neuen Quartiersplatz pädagogisch nutzen könnten. „Ich werde auf die Schulen zugehen“, hat sich Peter Apel vorgenommen. Der neue Quartiersplatz ist für den Stadtteilmanager „ein Leuchtturm-Projekt mit viel Strahlkraft in den Stadtteil Stachelhausen hinein!“ Denn der habe großen Erneuerungsbedarf.

Für ältere Mitbürger hat sich Peter Abel etwas Besonderes einfallen lassen: Auf dem Fußweg in die Stadt („bis zur Alleestraße“ und zurück) werden sie, wenn alles fertig ist, sogenannte „Plateaus“ vorfinden für eine kleine Rast zwischendurch. Und alle „Stakelhusener“ und Honsberger sind eingeladen, im Büro des Stadtumbaumanagements vorbeizukommen, wenn sie etwas auf dem Herzen haben. Sprechstunde ist dort (nach dem Umzug) immer mittwochs von 10 bis 12.30 Uhr.

Immer wieder gerne ins Deutsche Werkzeug-Museum

Donnerstag, 23. September, ab 19 Uhr
Wir drucken die Zukunft:
3D-Druck in industriellen Anwendungen

Bisher wurden alle Werkstücke zerspanend hergestellt, der neue Weg nennt sich additives Verfahren. Also nicht mehr abtragend, sondern aufbauend. Jetzt sagen wahrscheinlich viele, ach das kann doch jeder und die Drucker gibt es doch schon für einige hundert Euro zu kaufen. Doch was wir Ihnen an diesem Abend zeigen wollen, das spielt in einer anderen ganz eigenen Liga und geht darüber weit hinaus.
2017 hat die Firma Stöcker Metallbearbeitung den Innovationspreis des Fördervereins MannesmannHaus e.V. genau für Ihr Engagement und Ihre Kompetenz auf diesem Gebiet erhalten. Der absolute Spezialist auf diesem Gebiet, Arnd Meller, wird Ihnen am 23.09.2021, 19 Uhr im Deutschen Werkzeugmuseum in einem Vortrag die Vorgehensweise und die Möglichkeiten aufzeigen. An Beispielen aus der Praxis wird er auf die industriellen Anwendungen dieser innovativen Produktionsmethode eingehen. Sie werden staunen, wo sie ihre Anwendung findet und welche bahnbrechenden Lösungen gefunden wurden. Darüber hinaus wird er anhand weiterer mitgebrachter Beispiele die Möglichkeiten, die Bandbreite und die verschiedenen Methoden des 3-D-Drucks vorstellen - von Kunststoff über Kevlar verstärkte Kunststoffe bis zu ganz unterschiedlichen Metallen. Aluminium, Titan oder Werkzeugstahl sind nur einige Beispiele. Sie werden beeindruckt sein. Der Eintritt ist frei – Spenden sind erwünscht.
Zugelassen sind maximal 40 Personen; verpflichtend sind Abstandsregeln, Mund-Nasen-Schutz, 3-G-Nachweis. Anmeldung gerne über werkzeugmuseum-hiz@remscheid.de">werkzeugmuseum-hiz@remscheid.de oder Tel. RS 16 2519.

Donnerstag, 30. September,
Dienstag, 5. Oktober, jeweils 19 Uhr
Hugo Niebeling, ein „ausgezeichneter“ Regisseur (1931 - 2016)
Filmvortrag von Prof. Dr. Horst A. Wessel und Dr. Joachim Thommes

Er ist ein absoluter Kenner der Geschichte der Firma Mannesmann, 1. Vorsitzender des Fördervereins MannesmannHaus e.V. und 25 Jahre Leiter des Mannesmann-Archives: Prof. Dr. Horst A. Wessel. Er hat sich dem Leben und Werk des Regisseurs Hugo Niebeling beschäftigt, der bei Wirtschafts- und Industriefilmen, aber auch Musik- und Ballettfilmen neue Wege ging. Mit seinem experimentellen Kamera- und Schnittstil gilt Niebeling als Wegbereiter der modernen Musikvideo-Ästhetik. Aus dem umfangreichen Werk werden einige wenige Industrie-Filme, hauptsächlich zum Thema Mannesmann, vorgestellt.

Der Eintritt ist frei – Spenden sind erwünscht. Anmeldungen bis zum 29. September per E-Mail werkzeugmuseum-hiz@remscheid.de">werkzeugmuseum-hiz@remscheid.de oder Tel. RS 162519. (max. 40 Personen, Abstandsregeln, Mund-Nasen-Schutz, 3G-Nachweis)

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11. Sommerserenade von „Voices“ gleich zweimal

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Endlich ist es wieder soweit: Der Kinder- und Jugendchor „Voices“ der Musik -und Kunstschule Remscheid gibt am Freitag, 24. September, seine 11. Sommerserenade im Vaßbendersaal am Markt. Eintritt frei, aber nur mit 3G-Nachweis (geimpft, genesen, getestet)! Da die Plätze begrenzt sind, wird um Voranmeldung gebeten unter E-Mail  astrid@schmidtguitar.de">astrid@schmidtguitar.de.
Nach fast zweijähriger Pause, unzähligen Proben im Homeoffice und Kontaktsperren darf endlich wieder gesungen werden! Coronabedingt wird es zwei Sommerserenaden geben: eine Kinderchor-Sommerserenade um 16 Uhr und die Jugendchor-Sommerserenade um 19 Uhr. Der Kinderchor hat Lieder zur Geschichte von "Ritter Rost und das Gespenst" vorbereitet – mit vielen großen und kleinen Solistinnen und Solisten. Auch Solostücke auf dem Klavier und der Blockflöte hat der Kinderchor im Gepäck. Der Jugendchor singt mehrstimmige Werke aus Klassik, Gospel und Pop. Auch hier gibt es zahlreiche Solistinnen und Solisten. Am Klavier Anton Pembaur (16 Uhr) und Thomas Hilger (19 Uhr), musikalische Leitung: Astrid Ruckebier. Am Ausgang wird für die Arbeit der „Voices“ gesammelt.

Corona hat Bildungschancen noch ungerechter verteilt

von Brigitte Neff-Wetzel, Sprecherin der Ratsfaktion der Linken

Am kommenden Montag, 20. September, ist Weltkindertag, ein Tag, an dem traditionell – wenn die Pandemie es zulässt-  Spielfeste und Kindervergnügen organisiert werden und – besonders gern und ausgiebig – Reden von Politikern aller Couleur gehalten werden. „Kinder sind unsere Zukunft“ oder „Wir tun alles für eine glückliche Kindheit“ so in der Regel der Tenor der Politikerstatements.

Nur sieht leider die Realität völlig anders aus: Ich will hier gar nicht sprechen vom Leid hungernder, geflüchteter, misshandelter Kinder in allen Kontinenten dieser Welt. Schauen wir auf Deutschland: In diesem reichen Land leben fast 20 Prozent aller Kinder in Armut oder sind von Armut bedroht. Die physischen und psychischen Folgen, die Auswirkungen auf Bildung, Beruf, Gesundheit und Lebenserwartung sind hinreichend bekannt und wissenschaftlich ausgiebig erforscht. Doch nichts hat sich getan! So konnten sich die Parlamentarier im Bundestag noch nicht einmal dazu durchringen die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern!

Und in Remscheid: Die Situation der Kinder hier vor Ort ist nicht besser, im Gegenteil: Gerade die Pandemie hat noch einmal sehr deutlich gemacht, wie ungleich Kinder hier aufwachsen und wie ungerecht etwa Bildungschancen verteilt sind. In Remscheid lebt mittlerweile jedes vierte Kind in Armut, Tendenz in den letzten Jahren: steigend! Doch auch hier zeigen sich einige Politiker äußerst zurückhaltend,  wenn es darum geht, die Lebenssituation von Kindern wenigstens ein  klein wenig zu verbessern.

Zwei Beispiele:
1. Bei der Diskussion der hiesigen Bundestagskandidaten antwortete ein Kandidat auf die Frage, was er konkret gegen Kinderarmut machen werde, wenn er in den Bundestag gewählt wird: Die Kinderarmut läge daran, dass Väter ihrer Verantwortung nicht gerecht würden und keinen Unterhalt zahlten. Das sollte man nicht zulassen.
2. CDU und Linke stellten im Remscheider Rat gemeinsam den Antrag, in den Herbstferien und Weihnachtsferien den Kindern und Jugendlichen freien Eintritt ins Hallenbad H2O zu gewähren, was auf Antrag und Eingabe dieser beiden Fraktionen schon  in den Sommerferien sehr erfolgreich umgesetzt wurde. Aber die anderen Fraktionen konnten sich erst einmal dazu nicht durchringen: zunächst sollen Fördermöglichkeiten geprüft werden. Es soll überprüft werden, ob nicht ein freier Träger ein Schwimmangebot im Rahmen der Landesförderung machen kann und ganz wichtiges Gegenargument: Es gehe hier ja um etwa 25 000 €. Die könnte man ja wohl nicht „einfach so ausgeben“. 25 000 € – also noch nicht einmal 1,50 € pro Remscheider Kind und Jugendlicher- sind dann doch zu viel – auch am Weltkindertag!

 

Zum Weltkindertag freier Eintritt "bis 13" ins H2O

Pressemitteilung des H2O Sauna- und Badeparadieses

Alle Kinder bis einschließlich 13 Jahren erhalten am Montag, 20. September, freien Eintritt ins H2O. Trotz oder gerade wegen der Pandemie möchte das H2O Sauna- und Badeparadies den Kindern am jährlichen stattfindenden Weltkindertag erneut den Eintritt in die Wasserlandschaft schenken. „Wohl kaum eine andere Bevölkerungsgruppe hat während der Pandemie so starke Einschränkungen erfahren müssen. Und gerade das Schwimmen ist in den vergangenen Jahren viel zu kurz gekommen“, erklärt Christian Liese. Ein Nachweis, ob die Kinder negativ getestet sind, muss nicht erbracht werden. Denn nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung ist der Nachweis erst ab dem 16. Lebensjahr erforderlich. Schulpflichtige Kinder werden regelmäßig in den Schulen getestet, so dass hier der Nachweis einer offiziellen Teststelle entfällt. Ein Besuch ist aber nur möglich, wenn vorab ein Ticket über „Remscheid-Live“ gebucht wird; sie können dann direkt ausgedruckt werden. Alternativ können Besucher ihr Ticket auf dem Smartphone vorzeigen. Die Buchung der Tickets ist kostenlos – die Wahl des Tarifs sowie die eventuelle Bezahlung erfolgt am Empfang im Haus.

Das H2O weist darauf hin, dass Kinder, die nicht sicher schwimmen können, nur in Begleitung eines Erwachsenen die Wasserlandschaft des H2O besuchen dürfen, um Badeunfällen vorzubeugen. Die Begleitperson hat auch die Aufsichtspflicht gegenüber ihren Kindern während des Aufenthaltes. Das H2O-Team freut sich auf die jungen Gäste und wünscht allen Besuchern viel Spaß beim Schwimmen, Spielen und Toben!

„Klimacamp“ am Rathaus ist zugleich Mahnwache

Bündnis hat bergische Zukunftsthemen auf der Agenda“, titelte der Waterbölles am 23. Januar. Rund ein Jahr, nachdem die „Fridays for Future“-Gruppe Remscheid (FFF) ihre Arbeit beendete, hat sich damals das „Bündnis Remscheid“ gegründet, um die alten Klimaprojekte der FFF aufzugreifen, aber auch neue Akzente zu setzen. Man versteht sich nicht allein als Klimagruppe, sondern wolle sich auch um andere für die Zukunft wichtige Themen kümmern. Initiator des Bündnisses ist der ehemalige Kopf der Remscheider FFF-Bewegung, Daniel Pilz, damals Schülersprecher des Röntgen-Gymnasiums und Jugendratsmitglied, inzwischen Vorsitzender der Remscheider Jusos. Aus der Corona-Zwangspause will sich das junge Bündnis, dem Jugendlichen und junge Erwachsenen angehören (darunter Mitglieder des DGB, von Greenpeace und der „Seebrücke“), ab kommenden Freitag, 17. September, durch ein „Klimacamp“ befreien, das vom 18. bis 25. September zahlreiche Interessierte auf den Theodor-Heuss-Platz locken soll, die 3G-Bedingungen vorausgesetzt. Über Einzelheiten der Aktion informierten vor einigen Tagen bereits die vier Organisator:innen Belinda Tillmanns und Sofia Rodriguez Eckwert, Mitglieder der Projektgruppe „Nachhaltigkeit und Klimaschutz" des Remscheider Jugendrates, Julian Ring und Daniel Pilz auf einer Pressekonferenz im Rathaus.

„Wir wollen an die Aktionen von vor knapp zwei Jahren auf dem Rathausplatz anknüpfen und noch einmal auf die zwölf Forderungen der Jugend in Remscheid hinweisen, die damals der Politik übergeben wurden“, sagte Pilz. Die seien längst noch nicht alle erfüllt. Siehe dazu auch Waterbölles vom 6. Juli 2019: „Schüler/innen fordern Politiker-Beitrag zum Klimaschutz“. Julian Ring hat aus Berlin kreative Ideen aus Berlin mit nach Remscheid gebracht,. Die sind in das Programm des „Klimacamps“ eingeflossen, von dem sich das “Bündnis Remscheid“ einen neuen Aufbruch, eine neue Chance verspricht, „Klimaschutz in Remscheid wieder nach vorne zu bringen.“ Ziel sei es, die klimaengagierten Menschen zusammenzubringen, denn gemeinsam könne man viel mehr bewegen.

Am 17. September ab 17 Uhr sollen auf dem Rathausplatz Pavillons sowie Zelte und eine Jurte der Pfadfinder aufgestellt werden – die Pavillons für den Fall, dass es in den nächsten Tagen einmal regnen solle, letztere, um darin Feldbetten aufzustellen und Isomatten und Luftmatratzen auszulegen. Denn nachts sollen bis zu sieben Gruppenmitglieder darin übernachten. Schließlich sei das „Klimacamp“ ja auch als eine Art Mahnwache angelegt, so Daniel Pilz. (Und weil das Allee-Center und das Rathaus nachts geschlossen ist, gehört zum Camp auch ein Dixi-Klo.)

Die Aktionstage sind thematisch gegliedert:

  • Samstag, 18. September: Die Klimakrise trifft uns alle.
  • Sonntag, 19. September: „Schöpfungsgottesdienst“ zum Artensterben (mit der evangelischen Superintendentin Antje Menn und Bruder Dirk aus Beyenburg).
  • Montag, 20. September: „Korruption und Versammlungsgesetz NRW“
  • Dienstag, 21. September: Heiteres “Pub-Quiz" zum spielerischen Erkennen von Parteiprogrammen
  • Mittwoch,  22. September, Energie, Wirtschaft und Greenwashing
  • Donnerstag,. 23. September: Arbeit und Infrastruktur
  • Freitag, 24. September, Globaler Klimastreik (Die Demo „Alle fürs Klima“ soll um 13 Uhr auf dem Rathausplatz beginnen. Zitat: "Zusammen mit Euch möchten wir wieder auf die Straße, um der Politik klar zu signalisieren: So geht es nicht weiter. Unsere Zukunft und die künftiger Generationen muss lebenswert bleiben, Und Ihr habt kein Recht sie zu zerstören. Wir sind die letzte Generation, die dafür kämpfen kann!")
  • Samstag, 25. September: Kleingruppenaktion.

 Daniel Pilz: „Wir möchten mit Akteuren in Remscheid über sozialverträglichen Klimaschutz in den Dialog treten undjungen Menschen die Möglichkeit geben, sich außerhalb von Parteien für Klimaschutz einzusetzen.“ Auch die gegenwärtigen Schülervertretungen in den Remscheider Schulen müssten sich des Thema „Klimaschutz“ wieder verstärkt annehmen, ja es gar für sich neu entdecken, ergänzte Belinda Tillmanns. Sie und Sofia Rodriguez Eckwert hatten beim Besuch in einigen Klassen festgestellt, dass das Problem bewusster gesehen werden müsse, „auch von Lehrerinnen und Lehrern!“ Das Interesse der jüngeren Schüler:innen sei jedenfalls geweckt…

Wasserflächen für den Schwimmunterricht

Nach Auskunft der  DLRG nahmen Schwimmlehrer:innen im vergangenen Jahr bundesweit 23.485 Schwimmprüfungen ab. Im Vergleich mit 2019 war die Zahl damit um 75 Prozent eingebrochen. Ähnlich bei den Schwimmabzeichen: Wurden 2019 noch 48.243 Seepferdchen vergeben, waren es im vergangenen Jahr gerade mal 14.566. Durch die Corona-Pandemie mussten Bäder schließen und Schwimmkurse bzw. -prüfungen folglich ausfallen.

„Die DLRG spricht davon, dass mittlerweile mindestens ein, wenn nicht sogar schon zwei Jahrgänge in der Schwimmausbildung verloren gegangen sind. Sie warnt, dass das Risiko des Ertrinkens dauerhaft erhöht sei, weil in der Pandemie die Zahl der Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer signifikant gestiegen sei“, stellen SPD, FDP und Grüne in einem gemeinsamen Antrag an den Sportausschuss fest. Auch die Ausbildung der Retter sei ins Stocken geraten ist. Dies sei aber nicht nur der Pandemie geschuldet, sondern ein Trend, der sich bereits seit längerem abzeichnet. „Noch schwerwiegender ist allerdings, dass Grundschulen keinen Schwimmunterricht anbieten können, weil nicht ausreichend Bäder bzw. Schwimmflächen zur Verfügung stehen. Wir müssen helfen, dass Kinder und Jugendliche schwimmen lernen. Daher ist es erforderlich, alle Wasserflächen zu ermitteln, um diese für Schwimmzeiten zur Verfügung zu stellen.“ Jedes Kind in Remscheid müsse die Möglichkeit bekommen schwimmen zu lernen, meinen die Antragsteller. Deshalb haben sie die Verwaltung um statistische Zahlen gebeten, die eine politische Entscheidung erleichtern könnten:

  • Wie groß sind die Wasserflächenkapazitäten (Freibäder, Hallenbäder, Krankenhaus, private Anbieter) in Remscheid und stehen ausreichend Wasserflächen für den Schwimmunterricht zur Verfügung?
  • Zu welchen Uhrzeiten sind die Wasserflächen durch den Schwimmunterricht an Schulen oder durch Vereine und private Anbieter belegt?
  • Haben weiterführende Schulen Schwimmzeiten für das kommende Schuljahr beantragt, die nicht bewilligt wurden
  • Wie können unter den derzeitigen Rahmenbedingungen zusätzliche Angebote für die Ausbildung im Bereich der Schwimmlehrer und Rettungsschwimmer geschaffen werden?

Stehen in den kommenden Jahren Mittel aus der Sportpauschale zur Finanzierung möglicher zusätzlicher Angebote zur Finanzierung zur Verfügung?

Multikulturelles Zusammenleben im Blick

Pressemitteilung des AGOT e.V.

Allen Unwägbarkeiten und Hindernissen zum Trotz präsentiert der AGOT e.V. am 18. September wieder ein „RS UNITED FESTIVAL“, das sechste seit 2014 – aus den bekannten Corona-Gründen allerdings in kleinerem Rahmen, im schönen Garten der Gelben Villa. Einlass ist um 18 Uhr. Von 19 bis 22 Uhr erwartet die Festivalbesucher:innen ein buntes Bühnen- und Mitmachprogramm. Der Eintritt ist frei; es gelten die 3G-Regeln. Die Nachwuchsband THE CUBE eröffnet das Festival musikalisch. Um 20 Uhr folgt die Gruppe LIONESS.  Den krönenden Abschluss des Abends bildet dann das Künstlerkollektiv NDRA. Von Rock, Pop über Reggae, Soul, R&B und Rap ist in diesem Jahr wieder einiges dabei!

Anknüpfend an die Projektreihe aus 2015 („Null Toleranz bei Gewalt, Rassismus und Extremismus! Null Toleranz bei Intoleranz!)“ und die Festivals im Stadtpark sowie im Jugendzentrum „Die Welle“ in Lennep werden durch die Träger der AGOT e.V. in jugendkulturellen Projekten verschiedene Blickwinkel eines multikulturellen Zusammenlebens beleuchtet, um das Bewusstsein für politische Themen zu schärfen, tolerante Haltungen zu unterstützen und einen Beitrag zur Gewalt- und Extremismusprävention zu leisten. Neben dem Musikprogramm mit regionalen Künstler*innen finden von 19 bis 22 Uhr viele weitere Mitmachaktionen statt. Beispielsweise wird der Jugendrat in diesem Jahr eine FOTOBOX als Selfie –Area im Gepäck haben. Mit von der Partie sind ferner die AIDS Hilfe Remscheid, die BUDDIES und die städtischen STREETWORKER. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt.

Das Festival „RS UNITED FESTIVAL – wir leben das“ versteht sich als Veranstaltung von und mit Jugendlichen für Jugendliche. Dies bedeutet, dass in alle Planungsphasen Besucher:innen der Einrichtungen eingebunden werden.

Demokratisches Verhalten, solidarisches Handeln und die Übernahme von Verantwortung in vielen Bereichen, gewaltfreie Konfliktlösung, Engagement für Vielfalt, Respekt und Menschenwürde sowie die Unterstützung der Entwicklung von jungen Menschen zu mündigen, kritikfähigen und gesellschaftsfähigen Persönlichkeiten durch Bildungsangebote sind wesentliche Stichworte, die in der Kinder- und Jugendarbeit in Remscheid zentrale Bedeutung haben. Diese Ziele und Werte der Erziehung junger Menschen sind gesetzlicher Auftrag der Jugendhilfe und somit ebenfalls der AGOT e.V.

Das Corona-Interview mit Thomas Neuhaus (Teil 3)

Die GEW hat eine Umfrage gestartet, habe ich gelesen, und die sind bundesweit darauf gekommen, dass 80 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer geimpft sind. Mit anderen Worten: Jeder fünfte ist es nicht.

Gut, aber das ist immer noch über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Insofern kann man erkennen, dass bei Lehrerinnen und Lehrern in höherem Maße die Impfbereitschaft da ist. Ich weiß ungefähr, in welche Diskussion Sie das Gespräch bringen wollen. Ich sehe das auch ein. Ich denke, gerade da, wo Professionelle zusammen mit Menschen arbeiten, die mehr Schutz bedürfen, sollte man das Thema „Impfen“ am besten auch tatsächlich durchführen. Aber wir haben nicht die Impfverpflichtung und auch nicht den Impfzwang in diesem Land. Insofern ist es jedem selbst überlassen, die Entscheidung zu treffen, ob er sich impfen lässt oder sich nicht impfen lässt und welche Konsequenzen und Unbequemlichkeiten die Nicht-Impfung mit sich bringt. Da ist es gut, mit weiteren Informationen voranzugehen.

Ich glaube, dass es ganz, ganz wichtig ist, dass alle die, die noch nicht geimpft sind, sich die Zahlen anschauen und dabei feststellen, dass es nun Jüngere trifft und dass jüngere Menschen auch in die Intensivstationen kommen. Wir haben junge Erwachsene im Sana-Klinikum auf der Intensivstation gehabt, der Altersdurchschnitt ist rasant gesunken. Jeder, der sich stark fühlt, ohne Impfung eine Corona-Infektion zu überstehen, läuft Gefahr, dass es durch die Mutationen zu einem schwierigen Krankheitsverlauf kommt. Wir wollen die Menschen schützen – ob es Lehrerinnen und Lehrer sind, ob es Pflegerinnen und Pfleger sind. Aber wir haben immer wieder festgestellt, auch gerade am Anfang bei den Pflegerinnen und Pflegern, dass es gut ist, immer wieder die Gelegenheit zu geben. Lehrerinnen und Lehrer sind jetzt in Remscheid bei der Kampagne dabei. Wir haben Materialien vom Ministerium bekommen, um mit den Schülerinnen und Schülern und mit den Eltern darüber zu diskutieren. Und vielleicht reift bei dem ein oder anderen von den letzten 20 Prozent auch noch die Entscheidung, sich impfen zu lassen. Wir freuen uns über jeden, der sich impfen lässt.

Eine Impfung gegen Verschwörungstheorien oder -ideologien gibt es noch nicht, auch nicht bei Lehrern.

Naja, ich glaube nicht, dass das personenkreisabhängig ist. Wie gesagt: 80 Prozent sind mehr als der Durchschnitt. Die Freiheit ist da, und wir sind schon sehr weit gekommen mit dieser Freiwilligkeit. Das ist, glaube ich, das Beste. Man sieht auch durch 3 G und 2 G, dass es schon einen sanften Druck von den staatlichen Behörden auf Bundes-und Landesebene gibt. Viele Privatunternehmen gehen inzwischen ja auch diesen Weg. Wir wollen als Gesellschaft ja insgesamt unserer Freiheiten auch wieder in Anspruch nehmen und gleichzeitig auch unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger vor schwierigen Krankheitsverläufen bis hin zum Tod schützen. Da werden wir noch längere Diskussionen führen. Bald wird es normal sein für uns, uns zu entscheiden, die Impfung zum ganz überwiegenden Teil durchzuführen. Ich glaube, das werden wir in den nächsten Monaten noch sehen.

Was ist der Unterschied zwischen Masern und Corona?

(Lacht) Der Unterschied ist vielleicht eine Bundestagswahl, vielleicht ist der Unterschied letztendlich, dass wir hier in der Pandemie auch ganz andere Dimensionen von Unsicherheit, Ängste bis hin zum Widerstand in der Bevölkerung haben und noch mitten in der Diskussion sind, wie wir mit der Impfflicht, dem Impfdruck und der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen, die ja bekanntlich dort endet, wir die Freiheit des Anderen beginnt.  Beim Thema Masern …

… wo es ja eine Impfpflicht gibt  ….

… wo es eine Impfpflicht gibt, ist es ja so, dass es gut funktioniert hat, obwohl es auch durchaus Gruppen gab, die sich negativ ausgesprochen haben. Aber in der Zeit einer so schlimmen Naturkatastrophe wie der Corona-Pandemie hat sich die Lage nun mal verändert, und ich bin kein Freund einer Impfpflicht, das muss ich eindeutig sagen.

Auch nicht für Polizisten, für Krankenpfleger, für Pflegedienste? Die Liste könnte ich noch fortführen.

Das ist genauso wie eine Gaststätte, die sagt, wir machen 2 G. Dann muss man womöglich zusehen, dass diese Freiheit aber nicht bedeutet, dass man letztendlich damit auch in die Lage versetzt wird, andere Menschen anzustecken und in eine gefährliche Situation zu bringen. Man soll sich überlegen, warum man einen Beruf gewählt hat, und ich glaube, da werden wir auch noch einige Diskussionen in der nächsten Zeit haben.

Apropos Gaststätten: Wenn ich in eine Gaststätte komme, und ich werde gefragt: Sind Sie geimpft? Und ich sage: Ja. Und das war’s dann.  Dann frage ich mich: Müsste da nicht mal in der Gaststätte geprüft werden, wie die damit umgehen?

Genau das haben wir in der letzten Woche im Krisenstab auch besprochen, Herr Beckmann ist mit seinem Ordnungsdienst unterwegs, und das nicht nur in den Gaststätten, sondern in vielen anderen Bereichen. Das ist ganz normal, dass unser Ordnungsdienst die Einhaltung der Corona-Regeln überprüft. Das tun wir in den Gaststätten, und ich muss sagen, ich gehe gerne in Restaurants hier in unserer Stadt, weil es sehr viele gute Gaststätten gibt. Und ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

Es mag schwarze Schafe geben, aber in der Regel weiß gerade die Gastronomie sehr genau, nachdem diese Durststrecke sehr schmerzlich war, dass man einen Beitrag zum Erhalt der Öffnung leisten kann, indem man die Überprüfung tatsächlich und in der vorgegebenen Form vornimmt. Gerade bei unserer tollen DEHOGA in Remscheid, die sich sehr intensiv eingebracht hat in allen Diskussionen, weiß ich auch, dass nicht nur von der Ordnungsseite, sondern auch vom Verband selbst Aufwand betrieben wird.

Vielen Dank.

Das Corona-Interview mit Thomas Neuhaus (Teil 2)

Mir sind in den vergangenen Tagen zwei dringende Impfaufrufe aufgefallen, einmal von der Stadt gemeinsam mit den Vertretern der Remscheider Moscheegemeinden und einer von OB Burkhard Mast-Weisz, von Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Neveling und von Ihnen. Der ging an Schülerinnen und Schüler der Remscheider Schulen und an die Eltern, und dieser Aufruf ist in andere Sprachen übersetzt worden. Hat das aktuelle Gründe, mobilisieren Sie diejenigen, die nicht gehen?

Es ist unsere Aufgabe, überall da zu sein, wo wir noch weitere Impfungen im Rahmen der Stiko-Empfehlungen möglich machen können. Bei dem Letztgenannten, bei den Impfungen von Jugendlichen ab zwölf Jahren, ist es ja so, dass die Entscheidungen der Ständigen Impfkommission recht spät kam, mitten in den Sommerferien. Und da ist es uns einfach noch mal wichtig, dass die Entscheidungen der Jugendlichen oder eben (unter 16) der Eltern forciert werden, dass die Eltern und die Schülerinnen und Schüler sich mit dem Thema auseinandersetzen, gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, die vom Schulministerium mit der Aufklärung über das Impfen beauftragt sind, damit wir auch bei diesem Personenkreis eine größere Durchimpfung bekommen.

Durch die Kurzfristigkeit der Empfehlung der STIKO ist es so, dass der hohe Durchimpfungsgrad bei den Jugendlichen noch nicht da ist. Deshalb haben wir darauf hingewiesen. Wir müssen davon ausgehen, dass jeder die Virusinfektion irgendwann einmal bekommen wird. Und daher ist es wichtig, dass man ab Zwölf auch möglichst die Impfung in Anspruch nimmt. Wenn wir Schulen ansprechen als Stadtverwaltung, dann wissen wir, dass unsere Stadt bunt ist, und dann schreiben wir die Eltern auch mit ihren unterschiedlichen Migrationshintergründen in ihrer Sprache an, die sie überwiegend sprechen oder die sie auch lesen können. Es geht uns ja darum, dass jeder – egal ob er schon immer in Remscheid wohnt oder nach Remscheid gekommen ist –  auch unsere Botschaften versteht. Wir wollen, dass alle Menschen in unserer Stadt geschützt werden, und wir wollen, dass unsere Botschaften verstanden werden und wir wollen auch, dass die freie Entscheidung über das Impfen auf der Basis von ausreichenden Informationen erfolgt.

 Jetzt ist die Gelegenheit der Impfung für Jugendliche ab 12 Jahren da: Sie können sich im Impfzentrum an jedem Tag ohne Termin erstimpfen lassen. Es gibt Stimmen in unserer Stadt, die die mobile Impfung für Schülerinnen und Schüler in den weiterführenden Schulen bevorzugen würden. Der Krisenstab der Stadt Remscheid hat nach intensiver Diskussion entschieden, dass für die Dauer des Bestandes des Impfzentrums die Impfungen dort oder in den Arztpraxen für die Jugendlichen erfolgen sollen. Wir haben uns der ärztlichen Haltung angeschlossen, die bundesweit von den Kinder- und Jugendärzten geteilt wird. Wir möchten nicht, dass Impfungen von Schülerinnen und Schüler ohne ausreichenden Einbezug ihrer Eltern mit (Gruppen-)Druck und ohne ausreichend Zeit für die notwendige ärztliche Beratung zum Impfen gebracht werden.

Zudem hatte man z.B. auch den über 80Jährigen den Weg zum Impfzentrum zugemutet. Dann ist es auch den mobilen Schülerinnen und Schülern und Ihren Eltern möglich das Impfzentrum aufzusuchen. Das oft vorgebrachte Argument der Trägheit von Schülerinnen und Schülern teile ich nicht und es wäre auch nur von untergeordneter Rolle gegenüber den anderen Kriterien und auch gegenüber den Gruppen, denen man den Weg zum Impfzentrum zugemutet hatte.

Und das mit den Moscheen ist so, dass uns Vertreter von Moscheegemeinden gefragt haben, dort noch einmal eine Informationskampagne durchzuführen. Es gab zu dem Thema „Impfungen“ dort Fragen und Unsicherheiten. Wir leisten als Gesundheitsamt zusammen mit dem kommunalen Integrationszentrum dort eine Infostunde, und damit Menschen in die Moscheen gehen können und unsere Amtsärzte mit Übersetzern vom kommunalen Integrationszentrum alles fragen können, was sie wissen wollen über das Impfen. Denn das Wichtigste ist: Für die freie Entscheidung muss man umfassende Informationen haben. Wir bieten dort für die Erwachsenen mobile Impfungen an, um einfach auch noch mehr Menschen zu erreichen. Hier ist im Vergleich zu den Jugendlichen kein Gruppenzwang zu befürchten. Es ist ja schon ein Hinweis, wenn man sagt, wir wollen noch mehr wissen.

Dann scheint der Bedarf da zu sein …

Der Bedarf ist da, und es ist auch so, dass mangelnde Information bei dem Thema immer noch eine Barriere sein kann.

Gilt das auch für Lehrerinnen und Lehrer?

Lehrerinnen und Lehrer gehörten ja zu den priorisierten Impfpersonenkreisen und haben schon sehr früh die Impfungen in den Impfzentren erhalten. Da werden wir keine weiteren Aufrufe machen. Über die, die möglicherweise noch nicht geimpft sind, habe ich keine Informationen. Arbeitgeber dürfen nicht wissen, wie der Impfstatus ist. Die Stadt ist nicht Arbeitgeber für die Lehrerinnen und Lehrer, das ist das Land Nordrhein-Westfalen. Und die als Arbeitgeber haben keine Möglichkeit, hier einen Überblick zu haben.

Das Corona-Interview mit Thomas Neuhaus (Teil 1)

In Remscheid sind bislang 179 Menschen an bzw. mit einer Corona-Infektion gestorben. Davon waren 33, also mehr als jeder Fünfte, Bewohner des Altenheims „Haus Lennep“. Am 8. September ist die Verwaltung im Sozialausschuss darauf eingegangen. Um die Versorgung der Bewohner/innen sicherzustellen, seien sogenannte Pendlerquarantänen ausgesprochen worden: Mitarbeiter/innen des Altenheims, die zwar positiv getestet worden waren, aber noch keine Symptome von Corona zeigten. Was heißt das genau?

Das ist ein Instrument aus einer anderen Zeit innerhalb der Pandemie. Man muss sehen, dass es zu dieser Zeit noch keine Impfstoffe gab und dass insbesondere die Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheims noch keinen Impfschutz genossen. In dieser Zeit war es häufig so, dass man festgestellt hat, man kann viele Maßnahmen gegen das Eindringen des Virus in Altenheime entwickeln, aber eine 100-prozentige Sicherheit nicht möglich ist. Die Besuchsrechte waren zunächst sehr streng und aus meiner Sicht auch falsch. Später sind die Besuchsmöglichkeiten in den Heimen gelockert worden. Das war, damit die Menschen nicht vereinsamen, richtig, beinhaltete allerdings auch, trotz Testungen und Schutzmaßnahmen höhere Gefahren des Eintrags des Virus in die Pflegeheime. Und in diesem Zusammenhang passierte es, dass viele Bewohner*innen im Haus Lennep infiziert wurden.

Das ist eine Sache, die mich heute noch sehr stark betroffen macht, dass so etwas passiert ist und dass so viele Menschen gestorben sind. In der Situation haben sich nicht nur viele Bewohner angesteckt und hatten schwierige Verläufe, sondern auch Pflegerinnen und Pfleger. Die Menschen sind eben sehr eng beieinander, gerade in diesen Heimsituationen. Das Pflegeheim signalisierte der Heimaufsicht, dass die Pflege der Menschen ohne Maßnahmen absehbar nicht mehr gesichert sei. Das galt sowohl für die eine Gruppe der Nichtinfizierten als auch für die Gruppe der Infizierten. Zu Vermeidung solcher Situationen gab es das Instrument der Pendlerquarantäne.

Dieses Instrument gibt es heute nicht mehr, weil man es auch gar nicht mehr benötigt durch die hohe Durchimpfung. Das bedeutete, dass man tatsächlich innerhalb eines Pflegeheimes zwei Gruppen bilden musste, eine Gruppe derer, die infiziert sind, und eine Gruppe derer, die nicht infiziert sind und geschützt werden mussten. Wenn man dann nachwies, dass man durch Personal aus anderen Standorten, von Personalfirmen oder durch zusätzliche Einstellungen die Pflege nicht sicherstellen konnte, dann konnte das Gesundheitsamt auf Antrag des jeweiligen Heimes bewilligen, dass infizierte Pflegerinnen und Pfleger freiwillig – wenn sie ohne Symptome waren – unter strengsten Auflagen die Pflege der infizierten Bewohner*innen weiterführen konnten.

Die Voraussetzung war, die Pfleger haben das von sich aus gemacht, sie hatten trotz Infektion einen guten Gesundheitszustand, und sie haben ihr Zuhause verlassen mit allen Hygienevorkehrungen, sind nur ins Auto gestiegen, sind ins Heim gefahren, durch einen separaten Eingang dahin gegangen, wo die infizierten zu pflegenden Menschen innerhalb des Heimes sind. Die Übertragung von Personen, die infiziert sind, an Infizierte war ja kein Problem. Es ging einfach nur darum, dass in einer so schwierigen Situation Pflege weiterhin gewährleistet sein musste.

War quasi die letzte Rettung?!

Die Pflege der Menschen konnte so sichergestellt werden. Es gab noch eine weitere Rettungsebene. Der Oberbürgermeister und ich hatten ja noch die Bundeswehr gebeten, in diesem Pflegeheim zu helfen, weil auch die Pendlerquarantäne nicht ausreichend war. Dadurch war die entsprechende Hilfe möglich in dieser sehr, sehr schwierigen Situation. Das ist ein Blick zurück in eine Zeit, die uns alle – insbesondere die Angehörigen und Pfleger - sehr belastet und natürlich auch sehr traurig gemacht hat. Heute kann man sagen: Wären die Impfungen früher gekommen, hätte man noch sehr viel mehr Menschenleben retten können. Wir sehen ja sehr, sehr deutlich, dass die Infektionen bei älteren Menschen, insbesondere über 60 und über 70, rasant zurückgegangen sind.

Kann man das erklären?

Das ist die Impfung – Impfen schützt, das ist ganz einfach.

Also ist die Botschaft: Impfen, impfen, impfen …

Natürlich. Ich hab‘ jetzt neulich mitbekommen, dass ganz viele Menschen sagen: Aber wenn ich geimpft bin, kann ich ja trotzdem infiziert werden. Das stimmt. Aber es ist schon ein Unterschied, ob ich geimpft die Infektion habe und dann in der Regel milde Symptome entwickle, oder ob ich ungeimpft auch als jüngerer Mensch (und wir haben jetzt deutliche niedrigere Altersdurchschnitte in den Krankenhäusern) einen schweren Krankheitsverlauf habe. Impfen konnte bereits das Leben von besonders verletzlichen Menschen in den Pflegeheimen oder in der häuslichen Pflege retten.

Für mich ist das ein absolut schlagendes Argument, dass gerade auch die, die häufig viele Vorerkrankungen haben, jetzt nicht bedroht sind vom Allerschlimmsten, was passieren kann. Da muss man sich auch nicht in die Tiefen des Internets eingraben, um festzustellen, dass der Schutz von Menschen gelungen ist, die wir früher alle zusammen auch mit umfassenden Schutzmaßnahmen nicht vollständig schützen konnten.

Wenn jetzt Impfen das Gebot der Stunde ist, dann frage ich mich, warum die Stadt Remscheid ihr Impfzentrum in der Sporthalle West zum 30. September schließen will.

Das Land NRW hatte uns mit der Einrichtung und dem Betrieb des Impfzentrums in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung beauftragt. Nun wird die Finanzierung zum 30.09. eingestellt, da nun eine neue Phase der Impfkampagne in NRW ansteht.

Weil die Hausärzte alles machen?

Ja. Ich führe etwas aus: Es ist so, dass dieses Impfzentrum auf tausend Personen pro Tag ausgelegt war, mit fünf Impfstraßen. Mittlerweile ist aufgrund der erreichten Impfquote die Inanspruchnahme weitaus geringer. Es gibt noch genügend Menschen, die geimpft werden sollten, aber sie kommen nicht mehr so, dass man vertreten könnte, eine solche „Impffabrik“ aufrecht zu erhalten. Insofern ist auf der Seite des Landes jetzt ein Strategiewechsel angedacht. Die niedergelassenen Ärzte mit den verschiedenen Professionen und die Betriebsärzte sollen jetzt die Impfungen durchführen: die Erstimpfungen nach dem 30. 9., die Zweitimpfungen für die, die schon ihre Erstimpfung im Impfzentrum erhalten haben, und auch alle weiteren Booster-Impfungen, also das dritte Mal und das Impfgeschehen mit der Wiederauffrischung, die dann später kommt. Dafür ist die übliche Infrastruktur da, die ja auch bei anderen Impfungen (z.B. Grippe oder Masern) funktioniert.

Das Land hat mit der Kassenärztlichen Vereinigung auf der Landesebene Vereinbarungen getroffen, dass man sicherstellt, dass man die Kapazitäten dafür hat und die Covid-Impfungen in den Praxen erfolgen können. Der kommunale Part dabei wird zukünftig der sein, dass wir eine koordinierende Funktion im Impfgeschehen übernehmen. Es muss ja jemanden geben, und das kann in einer Stadt nur die Kommune, die Verwaltung sein, die darauf achtet, dass die Impfungen auch wirklich erfolgen, dass wir den entsprechenden Impffortschritt haben, dass alle Gruppen, auch die besonderen Gruppen (zum Beispiel die Pflegeheime) lückenlos ihre weiteren Impfungen durchführen. Das wird die Stadt Remscheid mit seinem Gesundheitsamt sein. In der ersten Skizze, die uns dazu vorliegt, wird die Abkürzung für die koordinierende Einheit KOCI sein.

Es ist in diesem Konzept auch angedacht, dass zumindest eine Impfung durch die Kommune angedacht ist, wenn alle anderen Systeme nicht funktionieren oder vielleicht im Rahmen von Kampagnen zusätzliche Impfungen durch mobile Einsätze auf Weisung des Landes möglich gemacht werden sollen. Wir werden unsere Fähigkeit, in das Impfgeschehen aktiv einzugreifen, sicherlich erhalten. Aber wir werden nicht die Massen machen, sondern wir werden koordinierend darauf achten, dass wir eine möglichst hohe Impfquote in der Stadt behalten und auch weiter steigern, dass die Nachimpfungen erfolgen. Das ist schon der Wechsel in die Normalität mit dem Virus für die nächste Zeit. Wir arbeiten gerade unter Hochdruck, das hier für Remscheid umzusetzen. Dr. Neveling und sein Team arbeiten daran. Es gibt so etwas wie einen Informationstransfer zwischen dem Impfzentrum, der Feuerwehr und der Kassenärztlichen Vereinigung.