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Geboren bei Wein und fairem Kaffee

Es war vor einigen Jahren am Rande eines Sommerfestes im Lüttringhauser Ortskern, bei dem die Stände des AWO-Ortsvereins Lennep / Lüttringhausen und der Ökumenischen Initiative Lüttringhausen nebeneinander standen und die Vertreterinnen und Vertreter der beiden Organisationen nicht nur Wein (AWO) und Fairen Kaffee (Ökumenische Initiative) ausgaben, sondern sich auch über die Idee eines „Hauses der Vielen“ austauschten. „Wir würden schon gerne auch in Lüttringhausen präsent sein, aber wir können aus finanziellen und aus personellen Gründen hier keinen eigenen Treff aufmachen.“, sagte damals der Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Lennep / Lüttringhausen, Antonio Scarpino. „Muss es denn gleich ein eigener Treff sein? Was wollt ihr denn genau anbieten, und könnt ihr Euch vorstellen, mit anderen Vereinen zusammen ein Haus zu bespielen?“, entgegnete pragmatisch Volker Beckmann, der damalige Vorsitzende der Ökumenischen Initiative Lüttringhausen. „Ich hätte da eine Idee, wo so ein gemeinsames Haus entstehen und eine Lücke schließen könnte!“, so der stellv. Vorsitzende der AWO und damalige stellv. Bezirksbürgermeister von Lüttringhausen, Jürgen Heuser.

Soweit die Vorgeschichte, Teil 1. Bei einem Rundgang durch den Stadtteil Klausen, der einige Monate später stattfand und an dem auch Oberbürgermeister Mast-Weisz teilnahm, blieb man auf der „Piazza“ in Klausen mit den Pavillons an der Karl-Arnold-Straße vor dem großen Hochhaus stehen, wo bis in die 1990-er Jahre hinein ein EDEKA-Händler, eine Bäckerei, eine Sparkassen-Filiale und weitere Geschäfte für die Nahversorgung in dieser „Wohnstadt“ sorgten, die in den 1960-er Jahren auf der grünen Wiese entstanden war. Davon geblieben war zuletzt lediglich ein Kiosk.

Eigentlich hatte die AWO zuerst an die Reaktivierung des leerstehenden ehemaligen Seniorentreffs etwas abseits gedacht und als Zweites an das ehemalige Waschhaus im Rücken des heutigen Schulzentrums. „Warum wollt Ihr Abseits stehen und geht nicht in die alte Mitte von Klausen?“, fragte damals Oberbürgermeisters Burkhard Mast-Weisz und gab damit den Anstoß, die Idee eines Treffpunkt für Viele in der ehemaligen Klausener Einkaufszeile ins Auge zu fassen.

Das Fundament: starke Partnerinnen und Partner

Das berühmte Zitat von Victor Hugo, wonach nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist, bewahrheitete sich auch und gerade bei diesem Projekt. Mit dem organisatorischen Rückgrat des soziokulturellen Jugendzentrums „Die Schlawiner“, der LEG-Stiftung „Leben“, der Stadt Remscheid und hier insbesondere dem Quartiersmanagement, der Arbeit Remscheid gGmbH und der finanziellen Unterstützung der Ulrike-und-Lothar-Kaiser-Stiftung wurden zwei leerstehende Pavillons zu einem hochattraktiven Stadtteiltreff neuen Typs umgebaut, der schon beim Betreten Lust weckt, hier aktiv zu werden.

Endlich vor Ort: die AWO

„Für uns als AWO-Ortsverein, der auf einen kleinen, aber sehr aktiven Stamm von Aktiven bauen kann, ist der Stadtteiltreff auf Klausen die Möglichkeit, endlich vor Ort, im wahrsten Sinne des Wortes ‚in unmittelbarer Nachbarschaft‘ Angebote von Nachbarn für Nachbarn anzubieten“, sagt der AWO-Vorsitzende Antonio Scarpino. Und sein Stellvertreter Jürgen Heuser ergänzt: „Wir wollen das Potenzial und die Tatkraft der Menschen abgreifen, die im Laufe eines langen Berufslebens einiges an Können erworben und Spaß daran haben, dieses weiterzugeben. Eine solche Idee ist die Etablierung eines Reparatur-Cafés, wo Haushaltsgegenstände, Fahrräder und vieles mehr repariert werden sollen!“ Scarpino, nach eigenen Worten ein „in Lennep geborener Remscheider mit italienischem Pass“, möchte „auf“ Klausen auch einen Treffpunkt für Italienerinnen und Italiener schaffen: „Der Klausen ist Grün-Weiß-Rot. Deshalb möchten wir ein Beratungsangebot einer italienischen Auslandsgewerkschaft vor Ort etablieren. Ferner möchten wir bei Bedarf Sprachkurse in Deutsch für Italienerinnen und Italiener anbieten, die im Zuge der Arbeitssuche neu nach Deutschland kommen.“ Auch kulturelle Angebote mit grün-weiß-roten Anstrich – von Lesungen über Musik bis hin zur Culinaria - stehen auf dem Wunschzettel.

Steter Wandel als Prinzip

Das Angebot an den Dienstagen, die von der AWO bespielt wird, werden nicht statisch sein. „Wir werden die Augen und Ohren offen halten nach Personen, die gerne etwas anbieten möchten. Und wir wollen Anwohnerinnen und Anwohner erfahren, wenn ihnen etwas fehlt. Wenn etwas gut angenommen wird, wolle wir das etablieren. Wenn die Nachfrage nicht so hoch ist wie angenommen, werden diese Angebote (vorerst) zurückgestellt und zu einem späteren Zeitpunkt ein neuer Anlauf unternommen“, so Heuser. Darüber sollen Angebote, die man im AWO-Treff in Lennep aufgrund der begrenzten räumlichen Kapazitäten nicht anbieten kann, nach Klausen holen. „Ganz oben steht ein Chinesisch-Kurs, den einer unserer Mitglieder geben könnte,“ so Scarpino. Heuser und Scarpino freuen sich, dass – dem Gespräch bei Wein und Fairem Kaffee an jenem lauen Sommerabend „im Dorp“ folgend –, der Kulturkreis im Heimatbund, dem Volker Beckmann einst vorstand und der heute von Ursula Wilberg geführt wird, als Kooperationspartner gewonnen werden konnte. Dieser will  einmal im Monat abends eine kulturelle Veranstaltung anbieten und damit eine Brücke schlagen vom „Dorp“ in die „Filiale Klausen“.

„Rückblickend können wir es als AWO kaum fassen, dass die Idee eines von mehreren Vereinen und Einrichtungen bespielten Hauses dank großzügiger organisatorischer und finanzieller Unterstützung zahlreicher starker Partnerinnen und Partnern nach nur knapp zwei Jahren Realität geworden ist – oder zumindest fast,“ , geht Scarpino auf die durch die aktuelle Corona–Pandemie verschobene Eröffnung des Stadtteiltreffs ein.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! „Wir wissen nicht, wann wir loslegen können – aber wir wissen, dass es in naher Zukunft losgehen wird und freuen uns auf dieses große Sozialexperiment“, so Scarpino. Bei einem nächtlichen Besuch fiel ihm der frisch verlegte Holzboden auf – und spontan stellte sich ihm die Frage: „Kennen wir jemanden, der einen Tanzkurs anbieten könnte?“ (AS)

„KuK ma!“: Hûman - Sufi Culture & Arts e.V. in Remscheid

Max Süss zu Besuch bei dem Verein Hûman - Sufi Culture & Arts e.V.. Dort sprach er mit dem 1. Vorsitzenden Denis Hüseyinoğlu. Süss: „Ein spannender Abend!“ Weitere Infos zum Verein und den angesprochenen Künsten auf der Homepage https://human-culture.com/index.html. (Kamera / Schnitt Jan Christoph Heinsch; https://www.frametraxx.de/info/wellne... Chinese Girl von Frametraxx)

„Quartierstreff Klausen“ startet am 14. Dezember

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Als Ort für Begegnung, Bildung und Beratung in allen Lebenslagen haben die LEG und die von ihr initiierte „Stiftung – Dein Zuhause hilft“ gemeinsam mit der Stadt Remscheid, der Die Schlawiner gGmbH, der AWO Lennep-Lüttringhausen und der Arbeit Remscheid gGmbH im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes den „Quartierstreff Klausen“ für die Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier ins Leben gerufen. Der Quartiertreff Klausen im Gebäude Karl-Arnold-Straße 4 a ist nunmehr fertiggestellt. Ab Montag, 14. Dezember, steht er allen Interessierten unter Beachtung der aktuellen Corona-Beschränkungen und Schutzbestimmungen als Anlaufstelle zur Verfügung.

Der Quartierstreff hat grundsätzlich montags, mittwochs und freitags von 10 bis 14 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Während dieser Öffnungszeiten sind „Die Schlawiner“ vor Ort. Sie bieten zunächst montags und freitags eine Offene Tür an, mittwochs gibt es eine Offene Sprechstunde. Sobald Corona überstanden ist, sollen Zeitungsfrühstück (donnerstags), Suppenküche (mittwochs), Rechtsberatung (1. Mittwoch im Monat) und InSole (In Sozialräumen lernen) (freitags) dazukommen.

Dienstags übernimmt die AWO Lennep/Lüttringhausen mit unterschiedlichen Angeboten das Ruder im Quartierstreff. Wann welches Angebot stattfindet, steht noch nicht fest. Geplant sind unter anderem ein Reparaturcafé, Rentenberatung der italienischen Gewerkschaft, ein Singkreis und ein Chinesisch-Kurs. An jedem Donnerstag von 10 bis 12.30 Uhr ist die Stadt Remscheid im wöchentlichen Wechsel mit Wohnberatung, Pflegeberatung, Betreuungsstelle und dem Sozialdienst für Erwachsene vor Ort. Über die einzelnen Angebote, die schrittweise ausgebaut werden sollen, informieren „Die Schlawiner“ per Aushang.

Ursprünglich war geplant, dass LEG-Vorstand Dr. Volker Wiegel und Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz den Quartierstreff gemeinsam offiziell und feierlich eröffnen. Das ist aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Kontaktbeschränkungen vorläufig leider nicht möglich, soll aber zu einem späteren Zeitpunkt in angemessenem Rahmen nachgeholt werden. Die Verantwortlichen hoffen natürlich, dass dies bereits im nächsten Jahr geschehen kann.

„Guter Lebensabend NRW“ auch in Remscheid

„Senioren mit Migrationsgeschichte wissen häufig nicht, welche Pflegeleistungen ihnen zustehen und welche Beratungsangebote existieren. Sprachliche Schwierigkeiten gelten bei Zuwanderern als größte Barriere für den Zugang zu den unterschiedlichen Gesundheitsangeboten und verstärken dadurch gesundheitliche Probleme. (…) Um die gesellschaftliche Teilhabe von älteren Migrantinnen und Migranten zu fördern und sie in die Gestaltung ihrer Umwelt einzubeziehen, sind deshalb niederschwellige, kultursensible Beteiligungsangebote und Strate-gien nötig, wie z.B. die Einrichtung von Kommunikations- und Begegnungsorten, die Unterstützung ethnischer Selbstorganisationen oder die Förderung von Nachbarschaften“, schrieb Carsten Thies, Fachdienstleiter Soziales und Wohnen der Stadt Remscheid, am 13. Oktober an das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW. Auf 16 Seiten, gespickt mit Zahlen und Tabellen, bekundete er im Auftrag von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und auf Beschluss des Rates der Stadt vom 24. September das Interesse an einer Teilnahme Remscheids am Modellprojekt „Guter Lebensabend NRW“, das die Landesregierung ausgelobt hatte. Und der Brief war erfolgreich: Das Ministerium hat die Stadt inzwischen aufgefordert, sich als „Modellkommune“ zu bewerben und hat die anteilige Finanzierung von maximal 1,5 Personalstellen (Entgeltgruppe 11 TVöD) sowie von Sachkosten (max. 7.760 € pro Arbeitsplatz p.a.) und Fortbildungskosten von maximal 5.500 € (für das Projekt insgesamt) in Aussicht gestellt, wie die Verwaltung per Vorlage zur kommenden Ratssitzung mitteilt.

Die Ziele des Projekts formuliert die Landesregierung wie folgt: „Die erste Generation der Migrantinnen und Migranten, die im Rahmen der Anwerbeabkommen seit 1955 nach Deutschland kamen, hat schon seit einiger Zeit das Seniorenalter erreicht. In Nordrhein-Westfalen leben nach aktuellen Angaben 520.000 Menschen mit Einwanderungsgeschichte, die älter sind als 65 Jahre. (…) Die nordrhein-westfälische Landesregierung verfolgt … das im Koalitionsvertrag festgeschriebene Ziel, den spezifischen Bedürfnissen von Seniorinnen und Senioren mit Einwanderungsgeschichte den Zugang zu bestehenden Regelangeboten … der Altenhilfe und Altenpflege zu ebnen und gleichzeitig damit ihre Lebensleistung zu würdigen.

Zu diesem Zweck sollen neue Zugangsformen erprobt werden, z.B. aufsuchende Beratungsangebote in Senioreneinrichtungen für Menschen mit Einwanderungsgeschichte und die Ansprache von Multiplikatoren aus dem familiären Umfeld der Senioren, z.B. die Informationsvermittlung an Elternabenden in Kindergärten oder Schulen.“ Und pflegende Angehörige sollen erfahren, wie sie sich ihre Unterstützung leichter machen können, z.B. durch die Nutzung von Tagespflegeeinrichtungen, aber auch durch den Besuch von Präventivkursen zum Schutz der eigenen Gesundheit.

Carsten Thies: “Regeldienste und Einrichtungen zur Begleitung, Betreuung, Versorgung und Pflege älterer Menschen sollen in den Migrantenorganisationen und in den Kreisen der Migranten besser bekanntgemacht und Hemmschwellen zur Inanspruchnahme überwunden werden Dazu sollen die Migranten-Selbstorganisationen in die Lage versetzt werden, eigene Strukturen für die Information und Begleitung der Senioren aufzubauen.“

Da die Stadt Remscheid bereits im Bereich des Fachdienstes 2.50 – Soziales und Wohnen – über umfangreiche Konzepte zur Gestaltung altengerechter Quartiere verfügt und die Projektförderung die Bildung kultursensibler Seniorenberaterteams vorsieht, betrachtet Sozialdezernent Thomas Neuhaus dort die Einrichtung einer vom Land geförderten Vollzeitstelle als zielführend und sachgerecht. Bei einem „in Remscheid seit vielen Jahren tätiger Wohlfahrtsverband“ soll ferner eine 50%-Stelle angesiedelt werden. Von den Gesamtkosten des zweijährigen Modellprojektes in Remscheid übernimmt das Land 272.150 Euro und die Stadt 24.150 Euro.

Symbolische Geste der Hoffnung kam gut an

Pressemitteilung des evangelischen Kirchenkreises Lennep

Danke, liebe Remscheider! Ihr habt unsere Aktion "Wir halten zusammen" heute auf den Wochenmärkten der Stadt mit großer Wertschätzung aufgenommen. Schon kurz vor 11 Uhr (!) waren all unsere "sprechenden Tüten" verteilt. Immerhin waren es 1.500 Stück, die mit einem Brötchen und einer Botschaft des Zusammenhalts bestückt, von Vertretern aller Religionsgemeinschaften der Stadt, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der Verwaltung der Stadt Remscheid und allen demokratischen Ratsfraktionen gemeinsam verteilt wurden, 200 in Lüttringhausen, 300 in Lennep und 1000 in Remscheid. "Die Menschen haben sich sehr über diese symbolische Geste gefreut. Darum wiederholen wir das auf jeden Fall vor dem Weihnachtsfest noch einmal", sagte Superintendentin Antje Menn vomKirchenkreis Lennep. Danke allen, die mit verteilt haben.  (Katrin Volk)
 

Flüchtlinge brauchen Rat in vielen Fragen

Offener Brief an Dr. Joachim Stamp,
Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration
des Landes Nordrhein-Westfalen

Sehr geehrter Herr Minister Stamp,
immer noch kommen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung nach Remscheid. Damit sie gut und sicher ankommen können, brauchen sie Beratung in den vielen Fragen, die das Leben in unserer Stadt betreffen. Das Land NRW hat diese Beratung bislang finanziert – aus guten Gründen. Denn je besser Menschen über die Bedingungen in Deutschland Bescheid wissen, desto leichter können sie sich zurecht finden, Fallstricke bewältigen und ihr Leben meistern. Das fördert die Integration und ermöglicht ein friedliches Zusammenleben.

Jetzt kürzt das Land diese Mittel um ein Fünftel. Das hat zur Folge, dass die beiden Remscheider Träger Leistungen nicht mehr oder nicht mehr vollständig anbieten können. Sie verfügen nicht über ausreichende eigene Mittel, um die Kürzungen zu kompensieren. Einer unserer Träger sagt aus, dass er die Arbeit wahrscheinlich einstellen werden muss, der andere denkt über Einschränkungen nach. Das wäre nicht nur bedauerlich, sondern ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die bislang Erhebliches zur Integration der Geflüchteten beigetragen und damit das Zusammenleben in unserer Stadt, die stolz auf ihre Internationalität ist, für alle so viel leichter gemacht haben.

Sehr geehrter Herr Minister Stamp, wir haben den Eindruck, dass diese Kürzungen ohne nennenswerte Rückkopplung mit den Trägern und der Beschäftigung mit den realen Bedingungen vor Ort erfolgen sollen, und bitten Sie, die Entscheidung nochmals zu überdenken und mit den Trägern den Austausch zu führen. Wir laden Sie herzlich ein, sich vor Ort an Bild von der Arbeit zu machen, die sich im Laufe der vergangenen Jahre immer wieder den neuen Herausforderung angepasst hat und ihr Angebot  stets optimiert und professionalisiert hat.
Mit freundlichen Grüßen
David Schichel                        Jutta Velte
Fraktionsvorsitzender              Integrationspolitische Sprecherin

Rotarier besprechen eLearning international

Pressemitteilung des Rotary-Clubs Remscheid

Die Zukunft des Lernens hat längst begonnen. In einem virtuellen Meeting des Rotary Clubs Remscheid mit Partnerclubs im europäischen Ausland mit Mathe-Youtuber Daniel Jung waren neue digitale Lernmethoden das Diskussionsthema. Seit fast zehn Jahren hilft der gebürtige Remscheider mit seinen Mathematik-Tutorials vielen Millionen Menschen zwischen Schule und Studium dabei, Lösungen und Erklärungen für ihre Verständnisprobleme zu finden. Damals war seine Idee: Keine 90 Minuten-Sequenzen, sondern kleinen Lerneinheiten, die nur fünf gezielte Minuten umfassen. Mit dieser Idee ist Jung zum Mathehelfer der Nation geworden.

Es begann bei YouTube. Mittlerweile nutzt der rührige Unternehmer und Visionär viele weitere Kanäle, wird von Eltern, Lehrern, Professoren und Schülern gleichermaßen geschätzt und etwa 2,5 Millionen Mal pro Monat geklickt. Große Einheiten, lange Schulungen oder Kurse waren gestern. Die Zeit taktet immer schneller. Dafür sieht er verzahnte Komponenten: Digitale Einheiten, gezieltes virtuelles Tutoring, aber auch Skripte, Podcasts etc.

In der Diskussion wurde die Tragweite von künftigen Lernformen manifestiert: Voraussetzung ist das Lernen des Lernens. Hier ist Schule und Politik gefragt. Schon in der Früherziehung müssen Kinder und Schüler lernen, wie sie sich für ihr Leben selbst weiterbilden. Wer das nicht kann, kommt mit neuen Lernformen nicht zurecht, kann sich nicht in Richtung Zukunft entwickeln. Die Gesellschaft muss jetzt handeln, andere Länder sind uns bereits weit voraus. Um als Industrienation bestehen zu können, ist jetzt eine Task Force gefragt.

„Mit diesem wichtigen Meeting haben wir unsere internationalen Verbindungen zu Clubs in den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien wieder aktiviert,“ sagt Clubpräsident Prof. Dr. Artur Wehmeier. „Denn wer etwas bewegen will, braucht internationalen Austausch.“ Bei seinen Partnerclubs stieß der RC Remscheid damit auf gute Resonanz. Daniel Jung und Rotarierin Heike Rottsieper-Halbach hatten für die Sitzung ein Format entwickelt, das Zuhören, Lesen und Verstehen sprachübergreifend in Englisch, Französisch und Deutsch ermöglichte.

Fast jeder zweite Schüler in RS mit Migrationshintergrund

Pressemitteilung des Statistischen Landesamts Information und Technik NRW

925 000 und damit 38,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen (ohne Freie Waldorfschulen und Weiterbildungskollegs) in Nordrhein-Westfalen hatten im Schuljahr 2019/20 eine Zuwanderungsgeschichte. Das waren 1,3 Prozentpunkte mehr als im Schuljahr 2018/19 (36,9Prozent). Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, gab es in Duisburg (54,9 Prozent) und Gelsenkirchen (53,3 Prozent) landesweit die höchsten Anteile. In Remscheid liegt der Anteil bei 48,5 Prozent. In den Kreisen Borken (21,6 Prozent) und Coesfeld (17,5 Prozent) waren die Quoten am niedrigsten.

Je nach Schulform unterschieden sich die Anteile der Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte an der jeweiligen Gesamtschülerzahl: An Hauptschulen war die Quote mit 60,3 Prozent am höchsten, gefolgt von Realschulen (48,8 Prozent) sowie Grund- und Gesamtschulen (jeweils 44,4 Prozent). Als Personen mit Zuwanderungsgeschichte gelten in der Schulstatistik Schülerinnen und Schüler, die im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert sind und/oder Schülerinnen und Schüler, von denen mindestens ein Elternteil im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert ist und/oder deren Verkehrssprache in der Familie nicht Deutsch ist.

Einsatz für ein gutes und friedliches Miteinander

Mit Beethovens „Ode an die Freunde“ eröffnete heute der ökumenische Kantorenkonvent mit technischer Unterstützung von Christoph Spengler den Festakt zur deutschen Einheit im Teo Otto Theater. „Es sieht etwas anders aus als gewohnt“, begrüßte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die überschaubaren Gäste. „Die Sitze haben alle Businessclass-Beinfreiheit. Corona sei es geschuldet. Aber wir dürfen und können den heutigen Tag feiern, wir dürfen unser wunderbares Orchester genießen. Leider mit Einschränkungen der Besucherplätze.  Ja, wir leben mit Einschränkungen, die uns alle nicht viel Freude machen. Aber das Tragen von Masken, die Hygieneauflagen, das Abstandsgebot, das alles ist für jeden von uns zu schaffen!“

Zugleich erinnerte der OB an all jene, „die in Kurzarbeit sind, die ihre Arbeit verloren haben. Ich denke an die Unternehmen, an die Geschäfte der Gastronomie und des Einzelhandels, die derzeit sehr zu kämpfen haben. Sie brauchen auch weiterhin Unterstützung, damit sie, damit unsere Stadt gut durch die Krise kommt. Und ich bin allen dankbar, die mitmachen, die anpacken, die jetzt nicht jammern, sondern helfen, wo immer auch Hilfe benötigt wird. Diesen vielen Menschen gebührt unser aller Dank.“

Der Tag der deutschen Einheit war in diesem Jahr ein besonderer.  Es ist 30 Jahre her, dass die deutsche Wiedervereinigung Wirklichkeit und die Jahre der Trennung Geschichte wurden. Mast-Weisz: „Ich erinnere mich immer wieder gerne an den 9. November 1989, als uns alle abends die Nachricht erreichte, dass die Mauer endlich keine unüberwindbare Barriere mehr war. Das war ein Erfolg der vielen friedlichen Proteste in vielen Städten der damaligen DDR. Ich bin all denjenigen dankbar, die sich für das Miteinander von Ost und West engagieren. So zum Beispiel in der Partnerschaft mit Pirna. Die unermüdliche Thea Jüttner, die jedes Jahr Busreisen dorthin arrangiert, ist ja heute in Pirna, um dort mit zu feiern.“

Die Deutschen – ein geeintes Volk? Da setzte der Oberbürgermeister ein Fragezeichen. „Immer noch gibt es Gefälle zwischen Ost und West. Viele Menschen in den ostdeutschen Bundesländern – wir sollten nach 30 Jahren die Formulierung neue Bundesländer endlich aufgeben – fühlen sich nach wie vor benachteiligt.“ Dies aufzulösen sei eine wichtige Aufgabe. Denn Enttäuschung und Benachteiligung führten dazu, dass in manchen Regionen Ostdeutschlands viele Menschen die freiheitlich-demokratische Verfassung Deutschlands anzweifeln, in Frage stellen oder gar ablehnen. Dies zeige sich u.a. in Wahlergebnissen, „bei denen die Vertreter der AfD in einem aus meiner Sicht unerträglichen Maße Erfolg haben“, so der OB.

Zweifel und Ablehnung unserer Verfassung und Corona, das sei eine sehr ungesunde Mischung, fuhr  Burkhard Mast-Weisz fort. Eine Mischung, die von Verfassungsfeinden überall im Land gerne ausgenutzt werde: „Ich erhalte Briefe und Mails sowie Beiträge in den so genannten sozialen Medien, deren Inhalte unvorstellbar sind. Wir müssen gemeinsam aufpassen, dass sich diese Mischung nicht noch weiter verbreitet und explosiv wird. Unsere Verfassung zu schützen ist eine Aufgabe aller staatlichen Ebenen, es ist eine Aufgabe aller Menschen in unserem Land, auch von uns hier. Es ist eine Aufgabe der Politik in unserem Rathaus, eine Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Diese Stadt hat es nun wirklich verdient, dass wir uns alle für sie einsetzen, für ein gutes und friedliches Miteinander, für Toleranz und Respekt gegenüber allen Menschen, für eine starke und streitbare Demokratie.“

2,1 Millionen in NRW sprechen zuhause kein Deutsch

Pressemitteilung des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen

Von den 14,1 Millionen Menschen in nordrhein-westfälischen Privathaushalten mit zwei oder mehr Personen sprachen im Jahr 2019 mehr als 2,1 Millionen zu Hause überwiegend eine andere Sprache als Deutsch. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, traf dies auf 15 Prozent der nicht alleinlebenden Personen in NRW zu. Bei Personen mit Migrationshintergrund in Mehrpersonenhaushalten lag der entsprechende Anteil bei 43,9 Prozent. Knapp ein Viertel (24 Prozent) der 2,1 Millionen Personen, in deren Haushalt die alltägliche Kommunikation nicht auf Deutsch erfolgt, lebten in türkischsprachigen Haushalten, für 11,2 Prozent war Russisch und für 10,1 Prozent Arabisch die zu Hause hauptsächlich verwendete Sprache. Bei über einem Drittel (35,6 Prozent) war eine andere europäische Sprache als Deutsch die zu Hause überwiegend gesprochene Sprache. Die höchsten Nennungen darunter waren Polnisch (8,8 Prozent), Rumänisch (3,3 Prozent) und Italienisch (3,1 Prozent).

Die vorliegenden Ergebnisse stammen aus dem Mikrozensus. Als Personen mit Migrationshintergrund gelten nach §4 Abs. 1 des Teilhabe- und Integrationsgesetzes NRW vom 14.02.2012 (GV NRW S. 97) Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, oder im Ausland geborene und nach 1949 Zugewanderte, oder Personen, bei denen mindestens ein Elternteil zugewandert ist. (IT.NRW)

Mit dem Honsberg sind viele Hoffnungen verbunden

‚HonsWerk‘ für eine solidarische Stadtteilgemeinschaft“, titelte waterboelles.de am 24. September und stellte seinen Leser/innen die Pläne der Montag Stiftung Urbane Räume gAG (MUR) für den Honsberg vor. Dort hat sich in den vergangenen Jahren – nicht zuletzt dank des Förderprogramms „Stadtumbau West“ – schon viel getan, doch der hohe Leerstand und die Imageprobleme in dem einstigen „roten“ Arbeiterviertel bestehen weiterhin und sind nicht wegzudiskutieren. Es gibt zwar zarte (kulturelle) Pflänzchen der Hoffnung. Doch die brauchen eine pflegende Hand. Und deshalb ist es gut und richtig, dass Donnerstag der Rat der Stadt in seiner letzten Sitzung in der alten Wahlperiode die Stadtverwaltung mit der Entwicklung einer gemeinnützigen Bildungseinrichtung „HonsWerkstatt“ als Projekt der Städtebauförderung beauftragt hat. Mit diesem Beschluss wird der Weg geebnet für einen wichtigen Projektbaustein in der Kooperation der Stadt Remscheid, der GEWAG Wohnungsaktiengesellschaft Remscheid und der Montag Stiftung Urbane Räume aus Bonn. Shon seit 2017 werden gemeinsam Ideen und Konzepte für die nachhaltige Entwicklung und Aufwertung des Stadtteils Honsberg entwickeln. Gestern informierten die Akteure im Rathaus in einer Pressekonferenz über die neue „HonsWerkstatt“ und alles, was damit zusammenhängt.

  • Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz: „Der Honsberg ist ein Stadtteil mit eigenem Gesicht und einer engagierten Bürgerschaft. Das gemeinsame Projekt greift diese Charakteristik auf und führt sie in die Zukunft fort."
  • Peter Heinze, Technischer Dezernent: „Die Umsetzung dieses Modellprojekts behutsamer Stadterneuerung ist für die Stadt Remscheid die konsequente Fortführung des Erneuerungsprozesses ein weithin sichtbares Zeichen der Innovationskraft unterschätzter Standort."
  • Thomas Neuhaus, Sozialdezernent: „Integration findet vor allem in den Quartieren statt. Und hier haben wir Chance, nahe bei und mit den Bewohnern einen wichtigen Impuls zu setzen, der auch über den Stadtteil hinaus wirken kann."
  • Oliver Gabrian, Vorstand der GEWAG: „Für die GEWAG eröffnet das Projekt die Chance, den Prozess des positiven Image- und Substanzwandels für Honsberg, den wir mit der Ansiedlung der Kulturwerkstatt „Ins Blaue" in GEWAG-Häusern begonnen haben, zu stützen und zu verstetigen."
  • Dr. Robert Winterhager, Projektentwickler der Montag Stiftung Urbane Räume: „Die Montag Stiftung Urbane Räume gAG ist eine unabhängige gemeinnützige Stiftung und gehört zur Gruppe der Montag Stiftungen in Bonn. Im Sinne des Leitmotivs der Stiftungsgruppe „Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung" engagiert sich die Montag Stiftung Urbane Räume als unabhängige Partnerin von Kommunen, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Initiativen dort, wo Stadtteile von besonderen sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen geprägt sind.“

Einig waren sich alle vier, dass der Honsberg ein Rohdiamant ist, der zum Leuchten gebracht werden kann, wenn auch die multikulturelle Bewohnerschaft sich nach ihren Möglichkeiten engagiert. Und dafür gibt es bereits gute Ansätze.

Festgesetztes Schiff kann kein Leben retten

Pressemitteilung der Ökumenischen Initiative Lüttringhausen

Als Bündnispartner von „United4Rescue“ fordert die Ökumenische Initiative Lüttringhausen, dem Rettungsschiff „Sea watch 4“ sofort wieder das Auslaufen ins Mittelmeer zu erlauben. Die italienischen Behörden haben nach einer Hafenstaatskontrolle in der Nacht auf Sonntag das Rettungsschiff “Sea-Watch 4 powered by United4Rescue” festgesetzt. Sea-Watch, United4Rescue und Ärzte ohne Grenzen verurteilen die Festsetzung aufs Schärfste und fordern die sofortige Beendigung der Kriminalisierung ziviler Seenotrettung.

Im Rahmen der Kontrolle suchten italienische Inspekteure elf Stunden lang nach Beanstandungen, aufgrund derer sie die Sea-Watch 4 dann festsetzten. Der Hauptvorwurf lautet, die Rettung von Menschenleben entspreche nicht der Registrierung des Schiffes. Die Sea-Watch 4 habe zu viele Rettungswesten an Bord, das Abwassersystem sei nicht für die Anzahl der geretteten Personen ausgelegt. Dass Seenotrettung als akute Nothilfe für alle Schiffe verpflichtend ist, wird außer Acht gelassen. Tatsächlich erfüllt das Schiff alle Sicherheitsvorgaben des deutschen Flaggenstaates, wie die deutschen Behörden Sea-Watch erst im Juli bestätigt haben.

Nach ihren ersten Rettungseinsätzen im August wartete die Sea-Watch 4 mit 353 Menschen an Bord tagelang auf die Zuweisung eines sicheren Hafens, bevor die Überlebenden am 2. September an die Quarantänefähre GNV Allegra übergeben wurden. Die Crew der Sea-Watch 4 absolvierte dann eine zweiwöchige Quarantäne vor dem Hafen von Palermo.

„Die Verletzungen, die wir an Bord behandelt haben, zeigen die Gewalt und die Gefahren, denen die Geretteten auf der Flucht entkommen sind“, sagt Barbara Deck, Leiterin des medizinischen Teams von Ärzte ohne Grenzen auf der Sea-Watch 4. „Wir haben einen Jungen behandelt, der von Bewaffneten auf den Kopf geschlagen wurde und in der Folge taub geworden ist, und einen Vater, der die Spuren von geschmolzenem Plastik auf seiner Haut trug. Was diese Menschen ertragen, macht sprachlos. Vor diesem Hintergrund ist es erschütternd, dass europäische Regierungen alles tun, um uns daran zu hindern, lebensrettende Hilfe zu leisten.“

Erst nachdem die europäischen Staaten ihre eigenen Rettungsschiffe zurückgezogen haben und sogar Handelsschiffen die Seenotrettung erschweren, haben sich private Hilfsorganisationen aufgemacht und Rettungsschiffe organisiert. Darunter ist seit August 2020 die „Sea watch 4 – powered by United4Rescue“. Die Evangelische Kirche in Deutschland hatte Bündnispartner gewonnen und mit ihnen „United4Rescue“ gegründet. Dies Bündnis hatte das 40 Jahre alte Forschungsschiff Poseidon in Kiel ersteigert und als Rettungsschiff umgerüstet. Zurzeit sind fast alle Rettungsschiffe mit fadenscheinigen Gründen festgesetzt. Nun wurde auch das Aufklärungsflugzeug Moonbird von Sea-Watch durch die italienischen Behörden festgesetzt. Das Ziel ist offensichtlich zu verhindern, dass die gravierenden Menschenrechtsverletzungen an der tödlichsten Seegrenze der Welt dokumentiert werden. Niemand soll das Sterben auf dem Mittelmeer bezeugen können.