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Neue Ideen für eine Einwanderungsgesellschaft

von Dr. Mark Terkessidis
(aus dem Buch „Nach der Flucht“, dass bei Reclam erschienen ist)

Es herrschte nahezu Weltuntergangsstimmung, als neulich im Wartezimmer meiner Ärztin drei etwas betagtere Frauen sich über die Veränderungen auf der Straße unterhielten: Da »draußen« im Straßenverkehr, da gehe es ja so aggressiv zu, man könne ja kaum noch auf die Straße gehen, früher habe es das alles nicht gegeben.

Nun liegt die Praxis in einem Viertel, das gemeinhin als bürgerlich bezeichnet wird – von einem Sicherheitsproblem kann keine Rede sein. Woher also kommt der Eindruck der Gefahr? Es kann kein Zweifel bestehen, dass sich auch die bürgerlichen Viertel in den letzten Jahren verändert haben. Junge Familien sind zugezogen, Familien mit Migrationshintergrund, auch viele »Expatriates«. Diese Personen leben oft weniger in geographischen Nachbarschaften als vielmehr in Netzwerken: Sie kennen oft die Leute nicht, die unmittelbar unter ihnen wohnen, haben aber Bekannte überall in Deutschland und manchmal auch rund um den Globus.

Haben sie Migrationshintergrund, besitzen sie häufiger Wohneigentum im Herkunftsland oder pflegen zumindest andauernde transnationale Familienbindungen. Diese Welt der Netzwerke bildet sich in den Vierteln oft nicht mehr physisch ab. Die traditionelle Bewohnerschaft trifft in den Bäckereien keine Bekannten zum Plausch mehr, der Einzelhandel ist in Händen von Geschäftsleuten türkischer oder afghanischer Herkunft, und in den Kneipen, in denen früher Mundart gesprochen wurde, hört man heute oft Englisch. Gefährlicher ist es durch diese Veränderungen keineswegs geworden, aber die Welt erscheint den angestammten Bewohnern nicht mehr vertraut. Selbst wenn sich gar nichts verändert hat, kursieren in den Medien all die Geschichten über das, was in Paris passiert ist oder in Köln oder in all den anderen Großstädten im »Multikultiwahn«. Das möchte man »bei sich« nicht haben – oft genug sind die Vorbehalte gegen die Einwanderungsgesellschaft dort am größten, wo kaum oder keine Personen Migrationshintergrund leben.

Seit der Flucht von etwa 900.000 Menschen nach Deutschland im Jahr 2015 sind die Auseinandersetzungen um das Thema »Migration« heftiger geworden. Tatsächlich hat dieses Ereignis auch den Letzten klargemacht, dass Einwanderung kein Randthema mehr ist, sondern zentrale Bedeutung auch und vor allem für unsere Zukunft hat. Doch mit der Normalität von Migration tut sich die Republik weiter schwer: Die oft blauäugig begeisterte »Willkommenskultur« schlug schnell um in einen ebenso unangemessenen Pessimismus. Die wohlwollenden Befürworter der Einwanderungsgesellschaft betonen oft, die Vielfalt an sich sei eine großartige Sache – »Vielfalt, das Beste gegen Einfalt«, hieß etwa zwei Jahre hintereinander das Motto der »interkulturellen Wochen«.

Doch ist Vielfalt tatsächlich immer gut? Kann Vielfalt nicht auch Vertrauen zerstören, allen Beteiligten auf die Nerven gehen, Ärger machen? Diversität hat immer dann positive Effekte, wenn sie auch bewusst gestaltet wird. Inzwischen hat sich gezeigt, dass die üblichen Sondermaßnahmen und Reparaturarbeiten nicht ausreichen, sondern die Institutionen, Organisationen und Einrichtungen der Gesellschaft sich auf eine neue Weise an der unhintergehbaren Vielheit der Bevölkerung ausrichten müssen.

Diese Vielheit – (der stärkere Begriff ist hier bewusst gewählt) – hat keineswegs nur mit Migration zu tun. Es geht eben nicht um Sonderleistungen für die »Hinzugekommenen«. Die Gesellschaft benötigt »Vielheitspläne«, die sich an den unterschiedlichen Voraussetzungen, Hintergründen und Referenzrahmen aller Individuen orientieren. Reformen sind notwendig – und Einwanderung dient beständig als eine Art Passepartout, um viele grundsätzliche Probleme des Wandels zu erörtern. Damit wäre Migration aber auch ein Anlass, um zu lernen. Das wiederum wäre mit dem Eingeständnis verbunden, nicht immer alles zu wissen, sondern sich in einem Prozess der Veränderung zu befinden. Dieser Prozess mag Experimente erfordern, holperig sein und er mag auch mehr als ein paar Jahre dauern. Vielleicht erfolgt aber im Moment ein neues »Kennen-Lernen « der eigenen Gesellschaft, in dem das Vertrauen sich neu bildet.

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In Sachen 'Integration' noch nicht alles erledigt

„Gelungene Integration in Remscheid“ war gestern Abend das Thema des freien Autor und Migrationsforschers Dr. Mark Terkessidis, Berlin und Köln, auf dem ersten Jahresempfang des Remscheider Integrationsrates. Dazu hatte die Vorsitzende Erden Ankay-Nachtwein die Mitglieder sowie Vertreter von Behörden, Institutionen und Sozialverbänden ins Deutsche Werkzeugmuseum eingeladen. Motto: „Gelungene Integration in Remscheid?!“ Beim späteren Vortrag fehlten beide Satzzeichen zwar, doch unausgesprochen sich Gäste und Gastgeber einig, dass in Sachen „Integration“ noch nicht alles erledigt ist. Das klang auch in der Rede von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an. Musikalisch umrahmt wurde der Jahresempfang vom Lüttringhauser Gitarristen Kai Heumann.

Linke schlagen Jugendtreff an der Alleestraße vor

Zur Ratssitzung am 21.November hat die Fraktion der Linken den Antrag gestellt, in einem leerstehenden Lokal an der Alleestraße einen Jugendtreff einzurichten bzw. in die Liste „der Vorschläge zur Umsetzung eines Sofortprogramms und Prüfung von Perspektiven“ aufzunehmen. Begründung: „Bis 2010 bestand im Innenstadtbereich am Markt der erfolgreiche Jugendtreff RIC. Nach Schließung dieses Jugendtreffs waren viele junge Gäste dieser Einrichtung ohne adäquaten Ersatz mit entsprechend negativen Folgen. Dem Jugendrat ist im vergangenen Jahr ein leerstehendes Ladenlokal zur kostenlosen Nutzung über einen gewissen Zeitraum angeboten worden. Die jungen Menschen haben dies begrüßt und sofort Überlegungen für eine mögliche Nutzung angestellt. Leider hat sich diese Angelegenheit zerschlagen. Nach unserer Meinung und der Meinung vieler Jugendlicher fehlt eine Jugendeinrichtung im Innenstadtbereich. Wir sind der Meinung, dass ein Jugendtreff durchaus in die Überlegungen für eine Belebung des Problem- und zukünftigen Sanierungsgebiets einfließen sollte.“

Adventsbasar im Neuen Lindenhof mit Schnäppchen

Alles unter einem Dach, so wird er auch in diesem Jahr wieder stattfinden, der „Adventsbasar im Neuen Lindenhof“, Honsberger Straße 38. Mehr als 15 Ausstellergruppen und „Adventshandwerker“ bieten am 23. und 24. November die unterschiedlichsten „Weihnachtsschnäppchen“ an. Dann kann man von 11 bis 17 Uhr Kunsthandwerk, Weihnachtsschmuck und -karten, Gestecke, Schnitzereien, Aquarelle, kurz: Vor- und Nachweihnachtliches in Hülle und Fülle erstehen. Natürlich gibt es auch viele süße und herzhafte kulinarische Angebote für die gemütliche Pause vor oder nach dem Stöbern. Und für die adventliche Atmosphäre sorgt nicht nur der leckere Duft nach frisch gebackenen Waffeln und Kuchen, sondern natürlich auch in diesem Jahr wieder der Remscheider Frauenchor. Er singt an beiden Tagen um 15.30 Uhr Weihnachtslieder - für manche beginnt damit die Vorweihnachtszeit. Auf Ihren Besuch freuen sich alle Aussteller und Ausstellergruppen und die MitarbeiterInnen des Stadtteil e.V.

Die Gebühren des Standesamtes sollen steigen

Zum 1. Januar 2020 plant die Stadt Remscheid eine neue  Satzung über die Erhebung von Gebühren für Amtshandlungen des Standesamtes. „Die Gebührenerhöhungen in den einzelnen Tarifstellen sind moderat, das Gesamtergebnis wird durch die Vielzahl der anfallenden kostenpflichtigen Amtshandlungen erzielt“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage für die Sitzung des Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung am 12. November. Mit der 40. Änderung des Gebührentarifs am 8. Oktober waren lediglich fehlende Gebührentatbestände ergänzt worden, ohne aber die Gebührensätze zeitgemäß anzupassen. Nunmehr sollen die seit 2002 unveränderten Gebühren des Standesamtes leicht steigen, da sich der Verwaltungsaufwand erhöht habe. Hier einige Gebühren ausa der neuenb Satzung:

  • 60 Euro: Prüfung der Ehevoraussetzungen bei der Anmeldung der Ehe-schließung oder bei der Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses
  • 100 Euro: Prüfung der Ehevoraussetzungen, wenn ausländisches Recht zu beachten ist
  • 50 Euro: Vornahme der Eheschließung, wenn die Anmeldung bei einem anderen Standesamt erfolgte
  • 60 Euro: Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses
  • 40 Euro Beurkundung oder Beglaubigung einer Erklärung, Einwilligung oder Zustimmung zur Geschlechtsangabe und/oder Namensfüh-rung auf Grund familienrechtlicher Vorschriften
  • 14 Euro: Erteilung einer Bescheinigung über eine Namensänderung oder über eine namensrechtliche Erklärung
  • 75 Euro: Nachträgliche Beurkundung einer Eheschließung oder der Ge-burt sowie eines Sterbefalls nach §§ 34 bis 36 PStG.

Im Haushaltsjahr 2018 hatten die Einnahmen der Stadt Remscheid aus den Gebühren des Standesamtes bei 156.000 Euro gelegen. Künftig sollen 65.000 Euro mehre erzielt werden.  Die Verwaltung begründet das u. a. wie folgt:

„Die Anmeldungen der Eheschließung sind im Vergleich zu früher wesentlich aufwändiger geworden. Dies liegt zum größten Teil daran, dass bei mittlerweile 23 Prozent aller Anmeldungen ausländisches Recht zu prüfen ist. Leider gibt die Statistik des Fachverfahrens nur dann „ausländisch“ an, wenn einer der Verlobten ausländischer Staatsbürger ist. Allerdings ist bei mittlerweile fast 50 Prozent aller Verlobten ein Migrationshintergrund vorhanden. Bei diesem Personenkreis, der „nur“ einen Migrationshintergrund hat, aber gleichwohl deutscher Staatsbürger ist, gibt die Statistik des Fachverfahrens „deutsch“ an. Da in diesen Fällen aber natürlich sehr viele ausländische Urkunden zu prüfen sind, steigt der Bearbeitungsaufwand weit mehr als nur um die angegebenen 23 Prozent laut Statistik. Außerdem ist die Erwartungshaltung der Verlobten an eine standesamtliche Eheschließung in den letzten Jahren enorm gestiegen. Darauf ergeben sich wesentlich erweiterte Beratungen/Vorgespräche bei der Anmeldung der Eheschließung. (...)

Namensrechtliche Erklärungen betreffen neben viel mehr Kindern als früher nicht nur viele  Menschen mit Migrationshintergrund, sondern auch seit einer Gesetzesänderung viele Namenserklärungen von Deutschen, die im Ausland wohnen, für die aber nun nicht mehr das Standesamt I in Berlin, sondern das Standesamt am letzten Wohnsitz der betreffenden Deutschen zuständig ist. Demnach ist auch der standesamtliche Verwaltungsaufwand erheblich gestiegen. (...)

Bei der Erhöhung der Gebühr für eine „normale Personenstandsurkunde“ muss beachtet werden, dass ein sehr großer Teil aller ausgestellten Personenstandsurkunden aus sozialen Gesichtspunkten heraus kostenfrei erstellt wird und es bei der üblichen Handhabung bleiben soll, dass ... jede zweite oder jedes weitere Exemplar, wenn es gleichzeitig ausgestellt wird, nur 50 Prozent, also nur sieben € kostet. (...) Im interkommunalen Vergleich liegt Remscheid mit einer eigenständigen Gebührensatzung „im Trend“ und – was die Höhe der Gebührentarife t – im Durchschnitt.“

DITIB-Gemeinde lässt sich mit Rückmeldung Zeit

Durch eine Anfrage der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Remscheid hat sich bestätigt: Die Moschee an der Weststraße hat einen holprigen Start. „Aufgrund erforderlicher Nachforderungen“ befinde sich in der Bauverwaltung derzeit noch der 5. Nachtrag zur Baugenehmigung 0377-12 vom 08.2.2013 in der Prüfung, hat die Verwaltung zur heutigen Sitzung des Stadtentwicklungsplans mitgeteilt. Dieser 5. Nachtrag war von der Moscheegemeinde am 1. Juli eingereicht worden und betrifft verschiedene Nutzungsänderungen und Umbaumaßnahmen in der Moschee (Büro, Frisör, Versammlungsraum im Zwischengeschoß für maximal 199 Personen, Gebetsräume für Damen und Herren, Räume für Schulungen und Seminare). Den voraufgegangenen 4. Nachtrag zur Baugenehmigung hatte die Behörde als nichtgenehmigungsfähig zurückgewiesen.

Der Innenausbau schreite auf Grundlage der Baugenehmigung vom 8. Februar 2013 weiter voran, heißt es in der Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der CDU. Und auf Grundlage eines Ortstermins am 24. Oktober sei mit ersten vorbereitenden Erdarbeiten im Bereich des „Innenhofes“ und des Vorplatzes der Moschee begonnen worden, ferner im Bereich des Vorplatzes mit der Errichtung einer Stützmauer zwischen dem Vorplatzgelände und dem Gehweg an der Stachelhauser Straße. Die Frage nach der Eröffnung der Moschee bleibt unbeantwortet. Zitat: „Eine Nutzungsaufnahme und damit eine „Eröffnung“ der Moschee kann erst nach erfolgter Bauzustandsbesichtigung zur abschließenden Fertigstellung und Freigabe zur Aufnahme der Nutzung durch die Untere Bauaufsicht der Stadt Remscheid erfolgen (§84 BauO NRW 2018)“.

Für den öffentlichen Vorplatz und den Innenhof der DITIB-Moschee war im Rahmen des Stadtumbaus West am 15. September 2016 ein Zuwendungsbescheid erteilt worden. Auf diese Landesmittel hatte die DITIB-Gemeinde Remscheid jedoch am 13. November 2018 schriftlich verzichtet. Daraufhin wurde der Zuwendungsbescheid durch die Bezirksregierung Düsseldorf im Februar 2019 widerrufen. Eine Förderung des Vorplatzes an der Weststraße hält die Bezirksregierung weiterhin für möglich. Über die Anforderungen für eine erneute Antragstellung hat die Stadt Remscheid die DITIB-Gemeinde informiert. Diese müsse nun prüfen, ob ein solcher Antrag gestellt werden solle. Aber: „Eine Rückmeldung der DITIB-Gemeinde mit dem Ergebnis der Prüfung einer erneuten Antragstellung ist bis heute nicht ... erfolgt.“ Eine Förderung im Jahr 2020 ist damit ausgeschlossen. Dafür hätte ein Antrag bis September gestellt werden müssen.

Solidaritätskonzert für Toleranz zwischen Kulturen

Pressemitteilung des Caritasverbandes Remscheid e.V.

Am 9. November jährt sich die Reichspogromnacht von 1938. Dieses Datum setzt in ganz besonderer Weise ein Mahnmal für Ausgrenzung, Verurteilung, Hass und Verfolgung einer ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe. Auch aktuell gibt es wieder Gruppierungen, die Ausgrenzung, Hass propagieren und Verleumdungen verbreiten, insbesondere gegenüber zugewanderten Menschen. Zuwanderung ist zwar für alle Beteiligten eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Sie bietet z.B. für uns die Möglichkeit auf Erfahrungs- und Wissenserweiterung im interkulturellen Zusammenleben in vielfältiger Art und Weise.

Dazu bedarf es außer Offenheit gegenüber anderen Kulturen manchmal nur eines kleinen Anstoßes um sich auf eine Entdeckungsreise zu begeben. Musik als Mittel zur Völkerverständigung kann so ein Anstoß sein und neugierig machen auf die Menschen, die uns mit der Musik ein Stück ihrer jeweiligen Heimat mitbringen. Wir laden Sie daher herzlich zu dieser Entdeckungsreise für Samstag, 9. November, um 18 Uhr in die Lenneper Klosterkirche ein, mit der wir gleichzeitig ein klares Statement gegen Fremdenfeindlichkeit und Hass setzen wollen. Der Eintritt ist frei.

An diesem Abend tritt in der Klosterkirche der internationale Frauenchor „WoW Women of Wuppertal“ gemeinsam mit „Al Watan“ auf. Diese Ensembles bringen über die Musik in einem gemeinsamen Konzert Menschen verschiedener Herkunftskulturen zusammen. „Women of Wuppertal“ vereint Frauen verschiedenster Altersstufen, Herkunftsländern und Milieus. Der Chor fungiert als Ort der Begegnung und des gegenseitigen Respekts, und die Sängerinnen verstehen sich als Botschafterinnen unserer einen Welt. 2017 erhielten WoW für ihre zukunftsorientierte Arbeit den Preis des Sparda-Musiknetzwerkes. Der Deutsche Kulturrat hat den Chor 2018 für den Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin nominiert.

Das Ensemble „Al Watan“ – der Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet „Heimat“ – setzt sich zusammen aus Teilnehmern des Projektes „Instrumentalunterricht für Geflüchtete“ sowie aus Mitgliedern und Freunden der immer schon international besetzten Mandolinen-Konzertgesellschaft aus Wuppertal. Mit ihrer Musik, die ebenso vielen Kulturkreisen entstammt (amerikanisch, europäisch, türkisch, arabisch, iranisch, jüdisch), wollen die Musiker ein Zeichen gegen Hass und Hetze und für ein friedliches Miteinander.

Praxisferne Inhalte von Kursen für Flüchtlinge?

„Die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in der Flüchtlingsarbeit berichten immer wieder, dass die Mehrheit der Geflüchteten ihren Unterhalt selbst finanzieren will und dringend Arbeit sucht. Eine Arbeitsstelle zu finden ist oftmals aber mit enormen Schwierigkeiten verbunden“, stellt die Fraktion der Linken fest. Zur Sitzung des Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Wohnen am 5. November hat sie die Verwaltung um Beantwortung folgender Fragen gebeten:

  • Wie hoch ist der prozentuale Anteil der Geflüchteten mit Bleiberechtsperspektive, die in den letzten drei Jahren eine Arbeit aufnehmen konnten?
  • Welche Schwierigkeiten – außer der sprachlichen Barriere! - gibt es nach Meinung der Verwaltung bei der Jobsuche?
  • Welche Unterstützungsmaßnahmen bei der Jobsuche gibt es? (bzw. müsste es zusätzlich geben?)
  • Wird derzeit über geeignete zusätzliche Maßnahmen nachgedacht? Wenn ja, welche?“

„Es ist eine Binsenwahrheit, dass das Beherrschen der deutschen Sprache sicher eine Grundvoraussetzung zur Integration – auch in den Arbeitsmarkt – darstellt. Zum Erlernen der deutschen Sprache bedarf es eines entsprechend (qualifizierenden) qualifizierten Unterrichts. Allerdings liegen Erkenntnisse im Land NRW vor, dass die Zahl derjenigen, die Kurse nicht erfolgreich abschließen oder einen Deutschkurs vorzeitig abbrechen, relativ hoch ist, teilweise sogar bei 50% liegt“, stellen die Antragsteller fest und fragen: „Wie ist die Situation in Remscheid:

  • Gibt es genügend Deutschkurse auf dem jeweils erforderlichen Niveau?
  • Wie wird die Einstufung in die jeweiligen Kurse vorgenommen?
  • Wie hoch ist der prozentuale Anteil derjenigen, die die erforderlichen Qualifikationsstufen nicht erreichen?
  • Wie hoch ist die Anzahl derjenigen, die vorzeitig einen Kurs abbrechen?
  • Gibt es praxisorientierte Kursanteile?
  • Werden die Ergebnisse der Kurse evaluiert und diese dann dem Land NRW bzw. dem BAMF mitgeteilt?
  • Welchen Einfluss hat die Verwaltung/ das Jobcenter auf Inhalte und Methoden der Deutschkurse?
  • Welche zusätzlichen Hilfen könnten gewährt werden (Praktika, Konversationstraining)?
  • Gibt es genügend Kinderbetreuung während der Kurszeiten, so dass auch Mütter problemlos an den Kursen teilnehmen können?

 Sicherlich gebe es unterschiedliche Gründe, die Geflüchtete zum vorzeitigen Abbrechen eines Kurses bringen. Von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in der Flüchtlingsarbeit würden aber immer wieder auch die Inhalte und Methoden, die in den Kursen angewandt werden, genannt; z. B.: zu schnelles Vorgehen ohne Berücksichtigung der individuellen Lernfortschritte sowie praxisferne Inhalte ohne Bezug zum tatsächlichen Lebensumfeld.

Die Remscheider Moscheevereine bedanken sich

Presseerklärung der Moscheevereine in Remscheid

Wir bedanken uns bei den zahlreich erschienenen Gästen, die uns am „Tag der offenen Moschee“ im Deutsch-türkisches Kultur- und Sportzentrum besucht haben. Der Dialog und Austausch miteinander – mit allen Glaubensgemeinschaften, mit der Politik und allen Bürgern ist für uns besonders wichtig. Jeder ist herzlich willkommen.

Wir möchten nochmals betonen, dass die Vereine in Remscheid Ziele verfolgen, die ausschließlich mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland im Einklang stehen. Wir bekennen uns zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und lehnen jeglichen Extremismus und Rassismus ab. Unsere Vereine legen Wert auf Freundlichkeit, Toleranz und Solidarität der Menschen untereinander und gegenüber anderen Glaubensgemeinschaften. Unser Ziel ist es, das friedvolle Zusammenleben in Remscheid gemeinsam zu gestalten.

Auch wir möchten den Angehörigen der beiden beim Terrorakt in Halle Getöteten unser tiefstes Beileid ausdrücken. Wir verurteilen diesen rechtsextremistischen Terroranschlag auf die Synagoge.

Die Remscheider Moschee-Vereine
(Deutsch-türkisches Kultur- und Sportzentrum e.V. IGMG Remscheid,  ATIB Remscheid,  DITIB Remscheid)

Kurden aus Syrien bitten um Unterricht in Kurmandschi

Im großen Sitzungssaal des Rathausaes v. li. n. re. Erden Ankay-Nachtwein, die Vorsitzende des städtischen Integrationsrates, Foto:; Lothar Kaiser

Wie viele Menschen in Remscheid leben, deren Muttersprache Kurdisch(کوردی kurdî) ist, weiß niemand ganz genau. Erst recht nicht, wenn nach Dialekten unterschieden wird. Denn da gibt es das Behdini. Das sprechen im Irak sehr viele Kurden (und in Deutschland, nach Wikipedia, etwa 500.000). Und da gibt es noch das und Südkurdisch (in Grenzgebieten zum Iran), das Kurmandschi (Nordkurdisch) und Sorani (Zentralkurdisch). Hinzu komme noch das Zazaki (Ostanatolien), berichteten gestern vor der Sitzung des städtischen Integrationsratzes im großen Sitzungssaal des Rathauses Sehenaz Mohammad Ali und Mohamad Hannan. Die beiden Immigranten aus Syrien hatten sich dort mit Erden Ankay-Nachtwein, der Vorsitzenden des Integrationsrates, verabredet, um ihr eine Liste mit Unterschriften von kurdisch-syrischen Eltern zu übergeben. Sie wünschen sich für ihre schulpflichtigen Söhne und Töchter Schülerinnen und Schüler herkunftssprachlichen Unterricht in Kurdisch“ der Integrationsratsvorsitzenden der Stadt Remscheid am 10.10.2019 übergeben, mit der Bitte, dass der Integrationsrat sich für den Angebot “Herkunftssprachlichen Unterricht in Kurdisch (Kurmandschi). Der werde  wegen bisher zu geringer Nachfrage an Remscheider Schulen nicht erteilt, sagte Erden Ankay-Nachtwein. Zu Unrecht, meinen Sehenaz Mohammad Ali und Mohamad Hannan. Sie gehen von ca. 120 Familien in Remscheid aus, in denen Kurmandschi gesprochen wird. Und viele davon hätten drei bis vier Kinder, „zusammen wahrscheinlich 400“, so die Antragsteller. Die Eltern, die die Petition unterzeichnet haben, sind der Meinung, dass muttersprachlicher Unterricht den schulischen Erfolg ihrer Kinder deutlich verbessern könne. Die Vorsitzende des Migrationsrates will die Unterschriftenliste an die Verwaltung weiterreichen mit der Bitte, sie der Schulbehörde zuzuleiten. Denn über muttersprachlichen Unterricht entscheidet nicht die Stadt Remscheid, sondern die Bezirksregierung in Düsseldorf.

Eine ähnliche Aktion gab es an gleicher Stelleschon einmal, im Januar 2017. Damals übergaben marokkanische Väter Erden Ankay-Nachtwein eine Unterschriftenliste mit der dringenden Bitte, der Integrationsrat möge sich für den Ausbau des herkunftssprachlichen Unterricht in Arabisch einsetzen. Der wurde damals lediglich am Lenneper Röntgen-Gymnasium erteilt, nicht aber in Schulen in der Remscheider City. Das änderte sich dann 2018.

Internationale Jugendbegegnung in Russland

Pressemitteilung der Schule für Musik, Tanz & Theater e.V.

Wie bereits im Jahre 2017 reisen der Fallschirm Club Remscheid e.V. und die Jugendkunstschule Lennep e.V., Schule für Musik, Tanz & Theater, im Rahmen einer internationalen Jugendbegegnung am kommenden Montag nach Russland. In diesem Jahr sind 45 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 26 Jahren mit etwa zwölf Begleiterinnen und Begleitern dabei.

„Druschba“ (Freundschaft), das Lenneper Balalaika-Orchester, besteht aus mehr als vierzig Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 27 Jahren. Lev Zlotnik leitet seit 1994 „Druschba“; er ist auch Leiter der deutschen Jugendgruppe, denn seit 2012 ist er an der Schule für Musik, Tanz & Theater auch für den Austausch mit der russischen Strawinsky-Musik-Kunstschule verantwortlich. Die Jugendbegegnung findet vom 14. bis 25. Oktober 2019 in Moskau, St. Petersburg und erstmals auch in Rostov am Don statt. Insgesamt sind sechs gemeinschaftliche Konzerte geplant.

Das erste Treffen einer Jugendgruppe der „Schule für Musik, Tanz und Theater“ mit Jugendlichen der Moskauer „Strawinsky-Kunst-Musikschule“ in Moskau fand 2012 statt (Foto: Die Lenneper Reisegruppe 2017 auf dem Roten Platz in Moskau). Seitdem besuchen sich beide Jugendgruppen gegenseitig im eigenen Land und zeigen sich die unterschiedlichen Lebensweisen in Deutschland und Russland. Alles was zur fremden Kultur gehört, ist erst einmal interessant und wird erforscht. Im Mai 2014 und Oktober 2016 haben auf Initiative der Schule für Musik, Tanz & Theater e.V. Gegenbesuche in Deutschland stattgefunden. Bis zu dreißig Jugendliche aus Russland folgten der Einladung nach Lennep. Dabei wurden auch Denkmäler in Berlin, wie zum Beispiel das Konzentrationslager Sachsenhausen oder das Jüdische Museum besucht. Der europäische Gedanke des Zusammenhalts und des Zusammenwachsens kann für russische Jugendliche, die in ihrem Heimatland eine andere Sichtweise auf Europa haben, eine positive Signalwirkung haben. Diese regelmäßigen Begegnungen tragen beidseitig zur Völkerverständigung bei.

Das Programm der Interkulturellen Woche

Die Interkulturelle Woche will in weit mehr als 500 Städten und Gemeinden  in Deutschland ein buntes Zeichen dafür setzen, wie es gelingen kann, zusammen zu leben und weiter zusammen zu wachsen. In Kooperation mit weiteren Akteur*innen bietet in Remscheid die Integrationsagentur des Caritasverbandes (Maria Münstermann und Veronika Heiligmann vom Fachdienst für Integration und Migration) vom 22. bis 29. September den Besucher/innen spannende Veranstaltungen. Den Auftakt bildet das arabisch-deutsche Theaterstück „Isaak und der Elefant Abul Abbas“ am 22.September. Ein Highlight sei die Lesung „Daughters and Sons of Gastarbeiters“ am 28. September, so die Veranstalter. Und den Abschluss mit Preisverleihung bildet das interkulturelle Fußballturnier am 29. September in Honsberg. Nachfolgend eine Programmübersicht.

Sonntag, 22., und Montag, 23. September
Isaak und der Elefant Abul Abbas
Ort: Im Johannessaal, Papenberger Str. 14b,
Ein arabisch-deutsches Stück des Puppentheaters bubales aus Berlin.
Inhalt: Der jüdische Handelsmann Isaak soll ein Geschenk des Kalifen Harun ar-Raschid an Karl den Großen von Bagdad nach Aachen bringen. Das Geschenk ist ein weißer Elefant namens Abul Abbas. Die gefährliche Reise dauert zwei Jahre. Isaak und Abul Abbas müssen viele Abenteuer bestehen und entdecken dabei ihre kulturellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Dauer ca. 60 Minuten, Eintritt frei.
Am Sonntag um 15 Uhr für Groß und Klein ab sechs Jahren und am Montag jeweils um 8.30 und 10 Uhr für Grundschulen (Anmeldungen unter Tel. RS 6944 70 15 oder E-Mail v.heiligmann@caritasverbandremscheid.de)

Dienstag, 24. September, 14 bis 16 Uhr
Donate your Stereotype
Straßenaktion vor dem Alleecenter
in Kooperation mit dem Internationalen Bund und vielfalt.viel wert. Kommen Sie vorbei und mit uns ins Gespräch. Bringen Sie einen lästigen Stereotyp mit, den Sie loswerden möchten und erhalten Sie im Gegenzug eine kleine Inspiration aus aller Welt!

Mittwoch, 25. September, 19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr)
27. Interreligiöses Friedensgebet "Tatsächlich Frieden“
Ort: In der Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall, Martin-Luther-Straße
Der Arbeitskreis Interreligiöser Dialog, Remscheid, lädt herzlich ein.  (Hinweis: Da das Polizeigelände ein Sicherheitsbereich ist, bitten wir Sie, bei Ihrem Besuch den Zugang über die Treppe gegenüber der Hausnummer 61 der Martin-Luther-Straße)

Donnerstag, 26. September, Beginn 9 Uhr (Ende ca. 16 Uhr)
Salut – Salam – Sing
Ort: Kraftstation, Honsberger Straße 2,
Interkulturelle Kinderlieder für den Spracherwerb nutzen
2. Veranstaltungsreihe „Diversität und Spracherwerb“ für pädagogische Fachkräfte in Kita/FZ, OGS und Grundschule. Eine Fortbildung vom Kommunalen Integrationszentrum mit Hayat Chaoui (Sängerin, Gesangspädagogin).
Anmeldung bis 13. September bei joby.joppen@remscheid.de">joby.joppen@remscheid.de  oder claudia.goencueoglu@remscheid.de">claudia.goencueoglu@remscheid.de

Freitag, 27. September, Tag des Flüchtlings
Sin Nombre - Zug der Hoffnung
Filmvorführung für Jugendliche In der Kraftstation, Honsberger Straße 2
Kino mit Popcorn und Eis. Der Eintritt ist frei!
10 Uhr Schulveranstaltung mit Anmeldung bei v.heiligmann@caritasverbandremscheid.de">v.heiligmann@caritasverbandremscheid.de oder Tel. RS 69447015
18 Uhr Kino für Alle

Samstag, 28. September, 18 Uhr
Daughters and Sons of Gastarbeiters
Ich bin Gastarbeiterkind, du auch?

Ort: Innenstadtmanagement, Markt 13,
Eine kostenfreie Veranstaltung der Integrationsagenturen in Kooperation mit vielfalt.viel wert, der Deutsch-Italienischen Gesellschaft in Remscheid e.V. und dem Bundesverband spanischer sozialer und kultureller Vereine e.V.
Die Zeit der Gastarbeit ist lang vorbei, aber das Leben der Gastarbeiter*innen ist nach wie vor kaum präsent. Die Kinder und Kindeskinder der «ersten Generation» lassen in Erzählungen die Geschichten ihrer Eltern und Großeltern aufleben und verleihen damit einer Generation, die in Vergessenheit geraten ist, eine Stimme. Zugleich verarbeiten sie durch ihr Schreiben die eigene Lebensgeschichte.
Es lesen Çiçek Bacik, Marcello Buzzanca, Manuel Gogos, Özlem Yilmazer und Ozan Ata Canani aus ihren Familiengeschichten, begleitet von Musik, Illustrationen, Film und Fotos.

Sonntag, 29.September, 11 Uhr
„Tournoi interculturel de football 2019 à Remscheid“
Interkulturelles Fußballturnier

Ort: Die Sportanlage Honsberg, Engelsberg 1,
Gemeinsam mit dem Migrantenverein Guinée Unie e.V. und weiteren Kooperationspartnern organisieren wir am Sonntag 29. September, ein interkulturelles Fußballturnier. Interessierte Fußballmannschaften von jungen Erwachsenen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Wir freuen uns auch über zahlreiche Besucher*innen auf der Tribüne und über eine Kleinigkeit für das bunte Buffet. Getränke können mitgebracht oder vor Ort käuflich erworben werden. Der Eintritt ist frei!