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Fast jeder zweite Schüler in RS mit Migrationshintergrund

Pressemitteilung des Statistischen Landesamts Information und Technik NRW

925 000 und damit 38,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen (ohne Freie Waldorfschulen und Weiterbildungskollegs) in Nordrhein-Westfalen hatten im Schuljahr 2019/20 eine Zuwanderungsgeschichte. Das waren 1,3 Prozentpunkte mehr als im Schuljahr 2018/19 (36,9Prozent). Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, gab es in Duisburg (54,9 Prozent) und Gelsenkirchen (53,3 Prozent) landesweit die höchsten Anteile. In Remscheid liegt der Anteil bei 48,5 Prozent. In den Kreisen Borken (21,6 Prozent) und Coesfeld (17,5 Prozent) waren die Quoten am niedrigsten.

Je nach Schulform unterschieden sich die Anteile der Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte an der jeweiligen Gesamtschülerzahl: An Hauptschulen war die Quote mit 60,3 Prozent am höchsten, gefolgt von Realschulen (48,8 Prozent) sowie Grund- und Gesamtschulen (jeweils 44,4 Prozent). Als Personen mit Zuwanderungsgeschichte gelten in der Schulstatistik Schülerinnen und Schüler, die im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert sind und/oder Schülerinnen und Schüler, von denen mindestens ein Elternteil im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert ist und/oder deren Verkehrssprache in der Familie nicht Deutsch ist.

Einsatz für ein gutes und friedliches Miteinander

Mit Beethovens „Ode an die Freunde“ eröffnete heute der ökumenische Kantorenkonvent mit technischer Unterstützung von Christoph Spengler den Festakt zur deutschen Einheit im Teo Otto Theater. „Es sieht etwas anders aus als gewohnt“, begrüßte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die überschaubaren Gäste. „Die Sitze haben alle Businessclass-Beinfreiheit. Corona sei es geschuldet. Aber wir dürfen und können den heutigen Tag feiern, wir dürfen unser wunderbares Orchester genießen. Leider mit Einschränkungen der Besucherplätze.  Ja, wir leben mit Einschränkungen, die uns alle nicht viel Freude machen. Aber das Tragen von Masken, die Hygieneauflagen, das Abstandsgebot, das alles ist für jeden von uns zu schaffen!“

Zugleich erinnerte der OB an all jene, „die in Kurzarbeit sind, die ihre Arbeit verloren haben. Ich denke an die Unternehmen, an die Geschäfte der Gastronomie und des Einzelhandels, die derzeit sehr zu kämpfen haben. Sie brauchen auch weiterhin Unterstützung, damit sie, damit unsere Stadt gut durch die Krise kommt. Und ich bin allen dankbar, die mitmachen, die anpacken, die jetzt nicht jammern, sondern helfen, wo immer auch Hilfe benötigt wird. Diesen vielen Menschen gebührt unser aller Dank.“

Der Tag der deutschen Einheit war in diesem Jahr ein besonderer.  Es ist 30 Jahre her, dass die deutsche Wiedervereinigung Wirklichkeit und die Jahre der Trennung Geschichte wurden. Mast-Weisz: „Ich erinnere mich immer wieder gerne an den 9. November 1989, als uns alle abends die Nachricht erreichte, dass die Mauer endlich keine unüberwindbare Barriere mehr war. Das war ein Erfolg der vielen friedlichen Proteste in vielen Städten der damaligen DDR. Ich bin all denjenigen dankbar, die sich für das Miteinander von Ost und West engagieren. So zum Beispiel in der Partnerschaft mit Pirna. Die unermüdliche Thea Jüttner, die jedes Jahr Busreisen dorthin arrangiert, ist ja heute in Pirna, um dort mit zu feiern.“

Die Deutschen – ein geeintes Volk? Da setzte der Oberbürgermeister ein Fragezeichen. „Immer noch gibt es Gefälle zwischen Ost und West. Viele Menschen in den ostdeutschen Bundesländern – wir sollten nach 30 Jahren die Formulierung neue Bundesländer endlich aufgeben – fühlen sich nach wie vor benachteiligt.“ Dies aufzulösen sei eine wichtige Aufgabe. Denn Enttäuschung und Benachteiligung führten dazu, dass in manchen Regionen Ostdeutschlands viele Menschen die freiheitlich-demokratische Verfassung Deutschlands anzweifeln, in Frage stellen oder gar ablehnen. Dies zeige sich u.a. in Wahlergebnissen, „bei denen die Vertreter der AfD in einem aus meiner Sicht unerträglichen Maße Erfolg haben“, so der OB.

Zweifel und Ablehnung unserer Verfassung und Corona, das sei eine sehr ungesunde Mischung, fuhr  Burkhard Mast-Weisz fort. Eine Mischung, die von Verfassungsfeinden überall im Land gerne ausgenutzt werde: „Ich erhalte Briefe und Mails sowie Beiträge in den so genannten sozialen Medien, deren Inhalte unvorstellbar sind. Wir müssen gemeinsam aufpassen, dass sich diese Mischung nicht noch weiter verbreitet und explosiv wird. Unsere Verfassung zu schützen ist eine Aufgabe aller staatlichen Ebenen, es ist eine Aufgabe aller Menschen in unserem Land, auch von uns hier. Es ist eine Aufgabe der Politik in unserem Rathaus, eine Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Diese Stadt hat es nun wirklich verdient, dass wir uns alle für sie einsetzen, für ein gutes und friedliches Miteinander, für Toleranz und Respekt gegenüber allen Menschen, für eine starke und streitbare Demokratie.“

2,1 Millionen in NRW sprechen zuhause kein Deutsch

Pressemitteilung des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen

Von den 14,1 Millionen Menschen in nordrhein-westfälischen Privathaushalten mit zwei oder mehr Personen sprachen im Jahr 2019 mehr als 2,1 Millionen zu Hause überwiegend eine andere Sprache als Deutsch. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, traf dies auf 15 Prozent der nicht alleinlebenden Personen in NRW zu. Bei Personen mit Migrationshintergrund in Mehrpersonenhaushalten lag der entsprechende Anteil bei 43,9 Prozent. Knapp ein Viertel (24 Prozent) der 2,1 Millionen Personen, in deren Haushalt die alltägliche Kommunikation nicht auf Deutsch erfolgt, lebten in türkischsprachigen Haushalten, für 11,2 Prozent war Russisch und für 10,1 Prozent Arabisch die zu Hause hauptsächlich verwendete Sprache. Bei über einem Drittel (35,6 Prozent) war eine andere europäische Sprache als Deutsch die zu Hause überwiegend gesprochene Sprache. Die höchsten Nennungen darunter waren Polnisch (8,8 Prozent), Rumänisch (3,3 Prozent) und Italienisch (3,1 Prozent).

Die vorliegenden Ergebnisse stammen aus dem Mikrozensus. Als Personen mit Migrationshintergrund gelten nach §4 Abs. 1 des Teilhabe- und Integrationsgesetzes NRW vom 14.02.2012 (GV NRW S. 97) Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, oder im Ausland geborene und nach 1949 Zugewanderte, oder Personen, bei denen mindestens ein Elternteil zugewandert ist. (IT.NRW)

Mit dem Honsberg sind viele Hoffnungen verbunden

‚HonsWerk‘ für eine solidarische Stadtteilgemeinschaft“, titelte waterboelles.de am 24. September und stellte seinen Leser/innen die Pläne der Montag Stiftung Urbane Räume gAG (MUR) für den Honsberg vor. Dort hat sich in den vergangenen Jahren – nicht zuletzt dank des Förderprogramms „Stadtumbau West“ – schon viel getan, doch der hohe Leerstand und die Imageprobleme in dem einstigen „roten“ Arbeiterviertel bestehen weiterhin und sind nicht wegzudiskutieren. Es gibt zwar zarte (kulturelle) Pflänzchen der Hoffnung. Doch die brauchen eine pflegende Hand. Und deshalb ist es gut und richtig, dass Donnerstag der Rat der Stadt in seiner letzten Sitzung in der alten Wahlperiode die Stadtverwaltung mit der Entwicklung einer gemeinnützigen Bildungseinrichtung „HonsWerkstatt“ als Projekt der Städtebauförderung beauftragt hat. Mit diesem Beschluss wird der Weg geebnet für einen wichtigen Projektbaustein in der Kooperation der Stadt Remscheid, der GEWAG Wohnungsaktiengesellschaft Remscheid und der Montag Stiftung Urbane Räume aus Bonn. Shon seit 2017 werden gemeinsam Ideen und Konzepte für die nachhaltige Entwicklung und Aufwertung des Stadtteils Honsberg entwickeln. Gestern informierten die Akteure im Rathaus in einer Pressekonferenz über die neue „HonsWerkstatt“ und alles, was damit zusammenhängt.

  • Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz: „Der Honsberg ist ein Stadtteil mit eigenem Gesicht und einer engagierten Bürgerschaft. Das gemeinsame Projekt greift diese Charakteristik auf und führt sie in die Zukunft fort."
  • Peter Heinze, Technischer Dezernent: „Die Umsetzung dieses Modellprojekts behutsamer Stadterneuerung ist für die Stadt Remscheid die konsequente Fortführung des Erneuerungsprozesses ein weithin sichtbares Zeichen der Innovationskraft unterschätzter Standort."
  • Thomas Neuhaus, Sozialdezernent: „Integration findet vor allem in den Quartieren statt. Und hier haben wir Chance, nahe bei und mit den Bewohnern einen wichtigen Impuls zu setzen, der auch über den Stadtteil hinaus wirken kann."
  • Oliver Gabrian, Vorstand der GEWAG: „Für die GEWAG eröffnet das Projekt die Chance, den Prozess des positiven Image- und Substanzwandels für Honsberg, den wir mit der Ansiedlung der Kulturwerkstatt „Ins Blaue" in GEWAG-Häusern begonnen haben, zu stützen und zu verstetigen."
  • Dr. Robert Winterhager, Projektentwickler der Montag Stiftung Urbane Räume: „Die Montag Stiftung Urbane Räume gAG ist eine unabhängige gemeinnützige Stiftung und gehört zur Gruppe der Montag Stiftungen in Bonn. Im Sinne des Leitmotivs der Stiftungsgruppe „Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung" engagiert sich die Montag Stiftung Urbane Räume als unabhängige Partnerin von Kommunen, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Initiativen dort, wo Stadtteile von besonderen sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen geprägt sind.“

Einig waren sich alle vier, dass der Honsberg ein Rohdiamant ist, der zum Leuchten gebracht werden kann, wenn auch die multikulturelle Bewohnerschaft sich nach ihren Möglichkeiten engagiert. Und dafür gibt es bereits gute Ansätze.

Festgesetztes Schiff kann kein Leben retten

Pressemitteilung der Ökumenischen Initiative Lüttringhausen

Als Bündnispartner von „United4Rescue“ fordert die Ökumenische Initiative Lüttringhausen, dem Rettungsschiff „Sea watch 4“ sofort wieder das Auslaufen ins Mittelmeer zu erlauben. Die italienischen Behörden haben nach einer Hafenstaatskontrolle in der Nacht auf Sonntag das Rettungsschiff “Sea-Watch 4 powered by United4Rescue” festgesetzt. Sea-Watch, United4Rescue und Ärzte ohne Grenzen verurteilen die Festsetzung aufs Schärfste und fordern die sofortige Beendigung der Kriminalisierung ziviler Seenotrettung.

Im Rahmen der Kontrolle suchten italienische Inspekteure elf Stunden lang nach Beanstandungen, aufgrund derer sie die Sea-Watch 4 dann festsetzten. Der Hauptvorwurf lautet, die Rettung von Menschenleben entspreche nicht der Registrierung des Schiffes. Die Sea-Watch 4 habe zu viele Rettungswesten an Bord, das Abwassersystem sei nicht für die Anzahl der geretteten Personen ausgelegt. Dass Seenotrettung als akute Nothilfe für alle Schiffe verpflichtend ist, wird außer Acht gelassen. Tatsächlich erfüllt das Schiff alle Sicherheitsvorgaben des deutschen Flaggenstaates, wie die deutschen Behörden Sea-Watch erst im Juli bestätigt haben.

Nach ihren ersten Rettungseinsätzen im August wartete die Sea-Watch 4 mit 353 Menschen an Bord tagelang auf die Zuweisung eines sicheren Hafens, bevor die Überlebenden am 2. September an die Quarantänefähre GNV Allegra übergeben wurden. Die Crew der Sea-Watch 4 absolvierte dann eine zweiwöchige Quarantäne vor dem Hafen von Palermo.

„Die Verletzungen, die wir an Bord behandelt haben, zeigen die Gewalt und die Gefahren, denen die Geretteten auf der Flucht entkommen sind“, sagt Barbara Deck, Leiterin des medizinischen Teams von Ärzte ohne Grenzen auf der Sea-Watch 4. „Wir haben einen Jungen behandelt, der von Bewaffneten auf den Kopf geschlagen wurde und in der Folge taub geworden ist, und einen Vater, der die Spuren von geschmolzenem Plastik auf seiner Haut trug. Was diese Menschen ertragen, macht sprachlos. Vor diesem Hintergrund ist es erschütternd, dass europäische Regierungen alles tun, um uns daran zu hindern, lebensrettende Hilfe zu leisten.“

Erst nachdem die europäischen Staaten ihre eigenen Rettungsschiffe zurückgezogen haben und sogar Handelsschiffen die Seenotrettung erschweren, haben sich private Hilfsorganisationen aufgemacht und Rettungsschiffe organisiert. Darunter ist seit August 2020 die „Sea watch 4 – powered by United4Rescue“. Die Evangelische Kirche in Deutschland hatte Bündnispartner gewonnen und mit ihnen „United4Rescue“ gegründet. Dies Bündnis hatte das 40 Jahre alte Forschungsschiff Poseidon in Kiel ersteigert und als Rettungsschiff umgerüstet. Zurzeit sind fast alle Rettungsschiffe mit fadenscheinigen Gründen festgesetzt. Nun wurde auch das Aufklärungsflugzeug Moonbird von Sea-Watch durch die italienischen Behörden festgesetzt. Das Ziel ist offensichtlich zu verhindern, dass die gravierenden Menschenrechtsverletzungen an der tödlichsten Seegrenze der Welt dokumentiert werden. Niemand soll das Sterben auf dem Mittelmeer bezeugen können.

Die klare Botschaft: "Mensch ist Mensch"

Das fertige Graffiti an der Wand der Kraftstation. Foto: Lothar Kaiser

Das Video zum Projekt „Vision, Gegenwart, Zukunft“

Kraftstation: Murales wächst mittels Spraydosen“, titelte der Waterbölles am 15. September. Da gab es noch viel zu tun für Belinda Tillmanns, Meysam Ebrahimi, Pakiza Habibi, Rahmatullah Hasani, Sekriya Sadat und Joshua Faßbender an dem neuen Graffiti des Soziokulturellen Zentrums „Kraftstation“. Doch zur Vernissage am Donnerstagabend war das Produkt des bergischen Jugendprojekts „Vision, Gegenwart, Zukunft“ fertig und fand, gut ausgeleuchtet, bei den Besucherinnen und Besuchern großen Anklang.

Ehrenamtliche Laien im Sprachmittlerpool

In unterschiedlichen Alltagssituationen stehen Remscheider Bürger/innen mit Migrationshintergrund, deren Deutschkenntnisse noch „ausbaufähig“ sind, nicht selten vor erhebliche Sprachbarrieren. Dann wird die Verständigung schwierig +oder gar unmöglich. Damit die Kommunikation leichter fällt, stellt das Kommunale Integrationszentrum (KI) der Stadt Remscheid den Betroffenen auf Anfrage kostenlos ehrenamtliche Laien-Sprachmittler-innen und Sprachmittler zur Verfügung. Der Einsatz der ehrenamtlichen Laien-Sprachmittlerinnen und Sprachmittler wird durch das KI koordiniert.

Die Sprachmittler können für (Beratungs-) Gespräche, Informationsveranstaltungen und/oder schriftliche Übersetzungen (z.B. Elternbriefe, Infobriefe, Hausordnung u. Ä.) angefragt werden von Bildungseinrichtungen (Kindergärten, Schulen usw.), Beratungsstellen, Ämter und Behörden, anderen öffentliche Einrichtungen, Trägern der Freien Wohlfahrtspflege und Migrantenorganisationen (Vereine und Initiativen) . Das aktuelles Sprachangebot bezieht sich auf afrikanische Sprachen (Amhari, Fula, Malinke, Susu, Tigrinya, Twi, u. a.), Albanisch, Arabisch, Bosnisch, Bulgarisch, Chinesisch, Englisch, Farsi/Dari, Französisch, Griechisch, Italienisch, Kurdisch Kurmandschi, Kroatisch, Panjabi, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Spanisch, Tamil, Türkisch und Urdu . Kontakt: Elif Aybirdi-Tarhan, Tel. RS 162964; Kirsten Eger, Tel RS 162989, E-Mail sprachmittler@remscheid.de.

Hinweis: Sollte das Gespräch Inhalte behandeln, aus denen sich rechtliche Folgen für die Gesprächspartner ergeben, darf kein/e ehrenamtliche/r Laien-Sprachmittlerin bzw. Sprachmittler eingesetzt werden. Gleiches gilt für die Übersetzung von rechtlich bindenden Dokumenten (Verträge o. ä.). Sprachmittlungskräfte unterliegen der Schweigepflicht, sind zur Neutralität verpflichtet und müssen alles Gesagte übersetzen. Für die sprachliche Richtigkeit der Übersetzungen in Wort und/oder Schrift kann das KI keine Gewährleistung übernehmen.

Jugendliche Wähler sind zur Stimmabgabe aufgefordert

Wahlberechtigt bei Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen sind Deutsche sowie Staatsangehörige der übrigen 26 EU-Mitgliedstaaten, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben und mindestens seit dem 16. Tag vor der Wahl in Remscheid wohnen. Für die  bevorstehende Kommunalwahl bedeutet das: Rund 7.000 Jugendliche können am 13. September erstmals von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Sie sind die Zielgruppe von drei Kooperationspartnern – Arbeitsgemeinschaft offene Kinder- und Jugendarbeit Remscheid (AGOT), Landesjugendring NRW (#jungesnrw) und Jugendrat der Stadt Remscheid – bei einer Kampagne für Erstwähler/innen. Dazu gehören nicht nur vier gemietete Plakatwände, sondern auch Plakate im DIN-A-3 Format und rund 3000 Postkarten, die in den Remscheider Schulen und Jugendhäusern die Erstwähler animieren sollen, ihre Stimme abzugeben. Die Postkarten werden in Form von kurzen Filmen über Instagram, Facebook und jugendrat-remscheid.de beworben. Sie haben drei verschiedene Motive, die Botschaft ist aber immer die gleiche: „Endlich mitbestimmen, was in Remscheid läuft!“ Verbunden ist dieser Slogan mit drei verschiedenen Einleitungen:

  • „Wer wählt, wird dadurch nicht reich, kann aber
  • „Wer wählt, wird nicht gleich die Welt retten, kann aber
  • „Wer wählt, bekommt dadurch keine Superkräfte, kann aber

Jugendliche, die auf Instagram ein Selfie mit sich und einer Postkarte und   dem Hashtag „#jungesrs" posten und bis zu drei Freund/innen nominieren, das Gleiche zu tun, können an der Verlosung von fünf Einkaufsgutscheine über je 50 Euro für das Allee-Center teilnehmen. ´

Im Mittelpunkt der Wahl-Aktion stehen Video-Interviews des Jugendrats mit örtlichen Spitzenkandidaten. .Gerd Dietrich-Wingender, der Geschäftsführer des Jugendrats: „ Die Interviews sind auf dem Instagram-Kanal des Jugendrates zu finden (Jugendrat_Remscheid).“ Eingestellt wurden bisher die folgenden Interviews:

Das Interview mit Bettina Stamm von „echt Remscheid“ findet am morgigen Freitag um 18 Uhr live auf dem Instagram-Kanal des Jugendrates statt.

Gegenwärtig beherbergt Remscheid 2.447 Flüchtlinge

Nach der coronabedingten Zuweisungspause vom 19. März bis 4. Mai wurden der Stadt Remscheid wieder mehr Flüchtlinge zugewiesen. Bis Ende Juli sind in diesem Jahr insgesamt 70 Flüchtlinge nach Remscheid gekommen. Die Herkunftsländer sind Iran, Syrien, Türkei, Pakistan, Afghanistan, Irak, Ghana, Nigeria, Sri Lanka, Mali, Marokko, teile die Verwaltung dem Integrationsrat zur Sitzung am 3. September mit. Damit liege die Erfüllungsquote  der Stadt aktuell bei 96,5 Prozent. In Remscheid leben gegenwärtig 2.447 Flüchtlinge,

  • 1557 mit Bleiberecht (humanitäre Aufenthalte)
  • 475 im laufenden Asylverfahren
  • 415 mit abgelehntem Asylverfahren (Duldung).

Es ist Wahl und Du weißt nicht Bescheid…

„Unsere Stadt Remscheid ist stolz auf ihre vielfältige Stadtgesellschaft und hat uns Menschen mit internationaler Familiengeschichte stets auf Augenhöhe einbezogen. Umso enttäuschender ist es jetzt, dass wir bei der Ausübung unserer demokratischen Rechte behindert werden", kritisiert Erden Ankay-Nachtwein, Vorsitzende des amtierenden Integrationsrates. Anlass der Verärgerung ist die unzureichende Vorbereitung der Wahl des Integrationsrates der Stadt Remscheid am 13. September.

Der Integrationsrat ist das Fachgremium für kommunale Integrationspolitik und zugleich die politische Vertretung der Menschen mit internationaler Familiengeschichte. Die Stadt ist gemäß Gemeindeordnung verpflichtet, alle ihr bekannten Wahlberechtigten automatisch ins Wählerverzeichnis aufzunehmen und ihnen eine Wahlbenachrichtigung zuzuschicken. Dazu gehören in Remscheid eingebürgerte Personen, die jedoch weder im Wählerverzeichnis erfasst, noch über ihr Wahlrecht informiert worden sind. Sie sollen nach Vorstellung des Wahlamtes einen Antrag auf Eintragung ins Wählerverzeichnis stellen. Dabei wissen gerade Eingebürgerte oftmals nicht von ihrem Recht, den Integrationsrat wählen zu können.

Ankay-Nachtwein: „Ich würde mir mehr Unterstützung für die Wahl des Integrationsrates wünschen. Stattdessen werden hier in Remscheid rechtliche Vorgaben missachtet.“ Der Landtag hatte erst Ende 2018 entsprechende Änderungen in der Gemeindeordnung NRW vorgenommen, um die Ausübung des Wahlrechts für Eingebürgerte zu erleichtern. Es sei frustrierend, so Ankay-Nachtwein weiter, dass die Teilnahme an der Integrationsratswahl derartig verkompliziert wird. Andere NRW-Städte wie Essen, Köln, Solingen oder Wuppertal, in denen Integrationsräte gewählt werden, hätten hingegen ihre gesetzliche Aufgabe begriffen. Statt bürokratische Hürden aufzubauen, habe die Verwaltung dieser Städte alle Wahlberechtigten unaufgefordert ins Wählerverzeichnis eingetragen und über ihr Wahlrecht informiert.

„Die Stadt Remscheid ist aufgefordert, das Wahlrecht als Grundlage der Demokratie zu stärken und den Zugang zur Wahl so einfach wie möglich zu gestalten. Sollte die Verwaltung weiterhin die Rechtsgrundlage bezüglich der Integrationsratswahl ignorieren, kann es zur Anfechtung der Wahl kommen. Im Sinne all jener, die sich ehrenamtlich für das Zusammenleben in unserer Stadt engagieren und für den Integrationsrat kandidieren, hoffe ich jedoch, dass die Wahl rechtmäßig abläuft und wir in eine erfolgreiche neue Amtsperiode starten können“, erklärt Ankay-Nachtwein.

„Die Wölfe sind zurück“ gilt ab heute

Die Aktion auf dem Remscheider Rathausplatz. Fotos: Lothar KaiserPressemitteilung von Remscheid Tolerant e.V.

Die Künstler*innen Annabelle Schleder und Rainer Opolka bringen die Wanderausstellung "Die Wölfe sind zurück" als Mahnwache nach Remscheid. Sie findet von heute bis Mittwoch auf dem Remscheider Rathausplatz statt. Das Geleitwort zur Ausstellung haben die drei bergischen Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Tim Kurzbach und Andreas Mucke geschrieben: „Diese Wölfe sind hässlich! Ihre übermannshohen Figuren scheinen einem Alptraum entsprungen. Sie fletschen die Zähne. Sie sind auf dem Sprung. Sie sind viele. Wer ihnen gegenübersteht denkt nicht an Gegenwehr, er denkt an Flucht. Der Titel der Ausstellung: „Die Wölfe sind zurück“ gibt zu denken. Ja, die Wölfe sind tatsächlich zurück. Aber wir sehen sie nicht deutlich, weil sie Schafspelze tragen. Sie könnten nebenan wohnen, sie tragen Anzug und Krawatte, sie sitzen in deutschen Parlamenten, aber ihre Reden verraten sie. Sie reden von „Volkstod“, „Umvolkung“ oder „Bevölkerungsaustausch“, wenn es um Integration und Zuwanderung geht, sie verbreiten rassistische Stereotype, sie hetzen gegen Toleranz und Vielfalt der Lebensstile. Und leider gibt es durchaus einen Resonanzboden für solche Reden. Wenn wir nicht wollen, dass die Fundamente unserer Freiheit langsam zerfallen, wenn wir nicht eines Tages fliehen wollen, dann müssen wir Demokratinnen und Demokraten uns stark machen. Politische Aufklärung hilft. Kunst hilft, wenn sie aufklärend wirkt. Das tut das Werk „Die Wölfe sind zurück“ von Rainer Opolka in hervorragender Weise. Es stellt uns vor Augen, was am Ende aus den hetzerischen Gedanken und Reden entspringt: Die nackte Gewalt. Wir danken dem Künstler, dass er nach Dresden, Berlin, Potsdam, Oranienburg, Rathenow, Chemnitz und Cottbus sein Werk auch nach Remscheid, Solingen und Wuppertal gebracht hat. Es möge jenen die Augen öffnen, die die Wölfe unter uns noch nicht erkennen.“

Rainer Opolka ist Taschenlampenfabrikant, Buchautor und bildender Künstler. Er engagiert sich gegen Rechtsentwicklung und Neo-Nazis und ist zusammen mit seinem Zwillingsbruder Harald Opolka vom Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, der jüdischen Gemeinde zu Berlin und der Flick Stiftung, mit Ehrenpreisen für zivilgesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Er lebt in Brandenburg und arbeitet zurzeit am Projekt „Kunst- & Literaturpark Schloss Hubertushöhe Storkow“. Rainer Opolka sagt: „Was passiert, wenn die Formen der Ordnung und des Zusammenhalts zerbrechen und Fremdenfeindlichkeit sich wie ein Virus ausbreitet? Wenn moralisch-ethische Regeln ihre Gültigkeit verlieren und die Gesellschaft zunehmend von Angst, Gewalt und Verrohung geprägt wird? Wenn blinder Nationalismus sich breitmacht? Wenn Menschen aus der Enge der eigenen Lebensverhältnisse eine Sichtweise entwickeln wie Kaninchen im Stall? Und wohin geht unsere Zivilisation, wenn Staaten, der inneren Verrohung folgend, auch nach außen aufrüsten und aggressivere Töne anschlagen würden? Was also passiert, wenn der Mensch des Menschen Wolf wird? Die Ausstellung „Die Wölfe sind zurück“ soll das zeigen und uns eine Warnung sein.“

Für die Nachtwachen werden noch weitere Unterstützende gebraucht. Wer Zeit und Lust hat, die Aktion zu unterstützen, findet in dieser Doodle-Terminabfrage die Möglichkeit sich anzumelden: https://doodle.com/poll/d95cwmr8axxkfixg. (Anne Marie Faßbender und Sascha von Gerishem)