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Auch in Krisenzeiten ein Tipi mitgestalten

Pressemitteilung des Caritasverbands Remscheid e.V.

Gerade in dieser weltweiten Krisenzeit erleben wir dieses Gefühl als existentiell. Ein gemeinsames Projekt zu erarbeiten, bei dem jeder einzelne wichtig ist, sich zu einem weltweiten Gesamtgefüge verbindet, kann trösten. Das Tipi-Projekt gibt es mittlerweile seit 8 Jahren, es erweitert sich stetig und ist international. Es gibt dieses Projekt mittlerweile in vielen deutschen Städten, aber auch in Kenia, Taipeh, New York, Spanien, Belgien, Italien und in der Schweiz. Weltweit arbeiten tausende Menschen mit und verbinden sich so zu einer vielfältigen Gemeinschaft.

Die Tipis werden in Handarbeit hergestellt und bestehen aus vielen bunten gestrickten oder gehäkelten Quadraten, die am Schluss zusammengefügt werden. So entsteht ein farbenfrohes Kunstwerk, dass idealerweise mit der Unterstützung von vielen tatkräftigen Helfern zu einem Ganzen wird. Ein buntes Dach, dass zugleich ein Symbol unserer vielfältigen Gesellschaft ist. Andrea Schara von Vielfalt. Viel wert. des Caritas Verbandes Remscheid hat gemeinsam mit der Remscheider Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck Anfang des Jahres erneut ein Tipi-Projekt ins Leben gerufen. Es sind bereits viele bunte, teilweise gemusterte Quadrate in fleißiger Handarbeit entstanden.

„Eigentlich hatten wir geplant, dass wir mit vielen Menschen zusammenkommen und gemeinsam stricken und häkeln und darüber in einen Austausch und in Kontakt kommen. So vielfältig und bunt wie die Quadrate, die entstehen, sollten die Kontakte sein. Nun hat uns der Corona-Virus einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Trotzdem und gerade jetzt soll das Projekt fortgeführt werden. Die Läden sind geschlossen, die Menschen sitzen Zuhause, teilweise, auch aufgrund der Kontaktsperre alleine. Dies ist gerade eine ideale Chance vielen dieser Menschen die Möglichkeit zu geben sich an einem Gemeinschaftsprojekt zu beteiligen und Teil eines Großen und Ganzen zu werden. „Da wir nicht persönlich in engen Kontakt kommen können, gehen wir nun andere Wege.“ Wer gerne handarbeitet und noch Wollreste zu Hause hat, soll zu Strick- oder Häkelnadel greifen und mitgestalten. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Jeder kann sich beteiligen so wie er „gestrickt ist“!

Die Größe der Quadrate soll 15cm x 15cm sein. Die Fäden sollen bitte vernäht sein. Dies ist eine Einladung für alle! Ein Einstieg in das Projekt ist jederzeit möglich. Männer dürfen sich übrigens auch sehr gerne an dem Projekt beteiligen. So begegnen wir gemeinsam der Krise! Das Kunst-Tipi hat eine hohe symbolische Bedeutung, die nicht erklärt werden muss und sofort erfahrbar ist. Ein Zelt steht für Schutz, Gastfreundschaft, ist mobil, die Farbgebung folgt der eines Regenbogens, dem Symbol für Frieden. Aufgestellt steht man in einen meditativen Raum, der sofort positive Emotionalität spürbar werden lässt. Am Ende passt alles zusammen! Das Tipi wird nach der Krise als „Symbol der Gemeinschaft“ und als „Dach der Vielfalt“ aufgestellt und so physisch für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht. Es soll Teil eines internationalen Tipi-Dorfes werden und später mit seiner Symbolkraft als „Caritas- Vielfalt- Tipi“ in die Welt versendet werden. Mehr über das Tipi-Projekt und die Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck erfahren Sie auf der Homepage www.ute-lennartz-lembeck.de. Für Fragen stehen Ute Lennartz-Lembeck ute.lennartz@gmail.com und Andrea Schara a.schara@caritasverbandremscheid.de gerne zur Verfügung.

 Normalerweise besteht ein Tipi aus Acrylwolle, die wetterunabhängig ist. Auf Grund der Situation werden aktuell andere Wege beschritten und jegliches Material ist zugelassen. Alle Wollreste und Material, was Zuhause vor Ort ist, darf verwendet werden. Es darf verwendet werden, was da ist. So entsteht ein besonderes, sehr persönliches Tipi, mit dem ein Zeichen gesetzt werden soll. Einige Wollknäuel sind noch bei der Caritas zu erfragen. Die fertigen Quadrate können (nach vorheriger Ankündigung unter Tel. RS 4911-0) in der Blumenstraße 9 abgegeben werden oder per Post z.Hd. A. Schara dorthin gesendet werden. (Andrea Schara, Fachdienst: Integration und Migration, a.schara@caritasverbandremscheid.de)

#heimatbunt – Dein Selfie gegen Rassismus

Pressemitteilung von Remscheid Tolerant e.V.

Insgesamt fünfzehn Veranstaltungen hatte Remscheid Tolerant mit vielen Kooperationspartnern für die Internationalen Wochen gegen Rassismus auf die Beine gestellt, weniger als ein Drittel haben derzeit noch Bestand. Der Großteil der Veranstaltungen zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus in Remscheid wurde abgesagt ( Remscheid Tolerant informiert auf www.remscheid-tolerant.de fortlaufend über den jeweiligen Stand). Eine Alternative, die hoffentlich nur im positiven Sinne ansteckend ist, wurde gestern gestartet: Ursprünglich als Projekt für die Ideenmesse entwickelt, wurde in den vergangenen Tagen das Projekt #heimatbunt vorangetrieben. Dabei geht es darum, ein Selfie von sich im sozialen Netzwerk Instagram zu teilen und mit dem Hashtag „heimatbunt“ zu versehen. Alle Fotos, die mit #heimatbunt versehen sind, werden nach dem Motto „Dein Selfie gegen Rassismus“ automatisch auf der Internetseite www.heimatbunt.de angezeigt. „HeimatBUNT“ war das Motto des noch von Volker Beckmann 2019 organisierten Lüttringhauser Bahnhofsfestes, das sich ebenfalls um Respekt und Toleranz drehte. Die Aktion Muteinander zeichnet für den technischen Teil der Webseite verantwortlich. „Der alltägliche Rassismus kommt durch den Virus leider nicht zum Erliegen, mit unserer überparteilichen Selfie-Aktion kann man selbst aus der Quarantäne ein Zeichen setzen“, so Sascha von Gerishem, stellvertretender Vorsitzender von Remscheid Tolerant und Sprecher und Mit-Initiator der Aktion Muteinander.

„Im Kampf gegen rechts ist es wichtig überparteilich aufzutreten. Wir demokratischen Parteien und Organisationen müssen gemeinsam einstehen für Toleranz und gegen Rassismus“, begründet Denise Abé, Fraktionsgeschäftsführerin der Remscheider Grünen, warum die Ideengeber das Projekt für möglichst viele Aktionspartner öffnen möchten. Die Remscheider SPD, die Linke, die AWO Lennep-Lüttringhausen, die Ökumenische Initiative Lüttringhausen mit dem Flair-Weltladen und der FC Remscheid, allesamt Teilnehmer des Lüttringhauser Bahnhofsfestes im vergangenen Jahr, schlossen sich der Aktion sofort an.

Wer keinen eigenes Benutzerkonto bei Instagram unterhält, hat die Möglichkeit sein Foto und seine Beschreibung auch per E-Mail einzusenden, dann veröffentlichen Remscheid Tolerant oder die Aktion Muteinander das Foto über ihre Kanäle. Die Fotos selbst werden auf der Projektseite nicht zwischengespeichert, wird das Foto im sozialen Netz gelöscht, verschwindet es auch von der Webseite. Bei per E-Mail eingesandten Bildern genügt eine formlose Nachricht, das entsprechende Foto wieder zu löschen.

Die Auftaktveranstaltung, die in Kooperation mit der Citykirche im Vaßbendersaal in Remscheid stattfinden sollte, war als Ideenmesse zum Kennenlernen und Vernetzen geplant. „Ende September findet die Interkulturelle Woche statt, konzeptionell und inhaltlich passt die Ideenmesse auch sehr gut dorthin, so dass keine Idee verloren geht“, beschwichtigt Anne Marie Faßbender, Vorsitzende von Remscheid Tolerant, kritische Stimmen, die eine Absage für übertrieben halten.

Wochen gegen Rassismus vom 13. März bis 4. April

Freitag, 13. März, 15 bis 20 Uhr, Eintritt frei
Ort: Vaßbendersaal, Schulgasse 1,
Ideenmesse: „Zukunft (mit-) gestalten“ Verschoben!

Den Auftakt zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus bildet eine gemeinsame Ideenmesse. Verschiedene Vereine, Gruppen und Aktionsbündnisse stellen sich und ihre Ziele vor und nutzen die gemeinsame Zeit auch zum Austausch, Kennenlernen und Vernetzen. Aufgelockert wird die Messe durch Sequenzen auf der Bühne. Zum einen sorgen Horst Wegener und Jochen Wingsch aka Papa Jo‘s One Man Acoustic Jam für musikalische Unterhaltung, zum anderen wird es eine Bürger-diskussion mit Vertretern aus der Lokalpolitik geben. Das Thema auch hier: „Zukunft (mit) gestalten“. Besucher*innen können sich informieren, in persönlichen Gesprächen inspirieren lassen oder selbst Anregungen abgeben. Für ein faires Catering in Kooperation mit dem Lüttringhauser Flair-Weltladen und der Aktion Muteinander ist gesorgt. Ziel ist, das eigene Netzwerk auch außerhalb von Facebook erweitern, mit den Menschen ganz ungebunden ins Gespräch zu kommen und im Idealfall Unterstützer*innen oder Kooperationen zu finden.
Veranstalter: Remscheid Tolerant e.V. mit der Citykirche.

Samstag, 14. März, 14-17 Uhr, Eintritt frei
Ort: Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall auf dem Polizeigelände am Quimperplatz, Martin-Luther-Straße 61,

Ausstellung: „VERFOLGT – VERURTEILT – FAST VERGESSEN“
Als Widerstandskämpfer vom NS-Staat zu Haftstrafen verurteilt, wurden Männer gezwungen, in sogenannten Bewährungseinheiten am Krieg teilnehmen. Die Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall stellt auf drei Ausstellungstafeln Remscheider Bewährungssoldaten vor, ergänzt durch die Wanderausstellung „Was damals Recht war“ über Deserteure im NS-Staat und die Ausstellung über Remscheider Deserteure mit dem Titel „Das war damals Recht“. Um 14.30 Uhr wird eine Führung durch die Ausstellungen angeboten. Besucher betreten das Gelände bitte über die Treppe gegenüber der Martin-Luther-Straße 61. Anfragen für weitere Führungen können per Email an info@gub-pferdestall.de gestellt werden. Veranstalter: Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall e.V. Abgesagt!

Sonntag, 15. März, 16-18 Uhr, Eintritt: zehn Euro
Ort: CVJM Lüttringhausen, Gertenbachstraße 38,

„Renaissance und Anachronismus“
Die Aktion Muteinander präsentiert das Stück „Renaissance und Anachronismus“ vom WÜSTheatER: „Es gibt einen Himmel im religiös-phantastischem Sinne und die dazugehörigen Engel. Immer mehr Verstorbene kommen an der Himmelspforte an, das Verwalten der Toten verkommt zur Fließbandarbeit. Nach einigen Überlegungen beschließen die Enge: Sie wollen streiken! Doch können und dürfen sie das überhaupt? Und welche Auswirkungen hätte dies auf die Menschheit? Darf man die Unmoral der Menschheit, unser Verhalten, bestreiken?“ Tickets und weitere Infos: www.wuestheater.de, Kartenvorverkauf auch in Isa‘s Dorf-Shop, Richthofenstraße 22.
Veranstalter: Aktion Muteinander mit dem WÜSTheatER

Montag, 16. März, 19 Uhr, Eintritt frei
Ort: Kraftstation, Honsberger Straße 2,

Vortrag: Die AFD und die soziale Frage
Die AfD ist 2013 entstanden als Partei des Sozialabbaus. Marktradikalität heißt soziale Kälte und schließlich auch Demokratieverachtung. Diese Kälte gegenüber Menschenrechten machte die AfD interessant für faschistische Ideologen. Der Soziologe Andreas Kemper gab bereits 2013 als erster ein Buch zur AfD heraus und analysiert deren Entwicklung seither. Eine lebhafte Diskussion wird sich anschließen. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Veranstalter: Die Linke. Remscheid. Verschoben!

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Auf dem Weg zu einer Gesellschaft des Miteinanders

„Vision: Zukunft (mit-)gestalten. Gesicht zeigen – Stimme erheben!“ Unter diesem Motto werden in diesem Jahr dieses Jahr die Internationalen Wochen gegen Rassismus feiern – in ganz Deutschland und natürlich auch in Remscheid. „Als eine Stadt die mehr als 120 Nationen eine Heimat bietet, wollen wir zeigen, dass diese Vielfalt in Einheit möglich ist. Dass wir kulturübergreifend und unabhängig von der Herkunft an einem Strang ziehen und unsere Zukunft gemeinsam Gestalten“, hat der Vorstand von Remscheid tolerant e.V. (Anne Marie Faßbender, Hans-Lothar Schiffer und Sascha von Gerishem“ das Programm mit insgesamt 14 Veranstaltungen zwischen dem13. März und 4.   April überschrieben, das in gedruckter Form gestern in der SPD-Geschäftsstelle gerader noch rechtzeitig zu der Pressekonferenz eintraf, in der es vorgestellt wurde.

Daran beteiligen sich diesmal rund 20 Parteien, Jugendzentren, Kirchengemeinden, Schulen, Sozialverbände, der F(l)air-Weltladen, der städtische Integrationsrat, das Kommunale Integrationszentrum etc.  Und damit bei den geplanten Gesprächsrunden, Lesungen, Ausstellungen, Film- und Marinettentheater etc. das Publikum nicht ausbleibt, werden in den nächsten Tagen an 16 Stellen im Stadtgebiet Großplakate auf die Internationale Woche gegen Rassismus aufmerksam machen – ein Sonderangebot einer Werbefirma.

„Früher bekam ich oft gesagt ‚Rassismus? Gibt es doch in Remscheid gar nicht!‘ Das sagt mir heute niemand mehr,“ berichtete gestern Johannes Haun. Dass es auch bei uns alltäglichen Rassismus gebe, sei inzwischen vielen Bürgerinnen und Bürgern bewusst. Erden Ankay-Nachtwein und Hans Lothar Schiffer nannten zwei alarmierende Beispiele: Als die frühere farbige Vorsitzende des städtischen Jugendrates einmal alleine an  einer Bushaltestelle gewartet habe, sei der Bus an ihr vorbeigefahren. Und eine andere Farbige habe einen Ladenbesitzer gebeten, neben ihr auf dem Bürgersteig auf das bestellte Taxi zu warten, weil sie es schon erlebt habe, dass das Taxi weitergefahren sei.  „Wir müssen Respekt und Verständnis füreinander aufbauen. Und dies schaffen wir nur durch Kommunikation. Wir müssen lernen, wieder mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und ein offenes Ohr für das Leben anderer zu haben“, so der Vorstand von Remscheid Tolerant. „Nur wenn wir einander zuhören, können wir auch gemeinsam Wege ebnen – für eine solidarische und faire Gesellschaft für alle!“

"Wenn Du gerade 10kg Nudeln, 10kg Reis,
Dosenkonserven und Desinfektionsspray
gebunkert hast, und wegen drei Corona-Verdachtsfällen
in der Region ans Auswandern denkst, dann verachte niemals wieder Menschen,
die vor Krieg oder Hunger fliehen!"

(Sascha von Gerishem auf der Facebook-Seite „Muteinander“, bislang mehr als 860 Mal geteilt)

Das bunte Programm der Remscheider Woche gegen Rassismus soll ein Schritt sein auf dem Weg zu einer „Gesellschaft des Miteinanders“. "Es ist gerade nach solchen Taten wie in Hanau deutlich geworden, dass es leider noch immer nicht selbstverständlich ist gegen Rassismus zu sein. Um so wichtiger ist es nun als Gesellschaft zu zeigen, dass wir diese Ideologie ablehnen und uns gemeinsam gegen diesen Hass stellen", hob Anne Marie Faßbender hervor. Die rund 700 Besucher der Mahnwache am Remscheider Rathaus hätten aber deutlich gemacht, dass Remscheid eine Stadt sei, die sich durch rechten Terror betroffen fühlt. Denn viele würde Rassismus selbst treffen, oder Freunde, Verwandte und Kollegen. "So furchtbar diese Ereignisse waren, hab ich die Hoffnung, dass sie dazu führen, dass den Menschen bewusst wird, dass es nicht genügt nur leise im Kopf dagegen zu sein, sondern das auch ganz klar zu zeigen!"

Die Angst vorm Schwimmen "erben" die Kinder

Mit dem Aktionsplan „Schwimmen lernen in Nordrhein-Westfalen 2019 bis 2022“ will die Landesregierung die Schwimmfähigkeit der Kinder in Nordrhein-Westfalen deutlich stärken. In der Sekundarstufe I wird der Schwimmunterricht in der Regel in der Jahrgangstufe 6 über die Dauer eines Schuljahres mit einer Doppelstunde erteilt. In welchem Schuljahr in der Sek I der Schwimmunterricht stattfindet, ist den Schulen aber freigestellt. Jedes Kind soll nach Möglichkeit am Ende der Grundschulzeit, spätestens am Ende der Klasse 6, sicher schwimmen können, so die Landesregierung. Die CDU-Ratsfraktion und fragte am 11. Februar bei der Verwaltung nach. Dadurch stellte sich in der gestrigen Sitzung des Schulausschusses heraus, dass an zwei Remscheider Grundschulen am Ende der Jahrgangsstufe 4 noch auf 57 Prozent Nichtschwimmer (GGS Daniel-Schürmann) bzw. sogar 62 Prozent (Schule Steinberg) kommen. Am Ende der Jahrgangsstufe 6 sieht es an den weiterführenden Schulen deutlich besser aus. Allerdings gibt es auch dort mit einem Anteil an Nichtschwimmern drei deutliche Schlusslichter, die Nelson-Mandela Schule (19 Prozent) und die Sophie-Scholl-Gesamtschule (15 Prozent) und die Albert-Einstein-Gesamtschule (14 Prozent). Schulrätin Brigitte Dörpinghaus erklärte das mit den hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. Martine Klein vom Sportbund Remscheid ergänzte, an fehlenden Übungsleitern könne es nicht liegen. Die Schulrätin vermutete,  dass in den Heimatländern von Migranten Schwimmen keine große Bedeutung habe.  „Manche Eltern verlangen von ihren Kindern nicht Schwimmen zu lernen. Sie haben selbst Angst vor dem Schwimmen und übertragen das auf ihre Kinder!“

Sportdezernent Thomas Neuhaus hatte die Idee, den im Freibad Eschbachtal ausgebildeten jungen Rettungsschwimmern eine Weiterqualifikation ans Herz zu legen, um im Freibad eigene Schwimmkurse anbieten zu können. In den Sommerferien 2019 hatten im Rahmen von „NRW kann Schwimmen“ keine Kurse angeboten werden können, weil die Übungsleiter/innen in dieser Zeit lieber selbst Urlaub machen  wollten.

Mehrsprachiger Vorlesewettbewerb am 9. März

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Bereits zum sechsten Mal wird in Remscheid in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Remscheid und dem Kommunalen Integrationszentrum ein ,ehrsprachiger Vorlesewettbewerb für Grundschulkinder aus dem herkunftssprachlichen Unterricht organisiert. Die Vorrunde findet statt am Montag, 9. März, von 15 bis 17 Uhr im Foyer der Zentralbibliothek, Scharffstraße 4-6. Daran teilnehmen können Schülerinnen und Schüler, die zweisprachig – in Deutsch und einer anderen Sprache – aufwachsen. Viertklässler stellen ein ausgewähltes Buch auf Deutsch vor und lesen anschließend einen Auszug in ihrer Herkunftssprache vor. Die ersten drei Gewinner treten am 1. April in der Stadtbibliothek Wuppertal gegen die drei Gewinnerinnen oder Gewinner aus Mettmann, Solingen und Wuppertal an.

Ziel des Wettbewerbs ist es, die Begeisterung für das Lesen in unterschiedlichen Sprachen zu wecken und zu steigern. Mehrsprachigkeit öffnet viele Welten und weckt damit auch das Interesse und Verständnis für ein Miteinander unterschiedlicher Kulturen. In einer globalisierten Welt gewinnt die Mehrsprachigkeit als wichtige Zukunftsressource immer stärker an Bedeutung. Lesen und Vorlesen fördert die Fantasie und Kreativität und steigert die Konzentration und Ausdauer. Darüber hinaus wird die eigene Sprache bereichert und die Förderung der Herkunftssprache unterstützt das Deutschlernen.

Eine faire Lösung für die nächsten Jahre?

Keine Einsparungen auf Kosten der Kommunen“, überschrieb der Waterbölles am 21. November 2019 die von Fraktionen und Gruppen von SPD, GRÜNEN, DIE LINKE, FDP und W.i.R. eingebrachte und vom Rat beschlossene Resolution, in der Bund und Land unter der Überschrift „ Keine Einsparungen von Bund und Land auf Kosten der Kommunen tolerieren“ aufgefordert werden, Städte und Gemeinden bei der Integration von Geflüchteten zu unterstützen. Konkret: Die Mittel, die der Bund den Ländern zur Integration von Geflüchteten ab 2020 zur Verfügung stellt, seien an die Kommunen komplett weiterzuleiten. Der Rat der Stadt Remscheid erwarte „vom Land eine dauerhafte Übernahme der Kosten für Geduldete, die über die bisherige Zahlung einer Pauschale für drei Monate hinausgeht“. Die Antwort von Dr. Joachim Stamp, Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, lag am vergangenen Donnerstag in der Ratssitzung vor. Auch die Mitglieder des städtischen Integrationsrates sollen das Schreiben erhalten.  Darin heißt es unter anderem:

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
gerne nehme ich die Gelegenheit wahr, ihnen und Ihrer Kommune zunächst für die hervorragende Arbeit im Zusammenhang mit der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen zu danken und allen Beteiligten meine Anerkennung für das Engagement im Flüchtlingsbereich auszusprechen. (…)

Der Rat der Stadt Remscheid fordert das Land auf, die Mittel, die der Bund den Ländern ab 2020 zur Verfügung stellt, an die Kommunen weiterzuleiten. Außerdem fordert er, die im Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) geregelte Pauschale unter Berücksichtigung des Gutachtens zur Istkostenerhebung auskömmlich anzupassen. Ferner äußert der Rat der Stadt Remscheid die Erwartung, dass das Land die Kosten für Geduldete auf Dauer übernimmt. (…)

Im Juli des vergangenen Jahres hat der Landtag das von der Landesregierung eingebrachte Gesetz zur Änderung des Teilhabe- und Integrationsgesetzes beschlossen. Danach ist die Integrationspauschale in Höhe von 432,8 Mio. Euro im Jahr 2019 vollständig an die Kommunen weitergeleitet worden. Damit unterstützt das Land - wie schon in einem ersten Schritt mit 100 Mio. Euro im Jahr 2018 - die Gemeinden vor Ort bei der Integration. Für Ihre Kommune bedeutete dies im Jahr 2018 eine finanzielle Entlastung und Unterstützung bei den flüchtlingsbedingten Kosten der Integration durch das Land in Höhe von 645.945,49 Euro. Mit der vollständigen Weitergabe der Integrationspauschale des Bundes an die Kommunen in 2019 profitiert Ihre Stadt im Umfang von 2.280.688,35 Euro von diesen Finanzmitteln. Diese Mittel können bis zum 30. November 2020 eingesetzt werden. (…) Für die konkrete Mittelverwendung wird den Kommunen ein weiter Spielraum eingeräumt. (…)Zu der Forderung, das Land möge die vom Bund ab 2020 zur Verfügung gestellten Gelder vollständig an die Kommunen weiterleiten, mache ich auf Folgendes aufmerksam. Der Bund stellt den Ländern in den Jahren 2020 und 2021 eine Pauschale für flüchtlingsbezogene Zwecke zur Verfügung. Dies sind für Nordrhein-Westfalen im Jahr 2020 151,2 Millionen und im Jahr 2021 108 Millionen Euro. Eine Integrationspauschale sieht der Bund nicht mehr vor. Die Mehrausgaben des Landes für Integration und jene im Bereich der frühkindlichen und schulischen Bildung für Kinder mit Fluchthintergrund und Einwanderungsgeschichte übersteigen diese Pauschale bereits deutlich.

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"Humanitäre Katastrophe auf dem Mittelmeer!"

Erst die Nachbesserung durch den Fraktionsvorsitzenden Jens Peter Nettekoven verhalf der CDU in der gestrigen Ratssitzung zur Zustimmung der übrigen Fraktionen und Ratsgruppen zu ihrem Antrag „Die Kultur des Willkommens ist unteilbar“, indem er den letzten Teil der Antragsbegründung zum Bestandteil des Antrags erhob: „Wir appellieren an den Rat der Stadt Remscheid: Lassen Sie uns ein gemeinsames Zeichen setzen! Lassen Sie uns nicht den Konsens in der Flüchtlingsfrage aufbrechen. Appellieren wir gemeinsam – der Rat der Stadt Remscheid, unser Oberbürgermeister und unser Bundestagsabgeordneter – an die Bundesregierung, noch intensiver als bisher für eine Lösung der humanitären Katastrophe auf dem Mittelmeer zu kämpfen.“

Die vorangestellten Absätze des Antrages haben folgenden Wortlaut:

„Über alle Parteigrenzen hinweg hat sich der Rat der Stadt Remscheid für eine Kultur des Willkommens eingesetzt. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Initiativen, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und anderen Akteuren der Stadtgesellschaft ist es gelungen, Tausenden von Flüchtlingen eine friedliche und menschenwürdige Bleibe zu bieten und die Integration der Menschen zu begleiten.

Auch die nachfolgende Herausforderung - die Integration der Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeitsmarkt - ist nur durch den Willkommenskonsens aller Beteiligten zu meistern. Der Rat der Stadt spricht sich deshalb entschieden gegen jeglichen Versuch aus, die Flüchtlingsfrage parteipolitisch motiviert zu instrumentalisieren und den bisher gelebten Konsens aufzulösen. Dies würde zu einer Spaltung unserer Gesellschaft führen. Wir sollten uns insbesondere davor hüten, die Flüchtlingsfrage in die Auseinandersetzungen des Kommunalwahlkampfes zu ziehen. Hier sind wir alle aufgerufen, Maß und Mitte zu wahren.

Die europäische Gemeinschaft ist das Ziel der Hoffnung geworden für Menschen, die vor Bürgerkrieg, Hungersnot und autoritären Regimen flüchten. Für die Flüchtlingskrise muss deshalb eine gemeinsame europäische Lösung gefunden werden, bei der es keine europäischen Alleingänge gibt. Mittel- und langfristig müssen zur Vermeidung der lebensbedrohlichen und katastrophalen Situationen auf allen Fluchtrouten die Ursachen dafür, dass Menschen ihr Leben riskieren, um zu fliehen, bekämpft werden. Eine von Fairness geprägte Beziehung der Europäischen Union zu den Staaten der sogenannten Dritten Welt ist dafür eine Voraussetzung. Darüber hinaus ist es notwendig, dass neben dem im Grundgesetz verankerten Asylrecht Möglichkeiten für eine legale Zuwanderung entwickelt werden.

Der Rat der Stadt bittet deshalb den Oberbürgermeister sowie den Remscheider Bundestagsabgeordneten, einen Appell an die Bundesregierung zu richten, alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen, um die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer zu beenden. Remscheid wird selbstverständlich gemäß der geltenden Regelungen Aufnahmekapazitäten zur Verfügung stellen.“

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Erstes interreligiöses Treffen im Bürgerhaus Süd

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2020 lädt Remscheid Tolerant e. V. für Mittwoch, 18. März, um 19 Uhr Muslime und Christen zu einem „Runden Tisch“ ins Bürgerhaus Süd, Auguststr. 24, ein. Es ist der Versuch, über diesen Kennenlernabend hinaus dort einen offenen Stammtisch zu etablieren mit wechselnden Diskutanten und interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern, um Missverständnisse und Vorurteile abzubauen. An der ersten Gesprächsrunde wird neben Pfarrer Ulrich Wester (Auferstehungsgemeinde) auch der katholische Diakon Willibert Pauels aus Wipperfürth teilnehmen, berichtete Presbyter Arthur Herzog in der vergangenen Woche in der Mitgliederversammlung von Remscheid Tolerant.

Moscheevereine informieren über Berufskollegs

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Unter der Überschrift „Ist der Weg zum Berufskolleg ein Umweg oder Abkürzung für mein berufliches Ziel!?“ laden der ATIB Remscheid Türkischer Kulturverein e.V., die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş e.V. und der Türkische Kultur- und Sportverein e.V. Jugendlichen der Altersklasse 14 bis 16 Jahre und deren Eltern zu einer offenen und kostenfreien Informationsveranstaltung für Sonntag, 19. Januar, um 14 Uhr in die Vereinsräumlichkeiten des ATIB e.V., Industriestraße 25, ein. Die Veranstaltung wird vom Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Remscheid und den Moscheevereinen organisiert, um Jugendliche und Eltern über das System der Berufskollege in der Region zu informieren. Als Referent ist Achim Zyto, stellvertretender Schulleiter und Vorsitzender des Studienzentrums Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Remscheid, eingeladen. In der Veranstaltung erhalten Eltern und Jugendliche Antworten auf diese Fragen:

  • Kenne ich mich mit dem System Berufskolleg aus?
  • Welche Berufskollegs gibt es in meiner Region?
  • Welches Berufskolleg ist für mein berufliches Ziel das Richtige?

Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe warnen in Brief

Mehr als 30 Unterschriften trägt der Brief, den die Gruppe der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe in Remscheid an Kommunal- und Landespolitiker, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Remscheider Ratsfraktionen und -gruppen, Staatssekretärin Andrea Milz, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Minister Dr. Joachim Stamp, NRW-Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration Integrationsausschuss NRW, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und an verschiedene Medien geschrieben haben. In diesem Brief berichten Ursula Wilms und die übrigen Unterzeichner über ihre Erfahrungen mit Geflüchteten in Integrationskursen. Es verstärke sich „der Eindruck, dass in den diversen Geschäftsmodellen der zahlreichen Bildungsträger nicht adäquat ausgebildete Lehrer tätig sind, die Fluktuation der Lehrkräfte ist hoch, da diese wechseln, wenn eine besser honorierte Arbeit angeboten wird.“ Rion Thema, das „von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung ist“, so Ursula Wilms in ihrem Anschreiben. Der Waterbölles dokumentiert den Warnruf der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nachfolgend.

„Sehr geehrte Damen und Herren,
im vergangenen Herbst haben ein Vertreter der Stadt Remscheid, Sven Wolf, und ein Vertreter des Integrationsausschusses des Landtags, Ibrahim Yetim, einen Gesprächstermin in der Wülfingstraße in Remscheid mit der Gruppe der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe wahrgenommen. Im Nachgang zu diesem Gespräch möchten wir Ihnen gerne einen Maßnahmenkatalog überreichen, der die aus unserer Sicht noch erforderlichen Schritte für eine gelingende Integration von Geflüchteten enthält. Wir greifen dabei auf unsere Erfahrungen aus der direkten ehrenamtlichen Arbeit mit vielen betroffenen Menschen zurück. Der Katalog erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Wir hoffen, dass Sie die Anregungen hieraus in geeignete Anträge in den Integrationsrat oder den Landtag einbringen können.

Wir sind uns sicher darin einig, dass die sprachliche und die gesellschaftliche Integration eines unserer Ziele ist, an dem wir gemeinsam arbeiten und damit nicht zuletzt auch den sozialen Frieden in unserem Land stärken wollen.

Die Integration ist eine Herausforderung, die bei vielen Akteuren und Betroffenen noch auf diverse Problematiken und Hindernisse stößt, sie ist zugleich ein Prozess, der immer wieder der Revision bedarf.

Aus unserer praktischen Arbeit mit den Geflüchteten haben wir vor allem zwei Handlungsfelder ausgemacht, in denen deutlich nachgebessert werden müsste:

  • Sprachliche Integration und Ausbildungsqualifikation
  • Berufliche Integration, Eingliederung in den Arbeitsmarkt

Vorab eine ganz wichtige Feststellung von unserer Seite: Entgegen vieler Vorurteile wollen der größte Teil der Geflüchteten ihren Lebensunterhalt selbstständig verdienen. Solange dieser Wunsch nicht umgesetzt werden kann, entgehen dem Land wichtige Ressourcen, Vorurteilen und Anfeindungen wird der Nährboden bereitet.

Sprachliche Integration

Die sprachliche Integration soll durch die Integrationskurse erreicht werden, in denen auch die deutsche Sprache vermittelt wird. Leider wird dieses Ziel häufig verfehlt. Dies ist auch den Mitgliedern des Integrationsrates bewusst, haben doch die Parteien zur Sitzung am 02.10.2019 Anträge zur Verbesserung der Situation gestellt.

Wir sind der Überzeugung, dass diese Kurse noch häufiger Anlass zur Überarbeitung geben werden und möchten daher unsere Erfahrungen mit einbringen. Aus unserer Sicht muss das Konzept in wesentlichen Zügen überarbeitet werden, vor allem sollte es besser an die Adressaten angepasst werden, d. h. die Inhalte müssen für sie nachvollziehbar werden.  Die Progression ist deutlich zu steil, besonders was die Übergänge von A2 zu B1 und von B1 zu B2 angeht.

Ein schlichter Vergleich macht das deutlich: in den öffentlichen Schulen wird ein B2 Niveau in der Regel nach der 10ten Klasse erreicht, in den Integrationskursen soll dies innerhalb von zwei Jahren erfolgen. Hinzu kommt, dass die Lehrwerke in den Schulen auf die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen abgestimmt sind. In den Integrationskursen wird jedoch nach dem Basiskurs die Lebenswirklichkeit der Geflüchteten schnell verlassen und sie werden mit Themen konfrontiert, die ihnen völlig fremd sind, die dazu in einer fremden Sprache präsentiert werden. Rasch macht sich bei vielen Frustration breit und die Chance der gelingenden Integration gerät in Gefahr.

Darüber hinaus verstärkt sich der Eindruck, dass in den diversen Geschäftsmodellen der zahlreichen Bildungsträger nicht adäquat ausgebildete Lehrer tätig sind, die Fluktuation der Lehrkräfte ist hoch, da diese wechseln, wenn eine besser honorierte Arbeit angeboten wird.

Die grammatischen Fachtermini, die bereits im Arbeitsbuch A2 verwendet werden, bleiben unverstanden, was nach einem Lehrjahr in einer fremden Schrift und Sprache auch kaum anders erwartet werden kann.

„Nominativ, Akkusativ oder Dativ? Markieren Sie die passenden Possessivartikel.“ 

Der Geflüchtete, der diesen A2 Kurs besucht, wird von dem betreuenden ehrenamtlichen Unterstützer als Analphabet eingestuft; es ist für ihn völlig unverständlich, warum der Geflüchtete einem A2 Kurs zugewiesen wurde. Die Prüfung wird er keinesfalls bestehen können. Dies ist kein Einzelfall, und damit ist nicht nur die Frustration des Teilnehmers, der Teilnehmer, groß, es werden auch unnötig Steuergelder verschwendet.

Während der oben abgedruckte Auszug noch auf allgemein bekannten Situationen basiert, müssen in den B1- und B2-Kursen Briefe geschrieben werden, die jenseits der Erfahrungs-welt der Teilnehmer liegen, die Briefe simulieren bereits deutsche Bürosituationen, die die Teilnehmer noch gar nicht kennen.

In einem B2-Kurs, in dem mit einem Lehrbuch vom Klett-Verlag gearbeitet wurde, sollte folgender Brief geschrieben werden: Herr X möchte sein Haus (Altbau) dämmen. Beantworten Sie seine Anfrage und erläutern Sie, warum er unseren Baustoff XY dazu nehmen sollte. Erläutern Sie die Vorzüge. (Aufgabenstellung aus dem Gedächtnis zitiert.) Auch die vorgelegten Zeitungsartikel entstammen nicht dem Erfahrungshorizont der Kursteilnehmer.

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Remscheid als sicherer Hafen für Geflüchtete

In einem Offenen Brief haben Frank vom Scheidt, Kreisverbandssprecher der Remscheider Grünen, und der stellv. Fraktionssprecher David Schichel Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz den Beitritt der Stadt Remscheid zum „Bündnis Seebrücke“ nahegelegt. Der Waterbölles dokumentiert den Brief nachfolgend:

„Sehr geehrter Oberbürgermeister Mast-Weisz,

im September 2018 haben Sie, gemeinsam mit den Oberbürgermeistern aus Solingen und Wuppertal, Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel in einem Brief verdeutlicht, dass die derzeitige Lage im Mittelmeer eine menschliche Katastrophe und diese Menschen zu retten eine humanitäre Verpflichtung ist. Darüber hinaus haben Sie die Bundeskanzlerin dazu aufgefordert legale und sichere Einwanderungsmöglichkeiten zu schaffen.

Allein im letzten Jahr ertranken bereits über 1000 Menschen, und auch künftig werden Menschen dazu gezwungen sein, sich auf die Flucht vor Krieg, Hunger, Armut und Folter zu begeben. Das Sterben auf dem Mittelmeer geht weiter, und im gleichen Augenblick müssen geflüchtete Menschen sich zum Beispiel Sorgen machen, nach Libyen abgeschoben zu werden, in ein Land, in dem Menschenrechte mittels Folter und Vergewaltigung missachtet werden.

Weil diese Zustände nicht hinnehmbar sind, hat sich in Europa eine breite zivilgesellschaftliche Solidaritätsbewegung formiert. Massenweise Kommunen und Städte möchten Menschen aufnehmen und in dieser Art den Geretteten einen Zufluchtsort, einen sicheren Hafen, bieten. Dazu haben Sie sich zum ‚Bündnis Seebrücke“ formiert.

Mit einem Beschluss auf kommunaler Ebene kann sich auch die Stadt Remscheid zu einem sicheren Hafen erklären. Damit erklärt sich die Stadt solidarisch mit Menschen auf der Flucht und stellt Aufnahmeplätze außerhalb der Verteilungsquote bereit. Darüber hinaus verpflichtet sie sich, ein sicheres und menschenwürdiges Ankommen und Bleiben zu gewährleisten, in dem sie alle dafür notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellt.

Durch den Beitritt der Stadt Remscheid zum Bündnis Seebrücke zeigen Sie, dass Remscheid eine weltoffene und tolerante Stadt ist.

Mit freundlichen Grüßen
David Schichel,  Frank vom Scheidt