Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Empfang vom Samstag soll kein Solitär bleiben

Für Präses Manfred Rekowski war der Empfang der christlichen Gemeinden Remscheids und der Stadt Remscheid, zu dem Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an der Tür zum großen Sitzungsaal allerGäste persönlich begrüßte, eine besondere Premiere: „Ich war noch nie hier!“ Für  Stadtdechant Thomas Kaster, Superintendent Hartmut Demski und André Carouge und weitere Vertreter der christlichen Kirchen galt das natürlich nicht. Und auch der Vertreter der muslimischen Gemeinden, Tevfik Baylan, verwies gerne auf die vergangenen „Fastenbrechen“ an dieser Stelle. Gleichwohl war dieser Abend aber auch für sie eine Premiere – einen solchen Abend hatte es zuvor noch nie gegeben. Wohl aber in dessen Vorfeld „eine kurze und intensive Diskussion im Stadtrat“, wie der OB nicht verhehlte. Er habe jedoch „unabhängig von dieser Diskussion die Idee gerne aufgegriffen" und freue sich über die große Resonanz. Auch im nächsten Jahr werde es einen solchen Abend wieder geben, „ebenso wie das Fastenbrechen, den Arbeitnehmerempfang oder den Fronleichnams-Gottesdienst. Und dafür gebe es für ihn zwei entscheidende Gründe: „Ich bin dankbar für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden in unserer Stadt und deren Repräsentantinnen und Repräsentanten. Und dieses Rathaus ist das Haus der Menschen, die in unserer Stadt leben. Sie sind vielfältig, bringen ihre Sorgen und Freuden, ihre Hoffnungen und Anliegen mit, aber auch ihre religiöse Bindung, egal ob Christ, Muslim, Jude, Alevit, Bahai usw. Auch für ihre religiöse Bindung ist hier Raum, weil alle hier lebenden Menschen zu unserer Stadt gehören, weil ihr Glaube zu ihnen gehört.“

Über dem von Johannes Gessner, Kantor der ev. Kirchengemeinde Lenneep, musikalisch umrahmten Empfang stand der Psalmspruch „Suchet Frieden und jaget ihm nach“. Der Frieden gelte uns allen, betonte Burkhard Mast-Weisz: „Den Frieden in unserer Stadt müssen wir gemeinsam pflegen; das ist ein sehr hohes Gut!“ Dass das Zusammenleben in unserer Stadt mit Menschen aus 120 Nationen gut funktioniere, sei für eine Großstadt nicht selbstverständlich, und das gelinge auch nur im Zusammenwirken aller Verantwortlichen. „Objektiv gesehen gehören wir zu den sichersten Großstädten Deutschlands. Wir haben keine Angsträume oder Konflikt-Hotspots. Ich weiß aber auch, dass manche in ihrem subjektiven Sicherheitsgefühl verunsichert sind. Das nehme ich ernst, das nehmen wir ernst. Was ich aber rundweg ablehne, ist der Versuch, den ich auch gelegentlich in unserer Stadt verspüre – die Menschen zusätzlich zu verunsichern und mit populistischen Argumenten und Stimmungsmache gegen Menschen anderer Hautfarbe, anderer Herkunft, anderer Kultur, Religion oder Lebenseinstellung politischen Erfolg zu erzielen. Wer so etwas tut, sorgt sich nicht und handelt nicht für den Frieden in unserer Stadt, sondern versucht zu spalten. Dem müssen wir uns alle gemeinsam entgegenstellen, das ist unser Auftrag, den uns der Psalm mitgibt!“

Das gute Miteinander in Remscheid betonte auch Stadtdechant Thomas Kaster („Darauf können wir stolz sein!“). Er sprach im Namen aller christlichen Gemeinden  in der Stadt. Verantwortung für dieses gute Miteinander trage letztlich jeder Einzelne. Es gelte, dieses „Wir“ weiter zu entwickeln und zu gestalten „gegen jede Ausgrenzung und Fremdenhass“. Diesem Ziel könnten auch dieses und künftige Zusammentreffen dienen, betonte Tevlik Baylan als Vertreter der muslimischen Gemeinden – „durch besseres Kennenlernen und durch Gespräche!“

Kremenholl in drei Berichten und einem Video

Was als „Cremenholl“ begann, wurde 1672 offiziell zu „Kremenholl“. 650 Jahre Kremenholl, ein guter Grund zum Feiern. Und das taten die Kremenholler denn auch am vergangenen Wochenende. Es war übrigens ihr  23. Kremenholler Stadtteilfest. Und der Waterbölles berichtete im Vorfeld dreimal über das Fest und seinen besonderen Anlass:

Heute folgt ein Video über die Eröffnung am Samstag. Dazu konnte Gabriele Leitzbach, die Vorsitzende des Initiativkreises Kremenholl e.V., auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, den SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf und den Stadtführer Lars Johann begrüßen.

Das Programm der Interkulturellen Woche

Die Interkulturelle Woche will in weit mehr als 500 Städten und Gemeinden  in Deutschland ein buntes Zeichen dafür setzen, wie es gelingen kann, zusammen zu leben und weiter zusammen zu wachsen. In Kooperation mit weiteren Akteur*innen bietet in Remscheid die Integrationsagentur des Caritasverbandes (Maria Münstermann und Veronika Heiligmann vom Fachdienst für Integration und Migration) vom 22. bis 29. September den Besucher/innen spannende Veranstaltungen. Den Auftakt bildet das arabisch-deutsche Theaterstück „Isaak und der Elefant Abul Abbas“ am 22.September. Ein Highlight sei die Lesung „Daughters and Sons of Gastarbeiters“ am 28. September, so die Veranstalter. Und den Abschluss mit Preisverleihung bildet das interkulturelle Fußballturnier am 29. September in Honsberg. Nachfolgend eine Programmübersicht.

Sonntag, 22., und Montag, 23. September
Isaak und der Elefant Abul Abbas
Ort: Im Johannessaal, Papenberger Str. 14b,
Ein arabisch-deutsches Stück des Puppentheaters bubales aus Berlin.
Inhalt: Der jüdische Handelsmann Isaak soll ein Geschenk des Kalifen Harun ar-Raschid an Karl den Großen von Bagdad nach Aachen bringen. Das Geschenk ist ein weißer Elefant namens Abul Abbas. Die gefährliche Reise dauert zwei Jahre. Isaak und Abul Abbas müssen viele Abenteuer bestehen und entdecken dabei ihre kulturellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Dauer ca. 60 Minuten, Eintritt frei.
Am Sonntag um 15 Uhr für Groß und Klein ab sechs Jahren und am Montag jeweils um 8.30 und 10 Uhr für Grundschulen (Anmeldungen unter Tel. RS 6944 70 15 oder E-Mail v.heiligmann@caritasverbandremscheid.de)

Dienstag, 24. September, 14 bis 16 Uhr
Donate your Stereotype
Straßenaktion vor dem Alleecenter
in Kooperation mit dem Internationalen Bund und vielfalt.viel wert. Kommen Sie vorbei und mit uns ins Gespräch. Bringen Sie einen lästigen Stereotyp mit, den Sie loswerden möchten und erhalten Sie im Gegenzug eine kleine Inspiration aus aller Welt!

Mittwoch, 25. September, 19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr)
27. Interreligiöses Friedensgebet "Tatsächlich Frieden“
Ort: In der Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall, Martin-Luther-Straße
Der Arbeitskreis Interreligiöser Dialog, Remscheid, lädt herzlich ein.  (Hinweis: Da das Polizeigelände ein Sicherheitsbereich ist, bitten wir Sie, bei Ihrem Besuch den Zugang über die Treppe gegenüber der Hausnummer 61 der Martin-Luther-Straße)

Donnerstag, 26. September, Beginn 9 Uhr (Ende ca. 16 Uhr)
Salut – Salam – Sing
Ort: Kraftstation, Honsberger Straße 2,
Interkulturelle Kinderlieder für den Spracherwerb nutzen
2. Veranstaltungsreihe „Diversität und Spracherwerb“ für pädagogische Fachkräfte in Kita/FZ, OGS und Grundschule. Eine Fortbildung vom Kommunalen Integrationszentrum mit Hayat Chaoui (Sängerin, Gesangspädagogin).
Anmeldung bis 13. September bei joby.joppen@remscheid.de">joby.joppen@remscheid.de  oder claudia.goencueoglu@remscheid.de">claudia.goencueoglu@remscheid.de

Freitag, 27. September, Tag des Flüchtlings
Sin Nombre - Zug der Hoffnung
Filmvorführung für Jugendliche In der Kraftstation, Honsberger Straße 2
Kino mit Popcorn und Eis. Der Eintritt ist frei!
10 Uhr Schulveranstaltung mit Anmeldung bei v.heiligmann@caritasverbandremscheid.de">v.heiligmann@caritasverbandremscheid.de oder Tel. RS 69447015
18 Uhr Kino für Alle

Samstag, 28. September, 18 Uhr
Daughters and Sons of Gastarbeiters
Ich bin Gastarbeiterkind, du auch?

Ort: Innenstadtmanagement, Markt 13,
Eine kostenfreie Veranstaltung der Integrationsagenturen in Kooperation mit vielfalt.viel wert, der Deutsch-Italienischen Gesellschaft in Remscheid e.V. und dem Bundesverband spanischer sozialer und kultureller Vereine e.V.
Die Zeit der Gastarbeit ist lang vorbei, aber das Leben der Gastarbeiter*innen ist nach wie vor kaum präsent. Die Kinder und Kindeskinder der «ersten Generation» lassen in Erzählungen die Geschichten ihrer Eltern und Großeltern aufleben und verleihen damit einer Generation, die in Vergessenheit geraten ist, eine Stimme. Zugleich verarbeiten sie durch ihr Schreiben die eigene Lebensgeschichte.
Es lesen Çiçek Bacik, Marcello Buzzanca, Manuel Gogos, Özlem Yilmazer und Ozan Ata Canani aus ihren Familiengeschichten, begleitet von Musik, Illustrationen, Film und Fotos.

Sonntag, 29.September, 11 Uhr
„Tournoi interculturel de football 2019 à Remscheid“
Interkulturelles Fußballturnier

Ort: Die Sportanlage Honsberg, Engelsberg 1,
Gemeinsam mit dem Migrantenverein Guinée Unie e.V. und weiteren Kooperationspartnern organisieren wir am Sonntag 29. September, ein interkulturelles Fußballturnier. Interessierte Fußballmannschaften von jungen Erwachsenen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Wir freuen uns auch über zahlreiche Besucher*innen auf der Tribüne und über eine Kleinigkeit für das bunte Buffet. Getränke können mitgebracht oder vor Ort käuflich erworben werden. Der Eintritt ist frei!

Vor 80 Jahren: Gestapo nahm Remscheider fest

von Armin Breidenbach

In den letzten Tagen des August 1939, also nur wenige Tage vor dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939, wurden die ersten polnisch stämmigen Häftlinge in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt, weil sie als Angehörige der organisierten polnischen Minderheit in Deutschland von dem NS-Regime in dieser Situation als gefährlich eingestuft wurden. Von dieser Verhaftungsaktion war damals auch Adam B. betroffen, der 1892 in Alexanderruh/Kreis Jarotschin (preußische Provinz Posen) geboren wurde und später in Remscheid wohnhaft war. Er war Vorsitzender des polnischen Minderheitenvereins „Bund der Polen e. V.“, Ortsgruppe Remscheid, Vorsitzender des polnischen Kirchenvereins „St. Josef“ in Remscheid und Bundesleiter der polnischen kirchlichen Vereine von Rheinland und Westfalen. Adam B. wurde am 11. September 1939 festgenommen und zunächst in das Remscheider Polizeigefängnis in der Uhlandstraße eingeliefert.

Er berichtete nach dem Zweiten Weltkrieg über seine Festnahme: „Am 11. September 1939 wurden (sic!) von der Gestapo in meiner Wohnung Remscheid, Ernststr. 27, Haussuchung gehalten, da meine Tätigkeit als Verbandsvorsitzender der polnischen Minderheiten als staatsfeindlich angesehen wurde. Bücher, Akten, ein Geldbetrag und meine Schreibmaschine wurden beschlagnahmt und von der Gestapo sofort mitgenommen. Mir wurde zur Last gelegt, meine Schreibmaschine wäre auch staatsfeindlich gewesen.“

Ebenfalls damals festgenommen wurde der 1901 in Kosten (preußische Provinz Posen) geborene Stanislaus S., der vermutlich vor 1925 in Remscheid zugezogen war. Stanislaus S. erklärte 1946 im Zusammenhang mit dem Wiedergutmachungsantrag von Adam B., dass er Anfang September 1939 zusammen mit diesem verhaftet und in das Remscheider Polizeigefängnis eingeliefert worden sei.

Da das Aufnahmebuch des Polizeigefängnisses Remscheid für 1939 verschollen ist, lassen sich die Haftzeiten von Stanislaus S. und Adam B. nicht genau ermitteln. Während Stanislaus S. möglicherweise nach einigen Tagen wieder aus dem Remscheider Polizeigefängnis entlassen wurde, wurde Adam B. nach etwa 14 Tagen Haft in der Uhlandstraße in das Konzentrationslager Sachsenhausen eingeliefert. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 002998. Anfang April 1940 wurde er von dort aus als „deutscher politischer Häftling“ in das KZ Flossenbürg überstellt, wo er am 6. April 1939 registriert wurde und die Häftlingsnummer 2227 zugewiesen bekam. Am 12. August 1940 wurde B. aus dem KZ Flossenbürg entlassen.

Artikel vollständig lesen

Yves Fily: Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

Im Rathaus empfing Oberbürgermeister gestern Vormittag Yves Fily aus Quimper, langjähriger aktiver Begleiter der Städtepartnerschaft Remscheid-Quimper und wesentlicher Unterstützer des Schüleraustausches des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums (GBG) mit einer Schule in Quimper. Gerne kam der Gast aus der Bretagne der Bitte des OB nach, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Mit dabei: GBG-Schulleiter Stephan Döring, Lehrer Frank Schopphoff und Lehrerin Klara Marnach-Wetzel in Begleitung ihrer Ehepartner. „Sie tragen mit ihrer Arbeit maßgeblich zu dem gelungenen Schüleraustausch bei!“, dankte ihnen Burkhard Mast-Weisz.

Kleine Aktivisten auf der Suche nach Freedom

von Ute Lennartz-Lembeck

Für meine Reise nach Kanada in diesem Sommer hatte ich sechs kleine Menschen mit hochgehaltenen 'Freedom'-Transparenten gedruckt und angemalt. Drei Frauen, drei Männer. Das Thema/Wort 'Freedom' interessiert mich schon lange, und so machten sich die kleinen Aktivisten auf den Weg es genauer zu erkunden, kreativ zu erforschen. Das hat Parallelen zum britischen Streetart-Künstler, Fotografen und Blogger Slinkachu, der seine Modellfiguren ebenfalls im öffentlichen Raum platziert. Bei ihm geht es um Urbanität schlechthin, u.a. das Gefühl der Anonymität und Entfremdung, die Erfahrung von Einsamkeit und Isolation in der Masse. Slinkachu überlässt seine Figuren, nachdem er die Szenen fotografiert hat, dem Schicksal. Meine etwas größeren Figuren (selbst gedruckt mit dem 3D-Drucker aus recyceltem Filament) fotografiere auch ich an verschiedenen Orten, mal einzeln, mal als Gruppe, als 'soziale Bewegung', nehme sie dann aber wieder mit. Das Thema ist immer gleich: immer die 'Freiheit' suchend und hinterfragend.

Freiheit ist ein großes, in ständiger Diskussion und permanentem Wandel stehendes Thema in der Philosophie, Theologie, der Moderne, umfasst psychologische, soziale, religiöse, rechtliche Probleme. Ein zentrales Thema menschlicher Ideengeschichte. Freiheit steht im natürlichen Zusammenhang und Spannungsverhältnis zu anderen Werten, individuell, kollektiv, innen und außen, persönlich, souverän, bürgerlich, politisch...

Was ist Freiheit – wo beginnt sie, wo hört sie auf? Freiheit ist ein Menschenrecht. Was bedeutet das persönlich? Was bedeutet es im Zusammenhang mit Verantwortung? Jemand ist frei, der zu einer Gemeinschaft von einander Nahestehenden und Gleichberechtigten gehört, zwischen denen ein friedlicher Zustand herrscht, die diesen Frieden gegenüber Übergriffe und Dritte verteidigt – ein weites Feld.

Indem die kleinen Aktivisten an verschiedenen Orten stehen, sollen sie den Betrachter anregen, sich selbst Fragen zu stellen. Die Kunst liegt insofern im weiteren Sinne im Auge des Betrachters. Und später öffentlich gemacht in sozialen Netzwerken, stehen sie allgemein zur Diskussion.

Kanada ist der zweitgrößte Staat der Erde, mit nur 36 Millionen Einwohnern. Die Natur ist wunderschön, aber bedroht. Ein riesiges Land, mit Wäldern, Seen, Eisfeldern, vielen Tierarten, Seen, Menschen leben auf nur einem Prozent der Fläche, der nördlichste Punkt ist nur wenige 100 Kilometer vom Nordpol entfernt.

Die Besiedelung durch die First Nations begann schon vor 12.000 Jahre. Im 15. Jahrhundert landeten die ersten Europäer und begannen im 16. Jahrhundert mit der Kolonialisierung. Die Rechte der indigenen Völker, die Unabhängigkeitsbestrebungen Quebecs, die Stellung der frankophonen Kanadier, der Umweltschutz, die Einwanderungspolitik und die Rohstoffunabhängigkeit sind ständige Themen. Die Politik der zwangsweisen Eingliederung der First Nations (seit 1876) in die kanadische Kultur hat tiefe Furchen geschlagen, deren Auswirkungen noch heute spürbar sind, die Lebensverhältnisse sind oftmals auch heute noch prekär. Das ist das Gegenteil von 'Freiheit'. Erst 1998 entschuldigte sich die kanadische Regierung bei den Ureinwohnern für die Art und Weise bei den First Nations wie sie in der Vergangenheit behandelt wurden. Heute ist Kanada ist ein sehr beliebtes Einwanderungsland mit einer Multikulti-Gesellschaft, die nicht ausgrenzt. In erster Linie sind alle Kanadier, erst dann folgt die ethnische Herkunft.

In  Kanada habe meine Freundin besucht. Sie kommt aus Dabringhausen, ihr verstorbener Mann war Engländer. Sie hatten sich bewusst für Kanada entschieden, da sie dort Möglichkeiten fanden etwas aufzubauen. Ehemals englischer Farmer hat er als Hufschmied gearbeitet, meine Freundin betreibt eine Polsterei (in Deutschland leitete sie ein Gestüt). Ihr Haus in Kanada haben sie völlig eigenständig gebaut, ein großer Garten ermöglicht die Selbstversorgung. Selbstbestimmt – frei (wirklich gesund, ‚unbehandelt‘, von der Natur bestimmt, mit ihr in Einklang lebend, ursprünglich). Nachbarn sind eine fünfköpfige Familie aus Libyen, der Mann arbeitet bei der 'Peace police'  in Kelowna, B.C.

Ich habe in Kanada viele Menschen kennen gelernt, aus vielen verschiedenen Heimatländern. Unter Justin Trudeau soll die Einwanderung weiter steigen. Das hat etwas von 'Freiheit' („You don't have to be a man to fight for freedom. All you have to do is an intelligent human being.“ Malcom X).  Wieder in Remscheid, stehen die kleinen Aktivisten auf dem Schreibtisch, bereit dafür, neue Orte zu entdecken. Es gibt noch genug,  und manchmal muss man dafür noch nicht einmal die Stadt verlassen. Es geht also weiter...

Die Fotos mit den kleinen Protagonisten entstanden am Okanagan Lake (langer schmaler Binnensee in kanadischer Provinz BC. Rund 135 km lang und 4-5 km breit, schlängelt sich im südlichen Teil von BC durch das Okanagan-Becken und geht rund 55 km vor der Grenze zum US-Bundesstaat Washington in den gleichnamigen Fluss über), der (Killeny Beach (regional district of Central Okanagan),  in der Kleinstadt Armstrong (im nördlichen Okanagan Valley, 24 km von Vernon, Regional district of North Okanagan), am Kalamalka Lake (großer See östlich des Okanagan Lake, 4 km von Vernon. Kalamalka: indigene Bezeichnung: tausend Lichter), im Flugzeug über den kanadischen Rocky Mountains (kurz vor Calgary) und in der Stadt(Kelowna (fast 120.000 Einwohner, größte Stadt am Lake Okanagan, achtgrößte Stadt in BC. BC: die am westlichsten gelegene Provinz Kanada, geprägt durch Pazifikküste und Gebirgslandschaft, Hauptstadt Victoria).

Die Verabredung war: ‚Wir sprechen nur Deutsch!‘

„FIT“ steht in Remscheid für „FerienIntensivTraining“. Nun schon im dritten Jahr mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Schule und Bildung (übernimmt 80 Prozent der Kosten) und örtlicher Sponsoren! Und daran können alle Schülerinnen und Schüler mitmachen, die neu nach Remscheid zugewandert sind und deren Deutschkenntnisse (noch) nicht ausreichen, um am normalen Regelunterricht teilzunehmen; sie erhalten deshalb in ihren Schulen Förderunterricht in Deutsch. Das kostenloses Angebot für drei Ferienkurse im Jahr wird gerne – und auch wiederholt – angenommen, denn den meisten zugewanderten Jungen und Mädchen ist klar, dass ihre Zukunft umso aussichtreicher ist, desto besser sie sich auf Deutsch verständigen können.

Das bestätigten gestern Ersi Korca aus Albanien, Valeri Maksimov aus Bulgarien und Nejirvan Ismail aus Syrien. Alle drei mussten nicht erst von ihren Deutschlehrer/innen oder Eltern zur Teilnahme gedrängt zu werden, sondern sie meldeten sich selbst zum Deutschlernen in den großen  Ferien an. Ob es die richtige Entscheidung gewesen sei, wollte der Waterbölles wissen. Einstimmige Antwort: „Auf jeden Fall. Wir haben neue Freunde kennengelernt, und mit denen dann auch viele neue deutsche Vokabeln. Das hat richtig Spaß gemacht!“ („Spaßig lernen“, war eine neue Wortfindung von Nejirvan Ismail). Zumal sich beide Gruppen nicht nur in den Unterrichtsräumen aufhielten, sondern auch auf Exkursionen gingen (Zoo Wuppertal, Wochenmarkt, Müngstener Brücke). Dabei wurde dann so manches bisher unbekannte deutsche Wort quasi unbemerkt in den eigenen Wortschatz aufgenommen. Zum Beispiel beim Bowlingspiel, für fast alle Kursteilnehmer eine neue Erfahrung. Darüber mussten sie dann anschließend schreiben – eine Gebrauchsanleitung für das Spiel auf Deutsch. „Deutschlernen mit Bezug zum eigenen Leben und mit Gebrauchswert“, so EMA-Deutschlehrerein Katja Krempel gestern auf einer Pressekonferenz im Pavillon des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums.

Die Zusammenarbeit zwischen Die Verlässliche e.V., dem EMA-Gymnasium, dem Kommunalen Integrationszentrum und dem Rotary-Clubs Remscheid habe sich bewährt, betonten  vor der lokalen Presse Schulleiter Rainer Schulz und sein Stellvertreter Olaf Wiegand, der städtische Beigeordnete Thomas Neuhaus, EMA-Schulleiter Rainer Schulz und sein Stellvertreter Olaf Wiegand, Hans-Jürgen Müller (Rotary-Club), Matthias Spaan (Die Verlässliche e.V.) und Christoph Sykulski (Kommunales Integrationszentrum). Und die Sprachlernbegleiter*innen Katja Krempel, Stephanie Lukowski und Patrick Gräbner attestierten den 33 Jungen und Mädchen, die in den Sommerferien zwei Wochen lang in zwei Gruppen von Montag bis Freitag an dem Ganztagsunterricht im Pavillon teilgenommen hatten, dass sie mit großem Lerneifer bei der Sache gewesen seien. Katja Krempel: „In den Klassen ging jeweils ein großes Schild: ‚Wir sprechen nur Deutsch!‘. Und daran haben sich alle gehalten, obwohl es manchmal natürlich auch schwer fiel.“

Wer sich für „FIT in Deutsch“ interessiert: Der nächste Ferienkurs findet an fünf Tagen in den Herbstferien statt, von Montag, 14. Oktober, bis Freitag, 18. Oktober, jeweils von 9 bis 16 Uhr. Anmeldungen nimmt Christoph Sykulski im Kommunalen Integrationszentrum, Elberfelder Straße 32, Raum 038, unter Telefon RS 163267 oder E-Mail christoph.sykulski@remscheid.de">christoph.sykulski@remscheid.de entgegen.

... und nach dem afrikanischen Essen ein heißer Mocca

Mit einem besonderen Highlight endete am Freitagabend das diesjährige Sommerprogramm für Jung und Alt der Nachbarschaftsgruppe "Treppenhaus und Gartenzaun" im evangelischen Gemeindezentrum „Die Esche“ auf dem Hohenhagen. Denn Gastgeber von rund 90 meist älteren Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils (und darüber hinaus) waren ab 18 Uhr nicht nur die Mitglieder der Nachbarschaftsgruppe, sondern auch des Vereins Eritrea Remscheid e.V. Mit landestypischen Speisen, Musik und Tänzen gestalteten sie diesen "Afrikanischen Abend". Und das hatte einer mehrstündigen Vorbereitung bedurft! Denn das Essen, das im großen Saal des Gemeindezentrums zu Beginn des Abends serviert wurde, hatten die Frauen aus Eritrea zuvor zuhause selbst zubereitet. Chapeau!! „Es war sehr lecker“, war das einhellige Urteil an den Tischen. Und natürlich wurde auch der heiße eritreische Mocca-Kaffee probiert, der auf einem kleinen Holzkohlenofen frisch gebrüht wurde aus kurz zuvor gerösteten Bohnen.

Am 24. Februar 2018 hatte die „Eritrean Community in Remscheid e.V.“ im Ev. Gemeindehaus am Markt die Eintragung ins Vereinsregister gefeiert (siehe Waterbölles-Video). Der Verein war auf Initiative einzelner junger Eritreer und Eritreerinnen entstanden, die – teils alleine, teils mit ihren Familien – ihr Heimatland aufgrund der dortigen politischen Verhältnisse verlassen mussten und in Deutschland ein neues Zuhause gefunden haben. In Remscheid möchten sie sich für die Gemeinschaft und die Nachbarschaft, in der sie leben, engagieren und sich um eine Annäherung zwischen ihrer Heimatkultur und den Menschen vor Ort bemühen. Inzwischen hat der Verein auch eine Reihe von Mitgliedern in anderen Städten Nordrhein-Westfalens und sogar eine feste Anlaufstelle (Stuttgarter Str. 18), wie der Vereinsvorsitzende Dawit Kuflu am Freitag berichtete. Die Integration in Remscheid ist ihm und seinen Landleuten wichtig. Das zeigte sich erst vor wenigen Tagen, als die Männer auf der Alleestraße spontan Abfall aufräumten.

Programm des Lenneper Sommers 2019

Lenneper Sommer 2019Samstag, 31.August, 16 Uhr
Karaoke
König von Preußen | www.koenig-von-preussen.de
Fetenhits und Massenkaraoke unter freiem Himmel in der Lenneper Altstadt. „Wir singen zusammen, nicht allein“ Fetenhits und Partykracher schmettern – Gaudi und Gänsehaut garantiert ! Unter diesem Motto lädt der „König von Preußen“ zum Open-Air-Karaoke ein. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt.

Serap Güler: Wertvorstellungen am besten vorleben

Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, machte gestern auf ihrer Kennenlerntour zu den Kommunalen Integrationszentren (KI) in NRW (erstmals) in Remscheid Station. Eine gute Gelegenheit für Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und KI-Leiterin Sevinc Brilling, ihr nicht nur das Team des Remscheider KI vorzustellen, sondern auch dessen vielfältige Aufgaben und Projekte. Remscheid sei eine mit mehr als 120 Nationen eine internationale Stadt, so der OB. Das bereichere das kulturelle, soziale und gesellschaftliche Zusammenleben. Wobei Toleranz gegenüber anderen Kulturen und religiösen Überzeugungen schon seit jeher ein Kennzeichen Remscheids sei. „Eine Gemeinde, in der alle Bürgerinnen und Bürger friedlich zusammenleben, das ist und bleibt für uns alle Auftrag und Verpflichtung zugleich!“, betonte Mast-Weisz. Dem Team des KI bescheinigte er großes Engagement bis hin zur kultursensiblen Pflege von Zugewanderten (im Alter).

Mehr als 37 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner stammen aus einer Familie mit Zuwanderungsgeschichte. Die Gruppe der Türkeistämmigen muslimischen Glaubens stellt neben den Spätaussiedlern eine Mehrheit dar. „Auch im Hinblick auf den Zuzug von Geflüchteten/Neu-zuwanderern aus islamisch geprägten Ländern kann davon ausgegangen werden, dass der Versorgungs- und Pflegebedarf dieser Migrantengruppen in Zukunft zunehmen wird“, so Sevinc Brilling.

„Ein starkes, wichtiges Thema“ kommentierte das Serap Güler in der Pressekonferenz in der „Gelben Villas“ an der Eberhardstraße, mit der ihr Besuch in Remscheid endete. Wenn die ältere Generation wert geschätzt werde, falle es der jüngeren leichter, sich zu integrieren. Dass der OB das Kommunale Integrationszentrum der Stadt als Stabsstelle in seinem Zuständigkeitsbereich angesiedelt habe, sei ihr gleich positiv aufgefallen; das sei nicht überall so, fuhr Güler fort.

Den Integrationsrat der Stadt Remscheid vertrat bei dem Pressegespräch dessen Vorsitzende Erden Ankay-Nachtwein, zugleich Vorsitzende des Fördervereins für die interkulturelle Erziehung e. V., der mit KI und Kraftstation e.V. seit vielen Jahren in Sachen “Integration” bei Elternbildungskurse in neun Kindertageseinrichtungen, vier Grundschulen und einem Übergangswohnheim eng zusammenarbeitet. Die Remscheider Integrationsarbeit sei auf einem guten Weg; man habe schon viel geschafft. Manche „Communities“ brauchten allerdings Angebote und Forderungen. Serap Güler: „Integration gelingt am besten bei gleichen Wertvorstellungen – vor allem, wenn sie vorgelebt werden!“

Von Seiten des IK nahmen an dem Pressegespräch Sevinc Brilling und ihren Mitarbeitenden Elif Aybirdi-Tarhan, Joby Joppen und Christoph Sykulski teil, von Seiten der „Kraftstation“ als Träger der „Gelben Villa“ Wolfgang Zöller, Geschäftsführer des Freie Jugendarbeit Remscheid-Mitter e.V. (Kraftstation) und des Kita-Trägers Elterninitiative Kraftstation e.V., Heike Schwarte, Leiterin des Kindertagesstätte Nordstraße ( Familienzentrum) und Diana Mucha, Projektleiterin der  schulbezogenen Jugendsozialarbeit („Kompazz“ bietet seit 2011 Schulsozialarbeit im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets für alle Remscheider Schulen von der 5. Bis zur 10. Klasse).

Das Remscheider KI entwickelt Angebote im Elementarbereich, in der Schule und beim Übergang von der Schule in den Beruf in Zusammenarbeit mit den Schulaufsichtsbehörden, um die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen entlang der Bildungskette zu verbessern. Zugleich fördert es den Auf- und Ausbau von Netzwerken zur Integration innerhalb und außerhalb der Verwaltung.

Vorgestellt wurden dem Gast aus Düsseldorf als Beispiele für erfolgreiche Zusammenarbeit drei ganz unterschiedliche Projekte:

  • Das ganztägige “Interkulturelle Assessment Center“ bietet seit 1996 jährlich drei bis fünf Mal jeweils 16 Jugendlichen und jungen Erwachsene mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, ihre interkulturellen Fähigkeiten zu verdeutlichen und ins positive Licht zu stellen. Als ehrenamtliche Beobachter*innen und Feedbackgeber*innen nehmen daran mindestens acht Unternehmer/innen aus dem bergischen Städtedreieck teil, die selber in den meisten Fällen über einen Migrationshintergrund verfügen, folglich für die jungen Leute auch Vorbilder sein können. Diese werden motiviert, vorhandene Fähigkeiten wahrzunehmen und weiter zu entwickeln, und die Arbeitgeber bekommen direkte Hinweise auf besondere Potenziale der Jugendlichen.
  • Beim Elternstärkungsprogramm „Griffbereit“ entdecken Eltern mit Migrationshintergrund und deren Kinder im Alter zwischen 1 und 3 Jahren gemeinsam Spiel und Sprache.
  • Die „Rucksack KiTa“ dient der Sprach- und Entwicklungsbildung im Elementarbereich. Sie unterstützt Kinder und Eltern mit Einwanderungsgeschichte sowie Kindertageseinrichtungen in diesem Bildungsprozess. Die Mehrsprachigkeit wird dabei als Potenzial der Kinder aufgegriffen (siehe Zertifizierungsfest am 13. Juni im Neuen Lindenhof).

Familiennachzug von Syrern dauert mind. acht Monate

Die Unterkunft für alleinreisende geflüchtete Frauen und deren Kinder an der Stockder Straße sei seit Mai  in Betrieb und habe sich etabliert, heißt es im Bericht der Verwaltung zur Sitzung des Integrationsrates am29. August. Im Laufe dieses Jahres seien 38 Rückführungsverfahren eingeleitet und 16 Abschiebungen vollzogen worden. 19 Asylbewerber seien im Laufe des Jahres freiwillig ausgereist. Von Januar bis Ende Juli habe Remscheid 95 neue Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Das entspricht einer Erfüllungsquote von 95,54 Prozent. Die Herkunftsländer sind Iran, Syrien, Türkei, Pakistan, China, Afghanistan, Irak, Armenien, Nigeria, Angola, Somalia, Ukraine und Nordmazedonien. Von den in Remscheid lebenden 2.639 Flüchtlingen haben 1.651 ein Bleiberecht (humanitäre Aufenthalte), befinden sich 579 in einem laufenden Asylverfahren und sind 409 lediglich geduldet, da ihr Asylverfahren abgelehnt wurde.

Die Anzahl der in den städtischen Unterkünften untergebrachten Flüchtlinge sei leicht gesunken, so die Verwaltung weiter. In den sechs städtischen Übergangsheimen und einer Wohnanlage leben gegenwärtig 391 Personen, in zugewiesenen Wohnungen 486 (zusammen 877). Die Schließung des Übergangsheims Talsperrenweg 3 zum 30. September trage der aktuellen Entwicklung Rechnung. Dort fallen mehr 100 Unterbringungsplätze weg.

Personen, die als Asylberechtigte anerkannt bzw. denen die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt wurde, sind grundsätzlich berechtigt, Familienangehörige (Ehepartner und Kinder) nach Deutschland zu holen. Im Wege der Familienzusammenführung kamen in diesem Jahr lediglich drei Personen nach Remscheid. In den Verfahren müssten sind die Antragsteller zahlreiche Unterlagen vorlegen, so die Verwaltung. Und die Deutsche Botschaft Beirut, welche hauptsächlich für den Familiennachzug von Syrern zuständig ist, sei überlastet.  Dort betrage die Bearbeitungszeit nach Vorlage der vollständigen Antragsunterlagen mindestens acht Monate.

36,9 Prozent der Schüler/innen mit Zuwanderungsgeschichte

900.000 und damit mehr als ein Drittel (36,9 Prozent) der Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen (ohne Freie Waldorfschulen und Weiterbildungskollegs) in Nordrhein-Westfalen hatten im Schuljahr 2018/19 eine Zuwanderungsgeschichte. Das waren 1,6Prozentpunkte mehr als im Schuljahr 2017/18 (35,3 Prozent). Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, verzeichneten die Städte Duisburg (53,2 Prozent) und Gelsenkirchen (53,1 Prozent) landesweit die höchsten Anteile. In den Kreisen Borken (19,7 Prozent) und Coesfeld (16,0 Prozent) waren die Quoten am niedrigsten.

Je nach Schulform unterschieden sich die Anteile der Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte an der jeweiligen Gesamtschülerzahl: An Hauptschulen war die Quote mit 56,8 Prozent am höchsten, gefolgt von Real- (47,3 Prozent) und Grundschulen (43,6 Prozent). Als Personen mit Zuwanderungsgeschichte gelten in der Schulstatistik Schüler, die im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert sind und/oder Schüler, von denen mindestens ein Elternteil im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert ist und/oder deren Verkehrssprache in der Familie nicht Deutsch ist.