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Oberbürgermeister von RS und SG sind dabei

Pressemitteilung der „Junior Uni“ Wuppertal

Zusätzlich zu Ministerpräsident Armin Laschet und Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke unterstützen nun auch die Oberbürgermeister Tim Kurzbach (Solingen) und Burkhard Mast-Weisz (Remscheid) als weitere Schirmherren die Wuppertaler „Junior Uni“ für das Bergische Land. Der von Anfang an regional ausgerichtete außerschulische Lern- und Forschungsort hat seit seiner Gründung auch sehr viele Studenten und Studentinnen aus den bergischen Schwesterstädten. Außerdem gehören bedeutende Unternehmen aus Remscheid und Solingen zu den finanziellen Unterstützern der Einrichtung. Junior Uni-Gründer Prof. Ernst-Andreas Ziegler freut sich sehr über dieses Zeichen bergischer Solidarität: „Für den größten Schatz unserer Region – unsere Kinder – ist es ein starkes und mutmachendes Signal, dass die Stadtchefs, die schon immer begeistert vom Konzept der Junior Uni waren, nun auch ganz offiziell Schirmherren sind.

Für ein friedliches und demokratisches Miteinander

Den ersten Iftar-Empfang in der Geschichte der Stadt gab es im Großen Sitzungssaal des Rathauses im Juli 2014. Den fünften gestern Abend. Denn in diesem Jahr dauert der Fastenmonat Ramadan für die muslimischen Mitbürger/innen vom 16. Mai bis zum 14. Juni. Und dazu gehört auch wieder das Fest des Fastenbrechens („Iftar“). Das Fest nach Sonnenuntergang ist für viele islamische Familien einer der Höhepunkte des Jahres. Die gegenseitigen Einladungen dazu sind in Remscheid mittlerweile gut gepflegte Gewohnheit. Und auch in diesem Jahr folgten viele muslimische Mitbürger der Einladung von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu einem interkulturellen Iftar-Essen im Rathaus. Sämtliche Moscheevereine waren vertreten, der Rat der Stadt Remscheid durch Sven Wolf, Stefanie Bluth, Christine Krupp, Jutta Velte und Bernd Quinting sowie Erden Ankay-Nachtwein, die Vorsitzende des Integrationsrates. Von Seiten der Stadtverwaltung nahmen die Beigeordneten Sven Wiertz, Thomas Neuhaus und Peter Heinze sowie Sevinc Brilling, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, an dem gemeinschaftlichen Fastenbrechen teil. Es stand in diesem Jahr im Zeichen einer Deklaration, die in der Vorwoche im Rathaus auf Initiative des stellvertretenden Beiratsvorsitzenden Cengiz Özdemir von Mast-Weisz zusammen mit der Vorsitzenden des Integrationsrates, der Leiterin des Kl und den Repräsentanten der Moscheevereine vorbereitet worden war. Die Erklärung zu einem friedlichen und demokratischen Miteinander trägt nicht nur deren Unterschriften, sondern wurde gestern Abend – sehr zur Freude des Oberbürgermeisters – auch von den übrigen Gästen des Iftar-Essens unterzeichnet (Der Wortlauft der Deklaration – siehe nebenstehende Kästen)

Deklaration vom 18. Mai 2018

Hiermit erklären wir Vertreter der Remscheider Moscheegemeinden und Vereine zusammen mit den Gästen des gemeinsamen Fastenbrechens am 18.Mai 2018 im Remscheider Rathaus, dass

  • wir für Toleranz und den uneingeschränkten Schutz unseres Grundgesetzes und der darin verfassten Religionsfreiheit und Menschenrechte eintreten.
  • wir uns zusammen mit Kirchen, Parteien, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Migrantenselbstorganisationen und Einzelpersonen in Remscheid solidarisch und couragiert gegen fremdenfeindliche, frauenfeindliche, homophobe, islamfeindliche und antisemitische Haltungen einsetzen.
  • wir für ein friedliches und demokratisches Miteinander stehen, in der Vielfalt als Bereicherung verstanden wird.
  • wir Vielfalt mit Respekt, Akzeptanz und Anerkennung begegnen, ohne anderen die eigenen Ansichten aufzuzwingen.
  • uns die Sicherstellung von Gleichbehandlung und Chancengerechtigkeit für alle Remscheiderinnen und Remscheider wichtig ist.
  • Remscheid tolerant ist- aber keine Ausschreitungen oder Übergriffe toleriert.
  • wir jede Form von Extremismus ablehnen und dazu aufrufen, sich von Provokationen zu distanzieren.
  • wir uns bei der Remscheider Polizei und den Sicherheitskräften ausdrücklich für ihre Kooperations- und Einsatzbereitschaft bedanken. In anderen Städten hat es Übergriffe auf Moscheegemeinden und Einrichtungen gegeben. Dies hat auch hier zu Sorgen und Befürchtungen geführt. Dank des guten Verhältnisses hier ist es aber in Remscheid im Gegensatz zu anderen Städten in den letzten Monaten zu keinerlei derartigen Vorkommnissen gekommen.

„Ich freue mich darüber, dass das Fest des Fastenbrechens in unserer Stadt immer mehr zu einem selbstverständlichen Teil des Lebens wird, das nicht nur von muslimischen Bürgern wahrgenommen wird. Ich weiß und ich finde es gut, dass es in vielen Familien, Nachbarschaften, in Institutionen und Vereinen gemeinsame Iftar-Essen gibt, zu denen auch Nicht-Muslime eingeladen werden, und in dem sich gemeinsame Lebensfreude ausdrückt“, begrüßte der Oberbürgermeister die Gäste. „Ich bin Herrn Özdemir sehr dankbar für seine Initiative. Es ging ihm darum, dass sich alle teilnehmenden Moscheegemeinden und muslimisch geprägten Migrantenselbstorganisationen für den gegenseitigen Respekt der unterschiedlichen Religionen und gegen jede Form von Hetze und Intoleranz aussprechen. Es ging ihm darum, Polizei und anderen Ordnungskräften dafür zu danken, dass es im Gegensatz zu anderen Städten in unserer Stadt auch in den vergangenen Wochen zu keinerlei Provokationen und Ausschreitungen gekommen ist.“

Leider gebe es  politische Kräfte, die dieses Miteinander immer wieder in Frage stellen, Besuche bei Moscheegemeinden skandalisieren und versuchen, daraus politischen Erfolg zu erzielen, fuhr Burkhard Mast-Weisz fort. „Denen sage ich auch hier, dass ich dies in aller Deutlichkeit zurückweise. Ich lasse das gute Miteinander nicht durch solche Aussagen in Frage stellen!“

Der Oberbürgermeister verlas die Deklaration

Um die Transparenz der Moschee-Gemeinden deutlich zu machen, biete sich der Tag der Offenen Moschee am 3. Oktober jeden Jahres an, betonte der OB. „Schon im vergangenen Jahr haben sich die Gemeinden darauf verständigt, dazu reihum in jeweils eine Gemeinde einzuladen. 2017 stellte uns die DITIB-Gemeinde ihre nach wie vor im Bau befindliche Moschee vor. Gerade bei diesem Projekt, das immer wieder Anlass für öffentliche Diskussionen um seine Fertigstellung bietet, war es wichtig, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie es um den Baufortschritt steht. Auch in diesem Jahr wollen die Gemeinden wieder zu einem gemeinsamen Tag einladen. In diesem Jahr wird die ATIB-Gemeinde an die Industriestraße eingeladen. An diesem Tag werden wir die Möglichkeit haben, in den Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern möglichst aller Gemeinden zu treten. Ich begrüße dieses Herangehen sehr. Es zeigt, dass die Gemeinden bereits sind, sich zu öffnen, den Austausch mit Nicht-Muslimen zu suchen. Es liegt jetzt an den Remscheiderinnen und Remscheidern, auch und gerade aus der Politik, diese Einladung anzunehmen.“

257.878 Euro vom Bund für Integrationskurse

  2015 2016 2017
Anzahl der Kurse 53 65 73
Teilnehmende 795 963 1.383
Unterrichtseinheiten 3.494 3.815 4.571

Die Zahl der Teilnehmer/innen an den Integrationskursen der Remscheider VHS ist deutlich gestiegen, und der Zuwachs scheint ungebrochen: Der erste Integrationskurs war am 29. September 2014 13 Teilnehmenden gestartet. Von 1015 bis 2017 stieg die Zahl von 795 auf 1.383 und verdoppelte sich damit fast. Entsprechend sind die Einnahmen, die  der VHS-Abteilung Weiterbildung für ihre Integrations- und Sprachförderkursen vom Bund bezieht, von 0 Euro in 2014 auf 257.878 Euro in 2017 gestiegen. Die Einnahmen vom Land betrugen im Jahr 2017 zusätzlich 7.900 Euro.

„Die skizzierten Entwicklungen im Integrations- und Sprachförderbereich werden sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen, insofern mit dem aktuellen Angebot an Integrations- und Sprachförderkursen die bestehenden Bedarfe bei Weitem nicht gedeckt sind“, heißt ers in einer Verwaltungsmitteilung zur Sitzung des Kulturausschusses am 15. Mai. „Aktuell ist in Ergänzung zu den bestehenden Angeboten zusätzlich ein Integrationskurs mit Kinderbetreuung gestartet, außerdem sind Integrationskurse für Wiederholer (Module 4-6) und Integrationskurse mit Alphabetisierung in Planung. Mittel zur Durchführung von Sprachförderkursen für neuzugewanderte Erwachsene ohne BAMF-Berechtigung sind auch für das laufende Jahr beantragt und von der Bezirksregierung genehmigt worden. Die Folgezulassung der VHS Remscheid als Integrationskursträger wird in Kürze beantragt.“

„Sprache ist der Schlüssel zur Welt!“

Pressemitteilung des CDU-Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt

Anlässlich seines heutigen Besuchs der Sprach-Kita „Klauser Delle“ erklärt der Bundestagsabgeordnete für Solingen, Remscheid und Wuppertal II, Jürgen Hardt (CDU): Die Remscheider Kita „Klauser Delle“ unter der Leitung von Simone Mundorf nimmt seit dem vergangenen Jahr an dem Bundesprogramm Sprach-Kitas „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil. Konkret heißt das, dass das Kita-Team durch eine vom Bund finanzierte, zusätzliche Fachkraft mit Expertise im Bereich der sprachlichen Bildung unterstützt wird. Bei der Arbeit stehen alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik und die Zusammenarbeit mit Familien im Vordergrund. Heute werde ich mir vor Ort ein Bild von diesem Bundesprogramm machen, das zwischen 2016 und 2020 Mittel im Umfang von einer Milliarde Euro bereitstellt – in unserem Bergischen Städtedreieck werden momentan 15 Kitas mit über 1,4 Millionen Euro unterstützt.

Die Kinder in der Kita „Klauser Delle“ beschäftigen sich derzeit mit dem Thema „Ernährung“. Deshalb werde ich aus einem Buch der Reihe „Wieso, Weshalb, Warum“ zum Thema Essen vorlesen. Ich bin gespannt auf die Fragen der Kinder zu meinen Ernährungsgewohnheiten. Nähere Informationen zum Bundesprogramm Sprach-Kitas und welche Kitas in Solingen, Remscheid und Wuppertal daran teilnehmen finden Sie unter https://sprach-kitas.fruehe-chancen.de.

Schülergruppe aus Asnières-sur-Seine zu Gast

Noch bis morgen sind wieder 34 französische Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse einer Mittelschule (Collège) aus Asnières-sur-Seine in der Nähe von Paris  zu Gast bei Familien in Lennep. Sie nehmen an 10. Schüleraustausch der 8. und 9. Jahrgangsstufen des Röntgen-Gymnasiums und der Albert-Schweitzer-Realschule teil. Zu dem vielfältigen (Kultur-)Programm, das ihnen geboten wird, um das Bergische Land und das Rheinland kennenzulernen, gehörte gestern Nachmittag in der Mensa des RöGy ein gemeinsames Kaffeetrinken (oder "goûter" im Französischen) gemeinsam mit Eltern, Patenschüler/innen, Französischlehrerinnen und den beiden Schulleitern Jörg Bergmann und Matthias Lippert. Doch zuvor gab es am Portal des Rögy ein großes Gruppenfoto. Einer der Gastschüler, der 14 Jahre alte Felix Becu, berichtete dem Waterbölles begeistert, dass sie den Vormittag im Wuppertal mit Zoo-Besuch und Schwebebahnfahrt verbracht hätten. Am Sontag war Kirmes angesagt, am Samstag Schloß Burg und ein Barbecue, am Freitag der Besuch des Hauses der Geschichte in Bonn („Und ein Shopping!“), und am Donnerstag besichtigte die Schülergruppe den Kölner Dom und das Wallraf-Richartz-Museum neben. Köln aber war für Felix Becu fast schon so etwas wie ein Heimspiel: Dort hatte er mit seinem Eltern vier Jahre lang gelebt. Die deutschen Schülerinnen und Schüler freuen sich jetzt schon auf dem Gegenbesuch in Asnières-sur-Seine.

Deutliche Zahlen zur Schere zwischen Arm und Reich

Der DGB-Stadtverbandsvorsitzende Peter Lange. Foto: LOthar KaiserIn der evangelischen Stadtkirche beginnt heute um 8.30 Uhr Der "Ökumenische 1 .Mai-Gottesdienst 2018", zu dem in guter Tradition wieder der „Arbeitskreis Ökumenischer Gottesdienst für Arbeitnehmer/Innen“ eingeladen hat. Die Dialogpredigt halten Pfarrer Hans-Günther Korb, Diakon Heinz Braun und Pastor André Carouge in Anlehnung an das Motto der Gewerkschaft: "Vielfalt - Gerechtigkeit - Solidarität!" Mitverantwortlich für die Gestaltung des Gottesdienstes zeichnen CDA, EAK, Gewerkschaften, KAB und Kolping. Die Kollekte ist in diesem Jahr für das Kinder- und Jugendhospiz Burgholz bestimmt. Der Arbeitskreis "Ökumenischer 1 .Mai-Gottesdienst" besteht seit mehr als 20 Jahren. Evangelische, freikirchliche und katholische Christen, Gewerkschaftler, Menschen aus allen Bevölkerungsschichten - mit und ohne Migrationshintergrund - bilden einen aktiven Kreis von ca. zwölf Personen. Sie gestalten gemeinsam mit den Geistlichen den Gottesdienst zum „Tag der Arbeit“. „Grundlage des Gottesdienstes ist das jährlich wechselnde Gewerkschaftsmotto“, sagt Mitinitiator Uwe Schabla.

Nach dem Gottesdienst formiert sich gegen 10 Uhr vor der Kirche  der Demonstrationszug zum Theodor-Heuss-Platz. Wo dann um 11 Uhr die 1.Mai-Kundgebung beginnen wird. Die Hauptrede hält dabei – im Anschluss an die Begrüßung durch den neuen DGB-Stadtverbandsvorsitzenden Peter Lange (52), IG Metall Gewerkschafter und Mitglied des Betriebsrats in einem Remscheider Automobilzulieferer (Foto rechts), und nach einem Grußwort von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die stellvertretende Vorsitzende des DBG-Bezirks NRW, Dr. Sabine Graf. Die gebürtige Hildenerin war bis 2009 Geschäftsführerin der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Im Anschluss an die Kundgebung findet vor dem Rathaus bis 17 Uhr ein Maifest mit Kulturprogramm, Aktionsständen und Angeboten an diversen Speisen und Getränken statt. Der DGB-Stadtverband Remscheid widmet die Spenden-Einnahmen dieses Kulturfests  dem Projekt des EMA-Gymnasiums zur Schaffung einer dauerhaften Gedenkstätte im früheren Pferdestall der Polizeiwache.

Peter Lange gehörte auch beim gestrigen Arbeitnehmerempfang zu den Rednern. Eindrucksvoll waren die Zahlen, mit denen er die weit auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich belegte. Aber lesen Sie selbst. Der Waterbölles dokumentiert die Rede nachfolgend:

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"Wir müssen zeigen, dass unsere Demokratie wehrhaft ist!"

Mit einem Geburtstagsständchen für Erden Ankay-Nachtwein, die Vorsitzende des Integrationsrates, begann gestern am Abend im Großen Sitzungssaal des Rathauses der traditionelle „Arbeitnehmerempfang“, den die Stadt Remscheid mit dem „Tag der Arbeit“ am 1,Mai verbindet. Und auch diesmal waren zahlreiche Gewerkschaftler und Kommunalpolitiker der Einladung von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weist gefolgt. „Ich habe meine politischen Entwicklungen umgeschrieben, die mir Sorge machen“, leitete er über zu einer ernsten und deutlichen Warnung vor einem möglichen Rechtsruck in der Gesellschaft, und prompt wurde es deutlich stiller im Saal. Der Waterbölles dokumentiert die Rede nachfolgend:

„Im vergangenen Jahr waren Wahlen im Land und im Bund. Aber ich kann wirklich nicht behaupten, dass ich mit den Ergebnissen glücklich bin. Aber so ist Demokratie, der Wechsel politischer Mehrheiten ist Kern eines demokratischen Staates. Was mir aber einen heftigen Knoten im Hals verpasst hat - der bis heute anhält - ist die Tatsache, dass in Bund und Land eine Partei sitzt, die Angst schürt, die die Grundfeste unserer Demokratie, Presse-, Meinungs- und Religionsfreiheit- in Frage stellt. Warum ist es so passiert?

Längst nicht alle, die dieser Partei ihre Stimme gegeben haben, sind extremistisch. Die Antwort lautet eher: Die demokratischen Parteien haben viel an Zustimmung verloren. Warum? Weil viele Menschen den Eindruck haben, dass sich „die da oben" nicht um die wichtigsten Belange kümmern. Die Menschen erwarten Antworten auf dringende Fragen:

  • Die Antwort darauf, wie künftig in einer von der Digitalisierung geprägten Welt jede und jeder einzelne eine gute Arbeit und ein auskömmliches Einkommen hat. Die Antwort darauf, wie eine sichere und ausreichende Rente aussieht, insbesondere für Frauen, und
  • wie eine gute und finanzierbare Pflege, ein Gesundheitssystem ohne wochenlange Wartezeiten bei Fachärzten, und
  • welche berufliche Chancen und Perspektiven es für diejenigen gibt, die, zum Teil schon lange, Arbeit suchen.
  • Wie begegnet Politik der Angst vor sozialem Absturz? Was tun die demokratischen Parteien gegen die weiter wachsende Schere zwischen arm und reich, was dagegen, dass z.B. in unserer Stadt jedes 5. Kind in Familien lebt, die von Armut bedroht sind? Und: Wie steht es um die Sicherheit in unserem Land?

Auf diese Fragen muss es Antworten geben. Mein dringender Appell an alle, die hier, im Land und im Bund politische Verantwortung tragen: Kommen Sie raus aus den vielen Sitzungen, lasst uns gemeinsam den Menschen gehen – um in der Fußballsprache zu sprechen - dahin, wo es weh tut. Hören Sie den Menschen zu, nehmen Sie sich derer Sorgen an, zeigen Sie ihnen, dass Politik keine closed-shop-Veranstaltung ist, kein Selbstzweck. Unsere Aufgabe als Gewählte, sei es auf kommunaler, auf Landes- oder auf Bundesebene, ist es, für die Bevölkerung da zu sein. „Suchet der Stadt Bestes“, steht schon im Alten Testament. An diesem Auftrag hat sich bis heute nicht geändert. Denn: „Suchet der Menschen Bestes“, das ist unsere Aufgabe!

Unsere Demokratie ist unendlich wertvoll. In den vergangenen Jahren sind viele zu uns gekommen, die aus Ländern fliehen mussten, weil dort Krieg, Armut, Hunger, Mord und Totschlag herrscht, weil dort Freiheit und Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Sie sind zu uns gekommen, weil sie an unsere Demokratie, an unseren Rechtsstaat glauben. Wir müssen ihnen zeigen, wie stark, wie wehrhaft unsere Demokratie ist.

Diese Demokratie wird - auch und gerade insbesondere in den sozialen Medien - immer mehr in Frage gestellt. Extremisten, Reichsbürger, Identitäre stellen die wichtigsten Säulen unseres Zusammenlebens in Frage. Sie wollen einen anderen Staat, einen Staat ohne Meinungs- und Religionsfreiheit, einen Staat, der die Pressefreiheit untergräbt. Dazu müssen wir Nein sagen. Im Internet habe ich heute das Foto von verschleierten Frauen gesehen und darunter die Bildzeile, diese ‚Kostüme‘ wurden prima brennen. Wir müssen Nein sagen zu jeder Form von Hetze gegen Menschen anderen Glaubens, anderer Herkunft, anderer Lebensplanung.

Wir müssen insbesondere Nein sagen zu dem erschreckenderweise aufflammenden Antisemitismus. Wir dürfen nicht zulassen, dass jüdische Mitbürger angepöbelt werden, dass das Wort Jude wieder Schimpfwort wird. Gestern war ich mit vielen in der Wenzelnberg-Schlucht, um den 71 Opfern zu gedenken, die dort vor 73 Jahren von Nazischergen bestialisch ermordet wurden. Wir sind es allen Opfern des Faschismus schuldig, dass wir Ja sagen zu den Grundwerten unseres Staates.

Es steht in unserem Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Das deutsche Volk bekennt sich zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte schützen wir aber nicht als Zaungäste vom Sofa aus. Wir müssen für unsere Demokratie überall eintreten und uns zu unseren Grundwerten bekennen. Das gilt für alle, die hier leben, für die, die hier geboren sind, für die, die zugewandert sind.

Kürzlich hatte ich Besuch von einem Sprachkurs von Flüchtlingen. Ein Flüchtling fragte mich, was mein Ziel für unsere Stadt bis 2020 sei. Ich habe sein Glas genommen und gesagt, dass mein Wunsch sei, dass die Remscheider es als halbvoll bezeichnen, d.h. das sie optimistisch in die Zukunft schauen. Denn ich glaube, dass Optimismus angebracht ist. Denn unsere Stadt hat Perspektiven.

Wir wollen vor allem unseren Kindern gute Perspektiven geben. Und das erreichen wir mit guter Bildung von Beginn an. Daher investieren wir in den Kita-Ausbau und in die Schulen. Wir zeigen damit, dass Remscheid eine Stadt mit Zukunft ist. Wir arbeiten an vielen Stellen, um unserer Stadt diese gute Zukunft zu geben, unserer Wirtschaft neue Gewerbegebiete zu erschließen und Brachflächen zu nutzen- Wir wollen alles dafür tun, dass die Wirtschaft und dass damit der Arbeitsmarkt und die Beschäftigten eine gute Perspektiven haben.

Wir engagieren uns für die Attraktivität unserer Stadt. Wir arbeiten an neuen Wohngebieten, wir arbeiten zusammen mit vielen Partnern für die Belebung der Innenstadt, dort wird gerade das neue Kino gebaut - und vor Weihnahten eröffnet. Der Ebertplatz soll fit gemacht werden. Wir arbeiten am Thema „Direktverbindung mit dem Zug“, und wir werden uns auch verstärkt der Themen „Sicherheit“ und „Sauberkeit“ annehmen, dabei aber auch nicht aus dem Auge verlieren, dass wir nach wie vor eine der sichersten Städte unseres Landes sind.

Das diesjährige Motto zum 1. Mai lautet: Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit. Das bedeutet für unsere Stadt: Wir sind viele, wir sind eins: wir sind Remscheid!“

Schülergruppe aus Kirsehir bei Sven Wolf

Die Schülergruppe aus Kırşehir gestern bei Sven Wolf im Landtag-

Pressemitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf

„Ich freue mich, dass ich gestern Schülerinnen und Schüler aus Remscheids Partnerstadt Kırşehir hier im Landtag als Gäste begrüßen durfte“, berichtete der Landtagsabgeordnete Sven Wolf. „Das war eine sehr spannende Diskussion - nicht nur über politische Fragen, sondern auch über türkische und deutsche Lebensart.“ Den Besuch hatte der Freundschaftsverein Remscheid-Kırşehir e.V. organisiert, der sich sehr für Jugendbegegnung und Schüleraustausch einsetzt. Superintendent Hartmut Demski vom Evangelischen Kirchenkreis Lennep aus dem Vereinsvorstand und Dr. Stephanie Bluth begleiteten die Gruppe.

„Alles ist so grün hier!“, war die spontane Antwort auf die Frage, was im Bergischen Land anders sei als in der Heimat.  Kırşehir – das bedeute Wüstenstadt - erläuterte Serdar Ünsal. Der Unternehmer aus Remscheid war mitgekommen, half als Übersetzer und berichtete auch manche Anekdote aus seinem Berufsleben. „Hier geht alles nach der Uhr. Ab einer bestimmten Zeit stirbt das Leben auf den Straßen“, meinte einer der Schüler. In der Türkei dagegen würden die Familien abends rausgehen, einkaufen und zusammenkommen.

“Früher galt es sogar als unhöflich, wenn man nach 20 Uhr jemanden anruft“, meinte Sven Wolf. „Inzwischen ist es auch bei uns etwas lockerer geworden. Dazu haben die vielen Menschen beigetragen, die aus südlichen Ländern wie der Türkei, Italien, Spanien zu uns gekommen sind. Aber noch immer ist es zuweilen schwierig, nach 21 Uhr außerhalb noch etwas Warmes zu essen zu bekommen. “

„Die Gebäude sind sehr ordentlich, vor allem die Dächer, und jeder hält sich hier an die Verkehrsregeln“, stellten die Gäste fest. Sven Wolf bemerkte, dass einiges von den hier üblichen Eigenarten wohl auch abfärbe. „Wir sind bekannt für unsere ‚Vereinsmeierei‘. Wir sind Mitglied in Schützen-, Karnevals, Sport- und Kleingartenvereinen. Viele türkische Menschen, die zu uns kommen, fangen inzwischen an, auch Vereine zu gründen mit Anmeldung, Satzung, Vorständen und Mitgliederversammlungen."

Auch vom Tagesablauf des Abgeordneten wollten sich die Besucherinnen und Besucher ein Bild machen. „Da ist auch alles mit Kalendereinträgen durchgetaktet“, meinte Sven Wolf. „Viel Zeit für Familienleben und Sport bleibt den Abgeordneten meist nicht. Am Wochenende habe ich aber Spargel gekocht. Wenn die Zeit für den Sport nicht reicht, muss man früh morgens schwimmen gehen oder anders in Bewegung blieben, zum Beispiel anstelle des Aufzugs die Treppe nehmen.“

Dazu passte gut die Erläuterung von Superintendent Demski beim Vergleich der verschiedenen Arten von Enthaltsamkeit in der Fastenzeit. Nicht nur auf bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol oder Rauchen verzichteten die Menschen, sondern manche auch auf das Fernsehen oder das Autofahren, um diese Zeit der inneren Einkehr bewusster zu erleben. „Alkohol weglassen ist kein Problem - nur auf meinen Kaffee kann ich ganz schlecht verzichten“, bekannte Sven Wolf.

 

Ein neues Gesicht im Lenneper Lotsenpunkt

Seit November hat die Katholische Kirchengemeinde St. Bonaventura und Heilig Kreuz in Remscheid mit Andy Dino Iussa einen „Engagementförderer“ im Pastoralteam. Zu seinen Aufgaben gehört u.a. die inhaltliche und organisatorische Betreuung des 2014 ins Leben gerufenen Lotsenpunktes.  Und dort hat er einiges vor: Eine Talkshow, eine ungewöhnliche Quartiersführung, Themenschaufenster, ein Chor der Lotsen, um nur einige Beispiele zu nennen. So möchte Lussa dem Lotsenpunkt ein anderes, erweitertes Profil geben. „Man geht zum Lotsenpunkt, wenn man ein Problem hat, wenn man Hilfe benötigt. Der Ort wird bisher weitgehend mit Bedürftigkeit konnotiert. Mein Ziel ist es, dass man zum dorthin geht, weil man Lust hat, dorthin zu gehen, weil man etwas Spannendes, etwas Bereicherndes, Bewegendes erwartet.“
Dieses Vorhaben überrascht eigentlich nicht, denn Andy Dino Iussa ist Theaterregisseur, Projektentwickler in den Bereichen Kunst und Kultur, tritt als Wortklauber im Duo „Gin & Fizz“ auf, moderiert Veranstaltungen, schreibt und arbeitet seit vielen Jahren im Spannungsfeld von Stadtentwicklung, Bildung, Interkulturalität, Politik, Spiritualität und Gesellschaft. Die Palette dieser Arbeiten umfasst Inszenierungen, künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum oder  Ausstellungen. Seit 15 Jahren betreibt er gemeinsam mit Erhard Ufermann eine Agentur, die sich auf die Realisierung künstlerischer Groß-Events unterschiedlicher Art spezialisiert hat (kultur-wirkt.de).

In seinen Projekten geht es ihm immer (auch) um eine Kultur des Miteinanders. „Als ich an der Berliner Volksbühne war, begegnete ich Künstlern wie Frank Castorf oder Christoph Schlingensief und begriff, dass Literatur, Bühne und Sprache, dass Kunst generell, sinnlich, bewegend und verzaubernd Fragen nach Möglichkeiten des Menschseins vermitteln kann. Diese Erfahrungen beeinflussen mein Tun bis heute.“

Über Kunst, Kultur und Diskurs möchte Lussa im Lotsenpunkt Menschen miteinander in Kontakt und in neue gemeinsame Aufgaben bringen, in denen Alltag und Kunst, Alt und Jung, Alteingesessene und Zugewanderte, Soziales und Kulturelles, Spirituelles und Politisches, Gegenwart und Zukunft in fruchtbare Dialoge treten. Das alles kann er natürlich nicht allein bewerkstelligen. Deshalb entwickelt er das neue Konzept behutsam und in Zusammenarbeit mit den im Lotsenpunkt ehrenamtlich engagierten Menschen: „Man kann nicht von jetzt auf gleich solch tiefgreifende Veränderung von oben anordnen, sondern man muss die Menschen, die sich mit dem Ort identifizieren und sich dort einbringen, mitnehmen. Das braucht Zeit. „Ich muss die Leute kennenlernen, verstehen und ihr Wirken wertschätzen“, erklärt Lussa. Zudem ist er viel damit beschäftigt, die Akteure – Vereine, Institutionen, Initiativen und Gremien – in Lennep und in Lüttringhausen kennenzulernen. „Es ist ja unheimlich viel im Gange. Überall agieren kreative und engagierte Menschen, um für ihren Lebensmittelpunkt Gutes zu bewirken. Das ist ein großartiger Boden, der da bereitet ist. Hier kann einiges gedeihen.“

Der Lotsenpunkt wurde 2014 als gemeinsames Projekt der Pfarrgemeinde St. Bonaventura / Heilig Kreuz und des Caritasverbandes Remscheid ins Leben gerufen. Aufgrund geänderter Förderbedingungen hat der Caritasverband 2017 die Trägerschaft an die Pfarrgemeinde übergeben. (Caritas-Vwerband Remscheid)

Vor Ausstellung betroffen über Amokfahrt

In der Stadtbibliothek Remscheid wurde gestern Nachmittag von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die Ausstellung „verschieden | gleich | zusammen“ eröffnet, ein Foto-Projekt des Jugendzentrums „Die Kraftstation“, Freie Jugendarbeit Remscheid-Mitte e.V., der Albert-Einstein-Gesamtschule (AES) und des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Remscheid, das Befindlichkeiten und Sichtweisen einer Gruppe junger Menschen in dieser Stadt sichtbar und greifbar machen will. Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 der AES zeigen in unterschiedlichen Arbeiten, inszenierten Fotos und Porträts mit eigenen Textzeilen Reflexionen über sich selbst in dieser Stadt mit Menschen aus rund 140 Nationen. Und die Internationale Flüchtlingsklasse des Berufskollegs verknüpfte farbige Fotos aus der Heimat der Schüler*innen mit aktuellen Fotos von ihnen. Bei den Betrachtern sollen die Fotos eigene Reflexionen auslösen über Verschiedenheit, Gleichheit und Zusammengehörigkeit. Die künstlerische Leitung hatte der bekannte Remscheider Fotograf Thomas E. Wunsch. Das Projekt wurde vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend und Sport des Landes NRW durch die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NW gefördert. Bevor der Oberbürgermeister auf die Ausstellung zu sprechen kam, äußerte er seine Betroffenheit über den gestrigen Anschlag im kanadischen Toronto, die Amokfahrt eines 25-Jährigen mit bislang zehn Toten und mehreren Schwerverletzten.