Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Erstes interreligiöses Treffen im Bürgerhaus Süd

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2020 lädt Remscheid Tolerant e. V. für Mittwoch, 18. März, um 19 Uhr Muslime und Christen zu einem „Runden Tisch“ ins Bürgerhaus Süd, Auguststr. 24, ein. Es ist der Versuch, über diesen Kennenlernabend hinaus dort einen offenen Stammtisch zu etablieren mit wechselnden Diskutanten und interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern, um Missverständnisse und Vorurteile abzubauen. An der ersten Gesprächsrunde wird neben Pfarrer Ulrich Wester (Auferstehungsgemeinde) auch der katholische Diakon Willibert Pauels aus Wipperfürth teilnehmen, berichtete Presbyter Artur Herzog in der vergangenen Woche in der Mitgliederversammlung von Remscheid Tolerant.

Moscheevereine informieren über Berufskollegs

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Unter der Überschrift „Ist der Weg zum Berufskolleg ein Umweg oder Abkürzung für mein berufliches Ziel!?“ laden der ATIB Remscheid Türkischer Kulturverein e.V., die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş e.V. und der Türkische Kultur- und Sportverein e.V. Jugendlichen der Altersklasse 14 bis 16 Jahre und deren Eltern zu einer offenen und kostenfreien Informationsveranstaltung für Sonntag, 19. Januar, um 14 Uhr in die Vereinsräumlichkeiten des ATIB e.V., Industriestraße 25, ein. Die Veranstaltung wird vom Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Remscheid und den Moscheevereinen organisiert, um Jugendliche und Eltern über das System der Berufskollege in der Region zu informieren. Als Referent ist Achim Zyto, stellvertretender Schulleiter und Vorsitzender des Studienzentrums Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Remscheid, eingeladen. In der Veranstaltung erhalten Eltern und Jugendliche Antworten auf diese Fragen:

  • Kenne ich mich mit dem System Berufskolleg aus?
  • Welche Berufskollegs gibt es in meiner Region?
  • Welches Berufskolleg ist für mein berufliches Ziel das Richtige?

Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe warnen in Brief

Mehr als 30 Unterschriften trägt der Brief, den die Gruppe der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe in Remscheid an Kommunal- und Landespolitiker, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Remscheider Ratsfraktionen und -gruppen, Staatssekretärin Andrea Milz, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Minister Dr. Joachim Stamp, NRW-Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration Integrationsausschuss NRW, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und an verschiedene Medien geschrieben haben. In diesem Brief berichten Ursula Wilms und die übrigen Unterzeichner über ihre Erfahrungen mit Geflüchteten in Integrationskursen. Es verstärke sich „der Eindruck, dass in den diversen Geschäftsmodellen der zahlreichen Bildungsträger nicht adäquat ausgebildete Lehrer tätig sind, die Fluktuation der Lehrkräfte ist hoch, da diese wechseln, wenn eine besser honorierte Arbeit angeboten wird.“ Rion Thema, das „von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung ist“, so Ursula Wilms in ihrem Anschreiben. Der Waterbölles dokumentiert den Warnruf der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nachfolgend.

„Sehr geehrte Damen und Herren,
im vergangenen Herbst haben ein Vertreter der Stadt Remscheid, Sven Wolf, und ein Vertreter des Integrationsausschusses des Landtags, Ibrahim Yetim, einen Gesprächstermin in der Wülfingstraße in Remscheid mit der Gruppe der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe wahrgenommen. Im Nachgang zu diesem Gespräch möchten wir Ihnen gerne einen Maßnahmenkatalog überreichen, der die aus unserer Sicht noch erforderlichen Schritte für eine gelingende Integration von Geflüchteten enthält. Wir greifen dabei auf unsere Erfahrungen aus der direkten ehrenamtlichen Arbeit mit vielen betroffenen Menschen zurück. Der Katalog erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Wir hoffen, dass Sie die Anregungen hieraus in geeignete Anträge in den Integrationsrat oder den Landtag einbringen können.

Wir sind uns sicher darin einig, dass die sprachliche und die gesellschaftliche Integration eines unserer Ziele ist, an dem wir gemeinsam arbeiten und damit nicht zuletzt auch den sozialen Frieden in unserem Land stärken wollen.

Die Integration ist eine Herausforderung, die bei vielen Akteuren und Betroffenen noch auf diverse Problematiken und Hindernisse stößt, sie ist zugleich ein Prozess, der immer wieder der Revision bedarf.

Aus unserer praktischen Arbeit mit den Geflüchteten haben wir vor allem zwei Handlungsfelder ausgemacht, in denen deutlich nachgebessert werden müsste:

  • Sprachliche Integration und Ausbildungsqualifikation
  • Berufliche Integration, Eingliederung in den Arbeitsmarkt

Vorab eine ganz wichtige Feststellung von unserer Seite: Entgegen vieler Vorurteile wollen der größte Teil der Geflüchteten ihren Lebensunterhalt selbstständig verdienen. Solange dieser Wunsch nicht umgesetzt werden kann, entgehen dem Land wichtige Ressourcen, Vorurteilen und Anfeindungen wird der Nährboden bereitet.

Sprachliche Integration

Die sprachliche Integration soll durch die Integrationskurse erreicht werden, in denen auch die deutsche Sprache vermittelt wird. Leider wird dieses Ziel häufig verfehlt. Dies ist auch den Mitgliedern des Integrationsrates bewusst, haben doch die Parteien zur Sitzung am 02.10.2019 Anträge zur Verbesserung der Situation gestellt.

Wir sind der Überzeugung, dass diese Kurse noch häufiger Anlass zur Überarbeitung geben werden und möchten daher unsere Erfahrungen mit einbringen. Aus unserer Sicht muss das Konzept in wesentlichen Zügen überarbeitet werden, vor allem sollte es besser an die Adressaten angepasst werden, d. h. die Inhalte müssen für sie nachvollziehbar werden.  Die Progression ist deutlich zu steil, besonders was die Übergänge von A2 zu B1 und von B1 zu B2 angeht.

Ein schlichter Vergleich macht das deutlich: in den öffentlichen Schulen wird ein B2 Niveau in der Regel nach der 10ten Klasse erreicht, in den Integrationskursen soll dies innerhalb von zwei Jahren erfolgen. Hinzu kommt, dass die Lehrwerke in den Schulen auf die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen abgestimmt sind. In den Integrationskursen wird jedoch nach dem Basiskurs die Lebenswirklichkeit der Geflüchteten schnell verlassen und sie werden mit Themen konfrontiert, die ihnen völlig fremd sind, die dazu in einer fremden Sprache präsentiert werden. Rasch macht sich bei vielen Frustration breit und die Chance der gelingenden Integration gerät in Gefahr.

Darüber hinaus verstärkt sich der Eindruck, dass in den diversen Geschäftsmodellen der zahlreichen Bildungsträger nicht adäquat ausgebildete Lehrer tätig sind, die Fluktuation der Lehrkräfte ist hoch, da diese wechseln, wenn eine besser honorierte Arbeit angeboten wird.

Die grammatischen Fachtermini, die bereits im Arbeitsbuch A2 verwendet werden, bleiben unverstanden, was nach einem Lehrjahr in einer fremden Schrift und Sprache auch kaum anders erwartet werden kann.

„Nominativ, Akkusativ oder Dativ? Markieren Sie die passenden Possessivartikel.“ 

Der Geflüchtete, der diesen A2 Kurs besucht, wird von dem betreuenden ehrenamtlichen Unterstützer als Analphabet eingestuft; es ist für ihn völlig unverständlich, warum der Geflüchtete einem A2 Kurs zugewiesen wurde. Die Prüfung wird er keinesfalls bestehen können. Dies ist kein Einzelfall, und damit ist nicht nur die Frustration des Teilnehmers, der Teilnehmer, groß, es werden auch unnötig Steuergelder verschwendet.

Während der oben abgedruckte Auszug noch auf allgemein bekannten Situationen basiert, müssen in den B1- und B2-Kursen Briefe geschrieben werden, die jenseits der Erfahrungs-welt der Teilnehmer liegen, die Briefe simulieren bereits deutsche Bürosituationen, die die Teilnehmer noch gar nicht kennen.

In einem B2-Kurs, in dem mit einem Lehrbuch vom Klett-Verlag gearbeitet wurde, sollte folgender Brief geschrieben werden: Herr X möchte sein Haus (Altbau) dämmen. Beantworten Sie seine Anfrage und erläutern Sie, warum er unseren Baustoff XY dazu nehmen sollte. Erläutern Sie die Vorzüge. (Aufgabenstellung aus dem Gedächtnis zitiert.) Auch die vorgelegten Zeitungsartikel entstammen nicht dem Erfahrungshorizont der Kursteilnehmer.

Artikel vollständig lesen

Remscheid als sicherer Hafen für Geflüchtete

In einem Offenen Brief haben Frank vom Scheidt, Kreisverbandssprecher der Remscheider Grünen, und der stellv. Fraktionssprecher David Schichel Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz den Beitritt der Stadt Remscheid zum „Bündnis Seebrücke“ nahegelegt. Der Waterbölles dokumentiert den Brief nachfolgend:

„Sehr geehrter Oberbürgermeister Mast-Weisz,

im September 2018 haben Sie, gemeinsam mit den Oberbürgermeistern aus Solingen und Wuppertal, Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel in einem Brief verdeutlicht, dass die derzeitige Lage im Mittelmeer eine menschliche Katastrophe und diese Menschen zu retten eine humanitäre Verpflichtung ist. Darüber hinaus haben Sie die Bundeskanzlerin dazu aufgefordert legale und sichere Einwanderungsmöglichkeiten zu schaffen.

Allein im letzten Jahr ertranken bereits über 1000 Menschen, und auch künftig werden Menschen dazu gezwungen sein, sich auf die Flucht vor Krieg, Hunger, Armut und Folter zu begeben. Das Sterben auf dem Mittelmeer geht weiter, und im gleichen Augenblick müssen geflüchtete Menschen sich zum Beispiel Sorgen machen, nach Libyen abgeschoben zu werden, in ein Land, in dem Menschenrechte mittels Folter und Vergewaltigung missachtet werden.

Weil diese Zustände nicht hinnehmbar sind, hat sich in Europa eine breite zivilgesellschaftliche Solidaritätsbewegung formiert. Massenweise Kommunen und Städte möchten Menschen aufnehmen und in dieser Art den Geretteten einen Zufluchtsort, einen sicheren Hafen, bieten. Dazu haben Sie sich zum ‚Bündnis Seebrücke“ formiert.

Mit einem Beschluss auf kommunaler Ebene kann sich auch die Stadt Remscheid zu einem sicheren Hafen erklären. Damit erklärt sich die Stadt solidarisch mit Menschen auf der Flucht und stellt Aufnahmeplätze außerhalb der Verteilungsquote bereit. Darüber hinaus verpflichtet sie sich, ein sicheres und menschenwürdiges Ankommen und Bleiben zu gewährleisten, in dem sie alle dafür notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellt.

Durch den Beitritt der Stadt Remscheid zum Bündnis Seebrücke zeigen Sie, dass Remscheid eine weltoffene und tolerante Stadt ist.

Mit freundlichen Grüßen
David Schichel,  Frank vom Scheidt

Deutschförderkurs besteht nur jeder vierte

Im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bieten in Remscheid die folgenden acht Sprach- und Integrationskursträger Neuzugewanderten Sprachkurse an:  AWO Familienbildungswerk, Bergisches Institut für Weiterbildung (B.I.W.),  Grone,  Internationaler Bund (IB), ISS-Bildungsakademie, Katholisches Bildungswerk (KBW), Tertia und VHS. Wie die Verwaltung den Mitgliedern des Schulausschusses zur Sitzung am 8. Januar auf Anfrage der Fraktion der Linken mitteilt, liegt die Quote derjenigen, die vorzeitig ihren Kurs abbrechen,  nach Angaben dieser Sprachkursträgern bei etwa zehn Prozent. Eine genaue Quote der Abbrecher werde weder vom BAMF noch vom Jobcenter Remscheid erhoben, so die Verwaltung. Von den Teilnehmer/innen bestehen die Integrationskurse in der Regel jede(r) zweite und die Deutschförderkurse jede(r) vierte.

Aktuell werden in Remscheid verschiedene Integrationskurse angeboten: Allgemeiner Integrationskurs, Frauenkurs, Jugendkurs, Alphabetisierungskurs, Abendkurs und Wiederholer-Kurs. Drei Kurse finden mit paralleler Kinderbetreuung statt, die die VHS und das KBW übernimmt. Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für diese für die Kurse mit Kinderbetreuung sei sehr langwierig und mühevoll, so die Verwaltung. „Ob eine langfristige Nutzung der unterschiedlichen Räumlichkeiten möglich ist, bleibt unklar!“

„Wie hoch ist der prozentuale Anteil der Geflüchteten mit Bleiberechtsperspektive, die in den letzten drei Jahren eine Arbeit aufnehmen konnten?“, wollte die Fraktion der Linken wissen. Antwort: „In 2016 konnten von den 318 erwerbsfähigen Leistungsbezieherinnen und –beziehern) mit Fluchthintergrund 51 (16 Prozent) in Arbeit vermittelt werden. In 2017 wuchs der Bestand auf 809 Personen. In den Arbeitsmarkt integriert wurden davon 135 Personen (16,7 Prozent). Von den 973 Personen im Jahr 2018 haben 181 (18,6 Prozent) eine Arbeit aufgenommen. 2019 (Stand Oktober 2019) konnten bislang 164 Personen (16,3 Prozent) in den Arbeitsmarkt integriert werden. In vielen Fällen stelle die familiäre Situation ein Vermittlungshemmnis dar: „Der Familiennachzug hat ... in der Regel oberste Priorität und nicht die Aufnahme einer Arbeit.“

Noch keine Partnerschaftsschilder an Ortsausgängen

In seiner Sitzung vom 5. Juli 2018 hatte der der Rat der Stadt Remscheid beschlossen, die Hinweisschilder auf die Partnerstädte an den Ortseingängen abbauen zu lassen, da es nunmehr einen entsprechenden eines Schilderbaum im Bereich des Hauptbahnhofes gebe. Im Zuge der Neuausschreibung des Stadtwerbevertrages sollten allerdings in die neue Leistungsbeschreibung die Aufstellung einer angemessenen Anzahl von Partnerschaftsschildern an den Ortseingängen aufgenommen werden. Daraus wird nun nichts. Denn die Partnerschaftsschilder gingen im vergangenen September in die Ausschreibung nicht ein. Begründung: Diese Zusatzleistung hätte eine vom Bundeskartellamt als rechtswidrig eingestufte Kopplung dargestellt. Die Verwaltung empfahl daraufhin in der gestrigen Sitzung, den entsprechenden Passus aus dem Beschluss vom Juli 2018 herauszunehmen. Das geschah einstimmig.

Weiter geht’s mit Akos Doma & Sudabeh Mohafesz

Die Lütteraten als Veranstalter der Interkulturellen Lesereihe beabsichtigen, auch im kommenden Jahr dieses Kulturangebot an den Schulen Remscheids fortzusetzen. Geplant ist, den deutsch-ungarischen Autor Akos Doma für eine Schreibwerkstatt in die Sophie-Scholl-Gesamtschule einzuladen und die deutsch- iranische Autorin Sudabeh Mohafesz in eine weitere Schule im Sekundarbereich. Dazu Wolfgang Luge: „Die Zusammenarbeit mit anerkannten literarischen Brückenbauern mit zweifacher Identität vergrößert zum einen den Horizont der Schüler*innen im Hinblick auf Einblicke in unbekannte Kulturbereiche und natürlich andererseits auch – und hier liegt der Schwerpunkt – in einer Vertiefung von Techniken der Texterfassung-und -bearbeitung.“ Das Ergebnis solcher externen Bemühungen in vier Remscheider Schulen lag ja im Frühjahr dieses Jahres in gedruckter Form vor in Form einer Anthologie, verlegt im Bergischen Verlag. Luge: „Das Interesse der Schulen an diesem Angebot und an Lesungen, die vielfach erst zu Schreibwerkstätten führen, ist weiterhin ungebrochen!“

Was bei einer Einbürgerung wichtig ist

Zur Sitzung am 5. Dezember hat die Verwaltung der Verwaltung den Mitgliedern des Integrationsrates einen schriftlichen Überblick gegeben über die wichtigsten Voraussetzungen für eine Einbürgerung, die im Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) geregelt sind. Vor Beantragung einer Einbürgerung wird demnach dringend empfohlen, ein Beratungsgespräch bei der Einbürgerungsbehörde der Stadt Remscheid zu führen. So können bereits im Vorfeld wichtige Informationen zu den Möglichkeiten der Einbürgerung erlangt und ggf. die Vorlage notwendiger Unterlagen und Nachweise geklärt werden. Grundvoraussetzung für jegliche Art der Einbürgerung ist der Nachweis der Identität durch die Vorlage entsprechender Unterlagen.

Einen Anspruch auf Einbürgerung hat gemäß § 10 Abs. 1 StAG eine Person mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit, die

  •  seit mindestens acht Jahren ihren gewöhnlichen und rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland hat (Eine Verkürzung auf sieben bzw. sechs Jahre sind bei dem Nachweis eines Integrationskurses bzw. bei besonderen Integrationsleistungen möglich.)
  • sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland bekennt. Bei der Antragstellung wird eine Loyalitätserklärung abgegeben (schriftlich). Bei Aushändigung der Einbürgerungsurkunde erfolgt ein feierliches mündliches Bekenntnis.
  • zum Zeitpunkt der Einbürgerung ein unbefristetes Aufenthaltsrecht oder eine Aufenthaltserlaubnis besitzt. Der Aufenthaltstitel muss nicht unbefristet, aber auf einen dauernden Aufenthalt gerichtet sein.
  • ihren Lebensunterhalt für sich und ihre Familie ohne Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II oder Sozialgesetzbuch XII sicherstellen kann. Das Einkommen muss auch perspektivisch ausreichend sein, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Ausnahmen sind möglich, falls Leistungen nach SGB II oder SGB XII unverschuldet bezogen werden.
  • ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgibt oder verliert. Grundsätzlich muss die alte Staatsangehörigkeit bei Einbürgerung aufgegeben werden, Mehrstaatigkeit ist zu vermeiden. Ausnahmen hiervon sind möglich und in § 12 StAG geregelt.
  • nicht wegen einer Straftat verurteilt worden ist. Geringfügige Verurteilungen sind unbeachtlich (z. B. Geldstrafen bis zu 90 Tagessätzen). Während eines laufenden Ermittlungsverfahrens ist eine Einbürgerung nicht möglich.
  • über ausreichende Deutschkenntnisse verfügt. Ausreichende deutsche Sprachkenntnisse liegen beim Nachweis des Sprachzertifikats „Deutsch“ mit Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens vor. Auf den Nachweis des Sprachzertifikats kann verzichtet werden, wenn z. B. ein Schulabschluss in Deutschland (mind. Hauptschule Klasse 9 mit entsprechender Deutschnote), der Abschluss einer deutschen Berufsausbildung, ein abgeschlossenes Studium an einer deutschen Hochschule vorliegt.
  • über Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie der Lebensverhältnisse in Deutschland verfügt. Es findet ein Einbürgerungstest statt. Hiervon kann abgesehen werden, wenn mindestens ein Hauptschulabschluss an einer allgemeinbildenden deutschen Schule vorliegt.

Die Miteinbürgerung von Kindern und Ehegatten ist gemäß § 10 Abs. 2 StAG möglich, wenn durch sie die oben genannten Voraussetzungen erfüllt werden (bei Kindern im Rahmen deren Möglichkeiten).

Einen Regelanspruch auf eine frühzeitige Einbürgerung gemäß § 9 StAG hat eine ausländische Person, die Ehepartner oder gleichgeschlechtlicher Lebenspartner eines Deutschen ist, die:
 

Artikel vollständig lesen

Wochen gegen Rassismus mit Ali Babas Räubern

Mit einer Aufführung von „Ali Baba und die 40 Räuber“ möchte sich der Integrationsrat der Stadt Remscheid im Zeitraum vom 16. bis 29. März 2020 an den internationalen Wochen gegen Rassismus zu beteiligen. So steht es auf der Tagesordnung des Integrationsrates zur Sitzung am 6. Dezember– vorbehaltlich der endgültigen Zusage des Durchsholzer Marionetten- und Puppentheaters („DuMup“). Eine feste Zusage des „DuMup“-Theaters kann aufgrund der notwendigen Teilnehmerakquise allerdings erst im Januar 2020 erfolgen. Das Stück „Ali Baba und die 40 Räuber“ möchte Markus Heip mit Kindern und/oder Jugendlichen mit Flüchtlingshintergrund/Zuwanderungsgeschichte einstudieren und aufführen. „Ali Baba“ entführt in das Reich aus 1001 Nacht. Die Geschichten und Erzählungen stammen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts und zeigen die Lebens- und Sichtweise der Menschen dieser Zeit auf den Orient. Hierin liegt der aktuelle Bezug zur Gegenwart. Wie geht die Gesellschaft mit Flüchtlingen aus diesen Kriegs- und Krisenregionen um?

Wahlvorschläge für den Integrationsrat bis 16. Juli

Bis zu den Kommunalwahlen 2020 stehen für den Integrationsrat der Stadt Remscheid noch sechs Termine an:  Am 15. Dezember, 16. Januar, 5. März, 14. Mai, 25. Juni und 3. September. Die Kommunalwahlen für die 16. Wahlperiode finden am Sonntag,  13. September, statt und sind mit der Wahl zum Integrationsrat verbunden. Nach § 27 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen wird der Integrationsrat „gebildet, indem die Mitglieder ... in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl für die Dauer der Wahlperiode des Rates nach Listen oder als Einzelbewerber gewählt  werden und die vom Rat bestellten Ratsmitglieder zu einem späteren Zeitpunkt hinzutreten. Für die Mitglieder nach Listen und die Einzelbewerber können Stellvertreter gewählt werden.“

Zur Vorbereitung dieser Wahl wird der Fachdienst Bürger, Sicherheit und Ordnung – Abteilung  Bürgerservice und Wahlen – die Wahlordnung für die Wahl der direkt in den Integrationsrat der Stadt Remscheid zu wählenden Mitglieder aktualisieren. Die Beschlussvorlage wird voraussichtlich im Januar 2020 zur Vorberatung in den Integrationsrat eingebracht. Für März 2020 ist die öffentliche Bekanntgabe des Wahltermins geplant. Letzter Tag für die Abgabe von Wahlvorschlägen ist der 59. Tag vor dem Wahltermin, somit der 16. Juli 2020, 18 Uhr.

Neue Ideen für eine Einwanderungsgesellschaft

von Dr. Mark Terkessidis
(aus dem Buch „Nach der Flucht“, dass bei Reclam erschienen ist)

Es herrschte nahezu Weltuntergangsstimmung, als neulich im Wartezimmer meiner Ärztin drei etwas betagtere Frauen sich über die Veränderungen auf der Straße unterhielten: Da »draußen« im Straßenverkehr, da gehe es ja so aggressiv zu, man könne ja kaum noch auf die Straße gehen, früher habe es das alles nicht gegeben.

Nun liegt die Praxis in einem Viertel, das gemeinhin als bürgerlich bezeichnet wird – von einem Sicherheitsproblem kann keine Rede sein. Woher also kommt der Eindruck der Gefahr? Es kann kein Zweifel bestehen, dass sich auch die bürgerlichen Viertel in den letzten Jahren verändert haben. Junge Familien sind zugezogen, Familien mit Migrationshintergrund, auch viele »Expatriates«. Diese Personen leben oft weniger in geographischen Nachbarschaften als vielmehr in Netzwerken: Sie kennen oft die Leute nicht, die unmittelbar unter ihnen wohnen, haben aber Bekannte überall in Deutschland und manchmal auch rund um den Globus.

Haben sie Migrationshintergrund, besitzen sie häufiger Wohneigentum im Herkunftsland oder pflegen zumindest andauernde transnationale Familienbindungen. Diese Welt der Netzwerke bildet sich in den Vierteln oft nicht mehr physisch ab. Die traditionelle Bewohnerschaft trifft in den Bäckereien keine Bekannten zum Plausch mehr, der Einzelhandel ist in Händen von Geschäftsleuten türkischer oder afghanischer Herkunft, und in den Kneipen, in denen früher Mundart gesprochen wurde, hört man heute oft Englisch. Gefährlicher ist es durch diese Veränderungen keineswegs geworden, aber die Welt erscheint den angestammten Bewohnern nicht mehr vertraut. Selbst wenn sich gar nichts verändert hat, kursieren in den Medien all die Geschichten über das, was in Paris passiert ist oder in Köln oder in all den anderen Großstädten im »Multikultiwahn«. Das möchte man »bei sich« nicht haben – oft genug sind die Vorbehalte gegen die Einwanderungsgesellschaft dort am größten, wo kaum oder keine Personen Migrationshintergrund leben.

Seit der Flucht von etwa 900.000 Menschen nach Deutschland im Jahr 2015 sind die Auseinandersetzungen um das Thema »Migration« heftiger geworden. Tatsächlich hat dieses Ereignis auch den Letzten klargemacht, dass Einwanderung kein Randthema mehr ist, sondern zentrale Bedeutung auch und vor allem für unsere Zukunft hat. Doch mit der Normalität von Migration tut sich die Republik weiter schwer: Die oft blauäugig begeisterte »Willkommenskultur« schlug schnell um in einen ebenso unangemessenen Pessimismus. Die wohlwollenden Befürworter der Einwanderungsgesellschaft betonen oft, die Vielfalt an sich sei eine großartige Sache – »Vielfalt, das Beste gegen Einfalt«, hieß etwa zwei Jahre hintereinander das Motto der »interkulturellen Wochen«.

Doch ist Vielfalt tatsächlich immer gut? Kann Vielfalt nicht auch Vertrauen zerstören, allen Beteiligten auf die Nerven gehen, Ärger machen? Diversität hat immer dann positive Effekte, wenn sie auch bewusst gestaltet wird. Inzwischen hat sich gezeigt, dass die üblichen Sondermaßnahmen und Reparaturarbeiten nicht ausreichen, sondern die Institutionen, Organisationen und Einrichtungen der Gesellschaft sich auf eine neue Weise an der unhintergehbaren Vielheit der Bevölkerung ausrichten müssen.

Diese Vielheit – (der stärkere Begriff ist hier bewusst gewählt) – hat keineswegs nur mit Migration zu tun. Es geht eben nicht um Sonderleistungen für die »Hinzugekommenen«. Die Gesellschaft benötigt »Vielheitspläne«, die sich an den unterschiedlichen Voraussetzungen, Hintergründen und Referenzrahmen aller Individuen orientieren. Reformen sind notwendig – und Einwanderung dient beständig als eine Art Passepartout, um viele grundsätzliche Probleme des Wandels zu erörtern. Damit wäre Migration aber auch ein Anlass, um zu lernen. Das wiederum wäre mit dem Eingeständnis verbunden, nicht immer alles zu wissen, sondern sich in einem Prozess der Veränderung zu befinden. Dieser Prozess mag Experimente erfordern, holperig sein und er mag auch mehr als ein paar Jahre dauern. Vielleicht erfolgt aber im Moment ein neues »Kennen-Lernen « der eigenen Gesellschaft, in dem das Vertrauen sich neu bildet.

Artikel vollständig lesen

In Sachen 'Integration' noch nicht alles erledigt

„Gelungene Integration in Remscheid“ war gestern Abend das Thema des freien Autor und Migrationsforschers Dr. Mark Terkessidis, Berlin und Köln, auf dem ersten Jahresempfang des Remscheider Integrationsrates. Dazu hatte die Vorsitzende Erden Ankay-Nachtwein die Mitglieder sowie Vertreter von Behörden, Institutionen und Sozialverbänden ins Deutsche Werkzeugmuseum eingeladen. Motto: „Gelungene Integration in Remscheid?!“ Beim späteren Vortrag fehlten beide Satzzeichen zwar, doch unausgesprochen sich Gäste und Gastgeber einig, dass in Sachen „Integration“ noch nicht alles erledigt ist. Das klang auch in der Rede von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an. Musikalisch umrahmt wurde der Jahresempfang vom Lüttringhauser Gitarristen Kai Heumann.