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Es ist Wahl und Du weißt nicht Bescheid…

„Unsere Stadt Remscheid ist stolz auf ihre vielfältige Stadtgesellschaft und hat uns Menschen mit internationaler Familiengeschichte stets auf Augenhöhe einbezogen. Umso enttäuschender ist es jetzt, dass wir bei der Ausübung unserer demokratischen Rechte behindert werden", kritisiert Erden Ankay-Nachtwein, Vorsitzende des amtierenden Integrationsrates. Anlass der Verärgerung ist die unzureichende Vorbereitung der Wahl des Integrationsrates der Stadt Remscheid am 13. September.

Der Integrationsrat ist das Fachgremium für kommunale Integrationspolitik und zugleich die politische Vertretung der Menschen mit internationaler Familiengeschichte. Die Stadt ist gemäß Gemeindeordnung verpflichtet, alle ihr bekannten Wahlberechtigten automatisch ins Wählerverzeichnis aufzunehmen und ihnen eine Wahlbenachrichtigung zuzuschicken. Dazu gehören in Remscheid eingebürgerte Personen, die jedoch weder im Wählerverzeichnis erfasst, noch über ihr Wahlrecht informiert worden sind. Sie sollen nach Vorstellung des Wahlamtes einen Antrag auf Eintragung ins Wählerverzeichnis stellen. Dabei wissen gerade Eingebürgerte oftmals nicht von ihrem Recht, den Integrationsrat wählen zu können.

Ankay-Nachtwein: „Ich würde mir mehr Unterstützung für die Wahl des Integrationsrates wünschen. Stattdessen werden hier in Remscheid rechtliche Vorgaben missachtet.“ Der Landtag hatte erst Ende 2018 entsprechende Änderungen in der Gemeindeordnung NRW vorgenommen, um die Ausübung des Wahlrechts für Eingebürgerte zu erleichtern. Es sei frustrierend, so Ankay-Nachtwein weiter, dass die Teilnahme an der Integrationsratswahl derartig verkompliziert wird. Andere NRW-Städte wie Essen, Köln, Solingen oder Wuppertal, in denen Integrationsräte gewählt werden, hätten hingegen ihre gesetzliche Aufgabe begriffen. Statt bürokratische Hürden aufzubauen, habe die Verwaltung dieser Städte alle Wahlberechtigten unaufgefordert ins Wählerverzeichnis eingetragen und über ihr Wahlrecht informiert.

„Die Stadt Remscheid ist aufgefordert, das Wahlrecht als Grundlage der Demokratie zu stärken und den Zugang zur Wahl so einfach wie möglich zu gestalten. Sollte die Verwaltung weiterhin die Rechtsgrundlage bezüglich der Integrationsratswahl ignorieren, kann es zur Anfechtung der Wahl kommen. Im Sinne all jener, die sich ehrenamtlich für das Zusammenleben in unserer Stadt engagieren und für den Integrationsrat kandidieren, hoffe ich jedoch, dass die Wahl rechtmäßig abläuft und wir in eine erfolgreiche neue Amtsperiode starten können“, erklärt Ankay-Nachtwein.

„Die Wölfe sind zurück“ gilt ab heute

Die Aktion auf dem Remscheider Rathausplatz. Fotos: Lothar KaiserPressemitteilung von Remscheid Tolerant e.V.

Die Künstler*innen Annabelle Schleder und Rainer Opolka bringen die Wanderausstellung "Die Wölfe sind zurück" als Mahnwache nach Remscheid. Sie findet von heute bis Mittwoch auf dem Remscheider Rathausplatz statt. Das Geleitwort zur Ausstellung haben die drei bergischen Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Tim Kurzbach und Andreas Mucke geschrieben: „Diese Wölfe sind hässlich! Ihre übermannshohen Figuren scheinen einem Alptraum entsprungen. Sie fletschen die Zähne. Sie sind auf dem Sprung. Sie sind viele. Wer ihnen gegenübersteht denkt nicht an Gegenwehr, er denkt an Flucht. Der Titel der Ausstellung: „Die Wölfe sind zurück“ gibt zu denken. Ja, die Wölfe sind tatsächlich zurück. Aber wir sehen sie nicht deutlich, weil sie Schafspelze tragen. Sie könnten nebenan wohnen, sie tragen Anzug und Krawatte, sie sitzen in deutschen Parlamenten, aber ihre Reden verraten sie. Sie reden von „Volkstod“, „Umvolkung“ oder „Bevölkerungsaustausch“, wenn es um Integration und Zuwanderung geht, sie verbreiten rassistische Stereotype, sie hetzen gegen Toleranz und Vielfalt der Lebensstile. Und leider gibt es durchaus einen Resonanzboden für solche Reden. Wenn wir nicht wollen, dass die Fundamente unserer Freiheit langsam zerfallen, wenn wir nicht eines Tages fliehen wollen, dann müssen wir Demokratinnen und Demokraten uns stark machen. Politische Aufklärung hilft. Kunst hilft, wenn sie aufklärend wirkt. Das tut das Werk „Die Wölfe sind zurück“ von Rainer Opolka in hervorragender Weise. Es stellt uns vor Augen, was am Ende aus den hetzerischen Gedanken und Reden entspringt: Die nackte Gewalt. Wir danken dem Künstler, dass er nach Dresden, Berlin, Potsdam, Oranienburg, Rathenow, Chemnitz und Cottbus sein Werk auch nach Remscheid, Solingen und Wuppertal gebracht hat. Es möge jenen die Augen öffnen, die die Wölfe unter uns noch nicht erkennen.“

Rainer Opolka ist Taschenlampenfabrikant, Buchautor und bildender Künstler. Er engagiert sich gegen Rechtsentwicklung und Neo-Nazis und ist zusammen mit seinem Zwillingsbruder Harald Opolka vom Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, der jüdischen Gemeinde zu Berlin und der Flick Stiftung, mit Ehrenpreisen für zivilgesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Er lebt in Brandenburg und arbeitet zurzeit am Projekt „Kunst- & Literaturpark Schloss Hubertushöhe Storkow“. Rainer Opolka sagt: „Was passiert, wenn die Formen der Ordnung und des Zusammenhalts zerbrechen und Fremdenfeindlichkeit sich wie ein Virus ausbreitet? Wenn moralisch-ethische Regeln ihre Gültigkeit verlieren und die Gesellschaft zunehmend von Angst, Gewalt und Verrohung geprägt wird? Wenn blinder Nationalismus sich breitmacht? Wenn Menschen aus der Enge der eigenen Lebensverhältnisse eine Sichtweise entwickeln wie Kaninchen im Stall? Und wohin geht unsere Zivilisation, wenn Staaten, der inneren Verrohung folgend, auch nach außen aufrüsten und aggressivere Töne anschlagen würden? Was also passiert, wenn der Mensch des Menschen Wolf wird? Die Ausstellung „Die Wölfe sind zurück“ soll das zeigen und uns eine Warnung sein.“

Für die Nachtwachen werden noch weitere Unterstützende gebraucht. Wer Zeit und Lust hat, die Aktion zu unterstützen, findet in dieser Doodle-Terminabfrage die Möglichkeit sich anzumelden: https://doodle.com/poll/d95cwmr8axxkfixg. (Anne Marie Faßbender und Sascha von Gerishem)

Emine Uzum hat Freude an Quartiersarbeit

Entlastung für Marion Noisten, die Leiterin des Stadtteilbüros Rosenhügel, deren Halbtagsstelle die Stadt Remscheid finanziert: Seit Anfang Dezember steht ihr in Vollzeit Emine Uzum zur Seite. Über das Jobcenter bekam die arbeitslose Türkin die Stelle für die Dauer von fünf Jahren. Die Quartiersarbeit im Büro an der Stephanstraße mache ihr Spaß, sagte sie dem Waterbölles im Video-Interview. Es beginnt mit Marion Noisten.

Neue Willkommensbroschüre für Neubürger

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

REMSCHEID - DEINE STADT. Hier kannst Du was erleben! Hier kannst Du arbeiten! Hier kannst Du einfach Du sein!
Um Menschen den Start in unserer Stadt zu erleichtern, erhalten Neubürgerinnen und Neubürger ab sofort eine Willkommensbroschüre bei ihrer Anmeldung im Bürgeramt. Die rund sechzig Seiten starke hochwertige Broschüre wurde von der Remscheider Medienhaus GmbH & Co. KG in einer Auflagenstärke von 15.000 Exemplaren erstellt. Die Texte steuerte JUHRmade Text & Verlag bei. Die Broschüre informiert über die vielen Facetten unserer Stadt und bietet lokale Orientierung zu den Themenfeldern Leben, Arbeiten und Kultur. Sie Broschüre ist in Deutsch gehalten, um viele hochwertige Fotos angereichert und bietet außerdem zu jedem Themenfeld eine kurze Zusammenfassung in Englisch.

Die neue Willkommensbroschüre ist Teil der Neubürgerbox – eine vom Stadtmarketing gestaltete Box, die einer Werkzeugkiste nachempfunden ist. Zum Inhalt dieser Box gehören auch ein Begrüßungsschreiben des Oberbürgermeisters, kleine Beigaben wie eine Retro-Postkarte und ein Remscheid-Kugelschreiben, aber auch kleine Gutscheine für Remscheider Institutionen.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ist begeistert, was Layout und Inhalt der neuen Broschüre betrifft: "Ich freue mich sehr darüber, dass wir uns gegenüber den Menschen, die neu in unser Stadt kommen, gut präsentieren. Hierbei leistet die neue Broschüre einen wesentlichen Beitrag. Denn sie beschreibt, was Remscheid als Werkzeugstadt, grüne Stadt, attraktive Wohnstadt, Bildungsstadt, Freizeitstadt und natürlich sympathische Stadt ausmacht. Ich danke dem Remscheider Medienhaus und dem Juhr-Verlag für die Erstellung dieser tollen neuen Handreichung."

Zum bevorstehenden islamischen Opferfest

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

„Das Schächten von Opfertieren, also ein Schlachten ohne vorherige Betäubung, ist nach dem Tierschutzgesetz grundsätzlich ist verboten!“, informiert das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Remscheid – Solingen – Wuppertal (BVLA). Das islamische Opferfest (Kurban Bayrami) wird in diesem Jahr vom Donnerstag, 30. Juli, bis Montag, 3. August, begangen. „Beim Halsschnitt erleiden die nicht betäubten Tiere Schmerzen, Atemnot und Todesangst. Bis zur Bewusstlosigkeit kann es bis zu einer Minute, beim Eintreten von Komplikationen aber auch wesentlich länger dauern!“

Das Schächten bei vollem Bewusstsein sei vollkommen unnötig, betont das BVLA, da es tierschutzkonforme Alternativen gebe, die von sehr vielen Moslems, auch von muslimischen Theologen, akzeptiert würden: Bei der elektrischen Betäubung werde das Schaf oder Rind nicht getötet und auch nicht verletzt. Auch eine weitere Vorschrift des Islam werde uneingeschränkt erfüllt: Da das Herz weiter schlage, sei die geforderte Ausblutung der Schlachttiere nicht im Geringsten beeinträchtigt.

Das BVLA  empfiehlt den Moslems dringend, ihr Opfertier in einem gewerblichen Schlachtbetrieb unter Betäubung schlachten zu lassen. Ein Schächten „im Hinterhof“, wie es beim letztjährigen Opferfest durch das BVLA festgestellt wurde, kann als Gesetzesverstoß mit Bußgeldern bis 25.000 Euro geahndet werden. In Wuppertal finden auch in diesem Jahr in mehreren Schlachtstätten tierschutz-konforme Opferfest-Schlachtungen statt.

Aufgrund des nach wie vor bestehenden Ansteckungsrisikos mit dem Covid-19 Erreger sind in diesem Jahr auch im Rahmen des Opferfestes neben den tierschutzrechtlichen Vorgaben zusätzlich die Corona-Schutzvorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen einzuhalten. Insbesondere sind das Tragen eines Mund-Nasenschutzes, die Einhaltung des Abstandsgebotes, die Angabe der Kontaktdaten sowie die Beachtung der Hygieneregelung des Schlachtbetriebes zu gewährleisten.

Imbissbetriebe müssen Abfallbehälter aufstellen

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Auf der Alleestraße sind zurzeit 110 Papierkörbe installiert, am Remscheider Markt und Umfeld sind es 44 und auf der Kölner Straße in Lennep sind es 26 . Zum überwiegenden Teil werden sie montags bis samstags zweimal täglich von Mitarbeitenden der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) geleert. Die Kosten hierfür fließen in die Abfallgebühren ein.

In Bürgergesprächen und in den sozialen Netzwerken wird häufig die Aufstellung weiterer Papierkörbe gefordert. Mehr Papierkörbe führen aber auch zu steigenden Abfallgebühren. Dabei stellt sich die Frage: Wissen die Betreiberinnen und Betreiber von Imbissbuden und Schnellrestaurants eigentlich, dass sie gemäß städtischer Ordnungs- und Sicherheitsverordnung dazu verpflichtet sind, eigene Abfallbehälter aufzustellen, die Behältnisse regelmäßig zu leeren und das Umfeld ihres Betriebes sauber zu halten?

Um das sicherzustellen, werden Mitarbeitende der Straßenreinigung der TBR und des kommunalen Ordnungsdienstes der Stadt Remscheid in einer gemeinsamen Aktion am Donnerstag, 30. Juli, ab 11 Uhr die am Markt, an der Alleestraße und an der Kölner Straße ansässigen Gewerbetreibenden über ihre Pflichten informieren und mehrsprachige Informationen aushändigen. Zitat: „Liebe Imbiss-Betreiberinnen und -Betreiber in Remscheid, immer wieder erhalten wir Klagen, dass es in Remscheid unsauber sei. Als Beleg dieser Verschmutzungen werden häufig Reste von Speisen und Getränken aus Gaststätten und Imbissbetrieben fotografiert. Die Technischen Betriebe Remscheid tun ihr Bestes, um unsere Stadt sauber zu halten. (…) Aber auch Sie als Gewerbetreibende der Imbisstuben und Schnellrestaurants sind nach der Ordnungs- und Sicherheitsverordnung verpflichtet, an Ihren Betrieben Abfallbehälter aufzustellen und diese regelmäßig zu leeren sowie die öffentlichen Flächen im Umfeld ihrer Betriebe sauber zu halten und Verschmutzungen zu beseitigen. Damit helfen Sie uns, dass unsere Stadt sauber bleibt.“

Persönliche Vorsprache in der Arbeitsagentur später

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

Nach geltender Gesetzeslage muss man persönlich bei der Agentur für Arbeit vorsprechen, um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend machen zu können. Durch die Corona-Pandemie war und ist das derzeit aber nicht möglich, so dass diese Verpflichtung für eine gewisse Zeit ausgesetzt wurde; vorübergehend genügt eine telefonische bzw. eine Online-Meldung. Die Identitätsprüfung muss jedoch in jedem Fall nachgeholt werden. Um allen Seiten ein möglichst unkompliziertes Verfahren bieten zu können, gibt es seit 24. Juli die Möglichkeit, die erforderliche Identitätsprüfung über das Selfie-Ident-Verfahren vorzunehmen. Wer dafür in Frage kommt, wird angeschrieben. Es muss also niemand von sich aus aktiv werden. Das Schreiben enthält einen QR-Code, über den man die „Selfie-Ident“-App herunterladen kann sowie einen Link zu weiteren Informationen. Die Handhabung ist recht einfach und entspricht den Online-Identifizierungen bei anderen Anlässen wie Kontoeröffnung oder Handyfreischaltung.

Für die Identitätsprüfung werden ein Smartphone oder Tablet mit Kamera, um die App herunterzuladen, eine stabile Internetverbindung und ein gültiges Ausweisdokument mit holografischem Merkmal (Personalausweis, Reisepass oder ein adäquates Dokument) benötigt. Leider werden aktuell noch nicht alle ausländischen Ausweisdokumente unterstützt.

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Großes Dankeschön von den Mohammads an Remscheid

von Ralf Noll

Einen Überraschungsbesuch statte die Familie Mohammad kürzlich Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ab. Weil sie danken wollte. Ihr besonderes Geschenk: ein selbst erstelltes Mosaik mit dem Remscheider Stadtwappen. Vor fast fünf Jahren hatte die Familie mit ihren zwei Söhnen aus dem Libanon fliehen müssen.Uunter extrem schwierigen Umständen (75 Menschen in einem fünf Meter langen Boot). In Remscheid  angekommen, erfuhr sie viel Hilfe und Unterstützung – von den städtischen Behörden und unterschiedlichen Organisationen,  aber auch von immer hilfsbereiten Remscheider*innen. Begleitet wird die Familie schon seit längerem durch den Stadtteil e.V. im Neuen Lindenhof. So hat sie sich mit großem Engagement eine Existenz aufbauen können. Eltern und Kinder lernten Deutsch, suchten und fanden die Möglichkeit sich weiter zu bilden, und der Familienvater fand eine Arbeitsstelle. Während dieser Zeit hatten sie nirgendwo den Eindruck , abgelehnt zu werden, sagten sie dem OB.

Mittlerweile ist aus dem befristeten Arbeitsverhältnis eine Festanstellung geworden. Und seit das Beschäftigungsduldungsgesetz in diesem Jahr in Kraft gesetzt wurde, ist es auch möglich, dass die Familie nach weiteren 30 Monaten eine Aufenthaltserlaubnis bekommt, natürlich unter bestimmtem Auflagen. Dazu gehören der Arbeitsplatz und gute Sprachkenntnisse. Diese Möglichkeit will die Familie nutzen, um hier weiterleben und arbeiten zu können, als Remscheider*innen.

„Das Mosaik bekommt einen Ehrenplatz in meinem Büro“ versprach Oberbürgermeister Mast Weisz, der sich über den Besuch sehr freute.

Projekt Vision–Gegenwart–Zukunft startet heute

Foto: Unter Wasser Fliegen e.V.Pressemitteilung der Kraftstation

„Vision - Gegenwart – Zukunft: Murales (Wandbild) Projekt“ ist der Titel des Projekts des Vereins "Unter Wasser Fliegen e.V.“ aus Wuppertal, das vom 10. bis 19. Juli täglich von 17 bis 20 Uhr in der Kraftstation, Honsberger Straße 2 für Jugendliche ab 16 Jahre kostenfrei stattfindet. Anmeldung unter E-Mail jugend@krafstation.de">jugend@krafstation.de oder Tel. RS 420003.

Das Graffiti- bzw. StreetArt-Projekt reicht über die Grenzen von Solingen, Wuppertal und Remscheid hinaus bis nach Kabul. Gemeinsam mit Jugendlichen aus dem Bergischen Städtedreieck, unterstützt durch verschiedene professionelle Graffiti Künstler*innen aus der Region und im Austausch mit dem Street Art Kollektiv „ArtLoards“ aus Kabul, sollen zwischen Juli und September neue Wandbilder (Murales) entstehen. Murales ist die spanische Bezeichnung für Wandmalerei im öffentlichen Raum. Oft spiegeln die Werke nationale, sozialkritische und historische Inhalte wider.

Dazu werden in jeder Stadt freie Wände ausgewählt und neugestaltet. In Remscheid startet das Projekt in der Kraftstation, „live und in Farbe“ unterstützt durch den Street Art Künstler Marko Leckzut. Die Teilnehmer*innen können Skizzen und konkrete Entwürfe für die Außenwände der Kraftstation und weitere Wände im Quartier Honsberg entwickeln. Außerdem werden in Outdoor-Übungen erste Versuche an den Wänden gemacht.

Die zweite Projektphase und der Abschluss des Projekts sollen, wenn die aktuelle Lage es zulässt, im September stattfinden. Zum Finale soll das Kollektiv im Herbst nach Remscheid kommen, um die finalen Wandbilder gemeinsam mit den Jugendlichen an die Wände zu bringen. Bis dahin sollen die Arbeit bereits live gestreamt werden. Einerseits kann sich hierdurch Publikum live zuschalten und es kann Kontakt zur Gruppe in Kabul gehalten werden.

Wahlvorschläge müssen am 27. Juli vorliegen

Aufgrund der Corona-Pandemie sind Fristen und Regelungen zur Kommunalwahl am 13. September in dem neuen „Gesetz zur Durchführung der Kommunalwahlen 2020“ geändert worden, berichtete gestern im Integrationsrat Bernd Hofmann, Wahlkoordinator der Stadt Remscheid. Die darin aufgeführten Fristen seien auch gültig für die parallel stattfindende Wahl der direkt zu wählenden Mitglieder des Integrationsrates. Besonders wichtig: Am 27. Juli, also in 230 Arbeitstagen, endet die (Corona-bedingt um elf Tage verlängerte) Frist für die Abgabe von Wahlvorschlagen. „Und auf keinem Vorschlag darf auch nur eine einzige Unterschrift fehlen“, so Hofmann.

Die Übergangsregelungen gelten nur für die im September anstehenden Wahlen:

  • Die Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen nach § 10 Absatz 12 Wahlordnung wird vom 59. Tag vor der Wahl (16. Juli 2020) verlegt auf den 48. Tag vor der Wahl (27. Juli 2020).
  • Der späteste Tag der Entscheidung des Wahlausschusses über die Zulassung der Wahlvorschläge nach § 10 Absatz 12 Wahlordnung wird vom 47. Tag vor der Wahl (28. Juli 2020) verlegt auf den 39. Tag vor der Wahl (05. August 2020).
  • Der Stichtag für die Erstellung des Wählerverzeichnisses nach § 12 Absatz 2 Wahlordnung wird vom 42. Tag vor der Wahl (02. August 2020) verlegt auf den 35. Tag vor der Wahl (09. August 2020).
  • Die § 10 Absatz 11 Wahlordnung verlangte Anzahl der Unterstützungsunterschriften von 1 vom Tausend der Wahlberechtigten, höchstens aber von 20 Wahlberechtigten wird verringert auf 0,6 vom Tausend der Wahlberechtigten, höchstens aber von zwölf Wahlberechtigten.
  • 15 von 23 Mitglieder des Integrationsrates werden von den Wählerinnen und Wählern direkt in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt.

15 der insgesamt 23 Mitglieder des Integrationsrates werden von den Wählerinnen und Wählern direkt in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt  Wahlberechtigt ist, wer

  • nicht Deutscher im Sinne des Art. 116 Absatz 1 des Grundgesetzes ist,
  • eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt,
  • die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhalten hat oder
  • die deutsche Staatsangehörigkeit gemäß § 4 Absatz 3 des Staatsangehörigkeitsgesetzes in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 102-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 28. August 2013 (BGBL. I S. 3458) erworben hat.

Darüber hinaus muss die Person am Wahltag

  •  16 Jahre alt sein,
  • sich seit mindestens einem Jahr im Bundesgebiet rechtmäßig aufhalten und
  • mindestens seit dem sechzehnten Tag vor der Wahl in der Gemeinde ihre Hauptwohnung haben.

Wahlberechtigte Personen müssen sich bis zum zwölften Tag vor der Wahl in das Wählerverzeichnis eintragen lassen. Sie haben den Nachweis über die Wahlberechtigung zu führen.

Schrittweise Zuweisung von kleinen Kontingenten

Dass die Corona-Pandemie Reisebeschränkungen mit sich brachte, zeigt sich in der Statistik des städtischen Fachdienstes (FD) Zuwanderung: Sie blieb in den Monaten März, April und Mai gegenüber den Vormonaten nahezu unterändert, wie gestern die FD-Leitern  Claudia Schwarzweller in der Sitzung des Integrationsausschusses berichtete. Als Folge des Shutdowns am 13. März war der Fachdienst Zuwanderung am 16.März für den Kundenverkehr geschlossen worden; er befindet sich inzwischen wieder „unter Beachtung des Infektionsschutzes auf dem Weg der schrittweisen Öffnung“, wie es in der Verwaltungsvorlage heißt. Um größere Kundenströme zu vermeiden, werde aktuell ausschließlich nach Terminvergabe gearbeitet. Claudia Schwarzweller gestern auf Nachfrage: „Einlass ins Ämterhaus bekommen nur diejenigen, die sich online angemeldet haben!“

In Remscheid leben derzeit 1.537 Flüchtlinge mit Bleiberecht (humanitäre Aufenthalte), 467 mit laufenden Asylverfahren und 419 mit abgelehntem Asylverfahren (Duldung), insgesamt also 2423. Nach wie vor gilt, dass Familienangehörige von Personen, die als Asylberechtigte anerkannt bzw. denen die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt wurde, im Wege der Familienzusammenführung nach Deutschland einreisen dürfen. Aber: „Im laufenden Jahr 2020 wurde bisher zurückhaltend von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Damit setzt sich der im Jahr 2019 festgestellte Trend fort.“ Bis Ende Mai waren in diesem Jahr lediglich zwei Personen ihren in Remscheid lebenden Ehegatten gefolgt.

Aufgrund der Corona-Pandemie fanden ab Mitte März keine mehr Rückführungen statt (zuvor 18 in 2020). Freiwillige Ausreisen gab es in diesem Jahr in Remscheid noch keine, sondern lediglich acht Abschiebungen, zuletzt eine im Mai (Straftäter). „Nach schrittweisen Aufhebungen der Beschränkungen im Luftreiseverkehr kann mit einer sukzessiven Aufnahme der Rückführungsverfahren gerechnet werden“, so die Verwaltung.

In diesem Jahr wurden der Stadt Remscheids bislang 34 Flüchtlinge zugewiesen. Die Herkunftsländer sind Iran, Syrien, Türkei, Pakistan, Afghanistan, Irak, Ghana und Nigeria. Neu eingereiste Flüchtlinge blieben auf Entscheidung der die Bezirksregierung Arnsberg zunächst in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes.  Seit dem 4. Mai findet eine schrittweise Zuweisung von kleinen Kontingenten statt.

In Remscheid neben zurzeit in sechs Übergangsheimen und einer Wohnanlage 372 Flüchtlinge und in separaten Wohnungen 441 Personen, insgesamt also 813 Personen. Sowohl für die Unterbringung der vom Land zugewiesenen Flüchtlinge als auch für die Flüchtlinge, die nach erfolgreichem Asylverfahren ein Bleiberecht erlangt haben und sich eine eigene Wohnung suchen müssen, steht weiterhin ausreichend Wohnraum bereit.

Bunte Tipis mit internationaler Reichweite

Pressemitteilung des Caritasverbandes Remscheid e.V.

Im März hatte Andrea Schara von „Vielfalt. Viel wert.“ des Caritasverbands Remscheid e.V. gemeinsam mit der Remscheider Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck dazu aufgerufen, sich an dem weltweiten Tipi-Projekt zu beteiligen. Die Tipis werden in Handarbeit hergestellt und bestehen aus vielen bunten gestrickten oder gehäkelten Quadraten, die am Schluss zusammengefügt werden. So entsteht ein farbenfrohes Kunstwerk, dass idealerweise mit der Unterstützung von vielen tatkräftigen Helfern zu einem Ganzen wird. Ein buntes Dach, dass zugleich ein Symbol unserer vielfältigen Gesellschaft ist.

Seitdem sind in fleißiger Handarbeit mehr als 500 gehäkelte und gestrickte Quadrate entstanden – bunt, einfarbig, gemustert und mit besonderen Verzierungen versehen. Eines schöner als das andere. Knapp die Hälfte der Quadrate, um ein Tipi zu bauen, sind damit bereits fertiggestellt. Für ein ganzes Tipi werden allerdings ca. 1200 Quadrate benötigt. Eigentlich sollte von Anfang an gemeinsam an dem Projekt gearbeitet werden. Dem machte die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung  Jetzt hat man die Gelegenheit sich wieder neu an dem Projekt zu beteiligen. Wer gerne handarbeitet und noch Wollreste zu Hause hat, soll zu Strick- oder Häkelnadel greifen und mitgestalten. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Jeder kann sich beteiligen so wie er „gestrickt“ ist! Die Größe der Quadrate soll 15 cm x 15 cm sein. Die Fäden sollen bitte vernäht sein.

Dies ist eine Einladung an alle! Jeder kann Teil dieses wunderbaren Projektes werden und einen Teil seiner Persönlichkeit kreativ einbringen. Bisher beteiligt waren Menschen unterschiedlichster Herkunft in der Altersspanne von zehn bis 104 (!) Jahren. Für August ist ein „Strickendes Kaffeekränzchen“ gemeinsam mit der Kaffeerösterei Rigano geplant, an dem jeder seine gestalteten Quadrate präsentieren kann. Gemeinsam kann dann bei einer guten Tasse Kaffee und einem gemütlichen Plausch am Tipi weitergearbeitet werden.

Das Kunst-Tipi hat eine hohe symbolische Bedeutung, die sofort erfahrbar ist. Ein Zelt steht für Schutz, Gastfreundschaft, ist mobil, die Farbgebung folgt der eines Regenbogens, dem Symbol für Frieden. Aufgestellt steht man in einen meditativen Raum, der sofort positive Emotionalität spürbar werden lässt. Am Ende passt alles zusammen! Das Tipi wird nach der Krise als „Symbol der Gemeinschaft“ und als „Dach der Vielfalt“ aufgestellt und so physisch für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht. Es soll Teil eines internationalen Tipi-Dorfes werden und später mit seiner Symbolkraft als „Caritas- Vielfalt-Tipi“ in die Welt versendet werden.

Normalerweise besteht ein Tipi aus Acrylwolle, die wetterunabhängig ist. Auf Grund der Situation werden aktuell andere Wege beschritten: Jegliches Material ist zugelassen. Es darf verwendet werden, was da ist. So entsteht ein besonderes, sehr persönliches Tipi, mit dem ein Zeichen gesetzt werden soll. Wollknäuel aus Acrylwolle sind noch bei der Caritas zu erfragen. Dazu wenden Sie sich bitte an Andrea Schara. Die fertigen Quadrate können (nach vorheriger telefonischer Ankündigung unter Tel. RS 49110) bei der Caritas, Blumenstraße 9, abgegeben werden.