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Bezirksvertretung gegen Autos auf der Alleestraße

Mit 10 zu 8 Stimmen hat die Bezirksvertretung Alt-Remscheid heute abend die probeweise Öffnung der unteren Alleestraße für Autos abgelehnt. In einer Tischvorlage hatte die Verwaltung für die Zeit vom 24. April bis 22. Juli eine Erprobungsphase vorgeschlagen (ausgenommen Sonn- und Feiertage sowie die Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr). Der Versuch sollte wissenschaftlich begleitet werden von Studenten der Universität Wuppertal (Lehrstuhl von Prof. Huber), und der Markt dienstags und freitags sollte in Richtung Stadtkirche verlagert werden. Letzteres war mitentscheidend für das ablehnende Votum der Mehrheit in der Bezirksvertretung; sie vermisste in der Beschlussvorlage der Verwaltung ein deutliches Meinungsbild der Marktbeschicker. Und auf die müsse schließlich Rücksicht genommen werden.

Aber nicht auf die Händler allein. „Machen die Autos die Alleestraße wirklich attraktiver oder wären sie nicht vielmehr eine Katastrophe“, gab Ernst-Otto Mähler das wieder, was er in Gesprächen mit vielen Bürgern, Anwohnern der unteren Alleestraße, gehört habe. „Daraufhin habe ich meine Meinung geändert“, sagte Mähler. Zumal die Frage noch völlig unklar sei, ob sich aus der Rückkehr der Autos in die Fußgängerzone für die Stadt Remscheid nicht Forderungen von Geschäftsleuten nach Rückerstattung von Zuschüssen ergeben könnten. Für Baudezernent Helmut Kennepohl ein vorgeschobenes Argument. Allein mit dem Versuch, dem die Bezirksregierung zugestimmt habe, entstünden noch keinerlei Rückzahlungsansprüche.

In Kennepohls schriftlicher Befragung von Eigentümern und Geschäftsleuten der Alleestraße Ende Februar hatten nur vier Anlieger den „Auto-Versuch“ abgelehnt. Von 96 Angeschriebenen hatten aber nur 37 geantwortet. Auf ein großes Interesse der Geschäftsleute an dem Projekt lässt das nicht schließen. Allerdings hatte sich der Marketingrat Anfang dieses Monats positiv geäußert. Das Votum der beiden FDP-Mitglieder in der Bezirksvertretung fiel entsprechend aus. Im übrigen ließ sich die Mehrheit der Versuchsgegner nicht klar an Fraktionen festmachen. So war etwa die Hälfte der CDU-Mitglieder für die Probephase, die andere Hälfte dagegen.

Als Zuschauer dieser Sitzung hatte ich den Eindruck, als ob es sich die gewählten Bezirksvertreter nicht mit den Markthändlern verderben wollten, die gegen ihre Verlagerung Richtung Stadtkirche zunächst vehement protestiert und erst später Entgegenkommen signalisiert hatten (von den Bedenken vieler Senioren gegen den Autoverkehr in der Fußgängerzone sprach heute niemand). Kennepohls Appell an die Volksvertreter, „Herr des Verfahrens sind Sie“, zeigte da wenig Wirkung. Aber noch ist das Thema nicht endgültig von der politischen Bühne gefegt; noch kann der Rat der Stadt die Entscheidung der Bezirksvertretung revidieren. In der heutigen Diskussion bejahte Christel  Herrmann von den Grünen die Probephase grundsätzlich. Denn: „Erfahrung macht klug!“ Vielleicht sieht das die Mehrheit der Ratsmitglieder in der Sitzung Anfang April ja ähnlich.

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waterboelles.de am : Alleestraße: Projekt steht weiter auf der Kippe

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Einst waren sich alle Ratsfraktionen einig: Die Öffnung der unteren Alleestraße für Autos wäre schon einen Versuch wert. Wenn, ja wenn der Wochenmarkt am Markt dadurch nicht beeinträchtigt werden würde. Genau das aber sah die „Tischvorlage“ von Baudezerne

Kommentare

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Chronist am :

Zweifel, dass bis zum 10. Dezember tatsächlich ein ordentliches Konzept vorliegen werde, äußerte in der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid Norbert Stippekohl (CDU). Alexander Ernst von der W.i.R. widersprach. Das sei doch kein Schnellschuss. Alles sei doch schon wiederholt „durchgekaut“ worden. Hans-Otto Heming vom Amt für Straßen- und Brückenbau und Andreas Meike vom Stadtmarketing bestätigten Gespräche, an denen Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr u.a. teilgenommen hätten. „Aber bitte nicht auch noch eine Volksbefragung“. Wandte Philipp Wallutat (FDP) ein. Unklar ist noch, Studenten der Universität Wuppertal (Lehrstuhl von Prof. Huber) die probeweise Öffnung der Alleestraße für Autos wissenschaftlich begleitet werden. Zur Erinnerung: Am 18. März 2006 hatte die Bezirksvertretung Alt-Remscheid die probeweise Öffnung abgelehnt.

Klaus Kowakowski am :

Es geht nicht um eine dauerhafte Regelung, sondern um eine probeweise Öffnung der unteren Alleestraße. Das damit seit Jahren verbundene Gerangel zeigt eine beschämende Entschlußlosigkeit von Politik und Verwaltung. Es zeigt aber auch ungenügendes Verständnis für die Verhältnismäßigkeit der Dinge. Anstatt die Verwaltung im Vorfeld mit den Aufgaben von Verkehrsführung, Kostenermittlung und analytischer Beurteilung zu beauftragen, produziert die unbedarfte Politik einen lächerlichen Scheintatbestand von angeblich existentieller Tragweite. Wie kann sich Remscheid an den eigenen Haaren aus dem Sumpf verantwortungsloser Verschuldung ziehen, wenn seit Jahren eine überschaubare und zeitlich begrenzte Entscheidung unbestimmt hin und her geschoben wird?

H. Harro Schmidt am :

Es ist unendlich frustrierend, dieses ewige Hin und Her zu verfolgen. Da kann man als Gewerbetreibender eigentlich nur schlussfolgern, dass eine weitere Geschäftstätigkeit von Teilen der Politik nicht gewünscht wird. Wenn wenigstens einer der Ablehner mal mit einer vernünftigen Alternative aufwarten würde. Aber in der Beziehung kommt seit Jahr und Tag nichts. Was hat denn das andauernde Zusehen beim Niedergang der Alleestrasse mit Stadtplanung oder Wirtschaftsförderung zu tun? Das Vortragen von Bedenken kann doch nicht wirklich die einzige kreative Gedankenleistung darstellen. Auffallend in diesem Zusammenhang: In den letzten Tagen waren im RGA vier Leserbriefe abgedruckt, in denen sich Bürger gegen die Öffnung der Alleestrasse aussprachen. Bei genauem Hinsehen war zu erkennen, dass diese Leserbriefe aber nur von zwei Personen geschrieben worden waren, wobei einer der Leserbriefe gleich zweimal abgedruckt wurde. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Tenor dieser Briefe war: Es müssen wieder ansprechende Geschäfte in die Alleestrasse, dann werden die Kunden auch wieder kommen. Wer so argumentiert, ignoriert die Entwicklung der vergangenen 23 Jahre (also seit Bau des Allee-Centers). Damals war die Alleestrasse reichlich bestückt. Und das ist sie jetzt unbestritten nicht mehr. Im Gegenteil: Die Leerstände fressen sich mit zunehmender Geschwindigkeit in Richtung Center durch, so dass man sich schon an "das geheimnisvolle Nichts" aus der "Unendlichen Geschichte" erinnert fühlt. Nur leider ist weit und breit kein "Bastian" in Sicht, der Rettung verspricht. Und so wird es wohl dabei bleiben, dass jede weitere Geschäftsschliessung das grosse Bedauern von Kundschaft und Politik hervorruft und ansonsten nichts passiert. Und der letzte macht dann bitte noch das Licht aus...

Hans Gerd Göbert am :

Probeweise öffnen, und zwar so bald wie möglich! Damit es endlich gesicherte Erkenntnisse darüber gibt, ob eine Öffnung Sinn macht oder nicht. Aber nur mal so zum Festhalten: Derzeit gibt es auf der unteren Allee, also vom Markt bis zur Mandtstrasse, vier Leerstände. Davon mit Sinn/Leffers der Hammer schlechthin. Und zunehmende Leerstände sind doch das Hauptargument für eine Öffnung, oder? Auf der oberen Alleestraße, also bis zur Daniel-Schürmann-Str., werden es in ein paar Tagen zehn! Leerstände sein. Darunter auch einige mit großen Verkaufsflächen. Was hält die Befürworter und Planer nach dieser Erkenntnis noch davon ab, gleich die ganze Allee für den Autoverkehr frei zu geben? Wenn schon, denn schon. Die Argumente für eine Öffnung sind identisch. Verkehrstechnisch wäre es vielleicht leichter zu bewerkstelligen? Und die Käuferscharen würden in beiden Fällen durch den Autoverkehr wie magisch angezogen. Aus der Mitte der Strasse heraus vor die Geschäfte gedrängt, vor die Schaufenster und dadurch zwangsläufig zum Kaufen verleitet. Um nicht zu sagen genötigt. Diese Adrenalinschübe hat es früher schließlich auch gegeben, wenn man höllisch aufpassen musste, dass einem nicht der Hintern abgefahren wurde. Die Alleestraße war zu diesen Zeiten knallvoll mit Kunden und diese stets mit knallvollen Tragetaschen. Warum daher nicht "back to the roots"? Alles öffnen. Die Zeit der Einkaufsmeilen scheint nach Auffassung bayerischer Experten ja ohnehin fast vorbei zu sein. Und am Ende wird Remscheid wieder ein Einkaufsmekka für die Stadt, ihr Umfeld, sogar bis nach Köln und Düsseldorf. Dann drehen wir den Spiess mit der Kundenabwerbung wieder um. Also, bitte Mut zur totalen Konsequenz zeigen. Sonst fängt der Zirkus in wenigen Jahren wieder an, wie man die obere Allee neu beleben kann.

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