Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Wie sich eine Resolution in vier Monaten in nichts auflöst

In der gestrigen Sitzung des Bauausschusses wurde eine Stellungnahme der Bahn AG zur Zukunft der Bahverkehrslinien S7 (Flughafen/Solingen-Ohligs) und zur Regionalbahn 47 („Der Müngstener“) publik. Darin wird eine direkte Verbindung zwischen Remscheid und Düsseldorf abgelehnt. Der Waterbölles dokumentiert die Stellungnahme und verbindet dies mit einem Rückblick auf diverse Ausschuss- und Ratssitzungen in Remscheid, in denen  es um Resolutionen ging, mal an die Bahn, dann an den Verkehrs-Verbund Rhein-Ruhr und dann wieder an die Bahn gerichtet. Viel herausgekommen ist dabei nichts (ohnehin ist nur eine Resolution wirklich geschrieben worden). Um ehrlich zu sein – herausgekommen ist eigentlich gar nichts. Aber überzeugen Sie sich selbst:

In seiner Sitzung am 20. Februar 2006 verabschiedet der Rat der Stadt Remscheid auf Antrag der CDU-Fraktion eine Resolution. Darin fordert er die Landesregierung Nordrhein-Westfalen, den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und die Deutsche Bundesbahn AG auf, den S-Bahnverkehr auf der Strecke über Solingen-Mitte und Remscheid bis nach Wuppertal-Oberbarmen kurzfristig aufzunehmen. Ergebnis. Keines. Die S 7, vom Düsseldorfer Flughafen kommend, endet weiterhin in Solingen-Ohligs.

„Im Zuge der Regionale werden wesentliche Voraussetzungen durch den Bau neuer Haltepunkte mit der Verknüpfung mit dem örtlichen ÖPNV (Öffentlicher Personen-Nahverkehr) erfüll,“ heißt es in der Resolution weiter. Ergebnis: Die neuen Haltepunkte (z.B. in Mixsiepen) wird es nicht geben.

Ende Oktober 2006 wird im Hauptausschuss der Entwurf einer weiteren Resolution vorgestellt. Darin kritisieren die Städte Remscheid, Wuppertal und Solingen, dass der Beschluss über die Kürzungsmaßnahmen zum Fahrplanwechsel 2006/2007 ohne Ruckkopplung mit Rat und Verwaltung der betroffenen Städte erfolgt sei. Und sie fordern darin den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) auf, eventuelle weitere Einschränkungen mit ihnen sorgfältig abzustimmen. Der Entwurf sei mit der bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) und den Städten Solingen und Wuppertal besprochen, erklärt Baudezernent Kennepohl.

In der nächsten Ratssitzung (am 13. November 2006) solle die Resolution verabschiedet werden, heißt es – wird sie aber nicht.  In dieser Sitzung erklärt Elke Rühl (CDU), es solle zunächst erfragt werden, ob die Nachbarstädte mit dem Wortlaut einverstanden sind (sollte das nicht schon stattgefunden haben?)  Auch sei vorgesehen, einen Vertreter des VRR vorab in den Bauausschuss einzuladen.

In die Sitzung des Bauausschusses am 5. Dezember 2006 kommt VRR-Geschäftsführer Martin Husmann – und zeigt diverse Schwachstellen auf, für die nicht der VRR, sondern die Bahn AG verantwortlich sei. Pünktlichkeit, Sauberkeit und Sicherheit des „Müngsteners“ (RB 47) bezeichnet Husmann als unterdurchschnittlich. Und weil der Rauenthaler Tunnel in Wuppertal-Heckinghausen immer wieder für Verspätungen sorge, da die Bahn Kosten für die Wartung scheue und deswegen eine der beiden Tunnelröhren gesperrt habe, denke der VRR über eine Vertragsstrafe nach..

Daraufhin erklärt Elke Rühl in der Ratssitzung am 11. Dezember 2006: „Da ist die Bahn doch der richtige Adressat für eine Resolution“. Die soll deshalb von Baudezernent Kennepohl noch einmal umgeschrieben werden. Aber bis Ende Januar 2007 ist das noch nicht geschehen. In der Januar-Sitzung des Hauptausschusses kündigt Baudezernent Helmut Kennepohl vielmehr an, über die Kritikpunkte (z.B. an der stillgelegten Tunnelröhre) erst einmal mit dem Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für NRW, Reiner Latsch, reden zu wollen. An diesem Gespräch sollen auch Vertreter der Stadt Solingen und der IHK teilnehmen.

Dieses Gespräch habe inzwischen stattgefunden, berichtet in der gestrigen Bauausschuss-Sitzung Elke Rühl – und verliest einen Brief der Bahn AG, in dem es heißt: „Der Wunsch der Städte Remscheid und Solingen nach einer täglich durchgehenden Linie nach Düsseldorf Hbf wird von der DB AG respektiert.“ Man höre und staune: „respektiert“.

Mini-Kommentar des Waterbölles: Na, da können Rat und Verwaltung von Remscheid und Solingen der Bahn AG ja richtig dankbar sein, oder? Und das ist ganz ohne Resolution gelungen!

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Hans Gerd Göbert am :

Es passt nur indirekt zu dem Thema, bestätigt aber genau, was wir eigentlich alle seit langer Zeit wissen: Die Bahn ist die selbstherrlichste, arroganteste und schwerfälligste Behörde in deutschen Landen. Ehemals mit freundlicher Unterstützung des Gasprom-Kanzlers und nun offenbar auch von Frau Merkel, kann die Mehdorn-Truppe tun und lassen was sie will. Keiner zieht sie jemals richtig zur Rechenschaft. Ich habe vor fast vier Wochen an die technische Zentrale für die Streckennetze in Düsseldorf, den Abteilungsleiter, geschrieben und ein paar konkrete Fragen im Zusammenhang mit dem Bahnkörper im Bereich eines möglichen Gewerbegebietes "Mixsiepen" gestellt. Hier die Antwort: .................... Nur zum Vergleich: Die Büros des EU-Parlamentspräsidenten Pöttering und des EU-Umweltkommissars Stavros haben auf Fragen zur EU-Wasserrahmenrichtlinie in Bezug auf die Quellbereiche in "Mixsiepen" innerhalb von ein paar Tagen ausführlich geantwortet.

Felix Staratschek am :

Akut denken VRR und DB über eine Neuordnung des S- Bahnnetzes nach. Überlegt wird, die S- Bahn von Duisburg nach Ohligs zu führen und die Neusser Züge zum Flughafenterminal zu schicken! Ich hoffe, die Politiker setzen sich dafür ein. Ins Ruhrgebiet müssen viele öfter als zum Flughafen, und am Weg zum Ruhrgebiet hält die S- Bahn sogar am Fernbahnhof des Flughafen. Mit der Duisburger S- Bahn dürften auch bessere Wagen auf die S 7 kommen. Mit einmal Umsteigen ins Ruhrgebiet fahren zu können wäre auf jeden Fall eine deutliche Attraktivitätssteigerung.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!