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Sportbund will über städtische Zuschüsse selbst verfügen

Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, hat Helmut Schmidt (Bundeskanzler von 1974 bis 1982) einmal gesagt. „Visionen sind noch keine Utopien“, sagte gestern auf einer Pressekonferenz  Reinhard Ulbrich, der Vorsitzende des Remscheider Stadtsportbundes. Mit „Vision“ bezeichnete Ulbrich dabei das, was sich am Donnerstag voriger Woche Vorstand und „Forum“ (=Beirat) des Sportbundes ausgedacht hatten. Und das hört sich in einem Satz so an: Der Stadtsportbund will die städtischen Sportgelder künftig selbst verwalten. Vorbild dafür ist der Gelsenkirchener Verein „Gelsensport“, der sich seit nunmehr 13 Jahren  als Dienstleister der örtlichen Sportvereine versteht und als Modell gilt für eine kommunale Sportförderung in „Eigenregie“.  Ungeachtet des weiterhin schwelenden Streits (dieses Wort kam Ulbrich gestern nicht über die Lippen) um die 6000 € Hallennutzungsgebühren der Schwimmsportler unterstütze Sportdezernent Dr. Christian Henkelmann die Idee einer gemeinnützigen GmbH, die die Verteilung der städtischen Sportgelder übernehmen könne, „voll und ganz“, sagte Ulbrich. Bei Henkelmann klang das am Abend ein wenig verhaltener: Er sei gesprächsbereit und stünde der Idee nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber.

Ende Februar hatte die SPD gefordert, die erfolgreiche Arbeit des Remscheider Schwimmsports zu sichern. Das Verfahren zur Erhebung von Hallennutzungsgebühren im Schwimmsport in Remscheid führe häufig zu Irritationen, da sich die Schwimmhallen nicht wie andere Sportstätten im Besitz der Stadt Remscheid, sondern in den Händen der H2O GmbH befänden. Zur Sitzung des Sportausschusses am 27. März wünschte sich die SPD deshalb von der Verwaltung einen „Vorschlag für die Lösung für das finanzielle Problem der SG Remscheid“. Doch noch vor dieser Sitzung hatte der Sportbund Nägel mit Köpfen gemacht, um der SG zu den in der Vereinskasse fehlenden 6.000 € zu verhelfen, indem er beschloss, die Hallen-Nutzungsgebühren künftig nicht auf ein städtisches Konto, sondern auf ein Sperrkonto zu überweisen. Auf diese Weise wollen die ehrenamtlichen Sportlerinnen und Sportler unter Sportbund-Chef Reinhard Ulbrich erreichen, dass die von den Sportvereinen stammenden Gelder  nicht im städtischen Haushalt „versickern“, sondern wieder in die Sportstätten zurückfließen. Der Waterbölles sah das Ende März kritisch und kommentierte „"Schweres Geschütz" passt nicht in die Zeit“.  Und Sportdezernent Dr. Christian Henkelmann betonte am 4. April, die Zahlungen auf ein Sonderkonto seien da wenig hilfreich: „Die Lösung des Problems sollte nicht dem Rechtsamt überlassen werden!“

An dem Sperrkonto werde der Sportbund festhalten, betonte Ulbrich gestern. Gleichwohl rechnet er sich Chancen für seine „Vision“ aus, die Remscheider Sportstätten „von Fachleuten verwalten zu lassen“. Und wenn das Konzept stimme, sei sogar mit Sponsorengeldern aus der heimischen Wirtschaft zu rechnen. Nur dann könne der Investitionsstau an den Remscheider Großsporthallen und –plätzen behoben werden, der derzeit bei 5,5 Millionen Euro liege. Weil von der Stadt angesichts ihrer Finanzmisere keine größeren Zuschüssen zu erwarten seien – der Sportbund sehe das realistisch und verkneife sich entsprechende Forderungen -, komme es darauf an, die städtischen Gelder effektiver einzusetzen. Die summieren sich nach Angaben des Sportbund-Chefs auf 2,93 Millionen Euro im Jahr (1,50 Mio € Sachkosten für die städt. Sportanlagen, 1,1 Mio € Personalkosten für Platz- und Hallenwarte, 0,2 Mio € an Personalkosten in der Verwaltung und   0,13 Mio € Sportförderung). Hinzu kommen 0,33 Mio € als Sportpauschale vom Land NRW, macht 3,26 Mio € öffentliche Sportmittel. (Bei jährlich einer Million Sportstättennutzungen in Remscheid pro Jahr durch die insgesamt 26.000 Vereinssportler, Schulklassen und Freizeitsportler ergibt sich pro Nutzung  ein öffentlichen Zuschuss von 3,26 €.). Dieses Geld hätte der Sportbund gerne. Damit verbindet er nach Ulbrichs Worten folgende Ziele:

  • weitgehend unabhängige Sportorganisation, die autonom und zentral alle Remscheider Sportangelegenheiten regelt, die Sportanlagen verwaltet und in Ordnung hält
  • angemessener Budgetrahmen, innerhalb dessen die o.g. Aufgaben wirtschaftlich und fachlich erfüllt werden können.

Motivation des Stadtsportbundes, so Ulbrich, sind dabei

  • Befreiung des Sports aus Verwaltungszwängen und den Unabwägbarkeiten der Remscheider Haushalteführung
  • effizienter Einsatz der finanziellen und personellen Ressourcen
  • Entlastung städtischen Personals außerhalb der Sportverwaltung
  • Zusammenarbeit mit Fachleuten der heimischen Wirtschaft
  • langfristige Schaffung einer Sportstättensituation, die einen Titel „Sportstadt Remscheid" rechtfertigt

Um diese Ziele zu erreichen, will der Sportbund wie folgt vorgehen:

  • Analysen bereits vorhandener ähnlicher Modelle mit Hilfe externer Experten aus dem Sportbereich
  • Entwicklung eines auf die spezifische Remscheider Situation angepassten Modells
  • Enge Zusammenarbeit in der Entwicklungs- und Umsetzungsphase mit der Sportverwaltung
  • Transparente und ergebnisoffene Prozessführung

Zur Entwicklung einer Gesamtkonzeption stellt sich der Sportbund folgenden Zeitrahmen vor:

  • Entwicklung der Konzeption „Eine Zukunft für den Remscheider Sport" bis Ende 2007
  • politische Beratung und Beschlussfassung in 2008
  • Start der neuen Einheit „Remscheid Sport" zum 1. Juli 2008, spätestens 1. Januar 2009.

Sollten Sie eine eigene Homepage mit Links auf andere haben, können Sie dieses Banner gerne verwenden.Kurzkommentar des Waterbölles: Querdenken hat noch nie geschadet. Aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Hat der Sportbund tatsächlich auf Dauer (!!) die Fachleute, die zum Beispiel bei größeren Baumaßnahmen europaweite Ausschreibungen vorbereiten können? Wie kontrolliert die Stadt die Verwendung ihrer Sportgelder? Erledigt der Sportbund die von der Stadt übernommenen Aufgaben völlig unentgeltlich? Was wird aus den städtischen Mitarbeitern, die sich derzeit im „Sportsamt“ um diesen Aufgabenbereich kümmern? Was heißt eigentlich „effizienterer Einsatz der finanziellen und personellen Ressourcen“? Es gibt noch vieles zu klären. Und dafür scheint der Zeitrahmen ziemlich knapp gesteckt zu sein.

Trackbacks

waterboelles.de am : Sportbund legt Konzeption zum Sportmanagement vor

Vorschau anzeigen
15 Seiten umfasst die „Konzeption zur Optimierung des Remscheider Sportmanagements“, die Vorstand und Forum des Sportbundes Remscheid erarbeitet haben und die sie den Mitgliedern am Freitag, 26. Oktober, um 17 Uhr in den Vereinsräumen Jan-Wellem-Str. 29 z

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