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Kreislauf: Die einen machen Dreck, die anderen räumen auf

Müll, wo er nicht hingehört: Die Betonkübel auf dem Hohenhagen - Pflanztröge, keine Abfallkörbe – thematisierte der Waterbölles als Aprilscherz. Das Foto passt zum 53. Remscheider Presseclub am vergangenen Mittwoch in der Denkerschmette. Dabei hieß es (zum zweiten Mal) „Hölpend met, dat Remsched propper blitt“. Eine „Diskussion zwischen Bürgerschaft, Politik und Verwaltung über die Sauberkeit in unserer Stadt“ (Programmheft) hätte es werden sollen. Doch lediglich W.I.R. und FDP waren offiziell vertreten; zwei aktive SPD-Mitglieder waren nicht im Auftrag der Fraktion, sondern als interessierte Bürger erschienen. Die Verwaltung glänzte auch diesmal wieder durch Abwesenheit (da wäre auch kein Blumentopf zu gewinnen gewesen), und die Zahl der „Stammgäste“ ließ sich diesmal an zwei Händen abzählen. Lag’s am Fußball im Fernsehen? Wie auch immer – der Diskussion an diesem Abend tat es keinen Abbruch.

Nach dem ersten Presseclub zum Thema „Saubere Stadt“ hatte Denkerschmette-Chef Reinhard Ulbrich Oberbürgermeisterin Beate Wilding einen Brief geschrieben und die Wiederbelebung der alten Kampagne „Hölpend met, dat Remsched propper blitt“ (einstmals vom damaligen Verkehrsdirektor Hermann Hasenclever ins Leben gerufen) angeregt. Die Denkerschmette sei gerne bereit, die Stadt dabei zu unterstützen. Inzwischen zeichnet sich ab, dass es im kommenden Jahr eine Neuauflage der Saubermann-Aktion „Eine Stadt räumt auf“ geben wird. Dass dies notwendig sei, könne jeder erkennen, der mit offenen Augen durch die Stadt gehe, war sich am Mittwoch die kleine Schar der Diskutanten einig. Gleichwohl gebe es Unterschiede. In Lüttringhausen, Bergisch-Born und Hasenberg – Ortsteilen mit viel Grün – seien verschmutzte Gehwege und vermüllte Grundstücke eher die Seltenheit, erinnerte Ulbrich an ein Treffen von Stadtteil-Initiativen in der „Denkerschmette“.

Entlang der „Trasse des Werkzeugs“ sehe das allerdings ganz anders aus, berichtete am Mittwoch eine Anwohnerin und empörte sich über überquellene Abfallkörbe und Grünzonen (in der Nähe von Sitzbänken), die derart mit Hundekot und menschlichen Exkremente bedeckt seien, dass sich selbst der engagierteste Umweltschützer weigere, dort tätig zu werden. Wörtlich: „Ich erhalte ein Knöllchen, wenn ich mit meinem Wagen fünf Minuten vor einer Kinderarzt-Praxis stehe, aber wenn ich mich wie der letzte Mensch benehme, passiert mir gar nichts!“ Das sah auch Wieland Gühne von der W.I.R. so. Die Wählergemeinschaft habe sich einmal den Inhalt von Papiercontainern näher angesehen, konkret alle Dinge, die dort nicht hingehörten. Und wo sich Indizien auf den Verursacher gefunden hätten, habe man Anzeige erstattet. In insgesamt 80 Fälle. Gühne: „Bis heute weiß ich nicht, was daraus geworden ist!“

Vom Extrembeispiel des „Freiluft-Klos“ abgesehen wächst entlang der Trasse (Kremenholl, Stachelhausen, Honsberg)  die Bereitschaft der Bürger, selbst für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen (Patenschaften). Eines Blickes in die geltende Ortssatzung und das unter Fred Schulz vom Rat beschlossene SOS-Konzept bedarf es dabei nicht. Für andere, desinteressierte Zeitgenossen würde sich der dagegen lohnen. Die Ortssatzung verplichtet Hausbesitzer, bei Bedarf vor ihrer Haustüre zu kehren, mindestens aber einmal pro Woche. Bezogen auf die städtischen Grundstücke habe die Stadtverwaltung hier eine Vorbildfunktion zu erfüllen, waren sich am Mittwoch die Besucher der Denkerschmette einig; darauf hatte Ulbrich schon in seinem Brief an die OB hingewiesen.

Hinzu kamen jetzt weitere Vorschläge:

  • Als sinnvoll wurde ein tageweises Halteverbot an manchen (verschmutzten) Straßen bezeichnet, um den Kehrmaschinen der Entsorgungsbetriebe „freie Fahrt“ zu ermöglichen.
  • Regelmäßiger „Putzdienst“ von Schülerinnen und Schülern auf den Schulhöfen nach den großen Pausen (gab es früher mal)
  • Die Graffiti-Aktion (der Grünen) könne  durch entsprechende Motive dazu genutzt werden, das Problembewusstsein der Bürger zu schärfen
  • Grünstreifen sollten unter dem Aspekt des geringen Pflegeaufwandes bepflanzt werden: „Liebe eine „wilde Wiese“ als ein verdrecktes Zierbeet!“
  • Ordnungskräfte der Stadt sollten an bekannten „Müllplätzen“ häufiger Kontrollen durchführen.

„Kaum eine Gruppenführung, bei der ich mich nicht wegen Drecknestern für die Stadt Remscheid entschuldigen muss“, berichtete der ehrenamtliche Stadtführer Klaus R. Schmidt. Die Verwaltung alleine kann des Problems allerdings nicht Herr werden. Alle Bürger sind aufgefordert, sich mitverantwortlich zu fühlen für das Aussehen dieser Stadt. Wieland Gühne: „An diejenigen, die sich wie die Schweine benehmen, kommst Du meistens nicht heran.“ Folgerte eine Bürgerin ein wenig resignierend: „Also räumen an der Trasse dann diejenigen auf, die den Dreck gar nicht verursacht haben.“

Vielleicht hilft auf Dauer nur das gute Vorbild, damit das Verantwortungsbewusstsein wächst. Und Zivilcourage. Gühne: „Wenn ich sehe, dass jemand etwas achtlos wegwirft, spreche ich ihn an: Sie haben da etwas verloren!“ - Richtig: Wegsehen ist wie selbst Wergwerfen.

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Kommentare

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Chronist am :

Zu einer Saubermann-Aktion der Trasse im Bereich Honsberg hat für heute Dieter Koch aufgerufen. Mit anderen freiwilligen Helferinnen und Helfern trifft er sich um 16 Uhr an der Bushaltestelle Honsberger Straße/ Kraftstation. Und nach getaner Arbeit, gegen 18 Uhr, geht’s dann zum Sportplatz am Sonnenbad, wo das Honsberger Stadtteilfest beginnt.

Chronist am :

Mündlich und schriftlich hatte Dieter Koch für seine Aktion geworben. Doch am Treffpunkt Kraftstation stand er am Samstagnachmittag dann zusammen mit seiner Tochter Laura doch alleine da; kein anderer Bürger beteiligte sich an der Aufräumaktion.

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