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Ist Milli Görüs auch im Migrationsausschuss der Stadt?

„Eine Bürgergesellschaft kann nur in transparenten,

 offenen und friedlichen Städten entstehen.

Wer global eine friedliche Gesellschaft wünscht,

muss auch lokal dafür arbeiten.“

(Der frühere Bundespräsident Roman Herzog 1998 in Duisburg)

 „Der Krieg in unseren Städtenheißt ein Buch von Udo Ulfkotte, erschienen im Eichborn Verlag. Daraus zitierte am 19. Februar in der ARD bei Sabine Christiansen der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Wolfgang Bosbach (Bergisch Gladbach), die folgenden Sätze, entnommen der islamischen Jugendzeitschrift TNT: „Dieses Land ist unser Land, und es ist unsere Pflicht, es positiv zu verändern. Mit der Hilfe Allahs werden wir es zu einem Paradies auf der Erde machen, um es der islamischen Ummah der Menschheit insgesamt zur Verfügung zu stellen“. Mit „diesem Land“ hatte der Verfasser dieser Sätze Deutschland gemeint – Ibrihim El-Zayat, dessen Familie, wie der Buchautor Ulfkotte beim Bundeskriminalamt recherchierte und in seinem Buch schreibt, „zum Umfeld von Milli Görüs gehörte“. Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) ist auch in Remscheid vertreten: „Avrupa Milli Görüs Teskilatlari (AMGT), Vereinigung der neuen Weltsicht in Europa“, Honsberger Straße 73. Und der 1995 in Duisburg durch Studenten und Akademiker aus Migrantenfamilien gegründete Nordrhein-Westfälische Akademikerbund (NRWAB) unterhält in Remscheid eine Zweigstelle (kontakt:mugilan@gencgorus.de">mugilan@gencgorus.de), auf deren Internetseite, so Angaben anderer Studentenorganisationen, schon einmal zwei Texte von Milli Görüs übernommen worden seien.

Ob Milli Görüs auch im Migrationsausschuss der Stadt Remscheid vertreten ist, ließ sich nicht ermitteln. Weil dessen Mitglieder nicht für einzelne Migranten-Vereine kandidiert haben, sondern entweder auf Listen oder als Einzelkandidaten. Gewählt wurden neben einem Einzelkandidaten, Erkan Köktas, zum einen die Vertreter der Alternativen Internationalen Liste (Metin Göcer, Carmine Giorgio, Nevzat Akbulut und Segiova Espinosa), eher der SPD nahestehend, und zum anderen die der Migrationsinitiative (Mehmet Genc, Ekrem Temizyürek, Raif Alicidogan), die aus der sogenannten Union der Vereine (oder aus Teilen davon) entstanden ist. Dort vermuten Kenner der Szene am ehesten einen Milli Görüs-Vertreter.Erkan Köktas vertrat damals als Einzelkandidat das "Türkische Kultur- und Sportzentrum Remscheid e.V." an der Freiheitstraße und legt Wert auf die Feststellung, mit  Milli Görüs nicht in Verbindung zu stehen.

Milli Görüs existiert unter diesem Namen in Deutschland seit 1976. So heißt auch das Buch des türkischen Islamisten- und Parteiführers Necmettin Erbakan (geb. 1926), zunächst mit "Nationale religiöse Sicht" übersetzt, von Milli Görüs heute selbst lieber als "Monotheistische Ökumene" dargestellt. Die Gemeinschaft hat nach Ermittlungen des Verfassungsschutzes in Deutschland etwa 26.500 Mitglieder (davon 7.200 in NRW) und betreibt 274 Moscheen. Nicht alle Vereine, die der Organisation angehören, treten auch unter deren Namen auf. Das NRW-Innenministerium schätzt in einem Internet-Beitrag zu Milli Görüs den von ihr beeinflussten Personenkreis um ein Vielfaches größer, deutlich über 100.000 Personen. Erbakan führte (nach längerem Politikverbot) von Mai 2003 bis Januar 2004 die türkische Partei „Saadet Partisi“ (Glückseligkeitspartei). Mit ihr ist Milli Görüs nach Angaben des NRW-Ministeriums eng verbunden. Die IGMG bemühe sich darum, in der deutschen Öffentlichkeit moderat und integrationsorientiert zu erscheinen, und unterlasse offene antisemitische oder gegen die deutsche Gesellschaft gerichtete Äußerungen im Gegensatz zu früher fast vollständig. Kritiker halten das für Taktik, um in Deutschland als Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden.

Das öffentliche Auftreten steht jedoch im Gegensatz zu der programmatischen Schrift „Gerechte Ordnung“ ('adil düzen') von Erbakan, ein „auf islamischer Grundlage basierendes, umfassendes soziales, ökonomisches und politisches Regelungssystem dar, das die westliche Zivilisation, ihren Wertekanon und ihr Demokratieverständnis ablehnt“ (NRW-Innenministerium). Gekennzeichnet sei diese Ideologie durch ein ausgeprägtes Freund-Feind-Denken.

Im vierstöckigen Verwaltungstrakt eines Möbelindustrielagers in Kerpen bei Köln befindet sich die Milli-Görüs-Zentrale mit 35 Verwaltungsangestellten. Chef dort ist Necmettin Erbakans Neffe Mehmet Erbakan, Facharzt für innere Medizin, verheiratet mit einer Deutschen.  Über seinen Besuch bei ihm berichtete der Journalist Thomas Delekat am 20.Februar auf der Politik-Seite der WELT: „Erbakan spricht akzentfrei Deutsch, ein korpulenter, altersloser Mann im dreiteiligen Anzug, eine Gebetskette in der Linken.(...) Er lehne es ab, sagt Erbakan, dass die islamgläubigen Türken in Deutschland den Weg der Anpassung, der Assimilation gingen. (...) Was ist, wenn eine Frau ihren Mann verlässt wegen eines Liebhabers, und der gehörnte Ehepartner soll Unterhalt zahlen, laut deutschem Recht? Schwer vorstellbar, murmelt Erbakan. Und was ist mit dem Erbrecht, beispielsweise bei unehelichen Kindern? Die dürften nichts kriegen, findet Erbakan. (...) Solange die deutschen Gesetze alles erlauben, was der Koran vorschreibt - solange, sagt Erbakan, stehe dem kulturellen, gesetzlichen, religiösen Nebeneinander der türkischen und deutschen Bürger in der Bundesrepublik nichts, gar nichts im Wege.“ Zitat Ende.

Der Islam-Beauftragte des Evangelischen Kirchenkreises Lennep, Pfarrer Jochen Robra, zählt auf einer seiner Internetseiten zehn Moscheen in Remscheid auf. In einem Text zu Chancen und Risiken der Integration warnt er vor Feindbildern auf beiden Seiten, beschreibt „ein Klima der Unsicherheit und des Misstrauens vor der Fremdartigkeit des Gegenübers. Gedankengut von ultra-orthodoxen Vertretern, sowohl christlichen, als auch des islamischen Glaubens entfaltet hier seine Wirkung. Diese Kreise bilden - auf beiden Seiten - eine sehr kleine Minderheit, die unverhältnismäßig viel Publizität erhält. Andersherum: Die populistische Vermischung von straf-, ausländer- und asylrechtlichen Fragen mit solchen der Religionszugehörigkeit und des kulturellen Hintergrunds halte ich mittlerweile für sehr gefährlich. So werden Feindbilder gezielt aufgebaut.“

In einem Interview für „Medienrauschen.de“ betonte Pfarrert Robra, die Friedenspotenziale des Christentums und des Islams müssten gestärkt und genutzt werden, „um unsere kleine Welt ein wenig friedlicher zu werden zu lassen. Wer sich mit den Grundlagen der Religion beschäftigt, wird entdecken: Islam heißt Friede.“

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waterboelles.de am : Nutzungsänderungsantrag für Moschee wurde heute zurückgezogen

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Das Projekt einer Moschee an der Treppenstraße im Ortsteil Stachelhausen ist vom Tisch. Nicht wegen des Bebauungsplan Nr. 596 (Weststraße, Stachelhauser Straße, Alexanderstraße), der gestern von der Verwaltung im Hauptausschuss eingebracht wurde und zu de

waterboelles.de am : Wer schottet ab und wer grenzt aus?

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Waterbölles-KommentarDass nicht alle Honsberger guten Willens waren, die da gestern der Einladung der StadtteilEntwicklungsKonferenz zu einer Bürgerversammlung gefolgt waren, wurde schnell deutlich. Einige schienen nur gekommen zu sein, um Luft abzulassen

Kommentare

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Chronist am :

Mit dem Einfluss islamistischer Organisationen in den Schulen beschäftigt sich der Journalist Ahmed Senyurt am Mittwoch, 31. Januar, ab 19.30 Uhr in der Aula des Schulzentrums Klausen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Stadtverband Remscheid, lädt zu diesem Vortrag alle interessierten Bürger herzlich ein.

Chronist am :

Mehrere Nachfragen von Bürgern aus Hasten zum Wahrheitsgehalt des Gerüchtes, dass Milli Görüs die Anmietung oder den Kauf des ehemaligen Comet-Marktes an der Königsstraße plane, haben die W.i.R.-Fraktion zu folgender Anfrage an den Bauausschuss, die Bezirksvertretung 1 und den Migrationsausschuss veranlasst: 1. Sind der Verwaltung entsprechende Aktivitäten von Milli Görüs bekannt? 2. Gibt es schon eine baurechtliche Anfrage zu einer entsprechenden Nutzungsänderung? 3. Hat die Tatsache, dass Milli Görüs im aktuellen Verfassungsschutzbericht erwähnt wird, Einfluss auf das Verhalten der Verwaltung zu dem Projekt?

Chronist am :

Bauordnungsamtsleiter Klaus-Udo Quadflieg konnte heute im Bauausschuss die Gerüchte nicht bestätigen, die islamische Organisation Milli Görus (die am gleichen Tag in Köln wegen Verdachts der Steuerhinterziehung Besuch von der Polizei bekommen hatte), wolle das ehemalige „Comet“-Gebäude in Hasten anmieten. Nach dem geltenden Bebauungsplan sei in dem Gebäude ein türkischer Supermarkt sehr wohl denkbar, erläuterte der Amtsleiter. Der mpss aber „einheitlich genutzt werden“, d.h. vorne Lebensmittelverkehr, und hinten Gebetsraum, das sei nicht möglich, beantwortete er eine Frage von Hilmar Somborn (CDU) und verwies auf das im Bebauungsplan ausgewiesene „Sondergebiet Einkaufszone“.

Semra Sert am :

Grund für die Durchsuchungen in den Räumen der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs in Kerpen und den Räumlichkeiten von vier Regionalverbänden waren Hinweise an das Finanzamt bezüglich vermeintlich unrichtiger Bilanzen in den Jahren 2001 bis 2005. „Diese Maßnahme war sowohl unberechtigt, als auch völlig überzogen“, sagte der Generalsekretär der IGMG, Oguz Ücüncü. Weiterhin stellte Ücüncü klar, dass die IGMG alle juristisch notwendigen Schritte einleiten und sowohl gegen die Durchsuchungen als auch gegen die Beschlagnahme von Unterlagen vorgehen wird.

Chronist am :

„Vor wenigen Tagen besuchen wir eine Internetseite einer Milli Görüs-Organisation in Remscheid. Darauf: diese Rede von Necmettin Erbakan: "Der Zionismus ist ein Krokodil, das die Menschheit bedroht. Der Oberkiefer sind die USA, der Unterkiefer ist Europa und der Schwanz ist Israel."“ (aus dem heutigen „Report München“-Bericht „Neuer Streit um die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs“ in der ARD), im Internet im Wortlaut unter http://tinyurl.com/ya648a2.

Klaus Kowakowski am :

Die Aufforderung von ehemaligen Bundespräsidenten "Wer eine friedliche Gesellschaft wünscht, der muß auch lokal dafür arbeiten" liest sich gut und hört sich auch gut an. So wie das vor zehn Jahren mit dem Ruck war, der durch Deutschland gehen sollte. Seit diesem Aufruf wartet jeder darauf, dass der andere endlich anfängt. Und so warten alle auf Integration islamischer Gläubigen, warten darauf, dass Imame offiziell verkünden, dass islamischer Fundamentalismus nicht den Geboten des Korans entspricht, warten darauf, dass Imame das Existenzrecht des Staates Israel bestätigen, warten darauf, dass Erdogan das Verbot der Assimilation (Anpassung) als Voraussetzung von Integration (Eingliederung) zurücknimmt. Und so warten sie und warten und warten und warten.....

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