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„Bahnhofsgarten Remscheid“ und ein Bildungszentrum

Drei erste Skizzen vom „Bahnhofsgarten Remscheid“: Oberes Bild von der Freiheitstraße aus gesehen, mittleres Bild vom Südsteg aus, und das untere Bild ist eine Aufsicht aus Richtung Papenberger Straße.

Dass die Stadt auf Fördergelder der Europäischen Union (EFRE = Europäischer Fonds für regionale Entwicklung hofft (Stadtumbau West) ist seit gut einem Jahr bekannt. Das erfordert ein mit Solingen und Wuppertal abgestimmtes Handlungskonzept. In diesem Zusammenhang wurde neben dem „Schaufenster der Wirtschaft“ schon im November 2006 ein „Konpetenzzentrum Metall“ genannt, an dem das „Berufsbildungszentrum der Industrie“ (BZI) und die „Forschungsgemeinschaft Werkstoffe und Werkzeug e.V.“ (FGW) großes Interesse hätte. Jetzt endlich scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Denn das Land Nordrhein-Westfalen will drei neue Fachhochschulen gründen. Warum nicht eine davon ins Bergische Land holen mit berufsbegleitenden Studiengängen im Bereich „Metall“ und mit Anbindungen an die Universität Wuppertal? Daran dürfte den metallverarbeitenden Unternehmen im Bergischen sehr gelegen sein, die auf entsprechende Fachkompetenzen ihrer Mitarbeiter angewiesen sind.

Henry Beierlorzer. Foto: Lothar KaiserVorerst noch ein „vages Ziel“. So war denn auch auf einer Pressekonferenz im Remscheider Rathaus heute nur am Rande von einer Fachhochschule, sondern unbestimmter von einem „Innovationszentrum Metall“ die Rede. Henry Beierlorzer, der Geschäftsführer der Bergischen Entwicklungsagentur, die im September von den drei Bergischen Städten, den Sparkassen und der IHK gegründet worden ist und die ihren Sitz in Solingen hat, sieht gute Chancen für dieses „ambitionierte Projekt“ in den Bereichen Bildung/Wissen & Forschung/Entwicklung. Im Ältestenrat sei diese „Grundidee positiv wahrgenommen“ worden.

Oberbürgermeisterin Beate Wilding (SPD)Oberbürgermeisterin Beate Wilding gab in diesem Zusammenhang zu verstehen, die Pressekonferenz sei nur aufgrund der Presseberichte vom vergangenen Samstag (Bergische Morgenpost und Waterbölles) zustande gekommen: „Damit nicht weiter spekuliert werden muss, liefern wir jetzt Informationen aus erster Hand!“ Damit hatte die OB eigentlich noch warten wollen. Doch das Gremium kann noch so klein sein – in diesem Fall war es der Ältestenrat; er hatte am Donnerstag getagt -, es sickert doch immer wieder etwas durch. In diesem Fall war`s der ganze „Plan B“, wie Wilding bestätigte: „Der Bericht der BM ist zutreffend!“

 

Ausführlich berichteten Wilding und Beierlorzer heute, dass sie sich erfolgreich Gedanken um die künftige Gestaltung von „Baufeld 2“ gemacht haben. Auf diesen 2.000 Quadratmetern am Bahnhof soll – oder kann man schon sagen „sollte“ – das „Schaufenster der Wirtschaft“ entstehen. Nachdem rechtlich geprüft worden ist, dass nach einer Betreibergesellschaft für dieses Projekt europaweit gesucht werden müsste, geht Wilding in das morgige Gespräch mit den Unternehmern und dem Investor, den sie offenbar gefunden haben, ohne große Erwartungen: „Jeder Investor braucht einen Betreiber, und die europaweite Ausschreibung macht die Situation noch schwieriger!“

Inzwischen ist das „Baufeld 2“ schon aus dem „Projekt Hauptbahnhof“ herausgenommen worden, um keine weiteren Kosten zu verursachen. Für den Fall, dass aus dem „Schaufenster“ nichts wird, musste nach einer anderen Nutzung gesucht werden. Zunächst hatte man an eine Grünanlage als Übergangslösung gedacht. Doch für eine Bebauung wäre nur weiterer Einzelhandel in Frage gekommen, und dagegen sprach das mit den Nachbarstädten vereinbarte „Bergische Einzelhandelskonzept“. Wilding: „Wir wollten auch Rücksicht nehmen auf den bestehenden Einzelhandel!“  Und als dann noch die Landesregierung signalisierte, eine Interimslösung nicht bezuschussen zu können, war die Idee des „Bahnhofsgarten Remscheid“ als Dauerlösung geboren, angeschlossen an die „Trasse des Werkzeugs“ und Pendant zur künftigen grünen „Rasenrampe“ auf der anderen Seite der Bahngleise – eine terrassierte Fläche von 70 mal 20 (schmalste Stelle) bis 65 Metern mit sechs Meter Höhenunterschied, von den beiden Fußgängersstegen abgetrennt durch sogenannte Gabionen. So nennt man die mit Steinen gefüllten Drahtkörbe, die preiswerter sind als jede andere Art von Mauer. Dazu haben die Essener Landschaftsarchitekten Davids, Terfrüchte und Partner der Stadtverwaltung erste Entwürfe geliefert.

Was der „Bahnhofsgarten“ mit dem „Innovationszentrum Metall“ zu tun hat? Sie sollen Nachbarn werden. Denn da gibt es ja auch noch das 12.000 Quadratmeter große  „Baufeld 6“, das Gelände auf der Nordseite der Gleise vom Bahnhof bis zur Papenberger Straße. Hier könnten innovative Betriebe der Metallindustrie angesiedelt werden – Beierlorzer: „Wir müssen auch an das große Gebäude denken, das Faiveley demnächst frei macht!“ -, und dort wäre dann auch Platz für das angedachte Bildungszentrum.

Vermutet der Waterbölles richtig und auch das morgige Gespräch zwischen Wilding und den Unternehmern, die bislang noch am „Schaufenster der Wirtschaft“ festhalten, führt wieder zu nicht, könnte schon nächste Woche in der letzten Ratssitzung dieses Jahres „Plan B“ erstmals von den Kommunalpolitikern öffentlich diskutiert werden.

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Kommentare

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Chronist am :

„Das haben wir seit längerer Zeit angepeilt“, frohlockt Karl Heinz Humpert, CDU-Fraktionschef in Remscheid, und stellt sich hinter die neuen Pläne der Bergischen Entwicklungsagentur, anstelle des ursprünglich geplanten Schaufensters der Wirtschaft ein Bergisches Kompetenz- und Bildungszentrum zu errichten. Das Anliegen der CDU-Fraktion, den Standort Remscheid für metallverarbeitendes Gewerbe auch im Bildungsbereich zu verorten, habe er in der Solinger Agentur schon seit geraumer Zeit als Plan B mit dem dortigen Leiter Henry Beierlorzer diskutiert. Eine mögliche Weiterentwicklung des Bildungszentrums zu einer Fachhochschul-Einrichtung könne die Innovation schlechthin sein für Remscheid. Für ein solches Projekt sollten alle Kräfte im Bergischen Land gebündelt werden. Laut Humpert sei Beierlorzer dazu als Person an der Schnittstelle nach Solingen und Wuppertal bestens geeignet. Denn dessen Kenntnis der Region wie auch der verschiedenen Fördermöglichkeiten und nicht zuletzt die von ihm federführend realisierten Projekte der Regionale 2006 seien eine solide Basis, um mit den neuen Planungen auch in Düsseldorf ein gutes Standing zu haben. Bei dem Garten auf dem ehemaligen Gelände des Schaufensters der Wirtschaft geht es in erster Linie darum das Grundstück für eine zukünftige qualitative Entwicklung des nördlichen Bahnhofbereichs zu sichern. (CDU-Pressemitteilung von heute)

Fraktion der SPD am :

"Du kannst den allerschönsten Ort der Welt planen, erstellen und bauen - aber man benötigt Menschen um den Traum wahr werden zu lassen." [Walt Disney (1901-1966), US-amerikanischer Trickfilmzeichner und Filmproduzent]. Gratulation an Oberbürgermeisterin Wilding! Die SPD-Fraktion beglückwünscht Beate Wilding, dass es ihr gelungen ist, mit Hilfe des Geschäftsführers der Bergischen Entwicklungsagentur und der Landesregierung eine zukunftsversprechende Idee, den sogenannten Plan B, für die Weiterentwicklung des Bahnhofareals zu finden. Bezug nehmend auf die Presseerklärung der CDU vom gestrigen Tag erklärt Hans Peter Meinecke: „Ich freue mich darüber, dass die CDU ihre Haltung gegenüber dem ehemaligen Baudezernenten zunehmend kritisch bewertet und in Sachen Bahnhofprojekt jetzt die Oberbürgermeisterin unterstützt! Dass die CDU inzwischen ebenfalls das Projekt Schaufenster der Wirtschaft aufgegeben hat, dürfte danach klar sein. Nur so kommen wir aus der Sackgasse Schaufenster der Wirtschaft heraus. Der weitere Text (Anm.: gemeint ist die Presseerklärung der CDU) ist nur noch peinlich.“

Fraktion der Grünen am :

„Die gute Nachricht: Endlich liegt er vor, ein sehr guter Plan B für den Hauptbahnhof. Und auch die Presse zeigt sich mehr und mehr überzeugt und leitet vorsichtig den Abgesang auf das Schaufenster der Wirtschaft ein“, freut sich Beatrice Schlieper, Fraktionssprecherin der Remscheider Grünen. „Gut auch, dass sich die CDU zögerlich aber doch zu Alternativen bekehrt. Da kann man nur hoffen, dass die FDP dem guten Beispiel folgt. Bedauerlich ist allerdings das Ansinnen von Herrn Humpert, sich zum Vater der Idee zu ernennen. Die wird in der Tat schon lange und von vielen unterschiedlich Akteurinnen und Akteuren verfolgt. Bei allem Respekt, Herr Humpert: Fremde Federn stehen Ihnen nicht.“

Michael Dickel am :

Braucht es wirklich Fördergelder für den Bahnhofspark? Hätte man dies nicht HBB seinerzeit als Auflage für die Zusage machen können? Sollte man nicht versuchen, HBB dazu zu bewegen, an dieser Stelle einen tollen Spielplatz anzulegen? Vielleicht sogar noch überwacht, um den Eltern ein ruhiges Einkaufen zu ermöglichen? Zum Fachhochschulstandort Remscheid am Bahnhof: Vor wenigen Jahren wurde mein Vorschlag, eine Fachhochschule im RWE-Gebäude in Lennep zu realisieren, ebenfalls direkt an der Bahn und nahe der Lenneper Altstadt, geradezu geschaffen für Studenten, nur bestenfalls belächelt. Klar - gilt doch in Remscheid das Motto: Wer Visionen hat, gehört zum Arzt.

Thomas Brützel am :

Nachdem nun die größten drei Fraktionen ihre Stellungnahme abgegeben haben, frage ich mich, ob ich mittlerweile verlernt, habe logisch zu denken. Denn das oben beschriebene Innovationszentrum ist ja keine Alternative zum "Schaufenster der Wirtschaft" - es ist davon (planerisch) vollkommen unabhängig und kann mit oder ohne verwirklicht werden. Und wenn viele Politiker das Schaufenster gerne als "Luftschloss" bezeichnet haben, dann ist das Innovationszentrum eher ein interstellarer Nebel in einer fremden Galaxie; mit den dafür notwendigen Mitteln könnte man sicherlich ein Schaufenster aus dem Boden stampfen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die Investitionsrechnung und welcher Investor (bei dem hervorragenen Umgang, den diese Stadt üblicherweise bietet) sich hier beteiligen möchte - oder soll das Innovationszentrum nur aus öffentlichen Mitteln finanziert werden? Aber der eigentliche Plan B, die Alternative zum Schaufenster der Wirtschaft - diesen millionenschweren Garten zu bejubeln, finde ich dann schon peinlich. Ich will jetzt nicht auf Fragen der Praktikabilität eingehen (z.B. Schutz vor Vandalismus etc.), aber hier die Kultivierung einer Brache als Glanzleistung zu feiern, wird Remscheid bestimmt eine literarische Erwähnung bringen - im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes. Trotzdem sollte sich die Remscheider Politik einmütig und unabhängig von der Zukunft des Schaufensters, das Verwaltung und Politik ja nun doch sehr wahrscheinlich fachmännisch erlegt haben (was hätte daraus mit Unterstützung werden können) hinter das Projekt "Innovationszentrum" klemmen, das auch von der Idee her ein alter Hut ist, von verschiedenen Organisationen unterstützt, unter anderem auch der WiR (vgl. Leitlinie für Politik und Verwaltung: Remscheid als internationales Werkzeugzentrum). Wäre schön, wenn Remscheid wenigstens ein zukunftseisendes Strukturprojekt inberhslb von zehn Jahren glückt.

Chronist am :

Die Wählergemeinschaft W.I.R. kommentiert seit heute auf ihrer Homepage den "Bahnhofsgarten" so: "Für 1,2 Mio. Euro soll das Grundstück gekauft und entsprechend aufbereitet werden. Das Unglaubliche daran ist, dass dieses Projekt sogar mit Landesmitteln bezuschusst werden soll. Für uns ist das die teuerste Hundewiese Deutschlands, vielleicht sogar Europas."

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