Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Zählen Sie bitte nach: Dieses Haus hat nur vier Etagen!

Der am Ahornweg geplanten Baukomplex mit 41 Wohnungen

Ich bin ganz sicher, liebe Waterbölles-Leser, Sie können noch bis vier zählen - und auch darüber hinaus. Deshalb die bescheidene Frage: Wie viele Etagen hat dieser Neubau, der anstelle einer alten Villa auf einem (noch) baumbestandenen Grundstück am Ahornweg zwischen Sedanstraße und Föhrenstraße entstehen soll? „Adam Riese“ und der normale Menschenverstand kommen auf sechs. Okay, es handelt sich um eine Hanglage, und der Pkw auf dem Plan rechts steht vor der Tiefgarageneinfahrt im Keller. Lassen wir das Untergeschoss also weg. Bleiben noch fünf Etagen, den Dachaufsatz des Aufzuges ebenfalls nicht mitgerechnet. Falsch, sagen in einem solchen Fall Bauherren, Architekten und die Experten der kommunalen Bauaufsicht und berufen sich auf geltendes Baurecht. Demnach hat dieser Neubau vier Etagen. So steht es auch in der Vorlage von Oberbürgermeisterin Beate Wilding an die Bezirksvertretung Süd (BV). Auf diesem parkähnlichen Gelände sollen die 41 Wohnungen entstehenZitat 1: „,Die Planung sieht zwei maximal viergeschossige Wohngebäude vor mit zusammen 41 Wohneinheiten. Der Antragsteller hat dargelegt, dass es sich entsprechend der Landesbauordnung um vier Vollgeschosse handelt.“

Dass der Antragsteller das so sieht, mag ja sein. Aber wie sieht man das im Remscheider Rathaus? Zitat 2: “Die Bebauung ist städtebaulich vertretbar. (…) Mit der hier vorgestellten Bebauung kann eine städtebaulich wünschenswerte Entwicklung des Grundstücks erreicht werden. (…) Deshalb wird das Vorhaben planungsrechtlich befürwortet.“

Das Wort „vertretbar“ aus der Vorlage fiel nicht, als sich in der gestrigen BV-Sitzung Hans Herbert Wilke (CDU) zu Wort meldete. Dieser Planung werde seine Fraktion gewiss nicht zustimmen, erklärte er und forderte Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein auf, mit dem Investor noch einmal zu reden. Ein Geschoss weniger sollte es schon sein.

Das Grundstück Sedanstraße / Ecke Ahornstraße liegt im rechtkräftigen Bebauungsplans Nr. 290. Der setzt für dieses Areal Reines Wohngebiet (WR) fest, im nördlichen Bereich des Grundstücks auf eine drei- bis viergeschossige Bebauung in geschlossener Bauweise beschränkt und im südlichen Teil auf eine eingeschossige Bebauung in offener Bauweise. Die OB-Vorlage weist zwar darauf hin, dass zum einen die geplante Bebauung von den im Bebauungsplan festgesetzten Baugrenzen abweicht und zum anderen von der festgesetzten Geschossanzahl, kommt aber zu dem Schluss: „Die Grundzüge der Planung, die eine Wohnbebauung in diesem Bereich vorsehen, werden von dieser Abweichung nicht berührt.“

In diesem Zusammenhang erinnert die Vorlage die BV-Mitglieder daran, dass der Politik das Bauvorhaben bereits im November vorigen Jahres in der damaligen Sitzung des Bausschusses und der BV „in den Grundzügen vorgestellt“ worden sei. Damals sei „eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans … dem Grunde nach befürwortet“ worden.

Daran konnte sich auch Willi Korff (SPD) gut erinnern. Aber auch daran, dass die BV damals von der Verwaltung hatte erfahren wollen, wie viele alte Bäume dem Neubau weichen müssten. Weil es darauf damals keine klare Antwort gab, hatte die BV die Bauverwaltung beauftragt, mit dem Investor Rücksprache zu halten und in einer der nächsten Sitzungen Bericht zu erstatten. Auf diesen Bericht wartet die BV noch heute. „Das ist vergessen worden“, bekannte gestern Stadtplaner Sonnenschein. Und Willi Korff zeigte dafür sehr betont Verständnis: „Das kann ja jedem mal passieren!“

Aber damit hatte die BV einen weiteren Grund, das Thema in die nächste Sitzung zu verschieben. Bis dahin kann die Bauverwaltung dem Investor dann gleich zwei Fragen stellen – die nach den Bäumen und die nach der Geschosszahl.

Mal angenommen, lieber Waterbölles-Leser, Sie wollten in einem Wohngebiet mit drei- und viergeschossigen Häusern bauen und hätten sich ausgerechnet, dass sich 41 Wohnungen noch besser rechnen (d.h. der Ertrag höher wird), wenn – entgegen dem gültigen Bebauungsplan - fünfgeschossig gebaut werden darf. Dann würde es doch Sinn machen, Pläne mit sechs Geschossen vorzulegen und sich auf fünf „herunterreden“ zu lassen. Die Kommunalpolitiker könnten das dann für sich als Erfolg buchen. Und die Bauträger sowieso.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Frank Schneider am :

Immerhin hat in der BV mittlerweile die Einsicht stattgefunden, dass Neubauten, Bebauungspläne, Ausnahmen davon etc. sehr viel kritischer betrachtet werden müssen als das früher der Fall war. Zu oft schon stellten Bezirksvertreter im Nachhinein fest, dass Pläne und Realität zwei verschiedene Dinge sind. Bleibt zu hoffen, dass diese Arbeitsweise erhalten bleibt, besser noch ausgebaut wird, um zukünftige Ärgernisse ähnlicher Art von Beginn an einen Riegel vorzuschieben. "Kompromisse" wie beschrieben auszuhandeln ist ... na ja ... ein bekanntes Verfahren. In Jugendjahren habe ich meine Eltern im Zuge von Taschengelderhöhungen auch um 50,- DM gebeten und war dann mit 25,- schon sehr zufrieden! ;-)

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!