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Fassade des neuen Röntgen-Museums weiter unklar

Im Grunde fühlten sich alle unbehaglich, und manche waren auch richtig ärgerlich. Das lag an der „Gemengelage“ in der heutigen Sitzung des städtischen Bauausschusses in den Räumen der „Lebenshilfe“ in Lennep. Gewiss, „das neue Röntgen-Museum soll ein richtiges Highlight werden und auch viele Besucher von auswärts anlocken“ (Vorsitzende Elke Rühl). Doch da war zum einen die inhaltliche, noch immer ungelöste Frage, wie die Fassade des neuen Museumsanbaus aussehen soll, und da waren zum anderen die unübersehbaren Schwachstellen im Entscheidungsprozess. Die führen nun dazu, dass der Rat der Stadt am 19. Juni – quasi in letzter Minute – über das Material der Fassade entscheiden muss, soll der Termin 20. Oktober noch eingehalten werden. Dann will Ministerpräsident Jürgen Rüttgers den Museumsneubau einweihen.

Arbeiten wir zunächst das Verfahren ab: Bauausschuss-Sitzung 23. Mai, Kulturausschuss-Sitzung 30. Mai, Bezirksvertretung Lennep 31. Mai. Alle drei Gremien können zur Fassadengestaltung Empfehlungen aussprechen. Wie soll das gehen, da doch der Hauptausschuss nach den Vorstellungen der Verwaltung schon am 29. Mai das letzte Wort haben sollte? Geht nicht! Und konnte die Verwaltung („Wir brauchen Planungssicherheit!“) in der heutigen Sitzung des Bauausschusses ernsthaft eine Grundsatzentscheidung zu Gunsten einer Metallverkleidung erwarten, obwohl Planer und Untere Denkmalschutzbehörde (immer noch) uneins sind, ob hochglänzend oder matt. Ja, das wäre gegangen. Denn Herr des Verfahrens hätte der Ausschuss in der Detailfrage auch dann noch bleiben können. Wenn denn alle die Metall-Fassade gewollt hätten. Wollten sie aber nicht. Zumindest W.I.R. (Alexander Ernst: „Verbeulte Blechbüchse“) und CDU nicht; der „grüne“ Günter Bender brauchte noch die Rücksprache mit seiner Fraktion.

Bei der Besichtigung des Rohbaus waren die Äußerungen mancher Ausschuss-Vertreter von Sachkenntnis ungetrübt. Das ging von „Kupfer wäre schöner“ bis zu „Warum, nicht Lärchenholz“. Dabei hatten sich die Planer wirklich Mühe gegeben. Denn auch diejenigen, die nicht privat nach Bonn gefahren waren, um sich halbwegs vergleichbare Bauten mit Metallfassade anzusehen, könnten sich ein Bild machen. Durch Bilder in einer Hochglanzbroschüre. Im Text dazu wurde die vorgeschlagene Verkleidung mit 60x1250 cm großen Edelstahlplatten als langlebig, witterungsbeständig, stabil, widerstandsfähig und pflegeleicht beschrieben, da gegen Graffiti beschichtet. Sie sollen an der Fassade wie Schiefer in Schindeltechnik angebracht werden und die Umwelt (Bäume, Himmel, Fachwerkhäuser) widerspiegeln. Diesen Plan unterstützte in der heutigen Sitzung die Vertreterin der Unteren Denkmalschutzbehörde; abgeklärt werden müsse allerdings noch der Glanzgrad des Metalls.

„Wir sollen hier und heute auf den letzten Drücker entscheiden, und die Verwaltung hatte in den vergangenen vier Wochen keine Zeit, sich in dieser Frage zu einigen und mit einer Stimme zu sprechen“, lautete so und ähnlich die Kritik der Ausschussmitglieder. Und da gebe ich ihnen recht, auch wenn Thomas Judt vom städtischen Gebäudemanagement darauf hinweisen konnte, das Geld für die Metallfassade erst vor vier Wochen zugesichert bekommen zu haben (Landesmittel im Rahmen der Regionale 2006).

FDP und FDP signalisierten in der Sitzung zwar, dass sie zu einer Grundsatzentscheidung bereit wären, denn das Museumskonzept sei in Gestalt und Inhalt zukunftsweisend. Doch in der Remscheider Kommunalpolitik ist es guter Brauch, dass keine Entscheidung durchgesetzt wird, so lange eine oder mehrere Fraktionen noch Beratungsbedarf anmelden. Also darf jetzt weiter beraten werden. Im Kulturausschuss, in der Bezirksvertretung und im Rat der Stadt. Der aber muss dann am 19. Juni zu Potte kommen.

Wie will die Verwaltung den Kommunalpolitikern die – zugegeben schwierige – Entscheidung (in ästhetischer Hinsicht, aber auch in finanzieller angesichts von 111.080 Euro, die 35 Quadratmeter Edelstahl in der ersten Anbauphase kosten sollen) bis dahin erleichtern. Die Metallplatten sind teuer, eine Auswahl mit unterschiedlichen Glanzgraden nicht zu bezahlen. Also müssen wieder Fotos her. Vielleicht aber besucht das eine oder andere Ratsmitglied – eine Empfehlung von Sven Wolf – die derzeitige Ausstellung in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf. Sie ist „Museen des 21. Jahrhunderts“ gewidmet – und wirklich meinungsbildend. Auch was Fassaden angeht.

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waterboelles.de am : Fassade des Röntgen-Museums möglichst glänzend

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Der Beschluss in der heutigen Sitzung des städtischen Hauptausschusses fiel mit den Stimmen von SPD, FDP und Grünen bei acht Enthaltungen der CDU und einer Gegenstimme von Wieland Gühne (W.I.R.): „Die Neugestaltung der Fassade des Deutschen Röntgen-Museum

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