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Schaufenster: Weiterhin mehr offene Fragen als Antworten

Waterbölles-Kommentar

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Es gibt Berichte, die machen die Verwirrung nur noch größer. Mir scheint, dazu gehört auch der heutige Aufmacher „Platzt neuer Bahnhof`“ im RGA. Da ist von einem Ultimatum gegenüber der Stadt Remscheid die Rede, von dem gestern Nachmittag Oberbürgermeisterin Beate Wilding noch gar nichts wusste. Kein guter Einstieg für jemanden, der sich für den Bau des „Schaufensters der Wirtschaft“ interessiert bzw. einen Bauherren vermitteln will. RGA-Chefredakteur Wolfgang Schreiber zitiert Siegfried Kasseböhmer von der Trabus GmbH (siehe „Oktoberfest in Lennep“), die „Schaufenster“-Investoren wollten genauso behandelt werden wie der Bahnhofs-Investor HBB, d.h. das Baugelände auch ohne europaweite Ausschreibung von der Stadt bekommen. Würde mit zweierlei Maß gemessen und das „Baufeld 2“ doch ausgeschrieben, werde man wegen der Vergabe des Geländes an HBB (ohne europaweite Ausschreibung) ein Normenkontrollverfahren in Gang setzen. Das heißt ja wohl nichts anderes als: Gleiches Unrecht für alle! Ich bin gespannt darauf, wie die Justiz ein solches Ultimatum (um bei dem Begriff zu bleiben; mir ist auch noch ein anderer eingefallen) beurteilen wird, sollte die Stadt Remscheid ein Normenkontrollverfahren nicht klaglos hinnehmen. Überhaupt, was ist das für eine Firma, die PreSelect GmbH in 50672 Köln, Kaiser-Wilhelm-Ring 27 - 29, die heute vom RGA als Retter des „Schaufenster der Wirtschaft“-Projektes vorgestellt wird, „Tochtergesellschaft eines italienischen Baukonzerns und Vertreter internationaler Investorengruppen“?

Im Internet präsentiert sich die Firma als „offizielle Europavertretung der DPEG (Deutsche Privat Equity Group) und Ansprechpartner für Investoren und Anfragen aller Art“. Und an gleicher Stelle sagt die DPEG über sich: „Wir stellen Kapital zur Verfügung, um strukturiert günstige Gelegenheiten der Geldanlage nutzen zu können. (…)  Unser Ziel ist es, langfristige Werte zu schaffen, an denen alle Beteiligten partizipieren. Wir strukturieren die  Investitionen, basierent auf den jeweiligen spezifischen Umständen der einzelnen Unternehmen und investieren in solche Unternehmen die bereits etabliert sind und die nun nach Wegen suchen ihren Expansionsbestrebungen mit Hilfe von Mezzanine-Kapital zu verwirklichen.“ Damit ist, vereinfachend gesagt, eine Kapitalspritze z.B. über Genussscheine gemeint, die es Unternehmen erleichtert, einen Bankkredit zu bekommen.

Dies könnte verraten, wie das „Schaufenster“ finanziert werden soll; es kann aber auch ganz anders sein. Der RGA-Bericht sagt dazu nichts. Will die PreSelect GmbH selbst in das „Schaufenster“ investieren oder lediglich für das nötige Baugeld sorgen? Und wer wäre dann der Bauherr? Und wer der Betreiber? Man weiß es nicht. Aber vielleicht weiß es Wolfgang Schreiber auch nicht. Immerhin heißt es in seinem Kommentar, mancher Hintergrund zu Plänen und Geldgebern sei „noch sehr erklärungsbedürftig“.  Unerwähnt bleiben in seinem Bericht auch die Namen der beiden Unternehmer, die in den vergangenen Monaten an dem Projekt festgehalten haben: RGA-Verleger Dr. Wolfgang Pütz  und Klaus W. Kühn, Chef der Firma Erbschloe Fun Construct GmbH.

In dieser unverändert unbefriedigenden Situation, in der weiterhin mehr offene Fragen als Antworten gibt, gleich mit einem Gerichtsverfahren zu drohen für den Fall, dass die Stadt nicht sofort Hurra ruft und das „Baufeld 2“ für das „Schaufenster der Wirtschaft“ zur Verfügung stellt, ist eigentlich nicht zu fassen. Mit Seriosität scheint mir das wenig zu tun zu haben. Weiß die Kölner PreSelect GmbH (Geschäftsführer: Antonio Guidi) eigentlich, auf welche Weise sie bei Rat und Verwaltung der Stadt Remscheid eingeführt worden ist? Wenn nicht, könnte sich dieser Geldgeber/Investor (?)  womöglich schon bald wieder in heiße Luft aufgelöst haben.

Bleibt nur noch übrig, einen kleinen Irrtum aufzuklären: Der „Bahnhofsgarten“, den die Stadt Remscheid am 4. Dezember als Ersatz für das „Schaufenster“ vorstellte, nachdem sich bis dahin kein Investor gefunden hatte, könnte durchaus wieder zu den Akten gelegt werden, wären die Pläne des nunmehr präsentierten Geldgebers/Investors (?) für das „Schaufenster“ hieb- und stichfest und fänden die Zustimmung von Verwaltung und Politik. Denn das damals ebenfalls vorgestellte „Innovationszentrum Metall“ stünde dem gar nicht im Wege; es ist für das „Baufeld 6“ angedacht, das Gelände auf der Nordseite der Gleise vom Bahnhof bis zur Papenberger Straße.

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Kommentare

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Hans Gerd Göbert am :

Nun kommt doch tatsächlich kurz vor der Bescherung noch einmal Bewegung in die rührende Geschichte rund um das "Wartemodul des Jahres". 1. Die selben Wirtschaftweisen, die etliche Brücken, welche ihnen von Verwaltung und Politik in Form mehrerer Zeitfenster gebaut wurden, verstreichen ließen, ohne einen seriösen Investor zu präsentieren, kommen nun mit einer windigen Luftnummer sondergleichen daher. Setzen der Verwaltung ein bisher beispielloses Ultimatum und wählen den Termin so "geschickt", dass niemand auch nur die geringste Gelegenheit hat, sich halbwegs damit zu befassen. 2. Da drängt sich die Frage auf, ob dieses Ultimatum nicht sogar den Tatbestand der versuchten Erpressung nach § 253 (1) und (3) des Strafgesetzbuches erfüllen könnte. 3. Falls aber doch alles gut gemeint wäre und sich leicht finanzieren ließe, was würde dann zukünftig gegen ein sinnvolles Nebeneinander von Schaufenster und Kolleg sprechen? 4. Weil aber leider eine andere Entwicklung zu erwarten sein dürfte, mit Hauen und Stechen von allen Seiten, fehlt nur noch das Tüpfelchen auf dem I: Dass nämlich HBB irgendwann käme und sagte, man habe das Vorhaben der Bastion Nord ganz gestrichen, weil absolut keine Planungssicherheit für den gesamten Nordbereich mehr gegeben sei und man wolle schließlich nicht auf Sand bauen. Dem könnte man nicht einmal energisch widersprechen. Es bleibt uns dennoch die Hoffnung auf ein gesundes neues Jahr, denn auf mehr wollen wir in dieser Stadt besser nicht hoffen. Dann bleibt uns sicher so manche Enttäuschung erspart. Frohes Fest!

Fritz Beinersdorf am :

Dem ist nichts hinzuzufügen ausser einem Weihnachtswunsch: "Bitte nehmt endlich die Website www.sdw-rs.de vom Netz." Nicht nur ich, sondern auch viele andere Remscheider haben nach dem Betrachten dieser Seite mit Brechreiz oder Hautausschlag zu kämpfen.

Hans Gerd Göbert am :

Ich bin Fritz Beinersdorf sehr dankbar für den Hinweis auf diese Website. Mir war sie nämlich bisher nicht bekannt. Ich hatte allerdings mehr mit intensiven Lachkrämpfen zu kämpfen. Über solch einen stümperhaften Internetauftritt, der außerdem lange das Verfallsdatum überschritten hat, wie u. a. der nette Vortrag von Herrn Kennepohl beweist. Ganz besonders freue ich mich auf die Live-Webcams von der Baustelle, die dort ab Januar gestartet werden sollen. Das kann ja sehr heiter werden. So, jetzt reicht es. Ich muss nun den Baum brennen lassen.

Chronist am :

Siehe Waterbölles vom 20. Februar 2007. (;-)

Chronist am :

Die Kölner PreSelect GmbH hat weiterhin Interesse am „Schaufenster der Wirtschaft“. In Ihrem heutigen Brief an Oberbürgermeisterin Beate Wilding heißt es: „Nach eingehender Beratung sind wir zu dem Entschluss gelangt, an der Realisierung des Projektes festzuhalten. Wir sind sicher, dass gemeinsam eine Lösung gefunden werden kann, um auch den neuen juristischen Vorgaben aus Brüssel (Anm.: damit ist eine europaweite Ausschreibung des Invests gemeint) gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang halten wir es für sinnvoll, kurzfristig einen weiteren Termin anzuberaumen.“

Chronist am :

Den Brief der PreSelect GmbH kommentiert die Wählergemeinschaft W.I.R. heute auf ihrer Homepage positiv: „Die Remscheider Unternehmer haben einen möglichen Investor und Betreiber für das Schaufenster der Wirtschaft gefunden. (…) Leider wurde die Gesellschaft, so hört man weiter, nicht mit offenen Armen empfangen. Wie auch, hat sich doch Frau Wilding inzwischen als Gegenerin des Schaufensters der Wirtschaft geoutet. Trotzdem wollen die Remscheider Unternehmer mit PreSelect weiter planen. W.i.R. … sichern den Befürwortern unsere volle Unterstützung zu (und heißen) …den potenziellen Investor, der mehrere Millionen Euro in Remscheid investieren möchte, herzlich willkommen.“

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