Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Bei Bahnchef über schlechtere Fernverbindungen beschwert

In einem Brief an Hartmut Mehdorn, den Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bahn AG in Berlin, haben sich bergische Oberbürgermeister und Bürgermeister sowie IHK-Präsident Friedhelm Sträter über die Verschlechterung der Fernverbindungen zum Fahrplanwechsel 2008 beschwert. Nach vierstündigem vergeblichen Warten auf eine Rückmeldung des Büros der Remscheider Oberbürgermeisterin bat der Waterbölles die Pressestelle der Stadt Wuppertal, ihm den Wortlaut des Mahnbriefes zur Verfügung zu stellen. Der Text kam „postwendend“ per E-Mail. Hier ist er:

Sehr geehrter Herr Mehdorn,

zum 9.12.2007 wurde der neue Fahrplan 2008 der Deutschen Bahn AG wirksam, der leider zum wiederholten Male mit Verschlechterungen für den Solinger und den Wuppertaler Hauptbahnhof sowie die „Wupperstrecke“ in Bezug auf das Fernverkehrsnetz verbunden ist. Dies ist der Anlass für uns, uns erneut an Sie zu wenden und unserer Verärgerung und Enttäuschung über das Verhalten der Deutschen Bahn AG nachhaltig Ausdruck zu verleihen.

Bereits vor einem Jahr wurde der Standard auf der gesamten „Wupperstrecke“ durch die weitgehende Reduzierung der ICE-Linie 43 und dem damit verbundenen Rückgang der täglichen ICE-Halte am HBF Solingen von 11 auf 5 deutlich verschlechtert. Die alternativ eingeführten IC-Verbindungen konnten den Qualitätsverlust nicht ausgleichen. Im Vergleich zum Stand vor 2007 bedeutete das für Solingen eine Reduzierung der ICE-Fernverbindungen um ca. 60 %. Diese gravierenden Einschnitte erfolgten von Seiten der Deutschen Bahn AG, ohne dass vorab Gespräche mit den Betroffenen geführt wurden oder zumindest eine Information erfolgt wäre.

Wenn die im neuen Fahrplan 2008 festgelegten Veränderungen auch weniger gravierend als 2007 sein mögen, so handelt es sich trotzdem erneut um eine weitere Verschlechterung für den HBF Solingen. So führt z.B. das Entfallen des IC 2043 zu massiven Problemen für zahlreiche Fernverbindungspendler. Eine Nutzung der – bereits vorher existierenden! – Fahrten der RegionalExpress-Linien 7 (Solingen – Hagen) und 4 (Hagen – Dortmund) stellen keinen Ersatz hierfür dar. Weitere Verschlechterungen sollte es aber, so die Zusage der Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG im gemeinsamen Gespräch am 29.06.2006 im Ministerium für Bauen und Verkehr NRW, in dem es um die Veränderungen zum Fahrplanwechsel 2007 ging, gerade nicht mehr geben. Bereits zum Fahrplanwechsel 2007 haben sich daher die Räte der Städte Wuppertal, Hagen und Solingen mit einer gemeinsamen Resolution an die Deutsche Bahn AG gewandt, um ihrer Forderung nach einer Stärkung der Wupper-Strecke in Bezug auf die Anbindung an das Fernverkehrsnetz und gegen weiteren Abbau von Verbindungen Ausdruck zu verleihen.

Leider müssen wir jedoch feststellen, dass die Deutsche Bahn AG entgegen ihrer Zusagen mit dem Fahrplan 2008 erneut weitere Abbindungen des HBF Solingen vom Fernverkehrsnetz festgeschrieben hat. Diese Entwicklung führt bei uns zu dem Eindruck, dass die umfangreichen Investitionen der DB Station und Service und vor allem der Stadt Solingen zur Attraktivierung des Bahnverkehrs von Seiten der Deutschen Bahn AG selbst in keiner Weise gewürdigt werden und statt dessen versucht wird, den HBF Solingen nach und nach wieder zu einem „Provinzbahnhof“ zu machen. Ebenso unverständlich ist uns, dass die Betroffenen von Seiten der Deutschen Bahn AG über die geplanten Veränderungen zum Fahrplanwechsel 2008 keinerlei Informationen erhalten haben. Erneut wurden wir vor vollendete Tatsachen gestellt. Eine Begründung für die Veränderungen zum neuen Fahrplanwechsel haben wir bis heute nicht erhalten. Ein solches Verhalten ist aus unserer Sicht nicht akzeptabel. Und die zum Fahrplanwechsel von Seiten der Deutschen Bahn AG genannten Alternativen zu den nun gestrichenen IC-Zügen stellen tatsächlich keine Alternativen dar, da sich die Umsteige-Verbindungen in Köln oder Dortmund als völlig unzuverlässig darstellen.

Wie Ihnen bekannt ist, dient der HBF Solingen der Solinger Bevölkerung und den Bewohnern von Hilden, Haan und Leichlingen als Einstiegsbahnhof für Fernverbindungen. Für die Bürger aus Remscheid spielen die Hauptbahnhöfe in Solingen und Wuppertal eine große Rolle als Umstiegsbahnhöfe. Auch für den bergischen Wirtschaftsstandort hat eine gute Anbindung an das DB-Fernverkehrsnetz eine hohe Bedeutung. Die gesamte Region mit mehr als 650.000 Menschen ist von jeder Verschlechterung im Fernverkehr betroffen. Zusätzlich bemühen sich z.B. der Bereich Station und Service der DB AG mit der Modernisierung des Solinger Hauptbahnhofes und auch die Stadt Solingen mit hohem Finanzeinsatz um eine erhebliche Verbesserung der Infrastruktur rund um den Hauptbahnhof. So wird z. Zt. die Verknüpfung zwischen Bus und Bahn und das Park & Ride Angebot für Bahnkunden in unmittelbarer Bahnhofsnähe erheblich verbessert. Darüber hinaus haben alle Städte im Bergischen Städtedreieck in den letzten Jahren erhebliche finanzielle Anstrengungen zur Verbesserung des Bahnzuganges auf der Fernstrecke und den zuführenden Nebenstrecken getätigt bzw. werden dies auch künftig noch tun. Mit Einführung des Intercity-Systemhalts Solingen-Ohligs im Jahr 1990  (jede Stunde, jede Richtung ein IC-Halt in Solingen) entstand durch die gute Anbindung an das Fernverkehrsnetz eine Perspektive für die ganze Region in Hinblick auf die Weiterentwicklung als Wirtschaftsstandort und zur Verbesserung der Lebensqualität.

Sehr geehrter Herr Mehdorn, wir gehen davon aus, dass Sie unsere Sorge und unseren Ärger über die dargestellte Entwicklung nachvollziehen können. Eine solche Entwicklung steht auch allen Bemühungen zum Klimaschutz und zur Reduzierung des CO²-Ausstosses völlig entgegen. Wir bitten Sie daher ausdrücklich, sich der Thematik persönlich anzunehmen und uns in unseren Bemühungen, dass hier wieder für uns akzeptable Bedingungen geschaffen werden, zu unterstützen.

Dazu sind notwendig:

  • Rücknahme der erfolgten weiteren Verschlechterungen im Fahrplan 2008 gegenüber dem Fahrplan 2007 gemäß der Zusagen der Deutschen Bahn AG aus 2006 mit dem nächsten Fahrplanwechsel in 2009,  bis dahin die
  • Sicherstellung der verlässlichen Verbindungen an die Fernverkehrszüge in Köln oder Dortmund durch z.B. Einhaltung der Fahrpläne, damit die von der Deutschen Bahn AG dargestellten Alternativen zu den veränderten Verbindungen im Fahrplan 2008 überhaupt als solche angesehen werden können.

Langfristig ist unser Ziel jedoch die Wiederherstellung des Standards von 1990, also die Wiedereinführung des durchgehenden Stundentaktes für hochwertige Fernverkehrsprodukte in beide Richtungen, damit die enormen Anstrengungen in Bezug auf den Umbau des HBF und das Bahnhofsumfeld in Solingen und die Anstrengungen der Städte im gesamten Städtedreieck für die Bahnkunden entsprechende Wirkung zeigen können.

Für unser Anliegen werden wir auch den Bau- und Verkehrsminister des Landes NRW, Herrn Wittke und die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus der Region um ihre Unterstützung bitten. Für weitere Erläuterungen des Sachverhaltes – auch in einem persönlichen Gespräch – stehen wir Ihnen oder Ihren Mitarbeitern jederzeit zur Verfügung.

In Erwartung Ihrer hoffentlich für die Region ermutigenden Antwort verbleiben wir

mit freundlichen Grüßen

  • Friedhelm Sträter, Präsident der Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid
  • Peter Jung, Oberbürgermeister Stadt Wuppertal
  • Franz Haug, Oberbürgermeister Stadt Solingen
  • Beate Wilding, Oberbürgermeisterin Stadt Remscheid
  • Günter Scheib, Bürgermeister Stadt Hilden
  • Knut vom Bovert, Bürgermeister Stadt Haan

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!