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Auf jeden dritten Remscheider wartet die Demenz

Auf dem Hohenhagen soll, wie im Waterbölles schon einmal berichtet, ein Alten- und Pflegeheim für Demenzkranke entstehen.  Um die  Gunst der Ratsmitglieder und der Verwaltung bemühen sich seit Monaten zwei Interessenten, die Zweckgemeinschaft Hübeler-Immobilienverwaltung (Investor), Knebes-Projektentwicklungs GmbH (Bauträger) und Arbeiterwohlfahrt (Betreiber)  auf der einen und die Ev. Alten- und Krankenhilfe e.V.  auf der anderen Seite. Bei  früheren Vorstellungen ihrer Projekte in Ratsausschüssen unterschieden sich die beide Konkurrenten in einem wesentlichen Punkt: Bei  Hübeler/Knebes/AWO hatten die Architekten das Sagen, bei der Ev. Alten- und Krankenhilfe stand das Pflegekonzept im Vordergrund.  In der gestrigen Sitzung des Sozialausschusses legte nun die AWO nach, die in Bliedinghausen das Willi-Hartkopf- Seniorenzentrum betreibt, und erläuterte, wie sie sich auf dem Hohenhagen die Betreuung von achtzig  mittelschwer bis schwer demenzkranken Seniorinnen und Senioren vorstellt (unabhängig von der jeweiligen Pflegestufe).

Tassilo Mesenhöller, Arndt Bader und Michael Lucas von der AWO-Seniorendienste Niederrhein GmbH mit Sitz in Essen versprachen eine „geborgenheitsstiftende Atmosphäre“ in der neuen „offenen Einrichtung (keine geschlossene Anstalt)“, wo man den Demenzkranken „das Leben menschlich gestalten“ wolle. Bei dieser Gelegenheit erfuhren die Ausschussmitglieder und die etwa zwanzig Zuhörerinnen und Zuhörer (für Ausschuss-Sitzungen ungewöhnlich viel), dass im Alter jeder dritte Deutsche von Demenz betroffen sein wird. Schon heute seien sechs bis sieben Prozent der über 65-Jährigen demenzkrank, eine Million in der Bundesrepublik, 2000 in Remscheid.

Auf Befragen sagten die Vertreter der AWO, dass die Pflegesätze in den Remscheider Altenheimen vergleichsweise niedrig seien. Dieser Konkurrenzlage habe man die Gehälter der Mitarbeiter angepasst. Sie würden, zum Beispiel auch im Willi-Hartkopf-Haus, nicht mehr nach Alter, Dienstzeit und Familienstand bezahlt, sondern nach Aufgaben,  Leistung und Betriebszugehörigkeit. (Siehe Bericht in der WELT zu den Tarifveränderungen vom 22.4.2005).

Die Professionalität, mit der die beiden Mitbewerber ihre Bauvorhaben und Pflegekonzepte in den Ausschüssen präsentierten, war hoch. Und sie erstaunte. Früher konnte eine Stadtverwaltung froh sein, wenn sie nicht der einzige Betreiber von Altenheimen im Stadtgebiet blieb, sondern auch andere Institutionen diese Aufgabe übernahmen, allen voran die katholische und evangelische Kirche. Die AWO-Seniorendienste GmbH betreibt zwischen Voerde und Langenfeld, Mönchengladbach und Remscheid insgesamt vierzehn Alten- und Pflegeheime. Ein Wirtschaftsbetrieb, der wie jeder andere auch Synergieeffekte nutzt, wenn er kann, und der sein Personal selbst schult und weiterqualifiziert. Sozialauschussmitglieder von CDU, SPD und Grünen zeigten sich gestern vom Pflegekonzept der AWO beeindruckt. Nun beginnen die Beratungen in den Fraktionen. Wer wird das Rennen machen? Der Waterbölles hatte seinen Tipp schon frühzeitig abgegeben.

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