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Neubaugebiet Hohenhagen wurde stark abgespeckt

Wie sich doch die Zeiten ändern. Und die Ansichten. Städteplaner und Kommunalpolitiker machen da keine Ausnahme. Daran dachte ich, als ich im RGA (18.2.2006) las, was Oberbürgermeisterin Beate Wilding (SPD) über den Wohnungsbau in dieser Stadt wegweisend gesagt hat: „Wir müssen ... weg vom Neubau, hin zur Bestandspflege und zur städtebaulichen Aufwertung bestehender Wohnviertel. (...) Wir brauchen bezahlbares Eigentum, gehobenen Wohnungsbau, ein senioren- und behindertengerechtes Wohnungsangebot.“ Wie wahr. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Neubaugebiet Hohenhagen hatte es im November 1999 noch von Seiten der Stadt geheißen: „Im Stadtgebiet von Remscheid besteht ein erheblicher Mangel an Wohnbauflächen“.

Auf dem 17 Hektar großen Gelände des ehemaligen Sportflugplatzes auf der Fichtenhöhe ist seit fünf Jahren die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) aktiv, zusammen mit diversen Architekten. Wobei ich beim Anblick einiger Reihenbauten den Eindruck habe, es sei denen mehr auf „bezahlbar“ angekommen als auf „gehoben“. (Nicht von ungefähr sprachen Kommunalpolitiker vor zwei Jahren von einem drohenden Negativ-Image des Neubaugebietes.)

[Der 'gewachsene Hohenhagen']Eine Bürgerinitiative von Anwohnern der Fichtenhöhe und des Hohenhagens stand dem Bauvorhaben grundsätzlich nicht ablehnend gegenüber. Ihr war klar: Bei dem Gelände handelte es sich um ein „Filetstück“, das geradezu danach schrie, bebaut zu werden. Die entscheidende Frage war nur, auf welche Weise. Das betraf Anzahl und Art der Häuser und Wohnungen. Besonders umstritten war unter den Anwohnern der auf dem Gelände damals vorgesehene mehrstöckige Wohnungsbau. Zu dessen Befürwortern gehörten damals noch die SPD im Rat der Stadt (zu jener Zeit die Mehrheitsfraktion.) Das wurde im Beschluss der Bezirksvertretung Süd vom Januar 1999 deutlich. Gebaut würden „überwiegend Mehrfamilienhäuser“ hieß es da.

Als am 25. Oktober 2000 der Oberbürgermeister Fred Schulz auf dem Hohenhagen den "ersten Spatenstich" tat, war von 400 bis 600 Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern die Rede, die dort entstehen sollten. Erste Planungen gab es bereits in den 60er Jahren. Damals dachten die Planer an eine „erhebliche Verdichtung bis zu zehn Geschosse“. Dann war lange Zeit „Funkstille“. Zwanzig Jahre lang. Der Plan, den die Stadt im November 1991 vorstellte, ging von bis zu 700 Wohnungen aus, die meisten davon in „platzsparenden“ (Zitat) vier- bis fünfgeschossigen Mietshäusern. Später waren „zwischen 520 und 560 Wohneinheiten im mehrgeschossigen Wohnungsbau“ sowie weitere 65 bis 75 Einfamilienhäuser vorgesehen. Insgesamt gibt es zum Hohenhagen etwa 25 verschiedene Pläne, viele davon vehement verteidigt von Baudezernent Kennepohl und Städteplaner Sonnenschein.

[Das Neubaugebiet: Giebel an Giebel]Am 11. März 1992 machte die Bürgerinitiative verstärkt öffentlich Front gegen eine vier- bis fünfgeschossige Bebbauung (Dachgeschoss und Parkpalette hinzugerechnet, wären es sieben Geschosse gewesen).  Der Einladung der Bürgerinitiative ins Evangelische Gemeindezentrum folgten rund 130 Anwohner. Die fragten sich, woher denn all diese neuen Bewohner des Hohenhagens kommen sollten; schließlich nehme die Bevölkerung der Stadt von Jahr zu Jahr weiter ab (und der Trend geht weiter; eine Bertelsmann-Studie sagt für Remscheid bis zum Jahr 2020 ein Minus von 9.500 Einwohnern voraus). Die engagierten Bürger haben damals von den Planern, wie ich finde, keine plausiblen Antworten bekommen. In Erinnerung habe ich lediglich dies: „Wir brauchen das Neubaugebiet. Der Sedansberg ist ja schon dicht“. Letzteres klang wie eine Erfolgsmeldung, ein städteplanerisches Ziel aus den 60er Jahren.

Fertiggestellt sind inzwischen, so nachzulesen auf einer Internet-Seite der LEG, 55 Reihenhäuser sowie 43 frei finanzierte und 18 öffentlich geförderte Mietwohnungen. Noch erstellt würden von der Fa. Runkel Mehrfamilienhäuser mit 28 Mietwohnungen. Von den inzwischen 30 fertigen Einfamilienhäusern steht auf der Seite nichts, allerdings bewirbt die LEG im Internet (http://www.wohnenimhohenhagen.de/  - wieso eigentlich „in“?) Baugrundstücke für freistehende Einfamilienhäuser. Insgesamt geht die LEG bis 2008 dann insgesamt 300 bis 370 Wohnungen für 750 bis 925 Menschen aus. Angesichts früherer Planungen von 700 Wohnungen wird deutlich: Da wurde um rund die Hälfte „abgespeckt“.

So gesehen (niedrige Geschosszahl) hat sich die Bürgerinitiative letztlich doch durchgesetzt. Wobei das auf Seiten der Verwaltung allerdings nicht besserer Einsicht zu verdanken ist, sondern der „normativen Kraft des Faktischen“. Für Reihen- und Einfamilienhäuser gab es Interessenten (die sonst ins Umland abgewandert wären), für Mietshäuser nicht. (Siehe Kommentar zum Bebauungsplan „Sonnenhof“) Das abgestufte Mehrfamilienhaus, der derzeit am Ende der Straße „Am alten Flugplatz“ entsteht, wird übrigens dreigeschossig.

Ich habe heute noch einmal in den städtischen Unterlagen von 1991 geblättert und bin auf die Forderung der Planer gestoßen (gegen die die Bürgerinitiative damals nichts hatte), Grünzüge so breit zu erhalten, dass sie „noch eine Funktion im Verbund der im Plangebiet verbleibenden Lebensräume für Pflanzen und Tiere beinhalten“. (Wird verständlich, wenn man es zweimal liest.) 

Interessant auch die folgende Aussage der Planer von damals: „Durch das Anlegen von Teichen, die miteinander verbunden werden sollen, soll u. a. erreicht werden, dass das Regenwasser langsam dem Grundwasser zugeführt wird“. Nun sieht man zwar auf dem Hohenhagen zur Zeit mehrere Baugruben – für Teiche scheinen mir die aber etwas zu tief zu sein...

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