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Auch geflüchtete Frauen brauchen Arbeit

Beim NetzwerkW des Landes NRW steht das „W“ für „Wiedereinstieg“. Dort haben die Städte Solingen, Wuppertal und Remscheid in Kooperation Anträge gestellt, um im Bergischen Städtedreieck die (Wieder-)Einstiegschancen für geflüchtete Frauen mit Bleibeperspektive zu eruieren und Empfehlungen für die Praxis geben zu können. Die Anträge wurden bewilligt. Das Projekt befindet sich mittlerweile kurz vor dem Abschluss. Dann soll eine Broschüre mit Empfehlungen für arbeitsmarktintegrierende Maßnahmen vorgelegt werden. Zuvor, im Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschuss am Donnerstag, 8. März, wird Projektkoordinatorin Astrid Vornmoor (Vornmoor-Consult) einen kurzen Bericht zu der Studie abgeben.

Hintergrund: Frauen, die nach einer Flucht im Bergischen Städtedreieck angekommen sind, machen es oft die eigenen kulturellen Hintergründe schwer, in den deutschen Arbeitsmarkt einzutreten. „Oft haben die Frauen drei und mehr Kinder und müssen ihre Kinder bei der Integration in Kindergärten und Schule unterstützen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage für den Ausschuss. Es stellt sich die Frage, ob die Frauen bei der Bewältigung des Alltages (Kindergarten, Schule, Arztbesuche etc.) genügend unterstützt würden, um berufliche Perspektiven zu entwickeln, und ob alle Frauen von den Angeboten erreicht würden – bzw. welche Zusatzangebote hilfreich wären. Dabei stehe „außer Zweifel, dass eine Integration in den Arbeitsmarkt auch für Personen, die zunächst sehr arbeitsmarktfern erscheinen, unbedingt angestrebt werden muss. Eine eigenständige, von familiären Zusammenhängen unabhängige finanzielle Absicherung von Frauen aus allen Kulturkreisen ist Zielsetzung unserer aufgeschlossenen demokratischen Gesellschaft.“

Insofern beschäftigte sich das NetzwerkW sowohl mit den Möglichkeiten der Eingliederung von Frauen, die über eine schulische und berufliche Ausbildung verfügen, als auch mit der Vorbereitung auf eine Erwerbstätigkeit von Frauen, die bisher noch nicht arbeitsmarktaffin waren. Ziel des Projektes: Handlungsoptionen für die geflüchteten Frauen aufzuzeigen und Arbeitsmarktakteure sowie Weiterbildungsträger dazu zu motivieren, sich ihnen zuzuwenden. Bisher zielten Integrationsmaßnahmen auf dem Arbeitsmarkt eher auf Männer. In der Broschüre soll die Schilderung persönlicher Lebensgeschichten einiger Frauen eine größere Aufgeschlossenheit und Sensibilität bewirken.

Flexible Arbeits- und Lebenszeitmodelle

Der Arbeitskreis Familie Der Remscheider Wirtschaftsjunioren hat es sich zum Ziel gesetzt, das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ in Remscheid zu fördern, Möglichkeiten aufzuzeigen und zu einem wichtigen Standortfaktor zu machen. Viele Unternehmen bieten mittlerweile Maßnahmen an, die Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Etwa durch flexible Arbeits- und Lebenszeitmodelle, Jobsharing oder Betriebskindergärten. Diese Maßnahmen wirken sich sogar nachweislich positiv auf die Motivation der Arbeitnehmer aus. Diese gilt es als Best Practice-Beispiele anderen Unternehmern vorzustellen.

Der AK Familie unter Leitung von Annika Beckmann ist neben der Stadt Remscheid, dem Kinderschutzbund, dem Jobcenter, Vornmoor Consult, „Die Wiege“ und engagierten Bürgerinnen und Bürgern Mitglied des Lokalen Bündnis für Familie. Er hält Kontakt zur IHK, den Wirtschaftsjunioren aus Wuppertal und Solingen, den Wirtschaftsförderern und den Lokalen Bündnissen zum Thema „Familienfreundlichkeit in Bergischen Unternehmen“. Jährlich beteiligt sich der AK am bundesweiten Aktionstag der Lokalen Bündnisse für Familie mit verschiedenen Aktionen, wie "Familienfreundlichkeits-Barometer", "Zeitung lesen", "Stapelkisten", "Bodenzeitung" und "Pinwand".

Beispielhafte Kita-Angebote in Bild und Ton

Für eine 24-Stunden-Kita, nach der die CDU-Fraktion vor geraumer Zeit gefragt hatte, sieht der Jugendhilfeausschuss der Stadt Remscheid bekanntlich keinen Bedarf. Die meisten Jungen und Mädchen kommen in die Remscheider Kindertageseinrichtungen um oder nach 8 Uhr und werden  bis 16 Uhr wieder abgeholt. Was aber nicht heißen soll, dass manche Eltern nicht dankbar wären, könnten sie ihre Kleinen dort schon um 7 Uhr in Obhut geben und/oder erst um 18 Uhr abholen. Rege nachgefragt sind im bergischen Städtedreieieck ebenfalls jene Kitas, die keine Betriebsferien machen.

„Das Personal lässt sich umso leichter disponieren, je größer die Einrichtung ist“, waren sich gestern auf einer Pressekonferenz im Remscheider Rathaus Christel Steylaers, die Frauenbeauftragte der Stadt Remscheid, Astrid Vornmoor (Vornmoor-Consult) und Jutta Klarhold von der Wuppertaler Kinderland eGmH einig. Letztere gehört in der Nachbarstadt mit zwei Kitas zu den größten Anbietern: Die an der Reichsstraße hat acht Gruppen für insgesamt 150 Kinder, die an der Hardtstraße sechs für 115. Und wegen der langen Öffnungszeiten seien beide bei den Eltern heiß begehrt, berichtete Jutta Klarhold. „Manche Mütter melden ihr Kind schon an, da ist es noch gar nicht geboren! Und die Warteliste ist lang!“ Auch Babys werden aufgenommen. Denn es gibt viele Müller, die nach der Mutterschaft baldmöglichst zurück in den Beruf möchten.

„Je flexibler die Kinderbetreuung, desto leichter fällt der Wiedereinstieg“, weiß Astrid Vornmoor. Sie ist die Autorin einer regionalen Studie für Unternehmen, die den Titel trägt „Fachkräfte finden und halten“. Die bestehende Betreuungsinfrastruktur sei qualitativ gut, hinsichtlich der angebotenen Betreuungszeiten aber nicht für alle Eltern hinreichend flexibel hinsichtlich der Randzeiten- und Ferienbetreuung, hieß es schon im September 2015 auf einer Fachtagung,die Vornmoor mit organisiert hatte und zu der im Remscheider Rathaus rund 70 Erzieherinnen zusammenkamen. Der damals vielbeachtete Vortrag von Prof. Dr. Rita Braches-Chyrek (Universität Bamberg) ist auch heute noch auf der Internetseite der Stadt Remscheid nachzulesen.

Unter „Partner für flexible Kinderbetreuung“ finden  sich dort auch gute Beispiele aus der Praxis. Dazu zählen aus Remscheid die IKE-Kita „Confetti“, die Großkindertagespflege „Regenbogenzwerge“,  der stadtteiloffene Kindergarten „Hoppelhasen“ der Fa. Vaillant, die Vereine „Die Wiege“ und „Die Verlässliche“ sowie mehrere Grund- und weiterführenden Schulen mit einem überdurchschnittlichen OGS-Angebot.

Auf die folgt nun ein knapp sieben Minuten langer Film, der in Kürze im Internet bei YouTube abgerufen werden kann (Link folgt). Den hat das Frauenbüro der Stadt Remscheid im Rahmen der Landesinitiative „NetzwerkW“ mit Mitteln des NRW-Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter durch die Wuppertaler Siegerbusch Filmproduktion herstellen lassen. Er greift Betreuungsprobleme im Städtedreieck auf und nennt verschiedene praktische Lösungsmöglichkeiten. Damit möchten die Projektkoordinatorin Astrid Vornmoor und die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Christel Steylaers auch in Bild und Ton den Nachweis erbringen, das sich die Arbeitszeiten von Eltern, der Fachkräftebedarf der Arbeitgeber, Kindeswohl und die Belange der Beschäftigten im Kitabereich sehr wohl miteinander vereinbaren lassen, wenn man sich denn darum bemüht. Steylaers: „Arbeitgeber wünschen sich, dass Beschäftigte möglichst in Vollzeit an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Dafür reichen aber oft die vorhandenen Betreuungszeiten in den Einrichtungen nicht aus, oder die wiedereinsteigende Mutter oder der Vater sind unschlüssig, wie viele Stunden in der Betreuung sie ihrem Kind zumuten können und welche Kosten sie für die Kinderbetreuung übernehmen wollen.“ Besonders für Frauen, die vor der Familiengründung im Schichtdienst beschäftigt waren, sei eine Rückkehr auf den alten Arbeitsplatz oft schwierig.

Der Internet-Flyer und nun auch der Film weisen beispielhaft hin auf flexible innovative Kinderbetreuungsangebote in Remscheid, Solingen und Wuppertal für Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 16 Jahren.

Flexible innovative Kinderbetreuungsangebote

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Wenn es mit der Kinderbetreuung gut klappt, kann auch der Wiedereinstieg nach der Geburt oder einer Familienphase ein Erfolg werden. Es gibt im bergischen Städtedreieck zahlreiche pädagogisch hochwertige Kinderbetreuungsangebote. Leider stehen nicht in allen Stadtteilen für alle Altersgruppen ausreichend Plätze zur Verfügung. Ein weiteres Problem sind die Betreuungszeiten, die oft zu kurz sind oder nicht zu den Arbeitszeiten der Eltern passen. Mit Unterstützung des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des NetzwerkW hat das Frauenbüro der Stadt Remscheid eine Untersuchung bei Astrid Vornmoor (Vornmoor-Consult) in Auftrag gegeben, welche Möglichkeiten flexibler Kinderbetreuung im bergischen Städtedreieck bereits bestehen. Diese soll exemplarisch zeigen, was an Flexibilität schon heute möglich ist und welche Wege gegangen werden können, die Kinderbetreuungssituation den Bedarfen von Eltern anzupassen ohne dass die Qualität leidet.

„Die Region braucht für Familien und eine starke Wirtschaft eine Betreuungsinfrastruktur, die die Grundversorgung flächendeckend sicherstellt und flexibel auf darüberhinausgehende Betreuungsbedarfe reagieren kann. Dafür müssen ausreichend finanzielle Ressourcen bereit stehen und viele Hände zusammenarbeiten.“ So lautet das Fazit von Astrid Vornmoor. Die Liste mit guten Beispielen aus der Praxis ist zu finden auf www.bergisch-wiedereinsteigen.de und auf der Website des Fachdienstes Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Remscheid: www.remscheid.de/leben/gleichstellung-von-frau-und-mann/zurueck-in-den-beruf/146380100000122979.php. Dort ist auch die Fachtagung „Gute Kinderbetreuung – Guter Wiedereinstieg“ dokumentiert: Wer Interesse hat, kann sich dort beispielsweise den Vortrag von Frau Prof. Dr. Rita Braches-Chyrek: „Was ist gute Kinderbetreuung und wie flexibel kann oder darf sie sein?“ anhören.

Elternzeit- und Wiedereinstiegsmanagement in Remscheider Firmen


Pressemitteilung der Stadt Remscheid

„Zurück in den Beruf nach einer Familienphase“ war lange Zeit ein Thema, das nur die betroffenen Frauen und wenige betroffene Männer interessierte. Alles musste selbst organisiert werden und nur mit viel Glück und großer Anstrengung gelang ein erfolgreicher Wiedereinstieg. Doch heute stellen sich auch viele Betriebe dieser Herausforderung: Wer auf seine gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen nicht lange verzichten will, macht sich längst Gedanken darum, wie diese auch während einer Eltern- oder Pflegezeit für den Betrieb gehalten werden können. Hierbei werden die Betriebe nun unterstützt durch Beispiele guter Praxis, wertvolle Tipps und eine Checkliste für eine Infomappe für werdende Eltern. Astrid Vornmoor von Vornmoor-Consult hat Remscheider Betriebe befragt und die Informationen zusammen getragen: „Alle befragten Unternehmen bestätigen, dass Ablaufpläne und Checklisten sinnvoll sind, damit keine Fachkraft in der Elternzeit verloren geht“, so Vornmoor. Personalverantwortliche von fünf Remscheider Unternehmen - Alexanderwerk AG, IKS Klingelnberg GmbH, Paul Schulten GmbH&Co.KG, Sana Klinikum Remscheid GmbH und Vaillant GmbH - haben sich in diesem Zusammenhang für ein Elternzeit- und Wiedereinstiegsmanagement in der betrieblichen Praxis ausgesprochen.

Kontakthalteprogramme, betriebliche Kinderbetreuung, Kinderbetreuung zu Randzeiten, flexible Arbeitszeiten aber auch eine familienfreundliche Unternehmenskultur spielen dabei eine große Rolle. „Die Betriebe wünschen sich im Gegenzug auch Flexibilität von den Mitarbeiterinnen. Die oft gewünschte sogenannte Betonarbeitszeit von acht bis zwölf Uhr steht einem gelungenen Einstieg entgegen“, erläutert Vornmoor. Das Informationsfaltblatt basiert auf zwei längeren Studien zur Fachkräftesicherung durch einen gelungenen Wiedereinstieg, die jeweils vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurden. Unter dem Label „Netzwerk W“ (für Wiedereinstieg) werden im ganzen Land Veranstaltungen, Broschüren und Studien gefördert, die die Situation von Wiedereinsteigerinnen verbessern sollen. „In Remscheid haben wir uns speziell mit der Seite der Unternehmen befasst“ so Christel Steylaers vom Fachdienst Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Remscheid, die das Projekt beantragt hat. „Fachkräftesicherung hat für Remscheid eine besonders hohe Bedeutung und es liegt nahe, gut ausgebildete Frauen langfristig an den Betrieb zu binden.“ Das Faltblatt und die Checkliste sind kostenlos erhältlich beim Fachdienst Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Remscheid, Tel. (0 21 91) 16 – 39 59 oder Frauenbuero@remscheid.de">Frauenbuero@remscheid.de sowie im Internet unter www.remscheid.de.

Mehr Fachkräfte durch Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Eine höhere Frauenerwerbsquote ist für Remscheid ein Schlüssel zur Fachkräftesicherung, denn mit 41,2 Prozent sind in Remscheid durchschnittlich 3-5 Prozent weniger Frauen als im nordrheinwestfälischen und auch im Bundesdurchschnitt beschäftigt. In einer vom Fachdienst Gleichstellung von Frau und Mann in Auftrag gegebenen Studie: „Fachkräfte finden und halten“ hat Astrid Vornmoor von der Firma Vornmoor-Consult Daten und Fakten zum Remscheider Arbeitsmarkt für Frauen zusammengestellt und herausgearbeitet, wie Betriebe durch ein gezieltes „Wiedereinstiegsmanagement“ ungenutztes weibliches Fachkräftepotential langfristig an sich binden können. Remscheider Spezifikum ist, dass die meisten Arbeitsplätze im Produktionsbereich liegen – traditionell ein männerdominierter Bereich. Weniger bekannt ist, dass fast jeder vierte Arbeitsplatz in der Produktion mit einer Frau besetzt ist. In Remscheid arbeiten fast so viele Frauen in der Metallerzeugung wie im Einzelhandel. Daneben zeigt sich aber auch, dass im Dienstleistungsbereich – traditionell ein eher mit weiblichen Beschäftigten besetzter Bereich, es zwar boomt in der Branche, aber dennoch Arbeitskräfte fehlen.

Viele Unternehmen haben erkannt, dass das Thema Fachkräftesicherung verstärkt in den Blick genommen werden muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben und am Fachkräftemarkt attraktiv zu sein. Deshalb investieren sie nicht nur verstärkt in den Bereich Ausbildung und Weiterbildung, sondern verbessern auch die Möglichkeiten, Beruf und Familie in der betrieblichen Praxis zu vereinbaren. Im Bergischen Städtedreieck wollen fast 30 Prozent der von der IHK Wuppertal Solingen Remscheid befragten Unternehmen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen. Hierbei spielen insbesondere die Arbeitszeiten eine entscheidende Rolle sowie die Kinderbetreuungsmöglichkeiten in der Kommune.

Viele Unternehmen gehen mit gutem Beispiel voran und bieten Arbeitszeiten mit reduzierter Vollzeit, flexibler Teilzeit, im Jobsharing für Führungskräfte oder Fachkräfte, im Schichtbetrieb oder durch Teilzeitausbildung, um nur einige zu nennen. Die Unternehmen Schulten, Flesche, Feldhoff und das Sana-Klinikum sind gute Beispiele in Remscheid für die Möglichkeiten, die auch kleine, mittlere und größere Unternehmen haben, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der betrieblichen Praxis zu unterstützen. Betriebe, die Interesse an einer Beratung zum Wiedereinstiegsmanagement haben, können sich an Vornmoor-Consult unter Tel. RS 46016018 oder per Email an info@vornmoor-consult wenden. Das Projekt wird vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter im Rahmen der Landesinitiative „NetzwerkW“ gefördert. Die Studie ist abrufbar unter http://www.remscheid.de/leben/medienpool/dokumente020/Wiedereinstieg_Fachkraeftesicherung_Broschuere-A4_RZ-online_310314.pdf. (Christel Steylaers, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte)

Land fördert Fachkräfteprojekt für Unternehmen in RS

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Das Frauenbüro der Stadt Remscheid erhält 2013/ 2014 erneut Landesförderung für ein Fachkräfteprojekt, das Wiedereinsteigerinnen als wichtiges Fachkräftepotential auch für kleine und mittlere Unternehmen in den Fokus stellt. „Die überwiegende Mehrzahl von weiblichen Beschäftigten kehren nach ein bis drei Jahren Elternzeit in ihren alten Betrieb zurück. 40 Prozent der Mütter kommen allerdings aus unterschiedlichen Gründen nicht wieder. Das ist eine hohe Anzahl von Fachkräften, die den Betrieben verloren gehen. Hier gilt es, die weiblichen Fachkräfte auch in der Elternzeit im Blick zu behalten und einen strukturierten Wiedereinstieg ins Unternehmen umzusetzen, der für Arbeitgeber und Beschäftigte passt“, so  die Sozialwissenschaftlerin Astrid Vornmoor von der Beratungsfirma Vornmoor-Consult, die im Auftrag des Frauenbüros Betriebe in Remscheid besuchen wird. Interessierte Remscheider Betriebe können sich unter der Rufnummer (0 21 91) 46 01 60 18 oder unter info@vornmoor-consult.de">info@vornmoor-consult.de und unter der Rufnummer (0 21 91) 16 – 22 57 oder unter Frauenbuero@remscheid.de">Frauenbuero@remscheid.de informieren.

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„Wiedereinsteigerinnen als Fachkräfte wahrnehmen!“

Im Bild v. li. n. re. Christel Steylaers, Britta Dellwig (Sana-Klinikum), Gerda Becker (gbb), Astrid Vornmoor (Vornmoor-Consult), Sandra Schneider (Sana Klinikum) und Angela Grote-Beverborg (Arbeitsagentur Wuppertal).Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Gestern stellte der Fachdienst Gleichstellung von Frau und Mann seine neue Studie „Es ist ein Geben und ein Nehmen“ vor, die die Möglichkeiten im Bergischen Städtedreieck beleuchtet, Fachkräftebedarfe in Betrieben durch Wiedereinsteigerinnen (und –einsteiger) zu decken. Von Ende 2011 bis Frühjahr 2012 befragte Astrid Vornmoor (mag. pil.) ExpertInnen und Betriebe und erstellte danach die Studie. Das Projekt wurde ermöglicht durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter im Rahmen des Programms „NetzwerkW“. Die Studie enthält eine detaillierte Darstellung der Wirtschafts- und Arbeitsmarktsituation in der Region unter geschlechtsspezifischen Aspekten. Durch eine Expertinnen- und Expertenbefragung, an der die Arbeitsverwaltung, ein Jobcenter, der Bildungsträger gbb, die Bergische Entwicklungsagentur, die Wirtschaftsförderung Wuppertal, die Wirtschaftsjunioren Remscheid und die IHK beteiligt waren, konnten unterschiedliche Profile von Wiedereinsteigerinnen herausgearbeitet werden. Insbesondere geht die Studie der Frage nach, ob Betriebe die Situation von Wiedereinsteigerinnen im Blick haben und ob sie sie als Potenzial zur Deckung künftigen Fachkräftebedarfs sehen. Im Mittelpunkt stehen dabei Porträts von unterschiedlichen Unternehmen aus der Region. Konkrete Handlungsempfehlungen für Betriebe, Wiedereinsteigerinnen und Arbeitsmarktbeteiligte schließen die Studie ab.

Ein wichtiges Ergebnis ist, dass flexible Arbeitszeiten und Kinderbetreuungsangebote in einem durch die Unternehmensleitung menschlich geprägten Arbeitsklima unabhängig von der Betriebsgröße positive Effekte auf die Beschäftigung von Wiedereinsteigerinnen haben. „Man denkt immer, nur Großbetriebe könnten etwas für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie tun. Es ist überraschend, wie flexibel gerade Klein- und Mittelbetriebe mit diesem Thema umgehen. Teilzeitausbildung in der Spedition Flesche oder Firmenleitung in Teilzeit bei Feldhoff sind richtungsweisende Beispiele“ so Christel Steylaers, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Remscheid.

Seitens der Betriebe wird Kontakthalten und Qualifizierung während der Elternzeit von den zukünftigen Wiedereinsteigerinnen erwartet. „Es gibt im Bergischen Städtedreieck viele kleine Unternehmen, die keine eigene Personalabteilung haben und sich deshalb nicht so eingehend mit Fragen der Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit beschäftigen können. Bei direkter Ansprache der Personalverantwortlichen durch Beschäftigte mit Familienaufgaben sind die Vorgesetzten aber oft offen und suchen gemeinsam mit den Beschäftigten nach familienfreundlichen individuellen Arbeitszeitlösungen, die für beide Seiten akzeptabel sind“, erläutert die freiberufliche Sozialwissenschaftlerin Astrid Vornmoor, die die Studie durchführte. „Hier sind Offenheit, Kreativität und Kompromissbereitschaft auf Seiten des Arbeitgebers und der Wiedereinsteigerin entscheidend.“

Daneben ist aber auch interessant zu sehen, wie in Bereichen des Krankenhaus- und Gesundheitswesens, die durch überwiegend weibliche Beschäftigte geprägt sind, auch in Führungsbereichen Jobsharingmodelle umgesetzt werden, wie dies im Sana Klinikum in Remscheid durch zwei Oberärztinnen praktiziert wird. Astrid Vornmoor: „Hier ergeben sich durch den Ärztemangel neue Handlungsoptionen hinsichtlich innovativer Arbeitszeitmodelle zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“ (Die Studie ist abrufbar im Internet unter http://www.remscheid.de/leben/medienpool/dokumente020/Wiedereinstieg_Studie_Geben-Nehmen_171012.pdf. Printexemplare können unter 02191/ 16-3959 oder frauenbuero@remscheid.de angefordert werden.) [Im Bild v. li. n. re. Christel Steylaers, Britta Dellwig (Sana-Klinikum), Gerda Becker (gbb), Astrid Vornmoor (Vornmoor-Consult), Sandra Schneider (Sana Klinikum) und Angela Grote-Beverborg (Arbeitsagentur Wuppertal)]