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Im Krieg landete die Kaiserfigur im Schmelzofen

Das alte Kaiserdenkmal am Lenneper Mollplatz.Das am „Sedanstag" 1889 eingeweihte Kaiserdenkmal am Lenneper Mollplatz in den 1920er Jahren. Kaiser Wilhelm I., der hier nur scheinbar unantastbar ,,residiert", musste dem zunehmenden Verkehr weichen. Das Denkmal am Moll­lplatz, dem ehemaligen Kaiserplatz, wurde verkleinert, und der Kaiser kam auf den extra für ihn geschaffenen Hohenzollemplatz an der Ringstraße. Im zweiten Weltkrieg ereilte auch den Kaiser sein Schicksal. Dem Rohstoffmangel gehorchend wurde die Bronzefigur eingeschmolzen. Das Denkmal am Mollplatz verschwand in den 1960er Jahren, ebenso die herrlichen Kastanien. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Um 1565 entstand im Leyerbachtal die erste Mühle

Ortschaft Leyermühle im Leyerbachtal um 1900.

Vermutlich um 1900 entstand diese Aufnahme der Ortschaft Leyermühle im Leyerbachtal. An der Einmündung des Bornscheider Siepens und des Pfaffenbirkerbachs in den Leyerbach genehmigte Herzog Wilhelm um 1565 dem Peter Vormann auf der Halbach, eine Mühle zu bauen. Die Mühle, 1943 durch Bomben zerstört und als Wohnhaus wieder aufgebaut, war Grundlage für die kleine Ortschaft. Der angrenzende Leyerhammer, auch als Stursbergs-. Holberts- oder Grimmshammer bekannt, datiert aus dem Jahr 1726, durch Kaspar Honsberg erbaut, ist heute Eigentum der Firma Grimm, die den historischen Hammer völlig restaurierte. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Remscheider Schlittschuhe hatten einst Weltgeltung

Remscheider Schlittschuhe hatten einst Weltgeltung: Auf welchen zugefrorenen Teichen im vorigen Jahrhundert auch immer Pirouetten gedreht wurden – die Schlittschuhe kamen mit großer Sicherheit aus bergischen Produktione.  Zwar fuhr noch auf der Winterolympiade 1994 in Lillehammer (Norwegen) ein deutscher Bob „Remscheider Kufen'", aber dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser einmal herausragende Industriezweig schon damals im Aussterben begriffen war. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Historische Fotos von Handel und Gewerbe um 1900

Foto oben: Der Wagen des Getränkehändlers Hackländer, Bismarckstraße 84, ist um 1900 schwer beladen. Hoch türmen sich die Bierkästen hinter dem im blütenreinen Weiß gekleideten Wagenlenker. Die Familienangehörigen auf der Treppe, wie die beiden stolzern Rappen, scheinen sich des Fotoaugenblicks gewiss. Nicht im Bild übrigens der „Bergische Kloaren", ohne den damals keine Feier in Remscheid denkbar war.

Die Belegschaft des Schreibwarengeschäftes Seiberg an der Schüttendelle 1913.Foto rechts: Die Belegschaft des Schreibwarengeschäfts und der Buchbinderei Johann Gottlieb Seiberg jr., Schüttendelle 55, im Jahre 1913/14 dem Fotografen.

Foto links: Die „Bonner Markthalle" des Peter Heinen stand um 1910 Ecke Peter- und Nordstraße. „Fenster auf zum Lüften und alles zum Fotografieren raustreten!“ könnte dieses Bild untertitelt sein. Das vierstöckige Haus ist nicht „typisch bergisch" geschiefert. Aber der Schiefer war nach 1900 auch mehr so preiswert.

Foto rechts: Stolz präsentiert sich die Belegschaft des Kohlenhändlers Hermann Schauenburg dem Fotografen um 1899/1900. Die Aufnahme zeigt die untere Neuenkamper Straße, unmittelbar vor der später links abzweigenden Metzer Straße. Das Haus wurde 1968 abgerissen. Laut Adressbuch von 1896 war H. Schauenburg da noch Lagerarbeiter, drei Jahre später dann Kohlenhändler. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Der Name Kranerhof soll auf Cradenholl zurückgehen

Der Kranerhof in Lüttringhausen um 1920.

Die Gaststätte „Kranerhof", hier in den 1920er Jahren, liegt an einer der wichtigsten Straßenverbindungen Lüttringhausens, an der Remscheider Straße. Teilstückweise wurde diese ab 1845 gebaut. Vorbei an der 1896 eingeweihten „Stiftung Tannenhof', Kranen. Sturzberger Höhe, Golden- und Singerberg führt sie in die Haddenbach. Trotz zahlreicher Umbauten und Renovierungen hat sich das Gesicht des Kranerhofes kaum verändert. Sein charakteristischer „Oberbau" ist auf der Höhe stehend gut sichtbar. Der Name Kranerhof (Kranenholl, Kranen) soll auf eine alte Hofbezeichnung aus dem Jahr 1597 Cradenholl (Kradenholl) zurückgehen. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Die frühere Bismarckstraße zwischen Bahnhof und Markt

Das Foto links datiert aus dem Jahr 1925: Mit seinen mehr als 50 Fenstern machte das imposante Restaurant „Europäischer Hof, Inhaber August Wiesenfeld, Bismarckstraße 70, schon einiges her. Das Gelände wurde früher Birgdenkamp genannt. Dort war um 1840 eine Posthalterei mit 15 Pferden. Ab 1861 wurde die Straße, nach Absprache mit den Anwohnern, durch auf Holzpfähle stehende Öllampen erleuchtet. Aber das ist lange her.

Foto rechts: So sah die Bismarckstraße um 1920 aus. Vor dem Restaurant (links) zweigte die Straße ab, die direkt zum Bahnhof führte. Also stand der Fotograf etwa da, wo sich vor dem Umbau des Bahnhofsvorplatzes der alte Bahnhofstunnel befand. Vor dem für Remscheid so typischen „Bügeleisenhaus" zweigt rechts die Nordstraße ab.

Das alte Remscheider Rathaus. Dort steht heute das EMA-Gymnasium.

Foto links: Noch beherrscht das Auto nicht die Straßenszene. Mensch und Tier haben die Fahrbahn (noch) für sich. Einzig die Straßenbahn macht ihnen die Herrschaft streitig. Am 15. November 1920 konnte die Geschäftsleitung der Stadtwerke den Kauf von acht vierfenstrigen „Düsseldorfer Triebwagen" verkünden.  Dadurch konnten zwölf alte Wagentypen der Baujahre 1897-1900 außer  Dienst gestellt werden.

Die einstige obere Bahnhofstraße zwischen Bismarck- und Freiheitstraße.Foto links: Die Obere Bahnhofstraße (hier Anfang des 20. Jahrhunderts), bis zum Bombenangriff auf Remscheid die Verbindung zwischen Freiheit- und Bismarckstraße. Sie führte geradewegs auf den Bahnhof zu. Das Bild spiegelt noch den dörflichen Charakter des „Oberhofes“ wider. Noch hat die nach die nach Stadtbrand 1723/26 wieder aufgebaute Stadtkirche den alten Turm. Nach dem Krieg erhält sie einen Zwiebelturm.  (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Pompöse Balkone waren 1910 in RS "der letzte Schrei"

Die Blumenstraße 2 gibt es auch heute noch. Doch das Haus ist ein anderes. Keine Spur mehr von Fachwerk. Als sich neugierige Bürger neben dem Haus posierten, vor dem der Fotograf sein großes Stativ aufgebaut hatte, schrieb man das Jahr 1910. "Das typisch bergisch verfschieferte Häuschen wirkt etwas verloren vor dem 'modernen' Haus mit seinen pompösen Balkonen", schrieb Rolf Lothmann in seinem 1994 im Wartberg-Verlag  erschienenen Buch "Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild". (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Auf das „Fürberger Land“ fiel im Krieg nur eine Bombe

Der Fürberg, fotografiert von Paul Reifenrath. Sammlung im Historischen Zentrum RemscheidAuf alten Fotos ist die Ackerstraße nur als Schotterweg zum Fürberg zu erkennen. Das änderte sich heftig, als die Stadt Remscheid 1938 beschloss, 24 Grundstücksparzellen an die Rheinische Kleinsiedlung GmbH zu verkaufen. Diese wurden nach den Bestimmungen des Reichsarbeitsministeriums wiederum an die Siedlungsbewerber verlost, und so konnte dann alles losgehen. Die Erstellung der Siedlungshäuser erwies sich als äußerst schwierig, da die umfangreichen Eigenleistungen dadurch beeinflusst wurden, dass die spärlich fließenden Baumaterialien teilweise von S -Leuten, die ebenfalls eine Siedlung bauten, wieder abgenommen wurden. Der Baustoffklau hatte also Hochkonjunktur.

Mitte 1938 begannen die Bauarbeiten. Das heutige Siedlungsgebiet stellte sich als große Weide mit teilweisem Baumbestand dar, an deren Rand die Ortschaft Fürberg und die Häuser Wilms und Bornemann standen. Im Frühjahr 1939 wurde mit den Häusern auf dem Fürberger Land begonnen, während die ersten Häuser an der Ackerstraße schon fast bezugsfertig waren.

Anders als in vielen anderen Remscheider Siedlungen wurden die einzelnen Baulose den Siedlern schon vor Ausschachtungsbeginn zugeteilt, so dass jeder Bauherr sein eigenes Haus baute, während anderswo Siedlungen in Gemeinschaftsarbeit erstellt und dann erst verlost wurden. In der ersten Siedlergeneration wurden vor allem kinderreiche Familien berücksichtigt, und es waren überwiegend Sägenrichter, Sägenschmiede, Gießer, Schlosser, Dreher Schleifer, Former, Dampfkranführer und zu guter Letzt ein Geflügelzüchter vertreten.

Blick vom Volkeshaus zum Fürberg um 1935. Ein ,’Volkwin auf dem Bruch’ (1469) oder ein ‚Volkern zom Hytz" (1513) soll der Namensgeber dieser alten Ortschaft gewesen sein. Hingegen ist der Namensursprung von Fürberg einleuchtend. Fürberg, im Verbund der ‚13 Hastener Höfe’ wurde schon 1369 als Vurberch erwähnt, was nichts anderes als ‚vor dem Berg’ bedeutet. Das Foto setzt diesen Namen schön ins Bild. (aus: ‚Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild’, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)Jeder Siedler hatte an seinem Bau Eigenleistungen zu erbringen, die ihm als Anzahlung auf die Bausumme gutgeschrieben wurden. Über die pünktliche Erfüllung der Eigenleistungen wachte der Siedlungsobmann Erich Koch. Aufgrund der damaligen 48-Stunden-Woche und notwendiger Überstunden war die Pünktlichkeit nicht immer zu gewährleisten, denn die Anfahrt mit der Straßenbahn wurde Opfer der Sparmaßnahmen. Viele Siedler kamen mit dem Fahrrad, bauten am Haus und übernachteten (was verboten war) teilweise in den Rohbauten, um am anderen Morgen früh weitermachen zu können.

Insgesamt konnten die Kriegswirren dem Bautrieb der Siedler nichts anhaben. Ein großes Problem entstand, als die Stadt Remscheid den Siedlern 1945 auferlegte, den Schutt der Ausschachtungsarbeiten (ca. 50 Kubik eter) wegzuräumen, um mit dem Ausbau der Ackerstraße beginnen zu können. Ein Lkw seitens der Stadt war nicht zu bekommen, und per Handkarren und Schubkarre war es ein hoffnungsloses Unterfangen, da die Kippe Solingerstraße 1,5 Kilometer weg war. Welche Lösung letztlich gefunden wurde, ist nicht überliefert.

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Die Kotten von der Bärenkuhle bis zum Hof Morsbach

Blick über die Häuser von Engelskotten zum Gockelshammer. Man erkennt den Bachverlauf und den Abzweig zum Obergraben Gockelshammer (links).Vorne rechts die Bärenkuhle.

Die Bärenkuhle im Morsbachtal hat sich während der Zeit der Eisenbahn Ronsdorf-Müngsten als willkommene Tränke für Pferde einen Namen gemacht. Sie war auch immer ein Anmarschziel der Morsbacher Feuerwehr, so lange diese im Hof die legendären Kirmessen feierte. Allzu gerne erinnern sich manche noch an die hervorragenden Obstweine, an die tellergroßen Schnitzel und überhaupt an die immer wieder gepflegten Getränke und guten bergischen Speisen, egal, wie die Pächter hießen. Um mich nicht „geistig festzusetzen“ in dieser gemütlichen Gaststätte, will ich schnell über den Engelskotten und den Danielskotten berichten: Diese liegen knapp 50 Meter oberhalb der Bärenkuhle. Aus heutiger Sicht (1999) ein hervorragend restauriertes Wohnhaus, das außer dem Anbau jedoch weitestgehend mit dem Schleifkotten identisch ist. Um 1560 wird erstmalig ein "Reckhammer in der Roßwiesen" genannt. Dieser ist gleichbedeutend mit dem 1598 im Elberfelder Lagerbuch erwähnten Schleifkotten in der Roßwiesen. Peter Herbert und Engel Picard bauten den unrentablen Reckhammer um. 1688 erhielten sie die Konzession, "ein absonderlich Geläuft zur Schleifung von Sensen" zu bauen. Ab 1800 ging die Anlage an Engelbert Picard über. Anhand der mundartlichen Überlieferung seines Vornamens (oder seines 1692 erwähnten Vorgängers?) heißt der Kotten noch heute Engelskotten.

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Sanierung von Haus Oelbermann kann sich verzögern

Das Röntgenmuseum in Lennep, als der moderne Anbau noch nicht entstanden war.Unmittelbar an der Stelle, wo Lenneps Stadtmauer vom „Schwelmer Tor" unterbrochen wurde, steht das „Deutsche Röntgen-Museum". Das Fachwerkhaus wurde 1803 von der Familie Oelbermann erbaut und am 18. Juli 1932 von der Stadt Remscheid erworben. Es dauerte aber noch bis  1951, ehe das Museum, mit seiner umfangreichen Bücherei in der Dependance Gänsemarkt 1 (Geburtshaus Röntgens), seinen offiziellen und heute noch gültigen Namen erhielt. Das Foto aus den 1920er Jahren zeigt links das alte Schieferhaus, das später dem modernen Anbau des Museums weichen musste.
(aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Haus Oelbermann, der ältere Teil des Deutschen Röntgenmuseums an der Schwelmer Straße habe eine Auffrischung dringend nötig, hatte es damals im Kulturausschuss geheißen. Für die Verwaltung war das allerdings keine Neuigkeit. Sie hatte für die Fassadensanierung in den zurückliegenden Jahren Rückstellungen gebildet. Und teilweise auch schon abgerufen: Für die Instandsetzung der rückseitigen Fassade und der Seitenteile (u.a. Fenster und Schlagläden im Obergeschoss). Für die noch ausstehenden Sanierungsarbeiten an den Seiten und an der Vorderfront (Sanierung der Fenster und Schlagläden im Erdgeschoss) stünden noch 142.090,78 Euro zur Verfügung, sagte im November Stadtdirektor Sven Wiertz dem Waterbölles auf Nachfrage. Im Etat für 2020 wurde die Summe dann auf 330.000 Euro aufgestockt. Diese Sanierungsarbeiten sollten im September/Oktober 2020 abgeschlossen sein. Das wäre zu wünschen. Denn am 13. November soll nicht nur das Geburtshaus, Gänsemarkt 1, (in der Aula des Röntgengymnasiums) feierlich eröffnet werden, sondern für diesen Tag ist auch die Verleihung der Röntgen-Plakette geplant.

Da wäre es doch schaden, wenn das Haus Oelbermann sich im November noch so eingerüstet präsentieren würde wie zurzeit. Doch was bei Altbausanierungen häufiger vorkommt – die Entdeckung eines zusätzlichen Reparaturbedarfs (siehe Haus Cleff im Historischen Zentrum in Hasten sowie Gesimse, Fenster und Giebel des Turms am Lüttringhauser Rathaus) – ist auch in diesem Fall eingetreten, wie die mit der Sanierung betraute Fachfirma Rosendahl aus Duisburg nach Entfernung der Verblendungen an den Gesimsen feststellte. Thomas Judt, Chef des städtischen Gebäudemanagements, bestätigt es dem RGA: An den alten Eichenbalken seien morsche Stellen und Insektenbefall (Larven) entdeckt worden. Aber man sei „vorsichtig optimistisch“.  

Um auf der sicheren Seite zu stehen, auch hinsichtlich möglicher Zusatzkosten – möchte die Stadt einen Gutachter beauftragen, den Schaden am Holz näher in Augenschein zu nehmen; sie hat einen Experten aufgefordert, ein Angebot abzugeben. Das Vergabeverfahren, die Auftragsvergabe und die Untersuchung könnten womöglich die Sanierungsarbeiten verzögert, schließt Judt nicht aus. Denn Gutachter hätten erfahrungsgemäß volle Auftragsbücher. Da dürfte es dann also für die Restauratoren aus Duisburg zunächst „Warten!“ heißen. Denn erst wenn durch die nähere Untersuchung der Balken der zusätzliche Sanierungsbedarf festgestellt und die Arbeiten ausgeführt worden sind, wird die Sanierung der Fassade abgeschlossen werden können.

Als noch niemand an Karstadt oder Hertie dachte

Die Kölner Straße mit Blick in die Lenneper Altstadt um 1900.Die Kölner Straße mit Blick in die Lenneper Altstadt um 1900. Das imposante Gebäude (links), das noch bis in die 1960er Jahre dass Schuhhaus Flick beherbergte, steht an der Stelle, wo später dann die (inzwischen wieder demontierte) „Brunnenplastik" vor dem Schuhhaus Wegener und der Stadtsparkassenfiliale „sprudelte". Rechts steht das 1926 erbaute Kaufhaus Karstadt, später Hertie, inzwischen wieder teilweise mit „Innenleben“ (von EDEKA und ALDI). Ungefähr auf dem Gelände des Kaufhauses stand ehedem die Bauendahlsche Fabrik, später von Friedrich Hardt gekauft und 1907 abgebrochen. Ab 1913 stand gleicher Stelle das Bekleidungshaus Dörrenberg. (nach: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Mit späteren Schmiede-Techniken kaum zu übertreffen

Der Diederichshammer um 1925.
Im Hammertal am Lobach klopften einst die Wasserhämmer um die Wette. Wie hier der Diederichshammer (um 1925) produzierten die Hämmer hochwertigen Raffinierstahl oder verarbeiteten ihn weiter. Der Diederichshammer (nicht zu verwechseln mit dem Kotten) wurde im 17. Jahrhundert erbaut; man nannte ihn auch Eisen- oder Looshütte. 1731/32 fiel er dem Handelshaus Diederichs zu. 1935 wurde er abgebrochen. Der Talweg entlang der historischen Hammerplätze ist heute als Industrielehrpfad gut ausgeschildert. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Teil III

Die Wasserhämmer der alten Zeit waren sogenannte Schwanzhämmer. Sie waren höchstens 84 kg schwer. Je leichter der Eisenklotz des Hammers, desto schneller der Gang. Umgekehrt musste aber die Hammerwelle möglichst umfangreich und kurz sein. Die stärksten Eichenstämme, deren man habhaft werden konnte, mussten oft unter den größten Schwierigkeiten aus entlegenen Waldschluchten herangeschafft werden. Je mehr die Bergischen Wälder durch die Herstellung der Holzkohlen ausgenutzt wurden, desto seltener wurden diese Baumriesen und desto umständlicher und kostspieliger die Beschaffung der Hammerachsen.

Die Hammerwerke wurden, wie bereits angedeutet, in Eisen-, Rohstahl-, Reck- und Breithämmer unterschieden. Außer diesen führt der Kellner Francken noch Stahl- und Selbsthämmer auf, die wahrscheinlich mit den Reckhämmern gleichbedeutend sind. Vielleicht sind aber auch darunter, sowie unter den vom Beyenburger Rentmeister Karsch erwähnten Klopfhämmerchen Anlagen zu verstehen, die im Dienst der Werkzeugschmiederei standen.

Die Eisenhämmer bearbeiteten das vom Handwerk reichlich verwendete Eisen, das später vorwiegend aus der Radevormwalder und Hückeswagener Gegend sowie aus dem Märkischen bezogen wurde. Sie gaben ihm die Form von Stangen, Bändern, Platten und Blechen, wie sie von den Werkstätten gewünscht wurden. In den Rohstahlhämmern wurden die aus den Siegerländer Hütten) bezogenen Rohluppen oder Stahlkuchen einer weiteren Bearbeitung unterzogen, indem man die spröden Stahlkuchen in Stücke zerschlug, mit zugesetzten Eisenmengen zusammenschmolz und dann unterm Hammer gründlich durcharbeitete. Man bezweckte damit die teilweise Entziehung des Kohlenstoffgehalts und die Befreiung von der noch beigemischten Schlacke. Zuletzt wurde das Erzeugnis unter dem Hammer zu Stangen geschmiedet und zu dünnen Stäben ausgereckt. Das Verfahren war recht umständlich; denn fünfmal, unter Umständen noch öfter, musste das Rohmaterial warm gemacht und durchgeschmiedet werden, bis sich die anfangs getrennten Stahlkörner auf dem Herd zu einer einheitlichen Masse, dem sogenannten „Schrey", vereinigten.

Die Hämmer bei Remscheid, Cronenberg und Lüttringhausen hatten sich schon im Anfang des 18. Jahrhunderts fast ausschließlich der Verfeinerung des aus dem Siegerland bezogenen Rohstahles zugewandt. In diesen als Raffinierhämmer bezeichneten Werken wurde Schmiedeeisen und Stahl durch wiederholtes Zusammenschweißen und Ausschmieden, das sogenannte Gärben oder Raffinieren, zur Herstellung von Waffen und feineren Werkzeugen zubereitet. Diese Hämmer hatten eine zwiefache Aufgabe. Sie brachten nicht nur das Material in die zweckmäßigste Form, sondern sie verbesserten es auch. Bei dem wiederholten Erhitzen wurden die härteren Partien durch die weicheren entkohlt, und unter den Schlägen des Reckhammers erfolgte die Auspressung der noch beigemischten Unreinigkeiten und gleichzeitig die Verdichtung der Masse. Die Auswahl der verschiedenen Stahl- und Eisensorten und ihre zweckentsprechende Zusammenfügung, sowie die weitere Verarbeitung setzten ein hohes Maß von Erfahrung und Geschicklichkeit voraus. Die Bergischen Raffinierschmiede hatten es in der Bereitung geeigneter Werkzeugstähle soweit gebracht, dass ihre Erzeugnisse bis heute von der fortgeschrittenen Technik kaum übertroffen worden sind.

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