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Da sahen Rathaus und Waterbölles noch anders aus

"Auf dem Scheid" hieß das Gelände früher, auf dem zwischen 1902 und 1906 das Remscheider Rathaus entstand. "Schöttenfeld" (Schützenfeld), "Kaiserplatz" und "Rathausplatz" folgten, danach dann der "Theodor-Heuss-Platz". Links auf dem Foto oben aus dem Jahre 1929 ist die Markthalle zu sehen, der der Remscheider Schützenverein zunächst kritisch gesehen hatte. Dort steht heute die Stadtsparkasse, die 1929 noch im Rathaus untergebracht war. Am rechten Bildrand sieht man das Dach der alten Vereinsschule   Den steinernen Löwen sucht man auf diesem Foto vergeblich; der kam erst später unter den Nazis. (Foto aus „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag).

Wohnungsbau am Anger verdrängte Sportmannschaften

Mit dem Baubeginn der Siedlung „Am Anger" wurden vier Senioren-, fünf Jugend- und zwei Schülermannschaften des BV 10 Remscheid „heimat­los". Aber das Fußballspielen hatte für die hier im Jahre 1920 versammelten Honoratioren keinen so hohen Stellen­wert. Der Wohnungsbau hatte Priorität. Um 1900 wohnten in 647 erfassten Haushaltungen 3.303 Perso­nen in 1.610 Zimmern. Auf eine Haushaltung kamen durchschnittlich fünf Personen in zweieinhalb Zim­mern. Der später gegründete Gemeinnützige Bau­verein erstellte bis 1919 185 Häuser. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Vom kaiserlichen Postamt an der "Kolstrot"

Die Gertenbachstraße in Lüttringhausen um 1920.

Dass die Gertenbachstraße in Lüttringhausen, hier um 1913, ihren Namen nach dem hier entspringenden Gertenbach führt, war nur der Aprilscherz eines Lüttringhauser Bürgers. Vielmehr soll die frühere „Kolstrot" an den langjährigen und verdienten Lüttringhauser Bürgermeister Richard Gertenbach (1890 bis 1928 im Amt) erinnern. Gertenbach wurde am 25. April 1925, fast genau vier Jahre vor seinem Tode, zum Ehrenbürger ernannt. Auf dem Foto ist rechts das 1888 installierte kaiserliche Postamt zu sehen.Überhaupt ist und war die Gertenbachstraße die Hauptstraße vom „Dorf im Grünen". Dort befindet sich die Löwen-Apotheke, die älteste Apotheke im „Dorf“ - schon 1733 genannt. Dort war 1870 das alte Rathaus, und nicht zuletzt feierte dort am 12. August 1928 die heute noch aktuelle Heimatspielbühne mit dem Stück „Schützen, Ritter und Rosen" Premiere. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Ein Stadtgarten mit Freilichtbühne und „Trinkhalle"

Lenneps einstiger Stadtgarten.

Vom Lenneper Stadtgarten, hier um 1900, ist nichts geblieben außer Erinnerungen und die Straßenbezeichnung „Zum Stadtgarten". Dabei hatten die Lenneper in dem Buch „Der Landkreis Lennep und seine Gemeinden" aus dem Jahr 1928 noch ausgiebig Reklame für ihren Stadtgarten gemacht. Eine Freilichtbühne und eine „Trinkhalle" waren das Kernstück des Stadtgartens. Verbunden durch Spazierwege und mit manch „lauschigen" Ecken bot er den Lennepern Raum für Entspannung. Wo heute der Waldfriedhof zwischen Schwelmer und Hackenberger Straße, die damals nur ein Weg mit schwarzer Asche war, lag Lenneps Ruhezone. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Im Krieg landete die Kaiserfigur im Schmelzofen

Das alte Kaiserdenkmal am Lenneper Mollplatz.Das am „Sedanstag" 1889 eingeweihte Kaiserdenkmal am Lenneper Mollplatz in den 1920er Jahren. Kaiser Wilhelm I., der hier nur scheinbar unantastbar ,,residiert", musste dem zunehmenden Verkehr weichen. Das Denkmal am Moll­lplatz, dem ehemaligen Kaiserplatz, wurde verkleinert, und der Kaiser kam auf den extra für ihn geschaffenen Hohenzollemplatz an der Ringstraße. Im zweiten Weltkrieg ereilte auch den Kaiser sein Schicksal. Dem Rohstoffmangel gehorchend wurde die Bronzefigur eingeschmolzen. Das Denkmal am Mollplatz verschwand in den 1960er Jahren, ebenso die herrlichen Kastanien. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Um 1565 entstand im Leyerbachtal die erste Mühle

Ortschaft Leyermühle im Leyerbachtal um 1900.

Vermutlich um 1900 entstand diese Aufnahme der Ortschaft Leyermühle im Leyerbachtal. An der Einmündung des Bornscheider Siepens und des Pfaffenbirkerbachs in den Leyerbach genehmigte Herzog Wilhelm um 1565 dem Peter Vormann auf der Halbach, eine Mühle zu bauen. Die Mühle, 1943 durch Bomben zerstört und als Wohnhaus wieder aufgebaut, war Grundlage für die kleine Ortschaft. Der angrenzende Leyerhammer, auch als Stursbergs-. Holberts- oder Grimmshammer bekannt, datiert aus dem Jahr 1726, durch Kaspar Honsberg erbaut, ist heute Eigentum der Firma Grimm, die den historischen Hammer völlig restaurierte. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Remscheider Schlittschuhe hatten einst Weltgeltung

Remscheider Schlittschuhe hatten einst Weltgeltung: Auf welchen zugefrorenen Teichen im vorigen Jahrhundert auch immer Pirouetten gedreht wurden – die Schlittschuhe kamen mit großer Sicherheit aus bergischen Produktione.  Zwar fuhr noch auf der Winterolympiade 1994 in Lillehammer (Norwegen) ein deutscher Bob „Remscheider Kufen'", aber dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser einmal herausragende Industriezweig schon damals im Aussterben begriffen war. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Historische Fotos von Handel und Gewerbe um 1900

Foto oben: Der Wagen des Getränkehändlers Hackländer, Bismarckstraße 84, ist um 1900 schwer beladen. Hoch türmen sich die Bierkästen hinter dem im blütenreinen Weiß gekleideten Wagenlenker. Die Familienangehörigen auf der Treppe, wie die beiden stolzern Rappen, scheinen sich des Fotoaugenblicks gewiss. Nicht im Bild übrigens der „Bergische Kloaren", ohne den damals keine Feier in Remscheid denkbar war.

Die Belegschaft des Schreibwarengeschäftes Seiberg an der Schüttendelle 1913.Foto rechts: Die Belegschaft des Schreibwarengeschäfts und der Buchbinderei Johann Gottlieb Seiberg jr., Schüttendelle 55, im Jahre 1913/14 dem Fotografen.

Foto links: Die „Bonner Markthalle" des Peter Heinen stand um 1910 Ecke Peter- und Nordstraße. „Fenster auf zum Lüften und alles zum Fotografieren raustreten!“ könnte dieses Bild untertitelt sein. Das vierstöckige Haus ist nicht „typisch bergisch" geschiefert. Aber der Schiefer war nach 1900 auch mehr so preiswert.

Foto rechts: Stolz präsentiert sich die Belegschaft des Kohlenhändlers Hermann Schauenburg dem Fotografen um 1899/1900. Die Aufnahme zeigt die untere Neuenkamper Straße, unmittelbar vor der später links abzweigenden Metzer Straße. Das Haus wurde 1968 abgerissen. Laut Adressbuch von 1896 war H. Schauenburg da noch Lagerarbeiter, drei Jahre später dann Kohlenhändler. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Der Name Kranerhof soll auf Cradenholl zurückgehen

Der Kranerhof in Lüttringhausen um 1920.

Die Gaststätte „Kranerhof", hier in den 1920er Jahren, liegt an einer der wichtigsten Straßenverbindungen Lüttringhausens, an der Remscheider Straße. Teilstückweise wurde diese ab 1845 gebaut. Vorbei an der 1896 eingeweihten „Stiftung Tannenhof', Kranen. Sturzberger Höhe, Golden- und Singerberg führt sie in die Haddenbach. Trotz zahlreicher Umbauten und Renovierungen hat sich das Gesicht des Kranerhofes kaum verändert. Sein charakteristischer „Oberbau" ist auf der Höhe stehend gut sichtbar. Der Name Kranerhof (Kranenholl, Kranen) soll auf eine alte Hofbezeichnung aus dem Jahr 1597 Cradenholl (Kradenholl) zurückgehen. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Die frühere Bismarckstraße zwischen Bahnhof und Markt

Das Foto links datiert aus dem Jahr 1925: Mit seinen mehr als 50 Fenstern machte das imposante Restaurant „Europäischer Hof, Inhaber August Wiesenfeld, Bismarckstraße 70, schon einiges her. Das Gelände wurde früher Birgdenkamp genannt. Dort war um 1840 eine Posthalterei mit 15 Pferden. Ab 1861 wurde die Straße, nach Absprache mit den Anwohnern, durch auf Holzpfähle stehende Öllampen erleuchtet. Aber das ist lange her.

Foto rechts: So sah die Bismarckstraße um 1920 aus. Vor dem Restaurant (links) zweigte die Straße ab, die direkt zum Bahnhof führte. Also stand der Fotograf etwa da, wo sich vor dem Umbau des Bahnhofsvorplatzes der alte Bahnhofstunnel befand. Vor dem für Remscheid so typischen „Bügeleisenhaus" zweigt rechts die Nordstraße ab.

Das alte Remscheider Rathaus. Dort steht heute das EMA-Gymnasium.

Foto links: Noch beherrscht das Auto nicht die Straßenszene. Mensch und Tier haben die Fahrbahn (noch) für sich. Einzig die Straßenbahn macht ihnen die Herrschaft streitig. Am 15. November 1920 konnte die Geschäftsleitung der Stadtwerke den Kauf von acht vierfenstrigen „Düsseldorfer Triebwagen" verkünden.  Dadurch konnten zwölf alte Wagentypen der Baujahre 1897-1900 außer  Dienst gestellt werden.

Die einstige obere Bahnhofstraße zwischen Bismarck- und Freiheitstraße.Foto links: Die Obere Bahnhofstraße (hier Anfang des 20. Jahrhunderts), bis zum Bombenangriff auf Remscheid die Verbindung zwischen Freiheit- und Bismarckstraße. Sie führte geradewegs auf den Bahnhof zu. Das Bild spiegelt noch den dörflichen Charakter des „Oberhofes“ wider. Noch hat die nach die nach Stadtbrand 1723/26 wieder aufgebaute Stadtkirche den alten Turm. Nach dem Krieg erhält sie einen Zwiebelturm.  (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Pompöse Balkone waren 1910 in RS "der letzte Schrei"

Die Blumenstraße 2 gibt es auch heute noch. Doch das Haus ist ein anderes. Keine Spur mehr von Fachwerk. Als sich neugierige Bürger neben dem Haus posierten, vor dem der Fotograf sein großes Stativ aufgebaut hatte, schrieb man das Jahr 1910. "Das typisch bergisch verfschieferte Häuschen wirkt etwas verloren vor dem 'modernen' Haus mit seinen pompösen Balkonen", schrieb Rolf Lothmann in seinem 1994 im Wartberg-Verlag  erschienenen Buch "Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild". (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Auf das „Fürberger Land“ fiel im Krieg nur eine Bombe

Der Fürberg, fotografiert von Paul Reifenrath. Sammlung im Historischen Zentrum RemscheidAuf alten Fotos ist die Ackerstraße nur als Schotterweg zum Fürberg zu erkennen. Das änderte sich heftig, als die Stadt Remscheid 1938 beschloss, 24 Grundstücksparzellen an die Rheinische Kleinsiedlung GmbH zu verkaufen. Diese wurden nach den Bestimmungen des Reichsarbeitsministeriums wiederum an die Siedlungsbewerber verlost, und so konnte dann alles losgehen. Die Erstellung der Siedlungshäuser erwies sich als äußerst schwierig, da die umfangreichen Eigenleistungen dadurch beeinflusst wurden, dass die spärlich fließenden Baumaterialien teilweise von S -Leuten, die ebenfalls eine Siedlung bauten, wieder abgenommen wurden. Der Baustoffklau hatte also Hochkonjunktur.

Mitte 1938 begannen die Bauarbeiten. Das heutige Siedlungsgebiet stellte sich als große Weide mit teilweisem Baumbestand dar, an deren Rand die Ortschaft Fürberg und die Häuser Wilms und Bornemann standen. Im Frühjahr 1939 wurde mit den Häusern auf dem Fürberger Land begonnen, während die ersten Häuser an der Ackerstraße schon fast bezugsfertig waren.

Anders als in vielen anderen Remscheider Siedlungen wurden die einzelnen Baulose den Siedlern schon vor Ausschachtungsbeginn zugeteilt, so dass jeder Bauherr sein eigenes Haus baute, während anderswo Siedlungen in Gemeinschaftsarbeit erstellt und dann erst verlost wurden. In der ersten Siedlergeneration wurden vor allem kinderreiche Familien berücksichtigt, und es waren überwiegend Sägenrichter, Sägenschmiede, Gießer, Schlosser, Dreher Schleifer, Former, Dampfkranführer und zu guter Letzt ein Geflügelzüchter vertreten.

Blick vom Volkeshaus zum Fürberg um 1935. Ein ,’Volkwin auf dem Bruch’ (1469) oder ein ‚Volkern zom Hytz" (1513) soll der Namensgeber dieser alten Ortschaft gewesen sein. Hingegen ist der Namensursprung von Fürberg einleuchtend. Fürberg, im Verbund der ‚13 Hastener Höfe’ wurde schon 1369 als Vurberch erwähnt, was nichts anderes als ‚vor dem Berg’ bedeutet. Das Foto setzt diesen Namen schön ins Bild. (aus: ‚Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild’, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)Jeder Siedler hatte an seinem Bau Eigenleistungen zu erbringen, die ihm als Anzahlung auf die Bausumme gutgeschrieben wurden. Über die pünktliche Erfüllung der Eigenleistungen wachte der Siedlungsobmann Erich Koch. Aufgrund der damaligen 48-Stunden-Woche und notwendiger Überstunden war die Pünktlichkeit nicht immer zu gewährleisten, denn die Anfahrt mit der Straßenbahn wurde Opfer der Sparmaßnahmen. Viele Siedler kamen mit dem Fahrrad, bauten am Haus und übernachteten (was verboten war) teilweise in den Rohbauten, um am anderen Morgen früh weitermachen zu können.

Insgesamt konnten die Kriegswirren dem Bautrieb der Siedler nichts anhaben. Ein großes Problem entstand, als die Stadt Remscheid den Siedlern 1945 auferlegte, den Schutt der Ausschachtungsarbeiten (ca. 50 Kubik eter) wegzuräumen, um mit dem Ausbau der Ackerstraße beginnen zu können. Ein Lkw seitens der Stadt war nicht zu bekommen, und per Handkarren und Schubkarre war es ein hoffnungsloses Unterfangen, da die Kippe Solingerstraße 1,5 Kilometer weg war. Welche Lösung letztlich gefunden wurde, ist nicht überliefert.

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