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Ein paar satirische Betrachtungen zum Baumschutz in RS

"Ortlinghaus-Villa soll zwölf Doppelhäusern weichen“, titelte der Waterbölles am 13. Juli 2013. Dass auch ein Baumbestand den neuen Häusern im Wege stand, zeigt sich jetzt; die Bäume wurden allesamt abgeholzt. Nicht nur Fichten, sondern auch alte Laubbäume standen auf dem großen Areal. Die Mitglieder der Bezirksvertretung (BV) Süd hatten bislang angenommen, die Abholzaktion habe ihre Richtigkeit. Inzwischen sind Zweifel daran aufgekommen. In der BV-Sitzung am vergangenen Mittwoch wurde die Vermutung geäußert, der Bauträger besitze noch gar keine Baugenehmigung, hätte folglich die Bäume noch gar nicht fallen lassen dürfen. Im Übrigen handele es sich um ein Grundstück im Stadtgebiet, hier greife folglich die Baumschutzsatzung der Stadt, meinte Bernd Störmer (W.i.R.) Die BV beschloss daraufhin einen Prüfauftrag an die Verwaltung. An den geschaffenen Fakten ändert das zwar nichts. Aber, so Störmer, man könne so den Verursacher ermitteln und gegebenenfalls zur Rechenschaft ziehen...

von Hans Gerd Göbert
 

Der Baum an sich ist ein sehr wertvolles Wesen. Er spendet im Sommer Schatten und mildert im Winter die Kraft der scharfen Ostwinde. Er trägt zahlreiche Früchte und gibt durch sein Laub wertvollen Humus. Er liefert dem Menschen Holz zum Verbrennen, Bauen und Vermarkten für andere Zwecke. Unzähligen Tierarten bietet er Lebensraum, Nahrung und Versteck. Vor allen Dingen aber produziert er den lebensnotwendigen Sauerstoff und er bietet als Wald Raum den Raum für Erholung. So lange, wie er den Expansionsgelüsten der Menschen nicht im Wege steht. Unter diesen Aspekten wäre eigentlich jeder Baum schützenswert. Sei es nun ein alter Fichtenbestand oder ein betagter, zu großen Teilen abgestorbener Apfelbaum auf einer Streuobstwiese, der noch mehr Tieren Nahrung und Unterschlupf bietet als ein gesunder. Experten halten Totholz oft für wertvoller als eine Fichtenmonokultur

Um dem mehr als wertvollen Allgemeingut „Baum“ den bestmöglichen Schutz zu gewähren, hat die Stadt Remscheid vor Jahren eine Satzung entwickelt und durch den Rat der Stadt beschließen lassen; sie soll wertvolle Bäume vor der übereiligen Kettensäge bewahren. Die Baumschutzsatzung besagt, dass schützenswerte Bäume, die in einem Meter Höhe einen Umfang von mehr als 1,20 Meter haben, generell geschützt sind. „Generell“ heißt aber in erster Linie „auf privaten Grundstücken“. Der öffentliche Bereich ist bei den Schutzvorschriften aber gesondert zu betrachten. Der naturverbundene Mensch mag zwar annehmen, dass sehr alte, große und stattliche Bäume besonders schützenswert seien. Doch einige Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass in Remscheid nach dieser Prämisse nicht immer gehandelt wird. Versuchen wir einmal, uns diesen Remscheider Gegebenheiten chronologisch zu nähern:

Wenn eine Privatperson oder ein privates Unternehmen auf dem eigenen Grund und Boden bauen will, sind die dort wachsenden Bäume, seien sie noch so alt, schön und gesund, schutzlos der Kettensäge ausgeliefert. Dann gilt – vor allen anderen – der Grundsatz „Baurecht bricht Baumrecht!“. Auch angesichts schützenswerter Bäume nach der Baumschutzsatzung oder wertvolle Sträucher und Hecken stehen alle Beteiligten stramm vor diesem in Beton gemeißelten Gesetz, das ein ehemaliger Stadtplaner bei jeder Gelegenheit anwendete. Doch wer meint, all jene, die sich darauf berufen, hätten jemals konkret sagen können, hinter welchem Landesgesetz sich dieses Todesurteil für viele Bäume verbirgt, der wird lange suchen. Nirgendwo ist der Grundsatz „Baurecht bricht Baumrecht!“ eindeutig belegt. Aber das macht ja rein gar nichts - gegebenenfalls werden die im Wege stehenden Bäume zu „Gefahrenbäumen“. Und die m ü s s e n dann natürlich schnellstens entfernt werden. Hier nur ein paar Beispiele von vielen:

Zwischen Herderstraße und Gesundheitsamt wurde festgestellt, dass ein alter, städtischer Laubbaumbestand von etwa 50 x 20 m sich urplötzlich zu „Gefahrenbäumen“ entwickelt hatte. Er musste flächendeckend gefällt werden. Dabei stellte sich auch noch nebenbei heraus, dass es sich bei diesem Bereich um Wald handelte. Dort gelten nicht einmal die laut Landesnaturschutzgesetz üblichen Vogelbrutschutzzeiten. Der Laie wird denken, wie, ausgerechnet im Wald keine Vogelbrutschutzzeiten, wo denn dann? Gute Frage. Laut fundamentaler Aussage des Grünflächenamtes gilt sie nämlich auch nicht in öffentlichen Parks etc., dafür aber auf öffentlichen Grünflächen. Alles verstanden? Natürlich ebenfalls auf Privatgrundstücken, wo die Besitzer sogar mit Strafen rechnen müssen, falls sie sich nicht streng an die gesetzlichen Vorschriften halten. Es sei denn, sie wollten dort bauen. Dann siehe oben!

Wie man sieht, Bäume und Vögel, Kriechtiere etc. sind in Remscheid mehr als umfassend geschützt. Zumindest in den ausgewiesenen 23 Naturschutzgebieten. Im vorliegenden Fall machte darüber hinaus mehr als stutzig, dass der gesamte, ähnliche und gleich alte Laubbaumbestand auf der anderen Seite des Weges, also drei Meter entfernt, komplett von der Seuche verschont geblieben war, die auch sie zu Gefahrenbäumen hätte werden lassen können. Der bis heute nicht klar widerlegte Verdacht lag nahe, dass man die ach so kranken Bäume davon abhalten wollte, zunehmend die Dachterrasse eines bekannten Remscheider Persönlichkeit (VIP) zu beschatten...

Die wunderschöne Blutbuche an der Schüttendelle musste weichen, weil Fachleute wie Sachverständige ihr einen mehr als maroden und gefährlichen Zustand attestiert hatten. Bis in den Kern würde dieser Baum von einem Pilz zerfressen, und seine Äste bereits im Absterben begriffen sein. Nach dem Fällen würde man in dem Stamm nichts als „faulen Glibber“ vorfinden. Hier galt übrigens nicht das geflügelte „Baurecht bricht Baumrecht“. Während und nach dem Fällen zeigten sich an den Hauptästen und ebenso am Stamm glatte, helle, feste und gesunde Schnittstellen. Wie und von wem dieses gefragte Holz vermarktet wurde, dürfen andere hinterfragen. Vielleicht hätte dieser wunderschöne Baum aber auch noch zwanzig Jahre oder länger dort stehen können, wenn man zunächst den Pilz um seinen Stamm entfernt und dann eine Kernbohrungsuntersuchung durchgeführt hätte. Wer hätte das bezahlen sollen? (In diese Richtung könnten auch die Überlegungen der Fraktion DIE LINKE gehen mit ihrem Antrag auf ein Baumschutzkataster).

Aber nicht nur Baurecht bricht Baumrecht in Remscheid, sondern auch Einzelrecht in Bezug auf persönliches Wohlbefinden. Da beschwerte sich eine offenbar allergiekranke Dame ausgerechnet im Spätherbst über die jeweils im Frühjahr fliegenden Pappelsamen/Pollen, die ihr einen Dauerschnupfen bescheren würden. Ohne lange zu fackeln, rückte das Forstamt an und fällte einen großen Pappel-bestand im Lennepebachtal. Offenbar ohne zu wissen, ob die Frau tatsächlich gegen Pappeln allergisch ist oder ob sie sich nur über die Pappelsamen in ihrer Wohnung geärgert hatte. Interessant war allerdings dabei, seitens der Forstamtsleitung zu erfahren, dass man die gefällten Bäume gut vermarkten könne.

Mit dieser schnellen Vorgehensweise scheint nun endgültig die Büchse der Pandora geöffnet, die es Hinz und Kunz ermöglicht, alle Bäume in ihren Wohnumfeld aus den unterschiedlichsten Befindlichkeiten heraus fällen zu lassen. Und es geht bereits los: An der Werthstraße meldeten sich plötzlich Bewohner, denen die Äste städtischer Bäume“ schon fast bis ins Wohnzimmer wachsen“. Viel schlimmer, im Herbst weht Laub auf die Balkone. Also weg damit, wenn die Stadt bloß Geld dafür hätte. Daher meint ein findiger Bezirksvorsteher, man könnte diese städtischen Bäume doch durch die Anwohner selbst schneiden oder entfernen lassen - natürlich unter strenger behördlicher Aufsicht.

Wem das viele Wildkraut auf städtischen Friedhöfen nicht mehr gefällt, der könnte es auch selbst rupfen, während ein städtischer Mitarbeiter daneben sitzt und die fachlichen Anweisungen erteilt. Falls Bürger die Grünflächen im Stadtpark mähen möchten, was ohne den Rübezahl-Felsen viel einfacher geworden ist, könnten sie das mit Geräten aus dem städtischen Maschinenpark unter Aufsicht eines städtischen Mitarbeiters gerne machen. Wer den Schlamm aus dem Stadtparkteich „bergen“ möchte, kann das unter städtischer Aufsicht ebenfalls. Er müsste den nach Aussage des Fachdienstes stark belasteten Schlamm dann nur auf seine Kosten als Schadstoffmaterial entsorgen. Der Sammelbegriff für all diese genialen ehrenamtlichen Aktivitäten könnten neudeutsch „Public Working“ sein.

Im Zusammenhang mit dem geplanten DOC zeichnet sich ab, dass uralte Linden an der Wupperstraße, vielleicht auch der Brehm- und Röntgenstraße dem Baurecht weichen müssen. Ob auch diese Bäume sich gleichsam über Nacht zu Gefahrenbäumen entwickeln werden, und wer ihr Holz dann gewinnbringend vermarktet kann, wir sich zeigen, immerhin ist es städtisches Holz.

Auf der Alleestraße müssen die Platanen geschnitten werden, weil ihre Äste bald die Fensterscheiben der Anwohner sprengen könnten. Der Rückschnitt von Platanen ist allerdings eine sehr sinnvolle Sache, damit die Bäume eine richtige Allee bilden, ohne gleich in den Himmel zu wachsen. Es sei denn, es würde sich vorher noch ein Anwohner aus irgendeiner dritten Etage melden, er leide unter dem sogenannten „Platanen-Krupphusten“. Dann aber schnell weg damit.

Angesichts dieser Gemeingelage räume ich dem Antrag der Linken auf ein Baumkataster leider kaum Erfolgschancen ein. Auch deshalb, weil es mit Arbeit verbunden wäre und die betreffenden Ämter bekanntlich permanent unterbesetzt sind.

Wenden wir uns nun noch ein wenig den Tieren, speziell den Vögeln zu, die von und auf den Baümen leben. Im Südbezirk (Mannesmannpark an der Burger Straße) müssen sie weichen, weil die dortige Bevölkerung vor dem schleichenden Hungertod bewahrt werden muss. Als vor Jahren ein Teil des Parks einem ALDI-Markt geopfert wurde, flatterten unzählige Vögel in diesem Bereich tagelang orientierungslos, geradezu panisch, hin und her. Sie hatten ihre Futterstellen, ihre Heimat verloren.

Nun wird der eine oder andere sagen: „Warum fliegen sie nicht einfach auf die andere Seite der Burger Straße, dort stehen doch noch genug Bäume. Das wäre richtig, wenn diese Bäume und Brustkästen nicht schon durch andere Vögel belegt wären. So entbrennt ein Kampf um die Reviere. Aber was kümmern uns die paar Vögel, Kriechtiere und Lebewesen, die den Mannesmannpark bevölkert haben, wenn es um einen neuen Frischemarkt geht - um jeden Preis. Obwohl das neue Einzelhandelskonzept das eigentlich gar nicht zulässt!

Der Preis für das bedenkenlose, oft sogar sinnlose Entfernen alter, sehr oft noch gesunder Bäume ist hoch, langfristig jedenfalls, also für alle nachwachsenden Generationen. Denn wo sich mangels Bäumen die Vogelwelt zurückzieht, drängen Insekten aggressiv nach. Vor allem aber: Es fehlen die Bäume, die den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff liefern, Schadstoffe aus der Luft filtern, den Wasserhaushalt regulieren, den Boden vor Erosion bewahren usw.. Hauptsache, wir bekommen einen neuen Frischemarkt. Am besten an jeder Straße einen, direkt vor der eigenen Haustüre. Immer nach dem Motto: „Nach uns die Sintflut“.

Trackbacks

wupperseiten.de am : PingBack

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Waterbölles am : Neuer B-Plan soll Restwald sichern und Einzelhandel beschränken

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Die Stadt Remscheid will für das Gebiet Burger Straße zwischen Bliedinghauser Straße und Reinhard-Mannesmann-Straße (Mannesmannpark / ALDI-Markt) einen neuen Bebauungsplan (Nr. 661) aufstellen. Darüber hat am 26. Februar die Bezirksvertretung

Kommentare

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Udo Hellmann am :

Lieber Hans Gerd, an und für sich schätze ich Deine "satirischen Kommentare". Bei der Abfassung des vorliegenden vermischt Du allerdings Äpfel mit Birnen. Das Grundlegende zum Baumschutz unterstütze ich als ehemaliges Mitglied des Umweltausschusses selbstredend. Es gibt allerdings Fälle, in denen das Wohl des Menschen höher anzusiedeln ist. Zugegeben ich bin als Anwohner des Hasenbergs Betroffener. Kein Allergiker, nur Anwohner. Jahrelang haben wir geschwiegen. Frühjahr für Frühjahr, während der recht lange andauernden Pappelsamen-Flugzeit war es den Anwohnern nicht möglich, Terrasse oder Balkon zu nutzen. Es war unmöglich Fenster oder Türen zum Lüften zu öffnen. In Windeseile war der Pappelsamen in der Wohnung. Dass nun auch Nachbarn allergische Reaktionen zeigten, brachte das Fass zum Überlaufen. Dem Forstamt ist für das kurzfristige Eingreifen zu danken. Es ist in diesem Falle nicht der Platz für Kritik oder satirische Kommentare. Ich hoffe, dass Du mit diesen Informationen sachlich,statt nur satirisch umzugehen weißt.

Hans Gerd Göbert am :

Lieber Udo, danke für Deinen Kommentar. Vor allen Dingen deshalb, weil es bisher der einzige ist. Es ist auch erfreulich, dass Du bis auf die Abholzung im Lennepebachtal offenbar alles andere "unterschreiben" kannst. In Remscheid ist nur das Dumme, wie Du aus Deinen langjährigen Erfahrungen weist, dass fast ausschließlich das Wohl der Menschen höher anzusiedeln ist. So war auch der Ausflug ins Lennepebachtal zu verstehen. Ich darf noch ein Beispiel nennen: Hinter der Siedlung Bökerhöhe ist das älteste und mit das größte Naturschutzgebiet in Remscheid. Dort gibt es sehr große Birken-, Ulmen-und Pappelbestände. Was das für die Anwohner der Bökerhöhe Jahr für Jahr bedeutet, erübrigt sich von selbst. Ich wohne 50 Meter von dort entfernt und bin Pollenalergiker (mit Allergiepass). Glaubst Du, ein einziger Anwohner oder ich wären in all den Jahren jemals auf die Idee gekommen, vom Forstamt die Abholzung dieser Bestände zu verlangen? Glauben die Anwohner des Hasenberg, die Anwohner der Bökerhöhe hätten nicht jedes Jahr den Mist in ihren Wohnungen und Triefnasen?

Michael Mahlke am :

Ich bin sehr froh über den ernst-satirischen Beitrag. Er bringt das auf den Punkt, was ich seit einigen Jahren hier erlebe und ebenfalls schon vielfach dokumentiert habe. Es wird nur keine Lösung geben, weil immer mehr Menschen kein Verhältnis zur Natur haben. Die Bäume in der Innenstadt sind meistens Kackecken für Hunde, und selbst in Siedlungen wie Am Ueling werden Bäume langsam zur Mangelware auf den Grundstücken und vielfach als Belästigung empfunden, weil sie "Dreck" machen. Krähen und Raben sind die einzigen Bewohner, die auch gerne auf Schornsteinen sitzen. Der Grüngürtel drumherum wird immer mehr ausgedünnt. Liegt es am Wald 2.0? Wer weiß, ich weiß nur, es steht 2:0 gegen den Wald und die Bäume in Remscheid. In Solingen scheinbar noch nicht. In diesem Sinne noch mal danke für den Beitrag.

Klaus R. Schmidt am :

Der Gastkommentar von Herrn Göbert kann nur begrüßt und unterstrichen werden. Nach der soeben begonnenen Vernichtung des restlichen Mannesmann-Parks mit dem alten Baumbestand an der Burger Strasse, dem totalen Kahlschlag an der Lenneper Strasse (Vömix), den wiederholten Eingriffen und frevelhaften städtischen Aktionen in der Bürgerstiftung Stadtpark müsste eigentlich ein Aufschrei durch die Bevölkerung Remscheids gehen. Was machen denn unsere Vertreter im Stadtrat und in den Bezirksvertretungen? Wozu unterhalten wir überhaupt noch ein kostspieliges "Grünflächenamt", wenn systematisch die innerstädtischen Baumbestände abgeholzt und die Grünflächen vernachlässigt werden. Ein weiteres Negativbeispiel ist die Trasse des Werkzeugs, deren bei der Einweihung noch hochgepriesene "Leuchtturm-Projekte" inzwischen so gut wie verschwunden sind. Armes Remscheid.

Neumann, Harald am :

Ich kann meinem Kollegen Klaus nur Recht geben. Besonders liegt mir die Trasse des Werkzeugs am Herzen. Sie ist so zugewachsen, dass der Weitblick bzw. das Panorama Richtung Solingen-Cronenberg nicht mehr zu bewundern ist. Gerada disbezüglich kamen Teilnehmer zur Führung. Schade, sehr Schade, dass auch die Informationsschilder verschmiert, unlesbar und zugewachsen sind. Was waren wir doch stolz auf diesen Panoramaweg im Jahr der Eröffnung 2006! Harald Neumann, Stadtführer

Christel und Manfred Melzer am :

Für uns alle war es nicht möglich, die Frühlingszeit und evtl. auftretende Sonnenstrahlen zu nutzen. Lüften konnten wir nur in der Zeit von abends ca. 22 Uhr bis morgens ca. 7 Uhr. Terrasse oder Balkon zu betreten, war einfach unmöglich. Wir konnten nicht, wie andere Menschen, die Sonne genießen oder vielleicht sogar einmal grillen oder auf der Terrasse Kaffee trinken, wir wagten uns oft kaum aus dem Haus. Der Samen verfing sich in der Nase, den Ohren und selbst ein freundliches : "Guten Morgen " zu sagen, war schon zu viel, da man sofort die Pappelsamen im Mund hatte. Beim Kochen konnte man nur mit herunter gelassenen Rollläden lüften, ansonsten hätten wir ganze Knäuel im Haus gehabt. Der Rasen war weiß und nicht, wie gewohnt, grün. Die entsprechenden Bilder wurden u. a. im WDR-Fernsehen übertragen. Zum Teil ist das Unverständnis derer, die nicht hier ansässig sind, sogar verständlich. Vielleicht haben die, die heute über das Fällen dieser Bäume ihren Missmut zeigen, nicht im "WDR, Lokalzeit Berg. Land" Fernsehen mit bekommen, wie schlimm das wirklich war. Um uns zu verstehen, muss man es erlebt haben. Außerdem möchte ich erwähnen, dass die Samen auch eine Brandgefahr bedeuten und die Feuerwehr deswegen im vergangenen Jahr ausrücken musste. Sie musste einen Brand löschen, der durch eine Spontanentzündung der Samen allein durch die Sonneneinstrahlung entstanden war (Verpuffung). Die Samen und vor allem der Umstand, in welchen Mengen sie aufgetreten sind, waren also auch ein bedeutendes Sicherheitsrisiko. Von den Kosten, die Einzelnen und auch der Allgemeinheit, durch einen größeren Brand hätten entstehen können, einmal ganz zu schweigen. Wir alle lieben und achten die Natur um uns herum. Dennoch muss man durchaus differenziert betrachten, welche Pflanzen ortsansässig sind und in unser Ökosystem gehören und welche nicht. Wir sehen einer Aufforstung mit heimatlichen Bäumen und Sträuchern durchaus freudig entgegen. Die Pappeln gehören nicht in unser Ökosystem und haben mehr Schaden als Nutzen verursacht.

Bernd Fritze am :

Ich verfolge mit großer Aufmerksamkeit die Berichte zu diesem Thema. Im Besonderen darum, da ich als Anwohner des Hasenberg indirekt betroffen bin. Dieser Artikel von Herrn Göbert ist nicht zuletzt aus Gründen der Fällung der 50 Balsam-Pappeln im Lenneper Bachtal geschrieben worden. Grundsätzlich bin ich wie jeder vernünftig denkende Mensch gegen die Zerstörung der Umwelt. Wenn aber die Gesundheit des Menschen unter dem der Natur gestellt wird, sollte man sich mal Gedanken machen. Wenn Herr Göbert darüber hinaus noch die Bewohner des Hasenberg als Weicheier darstellt, wenn auch nicht wörtlich, so bin ich geneigt, mir eher Gedanken um Herrn Göbert zu machen. Zum anderen kann ich als langjähriger Mitarbeiter einer Landesbehörde, die intensiv sich mit den Kommunalen Behörden beschäftigt hat, sagen, dass die Städte ohne einen triftigen Grund nichts abholzen, schon gar nicht aus kommerziellen Gründen. Gerade Kommunen verhalten sich eher zögerlich auf Grund der Einsprüche der Umweltverbände. Wir haben das selbst erlebt. Im Übrigen gibt es Satzungen die vorschreiben, dass bei größeren Abholzungsmaßnahmen im öffentlichen Interesse auch wieder Aufforstungsflächen nachweisbar zu stellen sind. Im Fall dieser Balsam-Pappeln z.B. haben mehr als 5.000 Einwohner mehrere Jahre auf die Stadt eingewirkt mit Vorschlägen wie Abspritzmaßnahme durch die Feuerwehr oder Ähnliches, zumal in den letzten drei Jahren sich die bei großer Hitze Samen bereits entzündet hatten und mehrere Einsätze der Feuerwehr notwendig waren. Auf Grund des schnellen Wachstums dieser Balsam-Pappeln wären prophylaktische Maßnahmen sinnlos gewesen. Wenn man sich mit der Materie beschäftigt hätte, wüsste man, dass die Wattebausch ähnlichen Samenpollen windblütig sind und durch ihre Leichtigkeit überall und nicht nur auf dem Hasenberg neue Plätze finden. Wenn man allerdings ca. 20 bis 30 Meter von diesen Bäumen entfernt wohnt, so kann man sich leicht vorstellen, wie die Menschen im Sommer über einen Zeitraum von mind. zwei Monaten gelitten haben. Und zwar so gelitten haben, dass es sowohl der schreibenden Zunft, wie auch den Fernsehleuten für eine umfassende Berichterstattung gereicht hat. Ich bitte darum künftig bei anfallenden Problemen die Schreiber dieses Organs ein wenig mehr Sorgfalt im Vorfeld einer Unmutsäußerung walten zu lassen.

Hans Gerd Göbert am :

Sehr gehrter Herr Fritze, sehr geehrte Frau u. Herr Melzer, ich bedauere sehr, dass Sie unter den Pollen gelitten haben. Anscheinend haben Sie aber meinen Kommentar Nr. 2 nicht gelesen oder wollten ihn nicht lesen. Daraus geht nämlich hervor, dass dieses kein Hasenberg-spezifisches Problem ist. Insofern bedanke ich mich für die Fürsorge von Herrn Fritze, der sich Gedanken um meine Gesundheit macht. Vielleicht kann ich auch das TV mal zu Bökerhöhe bestellen, wie man hier mit den Problemen umgeht. Nun komme ich zum zentralen Punkt Ihres Kommentars, sehr geehrter Herr Fritze. Darf man Ihren letzten Satz vielleicht so verstehen, dass Sie damit den Herausgeber des Waterbölles zur Zensur an den eingereichten Artikeln auffordern? Als ehemaliger Mitarbeiter einer Landesbehörde sollten Sie aber eigentlich wissen, was man unter Presse- und Meinungs-freiheit gemäß Artikel 5 unseres Grundgesetzes versteht. Fragen Sie doch einmal den Chronisten, ob er ernsthaft darüber nachdenkt, sich Ihrer Forderung anzuschließen? Haben Sie nach Abschluss Ihrer Laufbahn auch nicht mehr mitbekommen, dass kommunale Forstwirtschaft heute durchaus gewinnorientiert betrieben wird? In diesem Sinne, gut Holz!

Chronist am :

Zur Sitzung der Bezirksvertretung Süd am 26. Februar hat die Verwaltung Stellung genommen zu den von BV-Mitgliedern kritisierten Baufällungen auf dem Gelände der früheren Ortlinghaus-Villa an der Intzestraße. Sie schreibt: "Im November 2013 fanden ungenehmigte Baumentfernungen auf dem Grundstück Intzestraße 171 statt. Es wurden insgesamt 19 Bäume gefällt, die unter die Schutzbestimmungen der Baumschutzsatzung bzw. der Eingriffsregelung gemäß Bundesnaturschutzgesetz fallen. Die Straßenbäume entlang der Intzestraße sowie sechs Bäume entlang der Grenze zum Landschaftsschutzgebiet blieben erhalten. Zum Zeitpunkt der Fällung lag den Eigentümern des Grundstücks weder eine baurechtliche noch eine naturschutzrechtliche Genehmigung vor. Die ungenehmigten Fällungen wurden vom Fachdienst Umwelt wenige Tage später festgestellt und ein ordnungsbehördliches Verfahren wurde eingeleitet. Ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen der Verstöße gegen die Bestimmungen der Baumschutzsatzung bzw. des Bundesnaturschutzgesetzes wurde ebenfalls eingeleitet. Im Rahmen des mittlerweile erteilten Bauvorbescheides erfolgte die nachträgliche Genehmigung des Eingriffs bzw. der Baumentfernungen inkl. Festsetzung eines Ersatzgeldes bzw. einer Ausgleichszahlung für die gefällten Bäume. Unabhängig von o.g. Verfahren wurde im Bauvorbescheid die Pflanzung einer Baumreihe und einer Hecke als Eingrünungsmaßnahme entlang der Grenze zum Landschaftsschutzgebiet festgesetzt. Zudem wird als Artenschutzmaßnahme für den entfallenden Amphibien-Teich direkt östlich des geplanten Wohngebietes ein neues naturnahes Stillgewässer angelegt."

Wolfgang Rau am :

Na prima, nun wird es jetzt mit der Verwaltungsvorlage zur Realsatire. Da wird ein Rechtsverstoß nachträglich positiv sanktioniert, und der Investor lacht sich ins Fäustchen.Die übersehbaren Kosten für Ersatzleistungen hat er sicher schon einkalkuliert. Vielleicht lassen sich auch aus der nachträglichen Genehmigung noch Verhandlungen zur Minderung des Ersatzgeldes /Ausgleichszahlung ableiten. Wundern würde es mich nicht. Vielleicht sollten als Ersatzleistungen Bananenpflanzen vorgeschlagen werden, die Bananenrepublik würde damit augenfällig.

Chronist am :

Zu den gefällten Bäumen auf dem Gelände der früheren Ortlinghaus-Villa an der Intzestraße: „Es wurde gemäß § 15 Abs. 6 Bundesnaturschutzgesetz ein Ersatzgeld (18.500 €) für die Eingriffe in Natur und Landschaft (hier: Baumentfernungen im Umfeld des Außenbereichs) festgesetzt. Das Ersatzgeld wurde kürzlich gezahlt. Die zweckgebundene Verwendung des Ersatzgelds, spätestens nach fünf Jahren, ist gemäß § 5 Landschaftsgesetz sichergestellt. Die Stadt Remscheid - untere Landschaftsbehörde - verwendet die naturschutzrechtlichen Ersatzgelder im laufenden Tagesgeschäft zweckgebunden zur Durchführung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Stadtgebiet (u.a. Pflege und Pflanzung von Bäumen und Gehölzen). In den vergangenen fünf Jahren wurden etwa 20 Baumreihen, Hecken und Alleen vorrangig in siedlungsnahen Erholungsgebieten neu gepflanzt. Im Bereich der BV Süd wurde eine Obstwiese im oberen Teufelsbachtal gepflanzt und gepflegt, eine Wildbirnen-Baumreihe am Wanderweg Hohenhagen - Hermannsmühle angelegt und eine Hainbuchen-Baumreihe am Wanderweg Hohenhagen Richtung Nüdelshalbach gepflanzt.“ (aus einer Mitteilung der Verwaltung zur Sitzung der BV Süd am 22. Oktober 2014)

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