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Schüler/innen fordern Politiker-Beitrag zum Klimaschutz

Einen Katalog von zwölf Punkten zum Klimaschutz übergaben gestern Mittag während der zweiten Demonstration „Fridays for future“ auf dem Theodor-Heuss-Plat Schülersprecher von Gertrud-Bäumer-, Ernst-Moritz-Arndt- und Röntgen-Gymnasium Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD). Dieser zeigte sich erfreut darüber, dass Schülerinnen und Schüler - diesmal waren rund 350 gekommen - beim Klimaschutz auch auf lokaler Ebene weiter am Ball bleiben. Ihren Forderungskatalog hatten die Jugendlichen mit einem Zitat von Molière überschrieben: „ „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“

Eingangs heißt es in dem Papier: „Die Klimakrise stellt für die Stabilität der Ökosysteme unseres Planeten und für Millionen von Menschen eine existenzielle Bedrohung dar. Eine ungebremste Erderwärmung ist eine enorme Gefahr für Frieden und Wohlstand weltweit. Seit Beginn der Industrialisierung hat sich die Erde laut IPCC (The Intergovernmental Panel on Climate Change, Der Weltklimarat) bereits um circa ein Grad Celsius erwärmt. Es bleibt daher wenig Zeit, den Klimawandel aufzuhalten und so zu verhindern, dass die Kipppunkte im Klimasystem überschritten werden. Tun wir das nicht, werden die verursachten Schäden weit höhere Kosten mit sich bringen als alle Investitionen in konkrete Maßnahmen zur Vermeidung der Klimakatastrophe.“

Darüber hinaus fordert die Fridaysforfuture-Bewegung Remscheid von den Remscheider Kommunalpolitikern: „Tragen Sie Ihren Beitrag dazu bei, das Klima weltweit zu verbessern durch folgende Maßnahmen:

1. Jährlich findet eine „autofreie“ Ratssitzung statt. Diese Ratssitzung beinhaltet auch einen thematischen Schwerpunkt zum Klimaschutz, zur Mobilität und zur Anpassung an den Klimawandel!
Begründung: Um die Themen Klimaschutz, Mobilität und Anpassung an den Klimawandel aktuell und präsent zu halten, gibt es einmal jährlich eine Schwerpunkt-Sitzung des Stadtrates zu der die Stadträtinnen und Stadträte klimafreundlich mit dem Rad, den eigenen Füßen oder Bus/Bahn anreisen. Ausnahmen für die Pkw-Nutzung gelten nur für Personen mit Behinderungen oder Parlamentarier mit eigenem Elektrofahrzeug, das mit Ökostrom betankt wird.

2. In allen Schulgebäuden werden Wasserspender zur Befüllung von Trinkflaschen installiert!
Begründung: Leitungswasser gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Trinkwasser ist ein kalorienfreier Durstlöscher, also ohne Zucker und andere Zusatzstoffe. Trinkwasser stammt hier aus den Talsperren, kommt also aus der Leitung, ohne lange Transportwege zurückzulegen. Durch das Trinken von Leitungswasser werden außerdem Verpackung (Müllvermeidung) und Transportemissionen in den Handel und von dort nach Hause gespart.

3. Jeder Schülerin und jedem Schüler wird zu Beginn der Schulzeit eine hochwertige, langlebige Mehrweg-Trinkflasche geschenkt!
Begründung: Wahrscheinlich wird nicht jede Schülerin/jeder Schüler die Trinkflasche ständig benutzen, aber sie ist ein Symbol für das klimafreundliche Schulleben. Die Trinkflasche vermeidet Abfälle anderer Trinkverpackungen und kann tausendfach genutzt werden.

4. In allen kommunalen Gebäuden, natürlich auch allen Schulgebäuden, wird zertifizierter Ökostrom eingesetzt!
Begründung: Mit zertifiziertem Ökostrom kann die Emission von knapp 4.700 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden. (Quelle: 4.689 Tonnen CO2: Seite 24 des „Energieberichts der Stadtverwaltung Remscheid für das Jahr 2016“)

5. Die Schulhöfe werden mit einem verstärkten Anteil an „Grün“ umgestaltet und tragen zur Aufenthalts- und Lebensqualität der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte bei!
Begründung: Wenn Schulhöfe mit umfangreicher Begrünung (Bäume und Sträucher) ausgestattet sind, dann gibt es viele Vorteile wie die Verbesserung des Mikroklimas und die Schaffung von Lebensräumen für Tiere, Vögel und Insekten. Damit wird die Biodiversität erhöht. Regenwasser kann besser versickern. Die Erholungs- und Entspannungseffekte während der Pausen werden erhöht. Bäume bieten Schatten.

6. Die Getrenntsammlung von Restmüll, Altpapier und „Grüner-Punkt-Müll“ wird in allen Schulen und Verwaltungsgebäuden umgesetzt! Das bedeutet auch eine getrennte Erfassung der Abfallarten durch die Reinigungskräfte und entsprechende Abfallbehälter im und am Schulgebäude. Alle Beteiligten (Lehrende, Lernende, Reinigungskräfte, Hausmeister, Verwaltungsmitarbeiter/innen etc.) erhalten entsprechende Einweisungen und Anweisungen!
Begründung: Indem wir Abfälle getrennt sammeln, sortieren und aufbereiten, können wir gezielt auf die darin enthaltenen Wertstoffe, wie zum Beispiel Metalle, Glas, Kunststoffe, Papier oder Holz zugreifen. Sind die Stoffströme erst einmal isoliert, können die Wertstoffe als so genannter Sekundärrohstoff etwa in Stahl- und Aluminiumwerken oder in der Kunststoffindustrie verwertet werden. So wird der Einsatz von Metallen vermieden, die aus Erzen gewonnen werden oder von Kunststoffen, die aus Erdöl hergestellt sind.
Das Recycling spart auch Energie. Denn Gewinnung, Transport und Aufarbeitung der Primärrohstoffe (Erze, Mineralien, Erdöl etc.) verbrauchen viel Energie. Jede durch Abfalltrennung und Recycling vermiedene Tonne Primärrohstoff vermindert also den Rohstoffverbrauch und die Treibhausgasemissionen. Zwar wird auch bei der Sammlung und Aufbereitung von Abfällen Energie verbraucht. Die Energiemenge, die für die Gewinnung von Sekundärrohstoffen benötigt wird, ist aber deutlich kleiner als diejenige für Primärrohstoffe. Zieht man die Aufwendungen für das Recycling ab, so werden zum Beispiel durch Recycling von Eisen und Stahl zirka 1 Tonne, von Kupfer etwa 3,5 Tonnen und von Aluminium sogar rund 10 Tonnen CO2 pro Tonne Metall nicht in die Atmosphäre geschickt.

7. In den Schulmensen, Kiosken, Bistros sowie der Mittagsverpflegung der Offenen Ganztagsbetreuung werden nur regionale und saisonale Lebensmittel, bevorzugt biologisch angebaute Lebensmittel zur Verpflegung verarbeitet und angeboten. Ein Tag in der Woche ist ein „Veggie-Day“, an dem nur vegetarisches Essen angeboten wird!
Begründung: Fleischkonsum trägt erheblich zur Emission von CO2 bei. Fleisch, Käse und Butter sind in der Herstellung und Produktion viel energieaufwändiger als Obst und Gemüse und verursachen damit deutlich mehr CO2. Wenn eine Person pro Woche auf Rind- und Kalbsfleisch verzichtet, spart das im Jahr 125 Euro und vermeidet jährlich 175 kg CO2. Man kann 900 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, wenn man annimmt, dass ein Drittel der Schülerinnen und Schüler in der Schule isst. (Quellen: Fleischatlas 2018; Verzehr: durchschnittlich 250 Gramm pro Woche pro Person / Statistisches Jahrbuch der Stadt Remscheid 2018: Anzahl der Schülerinnen und Schüler

Hochrechnung: 16.000 Schülerinnen und Schüler in Remscheid x 175 kg CO2 = 2.800 Tonnen CO2; Annahme: ein Drittel der Schülerinnen und Schüler isst in der Schule = 900 Tonnen CO2)

8. Bei allen städtischen Veranstaltungen werden nur noch Mehrwegbecher, Mehrweggeschirr und Mehrwegbesteck eingesetzt. Bei Veranstaltungen anderer Organisationen wirkt die Stadt auf die Veranstalter ein, Mehrwegbecher, –geschirr und -besteck einzusetzen!
Begründung: Wegen der Verletzungsgefahr bei Großveranstaltungen ist ein Glasverbot sinnvoll. Jedoch ist der Einsatz von Einweggeschirr und Einwegbechern energetisch und wegen des lediglich einmaligen Gebrauchs nicht sinnvoll, da wenig Ressourcenschonend.

9. Einseitig bedrucktes oder kopiertes überzähliges Papier soll an zentraler Stelle in jeder Schule und in jeder Verwaltungsabteilung gesammelt werden. Jede/r die/der Notizzettel benötigt kann sich dann dort bedienen!
Begründung: Die Stadtverwaltung und die Schulen kommen nicht ohne Papier aus. Der sparsame Umgang mit der Ressource und die volle Ausnutzung der Nutzbarkeit ersparen Energie und Rohstoffe, die bei der Herstellung und dem Transport des Papieres entstehen.

10. Appellieren Sie an den Einzelhandel auf jede Form von Plastiktüten, insbesondere für die kostenlosen Tüten zum Abwiegen von Obst und Gemüse zu verzichten und Alternativen anzubieten bzw. zuzulassen!
Begründung: Plastiktüten sind zum einmaligen Gebrauch bestimmt und werden schnell zu Müll. Die Herstellung der Tüten ist energieaufwändig und verbraucht wertvolle Ressourcen wie Erdöl. Mehrwegbeutel und –schalen sind nachhaltiger, schonen unsere Ressourcen und somit das Klima.

11. Die Teilnahme am Anreiz- und Motivationsprogramm des Fachdienstes Umwelt und Gebäudemanagement wird durch die weiterführenden und berufsbildenden Schulen forciert!
Begründung: Fast alle Remscheider Schulen und fast alle Kindertageseinrichtungen der Stadt Remscheid haben sich dazu entschlossen, an dem Programm teil zu nehmen. Die Schulen und Kindertagestätten engagieren sich durch verstärkte Aktivitäten und bilden „Klima-AGs“. Die Stadtverwaltung unterstützt die Schülerinnen und Schüler. Mit dem veränderten Nutzungsverhalten bei der Einsparung von Heizenergie und Strom tragen die Schülerinnen und Schüler zu vermindertem CO2-Emissionen bei und werden für ihren Einsatz finanziell an den Einsparungen beteiligt.

12. Selbstverpflichtung: Vermeidung von „Eltern-Taxis“!
Wir Schülerinnen und Schüler unterstützen die Schule und die Stadtverwaltung und setzen uns mit konkreten Aktionen für eine klimafreundliche Mobilität ein. Unsere Mitschülerinnen und Mitschüler sollen nicht von ihren Eltern zur Schule gebracht werden sondern selbstständig zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem ÖPNV zur Schule kommen. Es werden nicht nur Pkw-Emissionen vermieden sondern auch die Verkehrssicherheit wird unterstützt und gefährliche Situationen entstehen erst gar nicht.

Diese Forderungen wurden in der AG-Fridaysforfuture Remscheid erarbeitet von Vijiythan Sithiravelauthapillai, Gertrud-Bäumer-Gymnasium (GBG); Selin Ergün, GBG; Maik Kartmann, GBG; Seyda Sahan, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium(EMA); Maxime Phoebe Kampik, EMA; Daniel Pilz, Röntgengymnasium/Jugendrat; Leonie Reiß, Albert-Schweitzer-Realschule/Jugendrat; Burcu Aksoyek, EMA /Jugendrat; Beatriz Teles, Alexander-von-Humboldt-Realschule (AvH)/Jugendrat; Yakub Arslan, Albert-Einstein-Gesamtschule (AES)/Jugendrat; Francesco Lo Pinto, EMA/Jugendrat; Lili Fox, Röntgengymnasium; Ronja Manstein, Röntgengymnasium; Belinda Tillmanns und Sophie-Scholl-Gesamtschule/Jugendrat.

Im Übrigen schließt sich die Fridaysforfuture-Bewegung Remscheid den Forderungen der bundesweiten Fridaysforfuture-„AG Forderungen“, bestehend aus Schüler/innen und Student/innen in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler/innen, an die Politik an. Diese Forderungen lauten wie folgt:

  • Netto 0 bis 2035 – CO2 Ausstoß darf nicht über dem liegen, was die Natur umwandeln kann
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% Energieversorgung bis 2035 aus erneuerbaren Energien
  • Abschaltung eines Viertels der Kohlekraftwerke noch in 2019
  • Ende der Subventionen der fossilen Energieträger bis Ende 2019
  • Steuer auf alle Treibhausgasemissionen 180 € pro Tonne CO2

Die Verwirklichung dieser Forderungen müssw sozialverträglich gestaltet werden und dürfe keinesfalls einseitig zu Lasten von Menschen mit geringem Einkommen gehen. Diesbezüglich müssten die Regierungen entsprechende Konzepte vorlegen.

Darüber hinaus weist die Fridaysforfuture-Bewegung Remscheid auf Artikel 20a des GG hin und fordert diesen umfassend umzusetzen: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“ Fwerner fordert die Fridaysforfuture-Bewegung Remscheid von der Bundesregierung: „Deutschland, das Mutterland der Mülltrennung, produziert so viel Plastikmüll wie kein anderes Land in Europa. Stoppen Sie den Export von deutschem Plastikmüll in Länder, die den Plastikmüll im Meer entsorgen! China hat den Müllimport gestoppt. Die Alternative ist nicht ein Drittland zu suchen, das den Müll annimmt sondern die Recyclingquote maßgeblich zu erhöhen!“

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Kommentare

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Heinz Wäscher am :

zur 3. Forderung - wenn etwas kostenlos ist wird es meist nicht wertgeschätzt. Eine Schutzgebühr, die beim Erwerb zu entrichten wäre, könnte sich hierbei als zweckdienlich erweisen. zur 6. Forderung - darf man denn auch zukünftig davon ausgehen, dass die Behältnisse zur Mülltrennung dann auch rege benutzt werden und kein Müll mehr daneben landet? Des Weiteren würde ich den Schüler/-innen ein Praktikum im Lebensmitteleinzelhandel empfehlen, damit jede(r) mit den eigenen Augen sehen kann, wie viel in diesem Land „für die Tonne” - also weggeworfen - produziert wird.

Gerd Rothbrust am :

"Nette" Forderungen - leider nicht bis ans Ende gedacht!

norbert Landen am :

da fehlt Punkt 13:sofortige Einstellung der DOC Aktivitäten seitens der Stadt Remscheid. Wenn man von Klimaschutz ernsthaft betreiben will,darf man das DOC nicht vergessen!

Gerd Rothbrust am :

Nun Herr Landen, es fehlt nicht nur einiges, diese Forderungen zum Teil wirr, unausgegoren und dummdreist! Nehmen Sie z.B. die Mülltrennung. In allen öffentlichen Gebäuden ist Mülltrennung verpflichtend und möglich – man muss es nur tun! Gerade die Jugendlichen haben da erhebliche Defizite: Großveranstaltungen (z.B. „Rock am Ring“, etc.), Parkanlagen, Badeseen, sogar Spielplätze, etc., etc. – werden regelmäßig von (Fridaysforfuture…?)Jugendlichen zugemüll! Wer hindert die Schüler/innen Wasserflaschen mit zubringen oder einen (zwei, drei…) Veggie-Day(s) einzulegen? Kommen wir zum zertifizierten Ökostrom (wie aus den EWR-Ladesäulen?): Es werden täglich zig-Milliarden-mal blödsinnige Filme, nichtssagende Fotos, blöde Sprüche, etc., etc. mit dem Handy gesendet, geteilt, gelikt, etc., etc. – DAS verbraucht einige 100 MWH, erzeugt sehr viel CO2: EGAL? Einseitig bedrucktes Papier, Plastik im Einzelhandel, Elterntaxi kann jeder praktizieren – aber fordern bringt mehr Aufmerksamkeit. „...Abschaltung eines Viertels der Kohlekraftwerke noch in 2019, Ende der Subventionen der fossilen Energieträger bis Ende 2019, Steuer auf alle Treibhausgasemissionen 180 € pro Tonne CO2 – aber sozialverträglich…?“ Ich fände es sehr gut, wenn 1 Monat lang (z.B. 1.11. 0Uhr- 30.11.2019 24Uhr) alle Kohlekraftwerke und Kernkraftwerke vom Netz genommen würden – wäre bestimmt interessant… Fridaysforfuture was tun Politiker/Würdenträger/Erwachsene: Ooooh wie süß, die putzigen „Kleinen“… aus denen bestimmt wird mal etwas Ordentliches!

Ursula Wilms am :

Herr Rothbrust, ein wenig mehr Respekt wäre in diesem Zusammenhang schon angebracht. Und ein wenig besser kann man alles immer durchdenken... Lassen Sie mich als Beispiel die in zwei Kommentaren angesprochene Mülltrennung nehmen. Die Mülltrennung funktioniert an der Basis in diesem Land relativ gut. Wir tun es! - Auch die Jugendlichen tun es. Was leider nicht klappt ist der Prozess, der sich daran anschließen sollte. Dabei meine ich nicht den Restmüll, den die TBR zur Verbrennung fahren, sondern die Verpackungen aus Verbundstoffen und anderen Materialien, deren Recyclingquote leider erschreckend gering ist. Wenn diese Stoffe in großen Mengen an Stellen landen, wo sie billig "entsorgt" werden, so ist das nicht in erster Linie Folge der Achtlosigkeit von Jugendlichen, sondern geplantes Vorgehen von Profiteuren. Die zur Zeit beste Methode, dies zu ändern, ist der Verzicht auf solche Verpackungen und dazu finde ich in den Vorschlägen etliche Hinweise. - Bei den Verantwortlichen dieser Stadt leider immer noch kein entschlossenes Handeln. Selbst der simple Vorschlag, ein Spülmobil für Veranstaltungen anzuschaffen, traf auf Gegenargumente und wurde hinausgeschoben. Die Forderungen der Bewegung können nur begrüßt werden, es wäre überaus erfreulich, wenn sie an entscheidender Stelle aufgegriffen, weitergedacht und umgesetzt würden.

Gerd Dietrich-Wiongender am :

Sehr geehrter Herr Rothbrust! Ich hätte mich über Ihre konstruktiven Vorschläge gefreut, wie man über die Forderungen der Jugendlichen hinaus noch weiter CO2 einsparen kann. Diese Jugendlichen engagieren sich ehrenamtlich, opfern Freizeit und haben es nicht verdient beschimpft zu werden. Lange wurde über die "unpolitischen" Jugendlichen geschimpft. Nun agieren sie und werden wieder beschimpft? Meinen Respekt haben diese Jugendlichen; sie haben sicherlich nicht den Anspruch, alles richtig zu machen und alles umfassend zu überblicken. Aber sie sensibilisieren, setzen sich mit Fachleuten und Politiker/innen auseinander und machen erste Schritte. Ja, es gibt noch mehr zu tun! Aber nur meckern und versuchen die Jugendlichen lächerlich zu machen ist wenig hilfreich! Diese Jugendlichen haben angefangen etwas zu bewirken! Ich wünsche den Aktiven weiterhin viel Erfolg! Und klar sind nicht alle Jugendlichen Klimaaktivisten. Und mal so nebenbei: wer hat die Jugend von heute denn erzogen, dass sie ihren Müll einfach liegen lassen? Und auch das Praktikum im Einzelhandel ist nicht hilfreich. Nicht den Jugendlichen müssen da die Augen geöffnet werden, sondern den Produzenten des Mülls und denen, die daran verdienen. Versuchen Sie mal, die Jugendlichen ernst zu nehmen mit ihren Sorgen, diskutieren Sie mit Ihnen, helfen Sie mit Ihrer Weisheit und Ihrem Wissen, gemeinsam schaffen wir mehr, gegeneinander streiten kostet unnötig Kraft oder sind Sie der Meinung, dass es gar nicht nötig ist, sich um das Klima zu kümmern?

Gerd Rothbrust am :

Hallo Frau Wilms, Herr Dietrich-Wiongender zunächst etwas Grundsätzliches: Zum einen ich kann nur respektieren, was respektabel ist, und ich beschimpfe nicht, ich beschreibe Fakten. Zum anderen: Menschen wollen „Leben“, das bedeutet Güterverbrauch. Wir leben in der Welt des Wirkungsgrades d.h.: Da nicht alles verwendet werden kann, bleibt immer ein Rest(Müll). Viele Menschen produzieren viel Rest, 7 Milliarden produzieren 7-Milliarden-fachen Rest. 10 Milliarden, 20 Milliarden Menschen: Der Rest vervielfacht sich stetig. Nun zu Ihren Punkten: Diese Jugendlichen fordern nichts neues, sensibilisieren nichts und bewirken nichts Klimapolitisches – sie plappern nach! Zudem sind die Beiträge z.T. unrealistisch. Fakt ist: Der Mensch verbraucht stetig mehr abnehmenden, bewohnbaren Boden. Er verseucht knapper werdendes Trinkwasser. Er verunreinigt die Umwelt. UND er vermehrt sich stetig! Ein gutes Beispiel ist der Müll: Es wird zu viel produziert (Arbeitsplätze), es wird nicht hochwertig produziert (Nachfrageerhalt), es wird nicht repariert (bei „Schrott“ nicht möglich). DAS führt zur Abnahme der Grundstoffe und zum Anstieg der Müllberge. Die Deutschen sind Mülltrennungs-Weltmeister, das ändert aber nichts am Problem, denn: Die Trennung ist unzweckmäßig, weil nicht Sortenrein. Probleme bei der Verbrennung – Restmüll brennt nicht wie erforderlich (zusätzliches Erdgas nötig). Das Plastikproblem: Unterschiedliche Anwendungen erfordern „passendes“ Plastik – Plastik müsste sortenrein getrennt werden. Kunststoffe im Einzelhandel: Es wird seltener gekocht (Single, Fertiggerichte, Bequemlichkeit, etc.) erfordern unterschiedliche Verpackungen. Etc., etc. es hakt überall! Das Klima ist dabei ein Problem unter vielen gleichwertigen… Das sollte zunächst reichen für weitergehende Diskussionen ;-)

Gerd Rothbrust am :

Ein Nachtrag zu meinem Kommentar vom 9. Juli 2019: Alle Kreisläufe der Erde sind der Evolution unterworfen - die Evolution hat diese Kreisläufe optimiert – hoher Wirkungsgrad – der Mensch ist in vielen Bereichen außerhalb der Evolution – Handlungen oft mit sehr schlechtem Wirkungsgrad – wurde in der Erdgeschichte immer bestraft – die/das so handelnde verschwand!

Axel Behrend am :

Herr Rothbrust schön, dass Sie zugeben, dass Sie den Jugendlichen, die sich für mehr Klimaschutz einsetzen keinen Respekt entgegenbringen können. Sie sagen, Sie beschreiben nur Fakten. Das ist richtig. Diese Fakten sind seit über 40 Jahren, seit der Veröffentlichung des Berichtes an den Club of Rome „Grenzen des Wachstums“ den Führern und Eliten der verschiedenen Nationen bekannt. Der Globus hätte weit weniger Probleme, wären die Warnungen und Vorschläge damals schon durch die Führer der Nationen ernst genommen worden. Stattdessen wurde auf Wachstum gesetzt als gäbe es kein Morgen. Jetzt den Jugendlichen, die die Folgen des Klimawandels schmerzlich zu spüren bekommen werden Unredlichkeit vorzuwerfen, ist geradezu absurd. Erinnern sie doch nur daran, was bereits vor 40 Jahren bekannt war und durch neueste Forschungen bestätigt wurde. All das was die Remscheider Jugendlichen vorgeschlagen haben wird bestimmt nicht das weltweite Klima verändern, aber es ist ein Anstoß an jede und jeden von uns über das private Konsumverhalten nachzudenken, um es dann vielleicht klimagerecht anzupassen. Es stellt sich die Frage ob unser gesellschaftliches System in der Lage ist klimagerecht zu werden.

Axel Behrend am :

Richtig Herr Rothbrust, auch die Spezies Mensch ist den Naturgesetzen unterworfen. Der Mensch ist als einzige Spezies dieses Globus in der Lage die Naturgesetze zu erkennen. Allein die Spezies Mensch handelt zugunsten von Profitinteressen gegen ihr Gattungsinteresse, indem sie ihre Lebensgrundlagen zerstört. Und dies, obwohl die Folgen dieses Handelns lange bekannt sind. Ich hoffe, die Erkenntnis wie die Lebensgrundlagen wieder hergestellt und erhalten werden können erfasst endlich große Teile der Menschheit und führt zu einer grundlegenden gesellschaftlichen Veränderung.

Gert Rothbrust am :

Warum sollte ich jemanden, der selbstverständliches tut, besonders respektieren Herr Behrend? Wie bei allen Dingen, die Schlagzeilen versprechen, wird der Protest der Jugendlichen von den Medien, den Politikern, den Umweltschützern, etc., künstlich überhöht, glorifiziert und instrumentalisiert! Redlichkeit ist nach J.A. Eberhard:“… die Übereinstimmung der Rede einer Person mit dem, was diese Person tut.“ Schaut man sich an, wie die Jugend lebt, was sie so tut, ist dort große Unstimmigkeit erkennbar - somit auch Unredlichkeit! Ihren Thesen zur Kenntnis der Naturgesetze kann ich auch nicht zustimmen, denn: Alles Leben auf der Erde kennt die biologischen Naturgesetze, sie sind in den Genen programmiert. Nur der Mensch ist „entartet“, er ignoriert dieses Programm – er macht eigene Gesetze. Der „Club of Rom“ hat diese Ignoranz vergebens angeprangert. Nur was sagte Machiavelli: „Ein Volk bleibt immer dumm…“ somit ist Lesen nicht gefragt! Die von Ihnen gerügten Politiker sind vom Volk gewählte „Erfüllungsgehilfen“, sie befriedigen nur diese Dummheit. Ich könnte noch viele Beispiele anfügen, das hieße aber: Eulen nach Athen tragen! Ich denke, eins der größten Übel ist die stetig wachsende Überbevölkerung, die muss beendet werden!

Klaus Runge am :

Ein Versuch, Herrn Rothbrusts Kommentaren etwas entgegenzusetzen: Die von ihm angegriffenen Verfasser der „zwölf Punkte zum Klimaschutz“ (s. ganz oben!!) haben Besseres verdient als seine vom Inhalt ihres Katalogs ablenkenden, herabwürdigenden und fatalistischen Kommentare. Die Verfasser sind schlauer, als er denkt. Sie haben extra für ihn und gleichgültige Denkgenossen den notwendigen Satz an exponierter Stelle ihres Katalogs eingefügt: „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ Bei H. Rothbrust kam der Satz nicht an. Beim Klimawandel und dessen bisher unaufhaltbarem Fortschritt kommen wir mit H. Rothbrusts Ansicht: „Die Menschheit ist nun mal so blöd. Sie wird sich selber auf dieser Erde ausrotten“, nicht weiter. Beim Klimawandel brauchen wir alles von den kleinsten bis zu größten einschneidenden Schritten, um die weltweite CO2-Bilanz wieder ins Gleichgewicht zu schaffen. Je eher, desto besser. Dazu gibt es im Katalog sehr konkrete und realistische (erste) Vorschläge. Nur schillernde Sprechblasen abzusondern oder Nichtstun zu favorisieren, ist die Absicht der von mir so genannten „Friedhofsfraktion“. Dort kann sie alles in guter Ruhe abwarten.

Wolfgang Rau am :

Nun Herr Rothbrust, vielleicht sollten Sie Ihre Sichtweise einfach mal erweitern und erkennen, dass es die Jugend, die Männer, die Frauen, die Ingenieure, die Manager so nicht alle über einen Kamm geschoren werden können. Vielmehr sind es Individuen, die sich vielfältig mit ihrer/Ihrer Umwelt auseinandersetzen. Sie wollen sicher auch nicht unter einen Gruppenbegriff gefasst und damit unter Generalverdacht gestellt werden.

Gerd Rothbrust am :

Ihre Schlussfolgerung Herr Runge: Gene – Schicksal – fatalistisch ist falsch! Sie beachten die Epigenetik nicht. Die Epigenetik beschreibt Schalter, die Gene beeinflussen: Methylgruppen, Histoncode und RNA´s. Diese Schalter schalten ganze Gene, Gensequenzen und beeinflussen Genfunktionen. Dabei verändern sie die Gene nicht! Ausgelöst werden diese Schalter durch Handeln, d.h.: Das Individuum muss etwas tun! Jetzt sind wir bei dem von Ihnen hochgelobten Satz: „…Wir sind nicht nur…“ - stimmt, nur Tun/Nichttun verändert etwas. Klar die Jungendlichen sind nicht dumm, sie haben es sich sehr bequem gemacht in dieser Welt, sie nutzen sehr geschickt ihre Möglichkeiten. Allerdings sehe ich dabei, bis jetzt, wenig Klimanützliches - kann ja noch kommen… „Friedhofsfraktion“ würde bei mir passen, zumindest altersmäßig, trotzdem versuche ich (im Rahmen meiner Möglichkeiten) etwas zu tun (lt. Epigenetik wirkt das Lebensverlängernd ;-) ). Aber ich versuche AUCH Ursachen zu verändern, denn planloses „Herumdoktern“ an Wirkungen hilft nicht. Tunnelblick, hirnloses Handeln und Panik sind nicht Zielführend!

Gerd Rothbrust am :

Interessante These Herr Rau. Bleibt die Frage: Wenn Ihre These richtig ist, warum sind wir, ist die Erde, zur Zeit, in diesem prekären Zustand?

Ursula Wilms am :

Es wäre schön, wenn Sie dann an dieser Stelle schildern könnten, wie Sie AUCH versuchen, Ursachen zu ändern. Das wäre doch dann mal ein positiver Ansatz, dem man vielleicht zustimmen könnte, zumindest könnte man Sie besser verstehen. Oder meinen Sie damit Ihre Schreibtätigkeit? Nein, das glaube ich nicht, da ist bestimmt noch mehr. Also, ich erwarte Ihre Vorschläge zur Ursachenveränderung. Dass Sie bewusst keine Kinder gezeugt haben, setze ich jetzt nach Ihrem Kommentar vom 11.07. mal voraus. Aber Ihre weiteren Vorschläge, die dann an die Generation der FfF weitergereicht werden können....

Gerd Rothbrust am :

Der Klimawandel kann nicht isoliert gesehen und bekämpft werden: Eine „Ei-des-Kolumbus-Lösung“ ist nicht möglich. Globale Probleme müssen global gelöst werden. Das bedeutet globale Ursachenbekämpfung! Dabei ist zu beachten, dass Lösungsansätze Wirkung auf viele Bereiche haben. Diese Wirkungen müssen in die Lösungen einfließen. Sicher sind da Vorreiter/Beispielgeber von Vorteil, aber nur unter Einhaltung des sinnvoll Machbaren! Der FfF-Bewegung will ich nur den Rat geben: Infiltriert die Institutionen. Tretet in Vereine, Jugendvertretungen, Gewerkschaften, Personalvertretungen, Parteien, etc. ein! Dort gibt es viele Möglichkeiten (z.B. Anträge, Abstimmverhalten) Anliegen durchzubringen. Meine Ursachenbekämpfung besteht aus Aufklärung. Überall vertrete ich (so wie hier), oft als Einzelmeinung, offensiv meine Thesen – für mehr fehlen mir die Möglichkeiten (ähnlich wie beim „Club of Rom“). Der Rest ist Wirkungsbekämpfung. Bei der Fortpflanzung habe ich mich vor über 30 Jahren arrangiert (sinnvoll Machbares ;-) ). Ich habe aber nach Erreichung der Zielvorstellung Fakten geschaffen.

Klaus Konkel am :

Ein Interessantes Video mit wissenschaftlicher Sicht zum Thema: Harald Lesch | Die Welt in 100 Jahren, https://www.youtube.com/watch?v=HHFLsBdklh0

Gerd Rothbrust am :

Ein sehenswertes Video. Ich halte viel von Harald Lesch, weil sich unsere Einstellung auf vielen Gebieten ähnelt. Allerdings bei Kernfusion und Gezeitenkraftwerken stimmt das nicht ganz. Kernfusion: Er hat recht bei der Zeitachse. Unrecht insofern, dass auch bei der Kernfusion gefährliche, strahlende Abfälle entstehen. Bei den Gezeitenkraftwerken liegt er komplett daneben, denn: Gezeitenkraftwerke beeinflussen nicht die Erdrotation! Zudem, es gibt auf der Erde nur unter 20 Orte an denen Gezeitenkraftwerke wirtschaftlich betrieben werden können. Als Fazit bleibt Herrn Leschs Forderung: Die Beschäftigung mit den Grundlagen der Alltagsphysik ist ein guter Lösungsansatz.

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