Skip to content

Zu wenig Personal erhöht das Gefährdungspotenzial

Auf Grundlage des Kinder- und Jugendhilfegesetzes in Verbindung mit dem Bundeskinderschutzgesetz haben die Träger der öffentlichen Jugendhilfe Qualitätsmerkmale für die Sicherung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen und ihren Schutz vor Gewalt aufzustellen, weiterzuentwickeln, anzuwenden und regelmäßig zu überprüfen. Dieser gesetzliche Auftrag kann systematisch nur durch individuelle Kinderschutzkonzepte gewährleistet werden – inzwischen auch Voraussetzung zur Erlangung einer dauerhaften Erlaubnis zum Betrieb einer Kindertageseinrichtung, die in die Aufsicht durch das Landesjugendamt im Landschaftsverband Rheinland fällt.

Auch im geschützten Rahmen des Kita-Alltags kann es zu Übergriffen, Grenzverletzungen, (Macht-) Missbrauch und weiteren Gewalttaten an Kindern durch Eltern, Mitarbeitende, andere Erwachsene oder andere Kinder kommen. Gewaltereignisse in Kitas sind nach § 47 SGB VIII meldepflichtig. Sie können auch ein zusätzliches Verfahren zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung im Sinne des § 8a SGB VIII auslösen. Je nach Ausprägung des Ereignisses und Schädigung des Kindes ist in vielen Fällen eine polizeiliche Ermittlungstätigkeit erforderlich.
Zum gemeldeten Fehlverhalten könnte beispielsweise gehören, Kindern den Mund zuzukleben, Kinder durch Fachkräfte in der Gruppe bloßzustellen oder Kinder zum Essen zu zwingen, Kinder einzuschließen, zu schlagen oder psychisch unter Druck zu setzen. Suchtmittelkonsum des Personals kann dazu führen, dass Gefahrenmomente, in denen sich die Kinder befinden, nicht mehr wahrgenommen werden. Gleiches gilt u.U. bei ausgeprägten psychischen Erkrankungen des Personals oder auch der Eltern. Auch eine zu geringe personelle Ausstattung birgt ein Gefährdungspotenzial, wenn zu wenige Mitarbeitende zu viele Kinder beaufsichtigen sollen. (…)

Die sozialpädagogischen Fachkräfte der Kindertageseinrichtungen arbeiten in einem äußerst komplexen pädagogischen und sozialen Aufgabenfeld, insbesondere im Bereich des Kinder-schutzes. Zu den Aufgaben in diesem Bereich zählen unter anderem der Schutz der Kinder vor physischer, psychischer und sexueller Gewalt innerhalb der Einrichtungen und präventive Arbeit mit den Kindern und ihren Familien.

Kindertageseinrichtungen brauchen systematische Konzepte, wie sich alle Beteiligten (Träger, Leitung, Team, Kinder, Eltern) vor Gefährdungen schützen, damit diese möglichst nicht entstehen  (Prävention). Kindertageseinrichtungen brauchen jedoch auch Konzepte, wie sich die Beteiligten in der akuten Gefährdung verhalten, um diese zu bewältigen und Kinder nachhaltig zu schützen. (Intervention).

Die Aufstellung und weitere Entwicklung der im Team gelebten Schutzkonzepte erfordert eine intensive, prozessorientierte fachliche Begleitung der Einrichtungen. Die Psychologische Beratungsstelle der Stadt Remscheid konnte prozesshaft einzelne Einrichtungen auf dem Weg zum Kinderschutzkonzept begleiten. Die Träger der Kindertageseinrichtungen erhalten bei der Erstellung, Evaluation und Weiterentwicklung der Kinderschutzkonzepte im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressource auch die Unterstützung durch die Fachberater*innen der Spitzenverbände.

Mit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes in 2012 befinden sich alle Kindertagesein-richtungen konzeptionell in der Weiterentwicklung zu folgenden Themen: Wahrung der Kinder-rechte, Partizipation, Beschwerdemanagement, Qualitätsmanagement, Kindeswohlgefährdungen. Eine systematische Auswertung des Bearbeitungsstandes von Kinderschutzkonzepten in den 60 Remscheider Kindertageseinrichtungen liegt nicht vor. In städtischer Trägerschaft befinden sich noch alle 20 Einrichtungsteams in der Entwicklung der individuellen Kinderschutzkonzepte. Die fachliche Begleitung erfolgt im Rahmen der vorhandenen, personellen Möglichkeiten. (gekürzte Antwort der Verwaltung zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 10. Februar auf eine Anfrage der CDU-Fraktion)

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!