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ARGE vermittelte 485 Remscheidern einen Ein-Euro-Job

Dirk Faust, Chef der ARGE Remscheid. Foto: Lothar Kaiser

Wie viele „Ein-Euro-Jobber“ es in Remscheid gibt und welcher Art die Jobs sind, wollte die CDU wissen und betonte in ihrer Anfrage an die Verwaltung das „vorrangige Ziel, Menschen, die lange Zeit arbeitslos waren, wieder mit Arbeit vertraut zu machen. Das darf aber nicht dazu führen, dass im Rahmen der „Ein-Euro-Jobs“ Tätigkeiten ausgeführt werden, die normalerweise vom ersten Arbeitsmarkt bedient werden, also versicherungspflichtige Tätigkeiten.“ – „Das passiert auch nicht“, versicherte ARGE-Chef Dirk Faust gestern, als er die Anfrage mit einem kleinen Vortrag beantwortete. Der Waterbölles dokumentiert ihn nachfolgend:

Rechtlicher Rahmen §16 Abs. 3 SGB II

  • „Für erwerbsfähige Hilfebedürftige, die keine Arbeit finden können, sollen Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden.“
  • Diese Arbeiten müssen im öffentlichen Interesse liegen und zusätzlich sein.

Ziele der Beschäftigungsgelegenheiten

Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen an den allgemeinen Arbeitsmarkt herangeführt werden. Die Teilnahme soll die Beschäftigungsfähigkeit der Geförderten erhalten und dadurch mittelfristig ihre Integrationschancen verbessern. Zusatzjobs sollen die soziale Stabilisierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fördern  Berufliche Kenntnisse können vermittelt werden. Sie sollen dazu genutzt werden, die Arbeitsbereitschaft der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erproben und diese eine Gegenleistung für den Erhalt von Arbeitslosen-geld II (ALG II) erbringen zu lassen.

Erste wissenschaftliche Aussagen desInstituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung zu arbeitsmarktlichen Wirkungen der Beschäftigungsgelegenheiten (bundesweit):

  • Die Teilnahme kann die Integrationschancen für bestimmte Gruppen erhöhen aber auch hemmen (meint: wenn auch aussichtsreiche Kandidaten dabei ihre Bemühungen um eine feste Stelle vernachlässigen)
  • Die Teilnahme von Migrantinnen und Migranten hat ähnliche Beschäftigungswirkungen
  • Bei arbeitsmarktnäheren Personen im 1-Euro-job könnte im Einzelfall der unerwünschte Effekt entstehen, dass die Arbeitssuche kurzfristig nachrangig wird und damit Integrationschancen verschlechtert werden

Umsetzung in Remscheid:

  • Geregelte Beschäftigung ist anzustreben, wenn eine Vermittlung in den 1. Arbeitsmarkt nicht möglich erscheint. Dabei sind die Neigungen der Arbeitslosen zu berücksichtigen
  • Die „Verfestigung“ von Beschäftigungslosigkeit soll aufgebrochen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden
  • Beschäftigungen im öffentlichen Interesse sollen Remscheid nutzen
  • Die Arbeitslosen in den Beschäftigungsgelegenheiten sollen die verdiente Anerkennung (auch in der Öffentlichkeit) erhalten (Grundgedanken zum 2. Arbeitsmarkt)

„Differenzierung“ der Beschäftigungsgelegenheiten (Beispiele: Remscheider City Service, Skateranlage, Eisbahn, Sauberkeit in der Stadt):

  • Reine Beschäftigung
  •  Beschäftigung + sozialpädagogische Betreuung
  •  Beschäftigung + sozialpädagogische Betreuung + Qualifizierung
  • Beschäftigungsgelegenheiten für besondere Zielgruppen

Beschäftigungsgelegenheiten in Remscheid: Derzeit arbeiten 485 Remscheider auf der Basis von Ein-Euro-Jobs und 41 für Mindest-Tariflohn  bei 29 örtlichen Institutionen. Zu diesem gehören:

Träger

bewilligte AGH - Stellen

Freibad Eschbachtal (A RS)

17

KaRe (Arbeit RS)

24

Arbeit Remscheid (extern)

91

Alten Residenz

2

BaF

12

Caritas

27

Diakonie

36

Verlässliche

42

Tannenhof

2

Gabe

20

HaP

3

LiL

6

Limes

28

Montessori

1

Tafel

10

Nicht jeder Antrag auf Einrichtung von Beschäftigungsgelegenheiten kann bewilligt werden (siehe §16 Abs. 3 SGB II). Aber Probleme können sich auch bei der Besetzung ergeben:

  • Die Beschäftigungsstellen erwarten Kundinnen und Kunden, die mitarbeiten - unsere Kundinnen und Kunden sollen aber erst wieder an die regelmäßige Arbeit herangeführt werden Vereinzelt wurden Kundinnen und Kunden wegen fehlender Eignung zurückgeschickt
  • Nicht alle Stellen können sofort von der ARGE besetzt werden, auch wenn sie bewilligt wurden
  • Die ARGE benötigt auch eine gewisse Auswahl an Stellen, um passgenau besetzen zu können

„1-Euro-job“ oder Beschäftigungszuschuss?

Voraussetzung für einen Beschäftigungszuschuss:  langzeitarbeitslos und  zwei Vermittlungshemmnisse. Damit wird oft der Personenkreis angesprochen,  der auch im 1-Euro-Job tätig sein könnte. Der 1-Euro-Job wird als Vorbereitung genutzt; wenn möglich bietet die ARGE anschließend den Beschäftigungszuschuss an. Doch die Nachfrage der Arbeitgeber ist trotz der satten 75% - Förderung noch gering. Derzeit zahlt die ARGE für 23 Beschäftigte einen Zuschuss. Die zur Verfügung stehenden Mittel würden ein Jahr lang für 100 reichen.

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Kommentare

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Hans-Peter Troll am :

Habe ich das richtig verstanden und es sind jetzt 100 Jobs zu vergeben oder nur theoretisch? Falls für ausgesuchte Langzeitarbeitslose tatsächlich 100 Jobs zu vergeben sind, möchte ich gern einen davon haben. Die im Artikel angesprochene Phase des 1 Euro-Jobs habe ich mit Auszeichnung 2007 erfolgreich abgeschlossen. Schwierig für mich allerdings sind die zwei im Artikel angesprochenen Vermittlungshemmnisse. Arbeitsweise: Zügig und Sauber, pünktlich - Zuverlässig - Gut. Denken Sie als Arbeitgeber einfach daran: 75 Prozent, die Sie nichts kosten!

Kai Reumschüssel am :

Ich habe den Eindruck, dass der so genannte 2.Arbeitsmarkt die Arbeitslosigkeit eben doch „verfestigt“. Die Chance, bei jahrelanger Arbeitslosigkeit wieder in den ersten Arbeitsmarkt einzusteigen ist gering. Was auch Herr Faust gestern mit Zahlen bewiesen hat. Leider ist die Zahl derer die aus einem 1-€ -ob in den 1. Arbeitsmarkt wechseln, gering. Die Betroffenen sind von der Politik unseres Landes leider verlassen worden. Und dass, obwohl diese mal zu Rentnern werden, die mit ihrer Rente nicht leben können, sprich also auch im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. So wird ein Problem in die Zukunft verlagert.

Dirk Faust am :

Der Beschäftigungszuschuss ist eine gute Sache, weil er die Möglichkeit bietet, Menschen, die ohne eine entsprechende dauerhafte Förderung keine Chance auf Beschäftigung hätten, wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Der Gesetzgeber hat bei der Auswahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aber ziemlich hohe Hürden eingebaut, indem als Fördervoraussetzungen Langzeitarbeitslosigkeit und zwei Vermittlungshemmnisse verlangt werden und eine "Erprobungsphase" von sechs Monaten vorgeschaltet wurde. Das hört sich trotz der (bis zu) 75-% - Forderung für Arbeitgber nicht so attraktiv an, wie wir das gerne hätten. Deshalb steht zwar Geld für die Förderung von bis zu 100 Arbeitsplätzen zur Verfügung, allein es gibt noch keine 100 Stellen, sondern erst ca. 40. Davon sind 23 aktuell besetzt und 17 in der Vorbereitung. Herr Fränz von der Arbeit Remscheid wurde von der ARGE damit beauftragt, Arbeitgeber für dieses Projekt zu begeistern. Wenn es uns gelingt, Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass es den Unternehmen nutzt, Langzeitarbeitslose zu beschäftigen werden wir im Laufe des Jahres 2009 diese 100 Stellen besetzen können. Weitere Infos im Netz sind zu finden unter: http:// www.gib.nrw.de/ arbeitsbereiche/ wege_in_arbeit/ kombilohn_nrw/ vier-filmspots-menschen-arbeitsplaetze-kontakte. (Leerzeichen bei Verendung der URL bitte vorher entfernen)

Günter Kreuscher am :

„Projekt 50“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, brachliegende Fähigkeiten von Arbeitslosen ab 50 zu erkennen und ihnen damit neue Perspektiven zu erschließen. Seit einiger Zeit haben wir uns auch jüngeren Arbeitslosen geöffnet und bieten auch diesen Hilfe zur Selbsthilfe an. Unter dem Motto, das Frage und Antwort umfasst - "Die Ausgangslage: Ohne Arbeit? Ohne Beschäftigung? Kein Erfolg?"; "Die Schlussfolgerung: Sie brauchen uns! Wir brauchen Sie!" - laden wir Betroffene und Interessierte für den 24. September ab 15 Uhr in die ehema-lige Stockderstiftung in Vieringhausen 64 ein. Dort wollen wir einen Überblick geben über unsere Arbeit.

Heinz-Peter Troll am :

Danke Herr Faust, eine Frage wäre klar beantwortet, es sind nicht 100 Stellen für 2009 machbar, sondern 60. Davon will ich auch eine. Schwierig bleiben schlicht und ergreifend die Vermittlungshemmnisse. Wie sinnvoll könnte man diese Gelder bei denen nützlich einsetzen, die gut vorbereitet, motiviert und sofort für den Arbeitgeber bereit stehen. Also, ich finde Langzeitarbeitslosigkeit, gepaart mit dem Alter von kurz vor fünfzig, ist schon schwierig genug. Eine weitere Frage stellt sich mir noch: Ist denn neben der Aktion von Herrn Fränz auch eine Aktion in Richtung von Langzeitarbeitslosen geplant?

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