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Countdown für Ausbildung: Viele Stellen sind noch frei

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

„Alle Jugendlichen, die eine Ausbildung suchen oder sich noch nicht für ein Studium entschieden haben, sollten nicht länger warten“, rät Ute Ackerschott, Chefin der Agentur für Arbeit Solingen. „Derzeit gibt es noch viele freie Ausbildungsstellen. So können auch diejenigen, die sich bislang bei der Suche nach ihrem Traumjob Zeit gelassen oder die Hilfe der Berufsberatung noch nicht in Anspruch genommen haben, noch in diesem Jahr durchstarten. Uns ist es wichtig, den jungen Menschen jetzt zu helfen, solange noch vieles realisierbar ist. Damit vermeiden wir unnötige Warteschleifen oder Lücken im Lebenslauf.“ Bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Solingen sind noch 161 freie Ausbildungsstellen für Remscheid und 162 für Solingen gemeldet. Ob Fertigungsberufe in Handwerk und Industrie, technische- oder IT-Berufe sowie im Bereich Dienstleistungen, das derzeitige Ausbildungsangebot ist noch vielseitig und umfasst nahezu die gesamte Berufspalette. „Ein Termin in der Berufsberatung lohnt sich in jedem Fall. Allerdings ist bei der Ausbildungsplatzsuche auch Flexibilität gefordert. Schülerinnen und Schüler sollten interessante Alternativen aktiv verfolgen. Wer dazu die Hilfe der Berufsberater in den Arbeitsagenturen in Anspruch nimmt, ist klar im Vorteil. Sie kennen den regionalen und überregionalen Ausbildungsmarkt und unterstützen zusätzlich mit Informationen und Tipps rund um das Thema Ausbildung“, weiß Ackerschott. Jugendliche, die für diesen Sommer noch eine Ausbildung suchen, können unter der Hotline 01801555111 einen Termin mit der Berufsberatung vereinbaren und sich über offene Ausbildungsstellen informieren oder den Anmeldebogen unter www.arbeitsagentur.de/solingen(Weiterklick > Bürgerinnen und Bürger > Ausbildung) an die Berufsberatung senden. Wer persönlich vorbeikommen möchte, findet die freien Ausbildungsstellen für Solingen und Remscheid auch im BiZ der Agentur für Arbeit Solingen in der Kamper Straße 35. Die Mitarbeiter des BiZ-Teams sind unter der Telefon-Nr. 0212 2355-290 erreichbar.

Betreuer in Zwangsurlaub, Prüflinge auf sich allein gestellt

Berufsvorbereitung: Vergabepraxis in der Schusslinie“, titelte der Waterbölles am 28. Oktober 2010. Tags zuvor hatten im Jugendhilfeausschuss (JHA) Karl-Richard Ponsar vom Deutschen Kinderschutzbund und Ralf Noll, Geschäftsführer des Lindenhof e.V. und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit,  kritisiert, dass die Regionale Einkaufszentrum NRW der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf die in Remscheid ansässigen und gut vernetzten Anbieter von Berufsvorbereitungsmaßnahmen für benachteiligte Jugendliche – Internationaler Bund (IB), GBB, GABE gGmbH und Arbeit Remscheid eGmbH – ausgebootet habe. Diese waren in den vergangenen Jahren als Bietergemeinschaft zum Zuge gekommen und hatten im vergangenen Jahr gegenüber einem überregionalen Träger, der Fortbildungsakademie der Wirtschaft bei zwei neuen Maßnahmen das Nachsehen und mussten daraufhin  gut eingearbeitetes Personal abbauen. Inzwischen liegt der Stadt Remscheid die sechsseitige Antwort des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf den Beschwerdebrief der AG Jugendsozialarbeit vor, der im Oktober im Ausschuss vereinbart worden war. Der JHA befasste sich damit am Mittwoch kritisch – und entschied, die Schwachpunkte in der Arbeit der Fortbildungsakademie nunmehr sehr konkret zu beschreiben. Ausschussvorsitzende Thea Jüttner (CDU): „Wir werden weniger Seiten brauchen, um zu sagen, was im Argen liegt!“

In dem Schreiben des Ministeriums wird die Stadt darauf hingewiesen, dass das „von der Bundesagentur gewählte Verfahren zur Beschaffung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen nicht zu beanstanden“ sei. „Maßgebend ist, dass die Bieter nachweisen bzw. plausibel machen, dass sie die geforderte Leistung auch in  der entsprechenden Region erfolgreich erbringen können. (…) Den Zuschlag erhält das wirtschaftlichste Angebot. (…) Das … ist nicht zwangsläufig das günstigste. Der Qualität wird vielmehr eine sehr hohe Priorität bei der Auswahl der Angebote eingeräumt“. Genau das aber bezweifeln die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses – allen voran Heinz Braun, der Leiter der Gemeinschaftshauptschule Wilhelmstraße.

In dem „Bericht 2010“, den die Arbeitsgemeinschaft "Jugendsozialarbeit" am Mittwoch vorlegte, ist der Berufsvorbereitung für benachteiligte Jugendliche ein ganzes Kapitel gewidmet. Zitat:Schon seit Anfang der 1980er Jahre führen die Träger der Jugendsozialarbeit in Remscheid Maßnahmen zur Berufsvorbereitung durch. Diese Lehrgänge dauern in der Regel ein Jahr. Sie dienen dazu, Jugendlichen, die noch keine klare Berufsentscheidung getroffen haben oder treffen können, Orientierungshilfen zu geben und sie zu motivieren. Zu den Zielgruppen gehören auch lernbehinderte oder sozial benachteiligte junge Menschen mit Schulproblemen sowie Jugendliche, die bereits eine Ausbildung abgebrochen haben. (…) Den Jugendlichen soll … das breite Spektrum möglicher Berufe eröffnet werden. Die Lehrgänge schließen daher Orientierungsphasen ein, in denen sich die Teilnehmer in verschiedenen Berufsfeldern umsehen können, um herauszufinden, welcher Beruf ihnen am meisten zusagt. Nachdem sie die Berufsbereiche (u.a. Metallbearbeitung, Holzbearbeitung, Textiltechnik, Büro/Verwaltung, Farbe, Hauswirtschaft) kennen gelernt und in den entsprechenden Werkstätten und Büros … mitgearbeitet haben, können sie sich für ein Berufsfeld entscheiden und beenden dort nach einer Vertiefungsphase ihre Berufsvorbereitung. Im Rahmen von Lehrgängen … erhalten die Jugendlichen Unterricht in allgemein bildenden und fachspezifischen Themen“. Dabei haben die Jugendlichen die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss nachzuholen.

Am Ende heißt es für die Jugendlichen, eine Prüfung zu bestehen. Dazu werden in dieser und der kommenden Woche in der Hauptschule Wilhelmstraße zwölf Jugendliche erwartet, von denen mehrere von den Mitarbeitern der Fortbildungsakademie betreut wurden. – „Mehr schlecht als recht“, befand gestern der Ausschuss, nachdem Rektor Heinz Braun berichtet hatte, dass der Träger der Berufsvorbereitungsmaßnahme die Jugendlichen auf die Prüfungsinhalte nicht näher vorbereitet habe. „Den Kontakt zur Schule, wie das früher stets der Fall war, hat dieser Träger nicht gesucht! Auch nicht, nachdem die Jugendlichen sich bis zum 1. Februar zur 'Externen-Prüfung' angemeldet hatten!“  Es sei die Schule gewesen und nicht der Träger, die den Jugendlichen Vorbereitungsmaterialien vermittelt habe. Und auch dann habe die Akademie die jungen Leute damit alleine gelassen. Braun: „Die jungen Leute hätten dringend Beratung gebraucht. Und auch während der Prüfungen sind die Jugendlichen nun auf sich allein gestellt!" Das sei für ihn schmerzlich und mache ihn motivlos, so Braun. „Wir müssen diese jungen Menschen doch in Lohn und Brot bringen!“

„Von Anfangsschwierigkeiten des Trägers kann keine Rede mehr sein“, konstatierte Karl-Richard Ponsar. Er berichtete, die Fortbildungsakademie habe ihre Mitarbeiter in der Region diese und die nächste Woche in einen „Zwangsurlaub“ geschickt; so könnten diese den Prüflingen gar nicht zur Seite stehen. Der Ausschuss folgte seinem Vorschlag, alle, die bislang mit der Fortbildungsakademie in Remscheid zu tun hatten, an einen Tisch zu holen, um gemeinsam einen Erfahrungsbericht zu erstellen. Den sollen dann das Bundesministerium, die Arbeitsagentur in Solingen und die Regionale Einkaufszentrum NRW in Düsseldorf erhalten. Mal sehen, ob’s hilft…

„Kompazz“-Agentur in Remscheid nicht länger finanzierbar

Titelblatt des neuen 'Bewerbungs-Comics'. Foto: Lothar KaiserPressemitteilung der „Kompazz“-Agentur Remscheid

Zwischenzeitlich wurde auch Kompazz vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben mitgeteilt, dass eine Förderung im nächsten Bewilligungszeitraum möglich sei, jedoch haben sich die Rahmenbedingungen stark verändert - was in den Pressemitteilungen des Bundes vorab nicht unbedingt deutlich geworden war. Wesentlich ist die Deckelung der ESF-Mittel auf 200.000 Euro. Unter ansonsten gleichen Bedingungen steigt hiermit der nicht realisierte Ko-Finanzierungsbedarf auf 385.000 Euro für 28 Monate. Stadtdirektor und Träger sind sich einig, dass diese Summe kommunal nicht darstellbar ist. Da das Geld zudem im neuen Verfahren schon bei Antragstellung und nicht erst bei Bewilligung des Antrags vorhanden und bestätigt sein muss, wird von einer erneuten Antragstellung - auch im Hinblick auf § 264 "Subventionsbetrug" des Strafgesetzbuches - abgesehen.

Einvernehmen herrscht zwischen Stadtverwaltung und Träger dahingehend, dass die von Kompazz erarbeiteten Strukturen, die Arbeit mit und für die Jugendlichen, erhalten bleiben sollen. Angestrebt wird deshalb der politische Beschluss der Weiterführung dieser sehr guten Arbeit im Sekundar I Bereich über den vom Bund geplanten Ausbau der Schulsozialarbeit. Das heißt, dass das Projekt Kompazz zum 31.08.2011 unter den aktuellen Bedingungen ausläuft. Aus diesem Grund werden wir mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich zur Zeit bei uns in der Beratung befinden einen sanften Übergang in möglichst vorhandene alternative Angebote anstreben. Sobald wir wissen, ob eine Weiterführung mit einer neuen Zielgruppe gelingt, werden wir Sie darüber informieren. Wir bedanken und schon jetzt für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und hoffen auf eine Weiterführung mit neuer Zielgruppe ab dem 1.9.2011. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vom Team Kompazz. (Dipl.-Psych. Diana Mucha, Projektleitung) 

Goldener Meisterbrief für Manfred Wiegand

Auf dem Foto v. li. n. re. Jochen Wiegand,  Manfred Wiegand und  Uwe Wiegand)

Manfred Wiegand erhielt aus den Händen seiner Söhne Jochen & Uwe als Mitglieder der Fachinnung für Metall und Graviertechnik den „Goldene Meisterbrief“ für sein 50 Jähriges Meisterjubiläum. Manfred Wiegand bestand am 24. Mai 1961 vor der Handwerkskammer Düsseldorf die Werkzeugmacher Meisterprüfung mit „gut“ und trat noch im selben Jahr in die Firma seines Schwiegervaters Friedrich Koch ein. Nach dem Tode des Schwiegervaters 1971 übernahm der Werkzeugmachermeister Manfred Wiegand die damalige Schlosserei „Paul Krinke“. Die Firma spezialisiert sich in den Folgejahren mehr und mehr auf die Blechbearbeitung und firmierte 1974 um in „Wiegand Metalltechnik“. Inzwischen wird das Unternehmen von den Söhnen Jochen und Uwe, sowie dessen Frau Sylvia geführt.

Manfred Wiegand steht noch heute der Firma mit Rat und Tat zur Verfügung. „Auf seine Erfahrung und Weitsicht wollen und können wir gar nicht verzichten.“ so Uwe Wiegand, der sich schon jetzt auf die Feier zum 125 jährigen Bestehen der Firma am 1.Oktober freut. „ Wir werden dann ein tolles Fest feiern, zumal mit diesem Tage auch das 50 Jährige Betriebsjubiläum unseres Vaters gefeiert wird. „Auch wenn er sich selbst lieber zurücknimmt, aber ohne die Weitsicht meines Vaters, der 1989 die Einführung der Lasertechnik in unserem Hause forciert hat, stünden wir heute nicht da wo wir sind“.  Inzwischen produziert das Unternehmen Wiegand GmbH an der Industriestraße 5b in Remscheid und in Lüttringhausen an der Dreherstraße 28 mit 25 festen Mitarbeitern. Das Angebot umfasst das CNC-Laserschneiden und den Feinblechbau für Kunden in ganz Deutschland.

Rundumversorgung von Aerobic bis Wirbelsäulengymnastik

Auf den Tag genau heute vor 150 Jahren gründeten sechzehn junge Männer (am 16. Juni 1861) den "Remscheider Allgemeinen Turnverein", heute der Remscheider Turnverein von 1861 (Korp.) Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Eine ganze Festwoche hat sich der Vereinsvorstand unter dem Vorsitz von Klaus Triesch einfallen lassen. Und der Höhepunkt ist zur Stunde der offizielle Festakt zum Jubiläum mit geladenen Gästen. Eine Jubiläumsfeier für alle RTV-Mitglieder und Freunde mit Jubilartehrung, Buffet und Höhenfeuerwerk beginnt um 19 Uhr. Und morgen Abend wird in der RTV-Gaststätte Chris Howland erwartet. In jüngster Zeit - nicht zuletzt wegen der wirtschaftlichen Lage - pendelte die Mitgliederzahl um 1.900. Zurzeit bietet der RTV Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung in über 115 Sportgruppen in fünfundzwanzig Sportarten und unter Anleitung von mehr als 80 fachlich ausgebildeten Übungsleitern.

Freu­de an der sportlichen Betätigung habe die Gründer des Remscheider Turnvereins zu­sammengeführt, heißt es im Grußwort von Oberbürgermeisterin Beate Wilding. Doch um über 150 Jahre als Verein aktuell zu bleiben, habe es nicht nur körperlicher, sondern auch kreativer Beweglichkeit bedurft. „Die Zeichen der Zeit zu erkennen und darauf mit einem ansprechenden Angebot zu reagie­ren, war stets eine Stärke des Vereins. Und so hält das Programm für jede Altersstufe und jede Begabung etwas bereit - eine sportliche Rundumversorgung!“ Dazu gehöre gro­ßes Engagement und eine gehörige Portion Begeisterung.

„Wenn man sich überlegt, was in den letzten 150 Jahren alles in unserer Stadt und in diesem Land geschehen ist, dann muss man der Leis­tung, einen Verein so lange durch alle schöne, aber auch schreckliche Zeiten zu fuhren, sehr viel Respekt zollen“, schrieb Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz. „Ohne die Menschen, die sich in den vielen Jahren um Gebäude, Mitglieder, Geräte und Gelände gekümmert hätten, würde der RTV heute nicht so dastehen: ein großer Ver­ein mit vielen Fachschaften, einem engagier­ten Vorstand und einer hervorragenden Infra­struktur. Der Verein ist für die Zukunft gerüs­tet!“  Er erlebe den RTV als einen Verein, dessen Vorstand sich nicht nur mit viel Liebe zum Sport den aktuellen Aufgaben stellt, sondern sich darüber hinaus in die Sportentwicklung unserer Stadt einmischt. Kritisch, konstruktiv, mitmachend. „In der Integrationsarbeit ist er nicht wegzudenken!“ Und Reinhard Ulbrich, Vorsitzender des Sportbundes Remscheid, bescheinigte in seinem Grußwort Remscheids zweitgrößtem Sportverein, sich mit 150 Jahren bester Gesundheit zu erfreuen, mit einem umfassenden Breitensportangebot von Aerobic bis Wirbelsäulengymnastik, seit 15 Jahrzehnten von fachkundigen und innovativen Funktionären geführt.

Viel Aufwand "um des lieben Friedens Willen"

Auf der einen Seite sechs BV-Mitglieder, auf der anderen vier Bürger (später kamen noch zwei hinzu). Foto: Lothar Kaiser

Ein Baum und fünf Parkplätze weniger am Zentralpunkt?“, fragte der Waterbölles am 24. Mai, einen Tag vor einer Sitzung der Bezirksvertretung Süd. Michael Latzer, Inhaber einer Immobilienfirma am Zentralpunkt, hatte eine Unterschriftenaktion gegen die Sondernutzung für das von der Bäckerei Steinbrink beantragte „mobile Außen-Cafe“ mit ca. 20 Stühlen, Tischen und Sonnenschirmen gestartet und rund 20 Geschäftsleute bewegen können, sich ihr anzuschließen, darunter auch Pflegedienste und Taxibetriebe. Doch in der Sitzung, in der Latzer seinen Standpunkt ausführlich darlegen konnte, hielten SPD, CDU, FDP und Grünen an dem von Bezirtksbürgermeister Willi Korff unterschriebenen Eilbeschluss fest.

Die Container an ihren neuen Standplatz auf dem Joh.-Vaillant-Platz (Zentralpunkt). Und darunter das Areal der neuen Außengastronomie der Bäckerei Steinbrink. Fotos: Lothar Kaiser)

Inzwischen ist eine 30 Jahre alte Eiche gefällt, die Papier- und Flaschen-Container stehen an einem neuen Platz (vor dem KiK-Markt und der Volksbank), und das Areal für Tische und Stühle ist mit rotem Flatterband abgesteckt. War es nun ein „Ohnehin alles schon beschlossene Sache!“ oder einfach nur Desinteresse, dass von den 30 Geschäftsleuten, die Korf für gestern Abend zu einem Hearing in die Heinrich-Neumann-Schule an der Engelbertstraße eingeladen hatte, gerade mal sechs erschienen? Korff sah noch eine dritte Möglichkeit: „Vielleicht sind die übrigen Einzelhändler ja mit dem Plan einverstanden!“ Letzlich saßen sich sechs BV-Mitglieder und sechs Bürger gegenüber, darunter die "Kontrahenten" Michael Latzer und Wolfgang Steinbrink. Viel Aufwand "um des lieben Friedens Willen".

Für die Volksbank nahm Manfred Schwick Stellung. Eine Außengastronomie könne er sich auf dem Platz sehr gut vorstellen. Was ihn störe, sei dessen „Hinterhofcharakter“. Auch sollten nach Möglichkeit alle Parkplätze erhalten bleiben. Stefan Grote, SPD-Sprecher in der BV Süd, entgegnete, in den vergangenen zwölf Jahren habe er in der BV schon viele variantenreiche Diskussionen über den Johann-Vaillant-Platz miterlet. Aber alle Vorschläge seien letztlich am Geld gescheitert – seitens der finanzschwachen Stadt, aber auch seitens der Einzelhändler, die keine Interessenge,einschaft zustande gebracht hätten. Die jetzt beantragte Außengastronomie sei ein Schritt nach vorne.

Und damit zu den Parkplätzen. Früher gab es auf dem Platz für Kurzparker eine „Brötchentaste“. Inzwischen regeln Parkscheiben die Parkzeit. Dass ausgerechnet Unternehmer aus umliegenden Betrieben alle zwei Stunden die Parkscheiben vorstellen und so ("ordnungswidrig") Kundenparkplätze blockieren, müsse aufhören, betonte Willi Korff. Dazu gehöre ein Unternehmen mit allein acht bis neun Fahrzeugen. „Die Parkplätzer haben schließlich alle Bürger bezahlt!“

Willi Korff (SPD) und Hans Rehbein (CDU) räumten auf Hinweis von Michael Latzer ein, dass die Container störend seien. Aber in der näheren Umgebung habe such nun mal kein anderer geeigneter Platz dafür gefunden. Korff: „Wohl an der Breslauer Straße, aber da finden nur Autofahrer hin, nicht aber die Senioren, die am Zentralpunkt aus dem Bus steigen und ihren Abfall in die dortigen Container werfen, bevor sie zum Einkaufen gehen!“ Michael Latzer verwies auf die Container von dem Otto-Pfeiffer-Haus: „Sie stehen dort zwischen Fußweg und Bushalktestelle auf einem Grünstreifen. Warum geht das nicht auch am Zentralpunkt – entlang der Bushaltestelle Richtung Lennep?!“ Die beiden Fotos, die das belegen sollen, will Willi Korff nun den Stadtwerken mit der Bitte um eine Stellungnahme vorlegen. Derweil nimmt die Außengastronomie von Bäckermeister Wolfgang Steinbrink weiter Gestalt an…

Keine adäquate Spielmöglichkeit für den FC in Sicht

Das Lenneper Röntgenstation stand im Mittelpunkt des jüngsten Presseclubs. Er fand gestern Abend ausnahmsweise nicht in der Denkerschmette, sondern in der Gaststtätte des RTV statt, der morgen sein 150-jähriges Bestehen feiert. Foto: Lothar Kaiser

 Das wird den Bürgern die Tränen in die Augen treiben“, überschrieb der Waterbölles am 29. Januar 2010 den mehr als 300 Seiten umfassenden Katalog mit insgesamt 276 Sparvorschlägen (Giftliste"), den der Verwaltungsvorstand an diesem Tag vorgelegt hatte. Zwei dieser Vorschläge beschäftigen seitdem die Remscheider Sportfunktionäre: Schließung des Röntgen-Stadions und des Sportplatzes Struck und Verwertung der Flächen“. Insbesondere das Röntgenstadion steht seit Monaten im Focus. Ohne Ausweichquartier kein Verkauf des Röntgenstadions“, titelte der Waterbölles am 17. Dezember 2010. Damals hatten die Vorsitzenden der Ratsfraktionen im Rat Fragen von Dieter Maar, Präsident des FC Remscheid, zum möglichen Verkauf des Röntgenstadions beantwortet. Hans Peter Meinecke (SPD) sagte damals, einen Baumarkt auf dem Gelände könne sich die SPD sehr wohl vorstellen. Allerdings nur, wenn an einem anderen Standort in Remscheid weiterhin Meisterschaftsspiele stattfinden könnten. Noch sei ein Ausweichstandort nicht in Sicht. Ob dafür dann Geld zur Verfügung stünde, hänge von der Kommunalaufsicht in Düsseldorf ab.

Am Standpunkt der SPD – und der Gestaltungsmehrheit mit DDP und Grünen insgesamt – hat sich seitdem nichts geändert. Das wurde am Dienstag beim  92. Remscheider Presseclub deutlich, zu dem Reinhard Ulbrich aus Anlass des 150-jährigen Bestehens des RTV nicht in die Denkerschmette, sondern in die RTV-Gaststätte „De Tornhall“ an der Theodor-Körner-Straße eingeladen hatte. Meinecke: „Ohne eine adäquate Spielmöglichkeit für den FC Remscheid auf NRW-Niveau – und da habe ich nicht gleich an ein neues Stadion gedacht- geht es nicht!“ Eine zufriedenstellende Lösung sei aber bislang nicht in Sicht, ergänzte Markus von Dreusche (FDP). „Eine Entscheidung der Verwaltung lässt zu lange auf sich warten!“ Meinecke wurde noch deutlicher: „Es macht keinen Spaß, sich immer wieder vertrösten zu lassen!“ Er erwarte spätestens zur nächsten Ratssitzung eine „klare Vorlage der Verwaltung, auch zum Wert des Stadiongeländes und zur Ertüchtigung eines bestehenden oder zum Bau eines neuen Sportplatzes!“ – Lothar Schiffer (FDP): „Die Verwaltung muss nachweisen, dass sich ein Verkauf des Stadions rechnen würde. Das war unser Prüfauftrag. Wie es jetzt aussieht, fällt die Prüfung negativ aus.“ – „Möglicherweise“, setzte Meinecke hinzu.

„Die Vereinsvorstände würden sicherlich Hurra schreien, wenn es einen Investor gäbe, der ein neues Stadion bauen würde“, sagte Reinhard Ulbrich, Vorsitzender des Sportbundes Remscheid. „Warum nicht an der Blume?!“, scherzte

Aber auch aus einem anderen Grunde sei der Verkauf des Stadions ein „totgebornes Kind“, meinte Gühne. Denn der Erlös werde zur Schuldentilgung herhalten müssen. Darauf werde die Bezirksregierung in Düsseldorf sicherlich bestehen. Hans Peter Meinecke: „Über eine vernünftige Verwendung des Kaufpreises könnte man mit der Bezirksregierung gewiss verhandeln. Denn ein neuer Baumarkt bedeutet Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen!“ Aber es bleibe dabei: „Wenn die genannten Voraussetzungen nicht erfüllt sind, wird die Gestaltungsmehrheit keinem Verkauf zustimmen!“

Und wie realistisch wäre die von Meinecke ins Spiel gebrachte Ertüchtigung eines bestehenden Sportplatzes für den FC Remscheid? „Zwischen 16 und 22 Uhr sind alle Plätze pickepacke voll“, betonte Johannes Berenz. „Vielleicht sieht man das im städtischen Sportamt anders, weil man dort die Breiten- und Freizeitsportaktivitäten auf den Plätzen nicht richtig registriert!“ Auch deshalb wird die gestern stark vertretene Interessengemeinschaft „Pro Röntgenstadion“ (Verkehrs- und Förderverein Lennep e.V., Altstadtfreunde, FC Remscheid, VFL 07 Lennep, Lenneper Turngemeinde Lennep, Sportbund Remscheid, Heimatbund Lüttringhausen, W.i.R. und Lenneper Schützenverein von 1805) der nächsten Ratssitzung gespannt entgegensehen – um gegebenenfalls weitere Protestaktionen zu starten. Hans Peter Meinecke scheint über Interessengemeinschaften gegen Sparmaßnahmen der Stadt wenig begeistert zu sein: „Das Bemühen, aus der Finanzmisere der Stadt herauszukommen, ist offenbar nicht mehr aktuell. Das sieht man nicht nur am Lenneper Stadion, sondern auch an den Bergischen Symphonikern. Gleichwohl werden wir im Herbst eine weitere Sparrunde eröffnen müssen!“

Johannes Berenz, Vizepräsident des
FC Remscheid. Doch einen Baumarkt-Investor mit derart großen Spendierhosen konnte sich ernsthaft keiner der ca. 30 Sportinteressierten vorstellen. Wieland Gühne von der W.i.R.: „Eine Illusion!“ Denn ein neues Stadion würde zehn bis zwölf Millionen Euro kosten, für das Stadiongelände könne die Stadt aber lediglich mit 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter rechnen. Das ergäbe dann bei 3,4 Hektar (34.000 Quadratmetern) bestenfalls einen Verkaufserlös von 6,8 Millionen Euro.

19.6.: „Swing´in the Park“ mit der Brasshoppers Bigband

Signet: Lothar KaiserPressemitteilung der Stadt Remscheid

Groove und Spielfreude stecken an! Im Rahmen des „Remscheider Sommers“ gastiert am Sonntag, 19. Juni,  ab 16 Uhr im Stadtpark die „Brasshoppers Bigband“. Sie formierte sich erstmalig im Rahmen eines Projektes 1991 unter der Leitung des amerikanischen Posaunisten Bernhard Sanders. Die Brasshoppers bieten abwechslungsreiche und interessante Konzerte. Ihr Repertoire bietet ein großes Spektrum von klassicher Big Band Literatur, Blues und Balladen, latein-amerikanischen Rhythmen und Jazz-Rock bis hin zu anspruchsvollen Kompositionen und Arrangements zeitgenössischer Komponisten. In ihren Konzerten arbeiten die Brasshoppers gerne mit renommierten Solisten als „Special Guest Stars“ zusammen. Die künstlerische Leitung hat der renommierte Dipl. Jazzmusiker und Dirigent Ralf von Tegelen.

Kanal dicht? Prüfstempel muss zum 31.12.2015 vorliegen

von Michael Zirngiebl

Dass Abwasserleitungen dicht sein müssen, liegt auf der Hand: Sonst könnten Boden und Grundwasser verschmutzt werden. Oder umgekehrt: Grundwasser kann in den Kanal fließen, das Kanalnetz belasten und die Reinigungsleistung der Kläranlagen beeinträchtigen. Auch können in undichte Leitungen Wurzeln eindringen (Foto links) und sie verstopfen. Zudem ziehen schadhaften Kanäle unliebsame Bewohner an: Ratten! Deshalb sind private Hausbesitzer schon seit geraumer Zeit verpflichtet, ihre Abwasserleitungen auf Dichtheit prüfen zu lassen. Bereits seit dem 1. Januar 1996 galt diese Prüfpflicht (auf Grund des § 45 der Landesbauordnung). Sei dem 11. Dezember 2007 ist sie im § 61 a des Landeswassergesetz geregelt. Wann aber muss geprüft werden?

  • Bei neuen Leitungen nach der Errichtung.
  • Bei bestehenden Leitungen bei wesentlichen Änderungen.
  • Bei bestehenden Leitungen in Wasserschutzzonen, die zur
  • Fortleitung industriellen oder gewerblichen Abwassers dienen und vor dem 1.Januar 1990 errichtet wurden,
  • bei bestehenden Leitungen in Wasserschutzzonen, die zur Fortleitung häuslichen Abwassers dienen und vor dem 1.Januar 1965 errichtet wurden, und
  • bei allen anderen bestehenden Leitungen erstmalig bis zum 31.12.2015.

Falls keine wesentliche Veränderung an den Leitungen vorgenommen wird, muss die Dichtheitsprüfung in Abständen von höchstens zwanzig Jahren wiederholt werden.

Die Pflicht zur Dichtheitsprüfung bis zum 31.12.2015 gilt ebenfalls für öffentliche Abwasserleitungen. Seit 1995 gilt für öffentliche Kanäle die Selbstüberwachungsvorschrift für Kanalisationsanlagen. Innerhalb von zehn Jahren waren alle öffentlichen Hauptkanäle durch Kanalfernsehuntersuchungen auf ihren Zustand hin zu untersuchen. In Remscheid war die Erstuntersuchung dieser Kanäle im Wesentlichen 2003 abgeschlossen. Untersucht wurden insgesamt ca. 580 Kilometer Kanal. Derzeit werden die Kanäle auf dem REB-Betriebsgrundstück an der Nordstraße geprüft. Die Remscheider Entsorgungsbetriebe (REB) wenden jährlich ca. 1,2 Millionen € für die Mittlerweile weisen 95 Prozent des öffentlichen Kanalnetzes eine hohe bis sehr hohe bauliche Qualität auf.

Welche Leitungen müssen auf Dichtheit geprüft prüfen? Nicht geprüft werden müssen im Gebäude zugänglich verlegte Leitungen, z.B. solche, die unter der Kellerdecke zugänglich abgehängt sind, sowie Abwasserleitungen, die nur zur getrennten Beseitigung von Niederschlagswasser dienen, und Leitungen, die in dichten Schutzrohren verlegt sind. Auch diese Leitungen müssen selbstverständlich dicht verlegt sein, aber sie unterliegen nicht der Prüfpflicht nach § 61 a LWG.

Was gehört zu der zu prüfenden privaten Abwasserleitung eines Grundstücks? Vom Grundstückeigentümer müssen nach § 61 a LWG alle privaten Abwasserleitungen geprüft werden, die der Entwässerung des Grundstücks dienen. Zu diesen Abwasserleitungen des Grundstücks, gehören

  • die Abwasserleitungen auf dem Grundstück (Grundstücksentwässerungsanlagen),
  • Abwasserleitungen, die zur Ableitung des Abwassers über Fremdgrundstücke verlegt wurden,
  • die Grundstücksanschlussleitung von der Grundstücksgrenze bis zum Hauptkanal. Auch die zu diesen Abwasserleitungen gehörenden Schächte müssen auf Dichtheit geprüft werden.

Der Eigentümer eines Grundstücks ist verpflichtet, die Leitungen von Sachkundigen (!) auf Dichtheit prüfen lassen - wobei die Abwasserleitungen vorher durch eine Fachfirma gereinigt werden sollten. Wie muss die Dichtigkeit der Leitungen geprüft werden? Bei der optischen Inspektion werden die Abwasserkanäle mit einer Kamera auf eventuell vorhandene Schäden hin untersucht. Dies erfolgt von der Reinigungsöffnung im Keller oder vom Revisionsschacht Ihres Grundstückes aus. Möglich ist auch eine drucklose Prüfung mit Wasser. Dazu werden vorher die Abwasserkanäle am Anschlusspunkt des öffentlichen Kanals mit einer Absperrblase verschlossen. Anschließend werden die Abwasserkanäle bis zur Höhe des tiefsten Einlaufes mit Wasser befüllt. Innerhalb einer bestimmten Zeit darf nur eine bestimmte maximale Menge Wasser verloren gehen. Die dritte Möglichkeit ist die Druckprüfung mit Wasser/Luft. Dabei wird Wasser oder Luft in die Abwasserkanäle gedrückt. Danach darf dann nur eine bestimmte Menge Druck in einer bestimmten Zeit verloren gehen. (Neue Leitungen müssen gem. DIN 1610 immer mit Wasser- oder Luftdruck geprüft werden.) In Remscheid wird keine Art der Dichtheitsprüfung vorgeschrieben. Die für den Einzelfall richtige Art sollen die Hauseigentümer und die Sachkundigen festlegen.

Wer darf in Remscheid die Dichtheitsprüfung durchführen und die Bescheinigung ausstellen? Die vollständige Liste findet sich auf der Internetseite des Landesamtes für Natur- und Verbraucherschutz (LANUV) oder über die Homepage der REB. Als Sachkundige arbeiten in Remscheid (Stand: 3.5.2011):

  • Sven Mützner/ Wolfgang Genzke, Straßen- und Tiefbau Spichernstraße 5, 42855 Remscheid
  • Sascha Althaus, Althaus e.K. Hindenburgstraße 65 42853 Remscheid
  • Björn Ludewig, Alfred Emder, Thomas Küster und M. Küster, Remscheider Rohrreinigungsdienst, Auf dem Knapp 3, 42855 Remscheid
  • Cay Zache, Armin Zache GmbH & Co. KG, Sanitär- und Heizungsbau, Platz 27, 42855 Remscheid
  • Peter Stoßberg, H.O. Stoßberg GmbH, Installations- und Heizungsbauerbetrieb, Postweg 3, 42897 Remscheid
  • Friedhelm Dallmann, Sanitär + Heizung, Heidestraße 6, 42897 Remscheid 

Die Bescheinigung über die Dichtheitsprüfung muss Folgendes enthalten: Lagebezeichnung, Art der Entwässerung, Lage in Wasserschutzzone, Art der Prüfung (TV-Inspektion, einfache Wasserprüfung, Druckprüfung), Ergebnis der Prüfung (Anlage in allen Teilen dicht, Anlage nur in Teilen dicht - klare Bezeichnung der undichten Teilabschnitte bzw. Anlage ist dicht nach erfolgter Sanierung). Zu den Anlagen gehören Lageplan, Prüfberichte (nach DIN 1610 bzw. DIN 1986), Fernsehbefahrung DVD/CD und ggf. ein detaillierter Prüfbericht sowie Name des Sachkundigen mit Unterschrift und Firmenstempel. Der Grundstückseigentümer muss die Bescheinigung aufbewahren und der Gemeinde auf Verlangen vorlegen. Er ist nicht verpflichtet die Bescheinigung von sich aus vorzulegen.

Nach Erfahrungswerten des Umweltministeriums betragen die Kosten für die Dichtheitsprüfung eines Einfamilienhauses zwischen 300 € und 500 €. Die Kosten können aber individuell, je nach Situation auf dem Grundstück, abweichen. Eine Rolle spielen hier zum Beispiel die Länge der privaten Abwasserkanäle oder auch die Zugänglichkeit. Bei Häusern, die nach 1996 gebaut wurden und für die eine sogenannte Unternehmerbescheinigung nach Landesbauordnung angefertigt wurde, in der die Dichtheit der Anlage bestätigt wird, wird diese Unternehmerbescheinigung als Dichtheitsnachweis anerkannt. Bei Neubauten, die nach dem 1.1.2011 gebaut werden, kann die Unternehmerbescheinigung nach Landesbauordnung als Dichtheitsnachweis nur anerkannt werden, wenn sie von einem Sachkundigen ausgestellt wurde.

Michael Zirngiebl. Foto: Lothar Kaiser

Undichte Abwasserleitungen müssen saniert werden. Bei Schäden, die die Standsicherheit betreffen, muss das sofort geschehen. In allen anderen Fällen soll die Sanierung in einer angemessenen Frist erfolgen. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass eine Sanierung innerhalb von 12 bis 24 Monaten möglich ist. Die Sanierung muss nicht durch den Sachkundigen erfolgen, der die Prüfung durchgeführt hat. Ratsam ist, mehrere Angebote einzuholen. Vorsicht aber vor „Kanalhaien“! Sie bieten in betrügerischer Absicht ihre Hilfe bei der TV-Untersuchung der Abwasserleitungen an und unterbreiten dabei zunächst vermeintlich günstige Angebote. Bei der TV-Untersuchung finden sie dann angeblich (!) Defekte, deren Reparatur dann zu weit überteuerten Preisen ausgeführt werden. Kanalhaie versuchen ihre Opfer in der Regel an der Haustür zu überrumpeln. Sie setzen die Hausbesitzer unter Druck, Auftragsformulare zu unterschreiben, ohne das „Kleingedruckte“ in Ruhe lesen gelesen zu haben. Und später werden sie aufgefordert, schon ausgefüllte Überweisungsträger zu unterschreiben, ohne die erbrachten Leistungen geprüft zu haben. (Vortrag von Michael Zirngiebl, Leiter der Remscheider Entsorgungsbetriebe, in der Sitzung des Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung am 8. Juni.)

Geschäftsbeziehungen mit Herkunftsländern intensivieren

Nur zwei der insgesamt acht Migrantenvertreter nahmen an der gestrigen Sitzung des Integrationsausschusses teil, in der Bülent Arslan vom Imap-Institut in Düsseldorf die Strukturdatenanalyse über die Remscheider Unternehmer mit ausländischem Pass („Migrantenökonomie“) erläuterte. Über die Studie hatte der Waterbölles bereits am 22. März ausführlich berichtet. Deshalb an dieser Stelle ergänzend einige Zahlen aus der Studie, die Bülent Arslan gestern nachlieferte: 36 Prozent der hiesigen Gewerbetreibenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind Türken, 23 Prozent Italiener, neun Prozent Polen, sieben Prozent Griechen und je sechs Prozent Spanier und Holländer. Die Fragen von Ausschussmitgliedern nach dem Alter der Selbstständigen und der Zahl ihrer Mitarbeiter/innen konnte Arslan nicht beantworten; danach sei in der Untersuchung nicht gefragt worden. Als Handlungsempfehlungen nannte er die Unterstützung von Existenzgründung von Menschen mit Migrationshintergrund, die  Beratung vor Ort in benachteiligten Stadtteilen, die interkulturelle Öffnung von Verwaltung und Beratungsorganisationen, die Verstärkung der  Ausbildungsbereitschaft in Migrantenunternehmen und deren bessere Vernetzung in den Herkunftsländern. Bülent Arslan: „Diese Geschäftsbeziehung, die in jeder Phase der Wertschöpfungskette vorhanden ist, kann stärker für die hiesige Wirtschaft genutzt werden. Besonders im Maschinen- und Anlagenbau ist Remscheid eine Marke, die stärker in Herkunftsländern genutzt werden kann!“